{"id":677770,"date":"2025-12-29T13:02:12","date_gmt":"2025-12-29T13:02:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/677770\/"},"modified":"2025-12-29T13:02:12","modified_gmt":"2025-12-29T13:02:12","slug":"mehrheit-haelt-staatliche-systeme-fuer-nicht-bezahlbar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/677770\/","title":{"rendered":"Mehrheit h\u00e4lt staatliche Systeme f\u00fcr nicht bezahlbar"},"content":{"rendered":"<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">In vielen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern w\u00e4chst die Sorge um die Zukunft der <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/wirtschaft-verantwortung\/rentenpaket-beschlossen-was-es-wirklich-kostet-und-was-noch-fehlt-li.10008583\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">staatlichen Rentensysteme<\/a>. Eine <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\" href=\"https:\/\/yougov.co.uk\/politics\/articles\/53791-europeans-and-americans-say-state-pension-systems-are-unaffordable-but-dont-support-reform-options\">repr\u00e4sentative YouGov-Umfrage<\/a> in sechs Staaten zeigt, dass die Mehrheit der Befragten glaubt, die staatlichen Pensionssysteme seien bereits heute oder k\u00fcnftig unerschwinglich. Zugleich halten viele ihre aktuellen Zahlungen f\u00fcr zu niedrig und lehnen zentrale Reformvorschl\u00e4ge ab, die zur Sicherung der Systeme diskutiert werden.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">In Deutschland, Italien, Frankreich und Spanien sagte eine Mehrheit der Befragten, dass die staatlichen Renten derzeit bereits kaum noch finanzierbar seien \u2014 der Anteil lag zwischen 61 Prozent in Italien und 52 Prozent in Spanien. Auch in Polen \u00e4u\u00dferte mit 45 Prozent fast die H\u00e4lfte diese Einsch\u00e4tzung. In Gro\u00dfbritannien lag der Anteil bei 32 Prozent.<\/p>\n<p>Deutsche zweifeln an Verl\u00e4sslichkeit der Rente<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Auch in Deutschland ist das Vertrauen gering. Nationale Umfragen zeigen, dass eine klare Mehrheit der Deutschen der Bundesregierung nicht zutraut, die Rente im Alter ausreichend zu sichern. Viele sehen den demografischen Wandel als Belastung f\u00fcr das System und fordern st\u00e4rkere Vorsorge jenseits der staatlichen Pension.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Noch pessimistischer sind die Menschen, wenn sie an die Zukunft denken: In allen sechs L\u00e4ndern sagten zwischen 49 Prozent und 66 Prozent, sie erwarteten, dass das staatliche Rentensystem bis zum Ruhestand der heute 30- und 40-J\u00e4hrigen unerschwinglich sein werde.<\/p>\n<p>Renten gelten vielen als zu niedrig<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Trotz der Angst vor einem Kollaps halten viele die Rentenzahlungen selbst f\u00fcr zu niedrig: Mehr als die H\u00e4lfte der Befragten in allen sechs L\u00e4ndern empfindet die aktuellen Leistungen als unzureichend, bei Pension\u00e4ren liegt dieser Wert sogar noch h\u00f6her.<\/p>\n<p>Auch jene, die sich in Deutschland oder anderswo auf eine staatliche Rente verlassen, zeigen sich besorgt: In Deutschland erwarten gro\u00dfe Teile der arbeitenden Bev\u00f6lkerung derzeit kein ausk\u00f6mmliches Einkommen im Alter \u2013 viele f\u00fcrchten eine L\u00fccke zwischen Anspr\u00fcchen und tats\u00e4chlichen Leistungen.<\/p>\n<p>Gleichzeitig zeigen sich breite Ablehnungstendenzen gegen\u00fcber klassischen Reformvorschl\u00e4gen. So sprechen sich in den Umfrage-L\u00e4ndern deutliche Mehrheiten gegen eine <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/wirtschaft-verantwortung\/rente-mit-70-neun-loesungen-die-merz-und-reiche-ignorieren-li.2345547\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Anhebung des Rentenalters<\/a>, h\u00f6here Abgaben f\u00fcr j\u00fcngere Generationen oder eine Senkung der Rentenzahlungen aus.<\/p>\n<p>Mehr Zustimmung f\u00fcr private Vorsorge und l\u00e4ngeres Arbeiten<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Einige Reformideen finden in der Bev\u00f6lkerung hingegen Zustimmung. In mehreren L\u00e4ndern ist etwa die Idee popul\u00e4r<a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/news\/cdu-wirtschaftsrat-fordert-hoeheres-rentenalter-konsequente-erhoehung-ueber-67-hinaus-li.10011783\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">, Arbeitnehmer l\u00e4nger im Erwerbsleben zu halten<\/a>, statt einen fr\u00fchzeitigen Ruhestand zu f\u00f6rdern. Auch Ma\u00dfnahmen, die Arbeitnehmer verpflichten, in <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/wirtschaft-verantwortung\/lange-gespart-doch-kaum-rendite-li.10009758\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">private<\/a> oder betriebliche Rentensysteme einzuzahlen, finden teils breite Unterst\u00fctzung \u2013 insbesondere im Vereinigten K\u00f6nigreich, aber auch in Deutschland und Frankreich.<\/p>\n<p>In Italien sprach sich zudem eine deutliche Mehrheit daf\u00fcr aus, wohlhabendere Pension\u00e4re st\u00e4rker zu besteuern, um die Rentensysteme f\u00fcr finanzschw\u00e4chere Rentner zu st\u00e4rken.<\/p>\n<p>Nationale Umfragen zeigen in Deutschland einen ausgepr\u00e4gten Reformwillen. In einer Erhebung des Instituts Civey gaben 82 Prozent der Befragten vor Kurzem an, eine grundlegende Reform der gesetzlichen Rente f\u00fcr erforderlich zu halten. Neun Prozent widersprachen, weitere neun Prozent \u00e4u\u00dferten sich unentschieden. Der Umfrage zufolge besteht diese Mehrheit partei\u00fcbergreifend und in allen Altersgruppen. Zugleich ist das Vertrauen in die schwarz-rote Bundesregierung gering: Nur 20 Prozent trauen Union und SPD zu, eine umfassende Rentenreform umzusetzen, w\u00e4hrend 69 Prozent dies verneinen. Am gr\u00f6\u00dften ist das Vertrauen noch unter Anh\u00e4ngern von SPD und Union.<\/p>\n<p>Generationenkonflikt sp\u00fcrbar<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Die Umfrage zeigt zudem klare Unterschiede zwischen den Generationen: W\u00e4hrend Rentner eher optimistisch sind, was die Tragf\u00e4higkeit ihrer eigenen Altersversorgung angeht, sind Menschen im erwerbsf\u00e4higen Alter deutlich skeptischer und bef\u00fcrchten, dass die staatlichen Systeme nicht ohne Reformen funktionieren werden.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ article_paragraph_end-of-article-icon__tzjPO\">Die Ergebnisse unterstreichen die wachsenden politischen und sozialen Herausforderungen, denen sich europ\u00e4ische Regierungen gegen\u00fcbersehen: Angesichts der demografischen Entwicklung \u2013 einer alternden Bev\u00f6lkerung und r\u00fcckl\u00e4ufigen Geburtenraten \u2013 stehen die traditionellen \u201eUmlage-Systeme\u201c, bei denen die Erwerbst\u00e4tigen die Renten der \u00c4lteren finanzieren, unter erheblichem Druck.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"In vielen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern w\u00e4chst die Sorge um die Zukunft der staatlichen Rentensysteme. 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