{"id":677827,"date":"2025-12-29T13:32:13","date_gmt":"2025-12-29T13:32:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/677827\/"},"modified":"2025-12-29T13:32:13","modified_gmt":"2025-12-29T13:32:13","slug":"tanz-in-muenchen-habermas-im-disco-sound-muenchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/677827\/","title":{"rendered":"Tanz in M\u00fcnchen: Habermas im Disco-Sound &#8211; M\u00fcnchen"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Wie geht das zusammen, <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/kultur\/tagung-muenchen-habermas-siemensstiftung-krise-demokratie-li.3341840\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">J\u00fcrgen Habermas<\/a> und der <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Tanz\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Tanz<\/a>? Eine Frage wie geschnitzt f\u00fcr die KI. Die Antwort f\u00e4llt erwartbar fantasielos aus: \u201eEs gibt keine prominenten Berichte oder Bilder, die ihn beim Tanzen zeigen, seine \u00f6ffentliche Persona ist die eines ernsten Denkers, der \u00fcber Politik und Philosophie reflektiert, was eher zu Diskussionen in Bibliotheken und bei Kaffee als zu Partys passt.\u201c Dieser umfassende Mangel an Vorstellungskraft erkl\u00e4rt sich wohl damit, dass die K\u00fcnstliche Intelligenz in den Siebzigerjahren noch nicht auf der Welt war und auch niemals in einer <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Disco\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Disco<\/a> zu Donna Summers \u201eI feel love\u201c getanzt hat.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Anders <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/muenchen\/micha-purucker-tanz-muenchen-ballett-choreograf-lux.B1W2a1pQfjZvBBC2npnz4y\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Micha Purucker<\/a>, Jahrgang 1958. Am 9. Januar er\u00f6ffnet der ewig neugierige M\u00fcnchner Choreograf\u00a0\u2013 als Urauff\u00fchrung im <strong>Schwere Reiter<\/strong>\u00a0\u2013 seine <strong>Habermas Disco<\/strong>. Zumindest drei Tage lang (bis 11. Januar) macht er in einer \u201echoreografischen Jam Session\u201c den Clash zweier Ph\u00e4nomene m\u00f6glich, die man so noch nie zusammen gedacht hat. Dabei lagen sie aber damals, in den Siebzigern, keine Lichtjahre weit auseinander, sondern Luftlinie gerade mal 30 Kilometer.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/9fb3087f-e468-45cb-bacd-873377ccdc4e.jpeg\"   alt=\"Philosoph mit Schreibmaschine: J\u00fcrgen Habermas im August 1981 im Arbeitszimmer seines Hauses in Starnberg.\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/>Philosoph mit Schreibmaschine: J\u00fcrgen Habermas im August 1981 im Arbeitszimmer seines Hauses in Starnberg. (Foto: Roland Witschel\/dpa)<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">In Starnberg gr\u00fcbelt der streitbare Gro\u00dfdenker Habermas an seiner Theorie des kommunikativen Handelns, w\u00e4hrend im Keller des M\u00fcnchner Arabellahauses Giorgio Moroder den Hot Stuff der Stunde produziert. Die Musicland Studios sp\u00fclen den Sound of Munich mit treibenden Synthesizer-Beats ins Nachtleben von New York bis Sydney.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Micha Purucker, dieser Zeitdiagnostiker des Tanzes, ist fasziniert von der Geschichte des <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/muenchen\/muenchen-arabellahaus-gefahr-sicherung-lux.RUCEyrnzFfJ16bsnDbxADT\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Arabellahauses<\/a>, das wohl 2030 endg\u00fcltig aus der Silhouette der Stadt verschwinden wird. Die gro\u00dfe Glitter-Sause sieht er als egalit\u00e4re, integrative Bewegung im Post-Olympia <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/M%C3%BCnchen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">M\u00fcnchen<\/a>. \u00d6ffnung und Diskurs, das wollten auch Habermas und seine Philosophen am Voralpensee mit ihren Gesellschaftstheorien.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/muenchen\/emma-portner-choreografie-staatsballett-muenchen-li.3352826\" aria-label=\"Artikelverlinkung:\" data-track-szde=\"{&quot;event&quot;:&quot;teaser_clicked&quot;,&quot;teaser_clicked&quot;:{&quot;article_title&quot;:&quot;ich_fuehle_mich_wie_das_poster_girl_of_change&quot;,&quot;doctype&quot;:&quot;&quot;,&quot;label&quot;:&quot;&quot;,&quot;main_topic&quot;:&quot;kultur_in_muenchen&quot;,&quot;object_id&quot;:&quot;li.3352826&quot;,&quot;pcat&quot;:&quot;metered&quot;,&quot;section&quot;:&quot;muenchen&quot;,&quot;teaser_type&quot;:&quot;article_teaser_top&quot;}}\" data-manual=\"teaser-url\" data-tb-link=\"\" aria-labelledby=\"teaser-httpswwwsueddeutschedemuenchenemma-portner-choreografie-staatsballett-muenchen-li3352826\" class=\"css-14tg8sh\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/bd47cb94-5d81-45b0-9322-347c82993636.jpg\"   alt=\"\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/><\/p>\n<p>Emma Portners Urauff\u00fchrung am Staatsballett<\/p>\n<p>:\u201eIch f\u00fchle mich wie das Poster-Girl of Change\u201c<\/p>\n<p class=\"css-a6ecqs\" data-manual=\"teaser-text\" data-tb-description=\"\" data-schema-org-speakable=\"true\">Immer noch eine Ausnahme in der m\u00e4nnlich gepr\u00e4gten Tanzwelt: Am Bayerischen Staatsballett bringt Emma Portner ein eigenes St\u00fcck zur Urauff\u00fchrung. Die junge, queere Choreografin hadert damit, dass ihre Arbeit immer wieder auf das Geschlechter-Thema reduziert wird.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Purucker spielt mit dieser Gleichzeitigkeit, fragt, was von der damaligen Euphorie des Aufbruchs \u00fcbrig geblieben ist, da heute kreatives Zuh\u00f6ren definitiv out ist und Ideale br\u00f6ckeln. Verbindet uns vielleicht noch der Sound? Der Rhythmus? Hier abgemischt vom Komponisten Robert Merd\u017eo, der schon mit dem legend\u00e4ren Aktionstheater \u201eLa Fura Dels Baus\u201c\u00a0zusammengearbeitet hat. Das Publikum ist eingeladen, den sieben T\u00e4nzerinnen und T\u00e4nzern zu den Orten ihrer Auftritte im Schwere Reiter zu folgen (Infos unter <a href=\"https:\/\/eur01.safelinks.protection.outlook.com\/?url=http%3A%2F%2Fwww.schwerereiter.de%2F&amp;data=05%7C02%7Cjutta.czeguhn%40sz.de%7C8db69a5a27a045d3bbd808de45820c83%7C39714495964a40c0b501a86dc79a9ddf%7C0%7C0%7C639024622019316709%7CUnknown%7CTWFpbGZsb3d8eyJFbXB0eU1hcGkiOnRydWUsIlYiOiIwLjAuMDAwMCIsIlAiOiJXaW4zMiIsIkFOIjoiTWFpbCIsIldUIjoyfQ%3D%3D%7C0%7C%7C%7C&amp;sdata=BwFnJsSSEXApxys%2FLmHo4Kbmbi778G6qCyu6Mc%2FTuoY%3D&amp;reserved=0\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.schwerereiter.de<\/a>).<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Knapp 17 Minuten dauert der Longtrack von Donna Summers Hauch- und St\u00f6hn-Welthit \u201eLove To Love You Baby\u201c (1975). Zwischen 13 und 18 Minuten, je nach Interpretation des Dirigenten, steuert Maurice Ravels \u201eBol\u00e9ro\u201c im permanenten Crescendo auf seinen H\u00f6hepunkt zu. Ausgehend von dieser ber\u00fchmten Endlosschleifen-Komposition begeben sich Carolin J\u00fcngst und Lisa Rykena mit ihrer neuen Produktion <strong>Stripping Bol\u00e9ro<\/strong> auf eine spielerische und sinnliche Suche nach choreografischen Formen des Klimax\u2019.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Wer diesen Performance-Abend am 16., 17. oder 18. Januar im <strong>HochX<\/strong> erleben m\u00f6chte, sollte laut Pass mindestens 16 Jahre alt sein. Die Vorstellungen sind barrierefrei, rollstuhlgerecht und f\u00fcr Menschen mit Seh- oder H\u00f6reinschr\u00e4nkungen geeignet, zudem bietet das Theater einen Abholservice und Begleitung (<a href=\"https:\/\/theater-hochx.de\/veranstaltung\/stripping-bolero\/2026-01-17\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.theater-hochx.de<\/a>).<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/9819cf71-946d-4184-8a4c-b5effd477118.jpg\"   alt=\"Sinnlicher Tanz: Osiel Gouneo (Mitte) in \u201eBol\u00e9ro\u201c, der Choreografie von Maurice B\u00e9jart, aktuell zu sehen im Triple-Abend \u201eWaves and Circles\u201c des Bayerischen Staatsballetts.\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/>Sinnlicher Tanz: Osiel Gouneo (Mitte) in \u201eBol\u00e9ro\u201c, der Choreografie von Maurice B\u00e9jart, aktuell zu sehen im Triple-Abend \u201eWaves and Circles\u201c des Bayerischen Staatsballetts. (Foto: Nicholas MacKay)<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Ravels \u201eBol\u00e9ro\u201c dreht seine verf\u00fchrerischen Kreise auch im neuen Dreiteiler des <strong>Bayerischen Staatsballetts<\/strong> <strong>Waves and Circles<\/strong>, in der rauschhaften Version von Maurice B\u00e9jart aus dem Jahr 1961. Bei der Premiere am 21. Dezember tanzte Osiel Gouneo den ikonischen Part auf dem roten Tisch. Wer den Abend mit Choreografien von B\u00e9jart, William Forsythe und Emma Portner erleben m\u00f6chte, muss nun allerdings bis April warten und am besten schon mal Karten vorbestellen. Die Vorstellungen Ende Januar und Anfang Februar sind ausverkauft.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Mit Premieren starten die anderen bayerischen Staatscompagnien ins neue Jahr. In <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/N%C3%BCrnberg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">N\u00fcrnberg<\/a> sp\u00fcrt der neue Ballettdirektor Richard Siegal dem Geist keines Geringeren als\u00a0Sergej Diaghilew und seiner Ballets Russes hinterher. Dabei geht es dem Amerikaner mit seinem <strong>New Ballets Russes<\/strong> nicht eine Neuinterpretation dieses Tanzerbguts aus dem fr\u00fchen 20. Jahrhundert. Siegal fragt vielmehr nach der Relevanz, unter radikal anderen kulturellen und sozialen Bedingungen. Erste Einblicke in diese Neuproduktion gibt es am 28. Januar bei einer \u00f6ffentlichen Probe im <strong>N\u00fcrnberger Opernhaus<\/strong>, Premiere ist dann am 21. Februar.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Am <strong>Staatstheater <\/strong><strong><a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Augsburg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Augsburg<\/a><\/strong> steht am 31. Januar auf der B\u00fchne des Martini-Parks\u00a0die Urauff\u00fchrung von <strong>Mozarts Requiem<\/strong>\u00a0an. Der US-amerikanische Choreograf Peter Chu\u00a0arbeitet zum dritten Mal mit dem <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Ballett\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ballett<\/a> Augsburg. Bei seiner sparten\u00fcbergreifenden Interpretation der Totenmesse werden er und die T\u00e4nzer vom Opernchor, Gesangssolistinnen und -solisten sowie den Augsburger Philharmoniker unterst\u00fctzt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wie geht das zusammen, J\u00fcrgen Habermas und der Tanz? Eine Frage wie geschnitzt f\u00fcr die KI. 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