{"id":678031,"date":"2025-12-29T15:27:10","date_gmt":"2025-12-29T15:27:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/678031\/"},"modified":"2025-12-29T15:27:10","modified_gmt":"2025-12-29T15:27:10","slug":"karlsruher-cybercrime-zentrum-erfolgreich-manche-cyber-betrueger-meiden-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/678031\/","title":{"rendered":"Karlsruher Cybercrime-Zentrum erfolgreich: Manche Cyber-Betr\u00fcger meiden Deutschland"},"content":{"rendered":"<p>Spezialisten aus Baden-W\u00fcrttemberg setzen Cyber-Kriminelle unter Druck. Beschlagnahmte Internetseiten, abgeschaltete Telefonnummern und Ermittlungen in Kriegszeiten sind nur ein Teil der Bilanz.<\/p>\n<p>Im internationalen Kampf gegen Internet-Betr\u00fcger hat das Cybercrime-Zentrum (CCZ) Baden-W\u00fcrttemberg erste nachhaltige Erfolge erzielt. \u00abManche machen schon einen Bogen um unser Land\u00bb, sagte Justizministerin Marion Gentges (CDU) der Deutschen Presse-Agentur.<\/p>\n<p>Es gebe inzwischen einige Seiten mit vermeintlichen Anlageangeboten, auf denen bei der Eingabe von Registrierungsdaten aus Deutschland der Hinweis erscheine, dass eine Anmeldung aus diesem Land nicht m\u00f6glich sei. \u00abSelbst wenn wir keinen Tatverd\u00e4chtigen ermittelt haben, sch\u00fctzt das potenzielle Gesch\u00e4digte\u00bb, sagte Gentges. \u00abDas ist ein gro\u00dfartiger Ermittlungserfolg.\u00bb<\/p>\n<p>Das bei der Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe eingerichtete CCZ und andere Beh\u00f6rden haben in den vergangenen Monaten unter anderem Tausende illegale Domains vom Netz genommen und Rufnummern abgeschaltet, \u00fcber die Kriminelle massenhaften Betrug organisiert hatten. Millionenfach wurde im Nachgang versucht, auf die beschlagnahmten Internetseiten zuzugreifen \u2013 dies zeigt das Ausma\u00df potenzieller Opfer des Cyberbetrugs.<\/p>\n<p>Die Kriminellen verleiten Kundinnen und Kunden mit vermeintlich lukrativen Anlagem\u00f6glichkeiten dazu, teils hohe Geldsummen auf betr\u00fcgerischen Internetplattformen zu investieren. Das Geld geht meist vollst\u00e4ndig verloren.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>\u00abDamit haben wir ihnen das Leben schwerer gemacht\u00bb<\/p>\n<p>Bei einer gro\u00dfangelegten \u00abOperation Herakles\u00bb beispielsweise stellten die Ermittler festgestellt, dass die Kriminellen eine regelrechte Telefoninfrastruktur aufgebaut hatten, wie CCZ-Leiterin Tomke Beddies erkl\u00e4rte. Daher seien \u2013 in Zusammenarbeit mit dem Landeskriminalamt (LKA) und der Bundesanstalt f\u00fcr Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) \u2013 nach den beschlagnahmten Landing Pages auch Rufnummern abgeschaltet worden. \u00abDamit haben wir ihnen das Leben schwerer gemacht und Straftaten verhindert.\u00bb<\/p>\n<p>Allerdings gebe es unendlich viele solcher Seiten, r\u00e4umte Beddies ein. Und es sei davon auszugehen, dass die T\u00e4ter in diesem Fall mit neuen Homepages weitermachen \u2013 wobei sie nach ersten Erkenntnissen damit begonnen h\u00e4tten, Deutschland auszusparen.<\/p>\n<p>Laut der Polizeilichen Kriminalstatistik gab es allein im vergangenen Jahr 3.170 Cybertrading-F\u00e4lle in Baden-W\u00fcrttemberg. Die Ermittlungen f\u00fchren oft ins osteurop\u00e4ische Ausland. Immer wieder werden Menschen verurteilt.<\/p>\n<p>Die internationale Zusammenarbeit habe sogar in Kriegszeiten in der Ukraine funktioniert, sagte Beddies. Dort seien in einem Verfahren Geb\u00e4ude durchsucht worden. Da der dortige T\u00e4ter den Angaben nach zwischenzeitlich nach Kiel gezogen war, konnte die Polizei ihn festnehmen. Das Landgericht Stuttgart habe ihn zu zwei Jahren und neun Monaten wegen Betrugs verurteilt, so die CCZ-Leiterin. Ministerin Gentges sagte, die Botschaft laute: \u00abWir sind in der Lage, euch zu verfolgen. Wir sind in der Lage, euch zu kriegen.\u00bb<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Startschuss Anfang 2024<\/p>\n<p>Das auf Cybercrime spezialisierte Zentrum, das zum Beispiel auch F\u00e4lle etwa von Kinderpornografie und Angriffen mit Schadsoftware (Ransomware) behandelt, hat seine Arbeit vor zwei Jahren aufgenommen. Allein in diesem Jahr gingen einem Sprecher zufolge bis Ende November 5.674 Verfahren ein, darunter 4.985 gegen Beschuldigte und 689 gegen unbekannte T\u00e4ter.<\/p>\n<p>\u00abCybercrime ist das am dynamischsten wachsende Kriminalit\u00e4tsfeld\u00bb, sagte Gentges. Wie auch andere Bereiche des Lebens verlagere sich die Kriminalit\u00e4t ins Digitale. Damit einher gehe internationale Vernetzung. Das mache es schwieriger, T\u00e4ter aufzusp\u00fcren, und erfordere mehr Zusammenarbeit der Ermittlungsbeh\u00f6rden \u00fcber L\u00e4ndergrenzen hinweg. \u00abNicht nur Cybercrime kennt keine Grenzen, sondern auch der Einsatz dagegen nicht.\u00bb<\/p>\n<p>Das CCZ trage inzwischen ma\u00dfgeblich dazu bei, solche Delikte zentral und konzentriert zu verfolgen. \u00abWozu auch immer Menschen imstande sind, wir halten mit\u00bb, sagte die Justizministerin. \u00abWir hoffen, dass das Hellfeld gr\u00f6\u00dfer wird und das Dunkelfeld kleiner.\u00bb<\/p>\n<p>Zust\u00e4ndig ist das CCZ, wenn T\u00e4ter oder Opfer einen Bezug zu Baden-W\u00fcrttemberg haben. Eine sachliche Zust\u00e4ndigkeit kann vorliegen, wenn bei den Taten moderne Technik eingesetzt wurde oder etwa das Darknet eine Rolle spielt. Die IT-Expertise sei in diesen Verfahren besonders wichtig, sagte Beddies. Gleiches gelte f\u00fcr die Zusammenarbeit mit anderen Beh\u00f6rden: \u00abMit dem LKA und den Polizeipr\u00e4sidien arbeiten wir eng und vertrauensvoll zusammen.\u00bb<\/p>\n<p>Auch wenn sich besondere Ph\u00e4nomene entwickeln, die in Deutschland noch nicht so bekannt seien, f\u00fchre das CCZ die Ermittlungen, sagte Beddies. Zudem h\u00e4tten sich die Polizeidienststellen der L\u00e4nder geeinigt, Ermittlungen zu gr\u00f6\u00dferen Ransomware-Gruppierungen zentral zu b\u00fcndeln. In Karlsruhe w\u00fcrden mehrere dieser zentralen Ermittlungen gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Spezialisten aus Baden-W\u00fcrttemberg setzen Cyber-Kriminelle unter Druck. 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