{"id":677431,"date":"2025-12-29T09:57:09","date_gmt":"2025-12-29T09:57:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/677431\/"},"modified":"2025-12-29T09:57:09","modified_gmt":"2025-12-29T09:57:09","slug":"uksh-projekt-kein-taeter-werden-zieht-mehr-patienten-an-schutz-vor-kindesmissbrauch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/677431\/","title":{"rendered":"UKSH-Projekt \u201eKein T\u00e4ter werden\u201d zieht mehr Patienten an: Schutz vor Kindesmissbrauch"},"content":{"rendered":"<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Kiel. Fachleute sch\u00e4tzen, dass in Deutschland etwa ein Prozent der Jungen und f\u00fcnf Prozent der M\u00e4dchen unter 14 Jahren sexuell missbraucht werden und dass allein in Schleswig-Holstein etwa 8000 p\u00e4dophile M\u00e4nner leben. Jetzt hat das Kieler Justiz- und Gesundheitsministerium auf Anfrage der FDP-Landtagsfraktion Zahlen ver\u00f6ffentlicht, die den Erfolg eines Pr\u00e4ventionsprojekts am Kieler Uniklinikum (UKSH) untermauern.<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Das Projekt hei\u00dft \u201eKein T\u00e4ter werden\u201c: Im Jahr 2025 (Stand: 8. Dezember) registrierte das Zentrum f\u00fcr Integrative Psychiatrie (ZIP) am UKSH demnach 204 Kontaktaufnahmen. Davon waren 140 Personen potenzielle Patienten. 39 von ihnen stammten aus dem sogenannten Hellfeld \u2013 das bedeutet, dass gegen sie bereits ein Verfahren wegen Kindesmissbrauchs l\u00e4uft. 31 Mal kam es im Anschluss zum Erstgespr\u00e4ch. Insgesamt waren 42 Patienten in Behandlung.<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Zum Vergleich: Nach dem Projektstart hatte es im Jahr 2018 nur 42 Kontaktaufnahmen mit 28 potenziellen Patienten gegeben. Keine Person kam aus dem Hellfeld. Es fanden 20 Erstgespr\u00e4che statt. Insgesamt hatte man 24 Patienten in Behandlung.<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Das Angebot \u201eKein T\u00e4ter werden\u201c hat das Ziel, die H\u00e4ufigkeit sexueller \u00dcbergriffe auf Kinder zu senken. Es ist f\u00fcr Patienten kostenfrei und anonym. Interessenten brauchen sich nicht namentlich zu erkennen geben. Allerdings k\u00f6nnen nur Personen aufgenommen werden, gegen die keine polizeilichen oder gerichtlichen Verfahren anh\u00e4ngig sind, beziehungsweise gegen die keine Bew\u00e4hrungsauflagen wegen Sexualstraftaten vorliegen.<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Bundestag sichert F\u00f6rderung f\u00fcr Pr\u00e4ventionsprojekt bis 2027<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Seit 2018 wird das Projekt in Kiel mit seinen 1,5 Therapeutenstellen, der halben Verwaltungsstelle und einer studentischen Hilfskraft aus Mitteln des Spitzenverbands der Krankenkassen (GKV) finanziert. Jetzt beschloss der Bundestag die Fortsetzung der GKV-F\u00f6rderung auch f\u00fcr 2026 und 2027.<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Eine Ausweitung des Angebots auf andere Standorte in Schleswig-Holstein sei nicht geplant, teilte das Ministerium mit, insbesondere weil sich nur wenige Fachleute auf ein Angebot f\u00fcr p\u00e4dophile Patienten spezialisiert h\u00e4tten. \u201eHinzu kommt, dass derartige Pr\u00e4ventionsangebote (noch) nicht zu den Regelleistungen der Krankenkassen z\u00e4hlen.\u201c<\/p>\n<blockquote><p>Das Projekt ist unglaublich wichtig, weil hier Kinder vor schlimmsten Taten gesch\u00fctzt werden.<\/p><\/blockquote>\n<p class=\"Quotestyled__Author-sc-q277fq-1 iQZobn\">Bernd Buchholz (FDP)<\/p>\n<p class=\"Quotestyled__AuthorDescription-sc-q277fq-2 hQAqgn\">Innenpolitiker<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Der FDP-Innenpolitiker Bernd Buchholz bezeichnet das Projekt als \u201eunglaublich wichtig, weil hier Kinder vor schlimmsten Taten gesch\u00fctzt werden\u201c. Allerdings halte er die aktuelle M\u00f6glichkeit einer Kontaktaufnahme f\u00fcr \u201eindiskutabel\u201c. Die Beratungsstelle sei zwar \u201erund um die Uhr\u201c \u00fcber eine eigens eingerichtete E-Mail-Adresse und telefonisch per Anrufbeantworter erreichbar. Doch Buchholz h\u00e4lt das f\u00fcr vollkommen unzureichend: \u201eEin pers\u00f6nlicher Kontakt muss innerhalb von maximal 24 Stunden hergestellt werden und darf sich nicht auf ein Mailpostfach und einen Anrufbeantworter beschr\u00e4nken.\u201c<\/p>\n<p>Finanzielle H\u00fcrden f\u00fcr Projekt \u201eKein T\u00e4ter werden\u201c: Notfalldienst als Streitpunkt<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Am ZIP weist man den Vorwurf zur\u00fcck. \u201eDas B\u00fcro ist auch zwischen den Feiertagen besetzt\u201c, berichtet Abteilungsdirektor Prof. Christian Huchzermeier. \u201eDas Telefon wird abgeh\u00f6rt, die E-Mails werden gecheckt, und bei dringlichen F\u00e4llen oder einem Notfall, zum Beispiel wenn die Gefahr eines Suizids besteht, k\u00f6nnen wir reagieren.\u201c Die Notfallambulanz am ZIP sei rund um die Uhr besetzt. Im \u00dcbrigen sei das Team in der Lage, innerhalb von ein bis zwei Wochen ein Erstgespr\u00e4ch anzubieten.<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Ein Rund-um-die-Uhr-Notfalldienst mit psychologischem und psychiatrischem Personal f\u00fcr das Pr\u00e4ventionsprojekt \u201eKein T\u00e4ter werden\u201c w\u00e4re im \u00dcbrigen sehr teuer und m\u00fcsste bezahlt werden. Huchzermeier: \u201eDazu ist die Politik bisher nicht bereit.\u201c Allerdings sei ein solches Angebot aus fachlicher Sicht auch gar nicht notwendig. \u201eWir halten das Angebot f\u00fcr ausreichend.\u201c<\/p>\n<p class=\"Editorialstyled__Editorial-sc-1bfvh9l-0 cSmjnJ\">KN<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Kiel. 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