{"id":678287,"date":"2025-12-29T17:50:13","date_gmt":"2025-12-29T17:50:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/678287\/"},"modified":"2025-12-29T17:50:13","modified_gmt":"2025-12-29T17:50:13","slug":"fotograf-jim-rakete-wird-75","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/678287\/","title":{"rendered":"Fotograf Jim Rakete wird 75"},"content":{"rendered":"<p class=\"tspAGen tspAGeo\">Mit ikonischen Musikerportr\u00e4ts von Rocklegenden wie Mick Jagger und Jimi Hendrix wurde Fotograf Jim Rakete international bekannt. Seine j\u00fcngste gr\u00f6\u00dfere Arbeit war jedoch ein Film: Die bewegende Dokumentation \u201eHeute nicht\u201c aus dem Kinder- und Jugendhospiz Bethel erz\u00e4hlt von todkranken Kindern und ihren Familien, von Hoffnung und Trauer, vom Leben mit dem Tod. Der Titel stammt aus einem Lied des HipHop-Musikers Danger Dan, der im Film aus dem Jahr 2023 f\u00fcr die Kinder im Hospiz singt. Es sei ein Song \u00fcber das Leben, wie es auf Deutsch keinen besseren gebe, urteilt Rakete im Gespr\u00e4ch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd).<\/p>\n<p class=\"tspAGen\">Der Fotograf, der das Filmemachen als sein \u201ezweites Bein\u201c bezeichnet, kn\u00fcpft damit an eine fr\u00fchere Arbeit in den v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel an, eine Fotoserie von Menschen mit Beeintr\u00e4chtigungen. Sie wurde zum Gedenktag an die Opfer der Euthanasie-Verbrechen der Nationalsozialisten auch im Deutschen Bundestag gezeigt.<\/p>\n<p> Chronist der Studentenbewegung <\/p>\n<p class=\"tspAGen\">Jim Rakete, der am 1. Januar 75 Jahre alt wird, kam 1951 in Berlin als G\u00fcnther Rakete zur Welt &#8211; sein Nachname ist tats\u00e4chlich kein K\u00fcnstlername, er verweist auf seine hugenottische Herkunft. Die Erschie\u00dfung des West-Berliner Studenten Benno Ohnesorg im Jahr 1967 und die 68er-Bewegung pr\u00e4gten ihn politisch: \u201eIch versp\u00fcrte den Drang, zu dokumentieren, was um mich herum geschah.\u201c<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/deutsches-filmmuseum-in-frankfurt-am-main-eroffnet-nach-umbau-neu-presserundgang-am-11-08-2011-son.j.jpeg\"   alt=\"\" aria-labelledby=\"caption-15087231\" width=\"440\" height=\"330\" loading=\"lazy\" class=\"tspAMgd\"\/> Seine Fotografien wirken trotz des eigentlichen Stillstands stets dynamisch. <\/p>\n<p class=\"tspACdz\"> \u00a9 imago images \/ 3S PHOTOGRAPHY\/Sven-Sebastian Sajak <\/p>\n<p class=\"tspAGen\">Als Fotojournalist wurde Rakete zum Chronisten der Studentenrevolte in West-Berlin, fotografierte Protagonisten wie Rainer Langhans, Uschi Obermaier und Otto Schily, die er 50 Jahre sp\u00e4ter noch einmal vor die Kamera holte.<\/p>\n<p> Zweite Karriere als Musikmanager <\/p>\n<p class=\"tspAGen\">Mit dem Auftrag der Zeitung \u201eBZ\u201c, die \u201eRolling Stones\u201c zu fotografieren, r\u00fcckten Musiker in seinen Fokus. Sein Faible f\u00fcr den Sound der Zeit f\u00fchrte ihn zu einer zweiten Karriere als Musikmanager: 1977 gr\u00fcndete er die legend\u00e4re \u201eFabrik\u201c in einem Kreuzberger Hinterhof, betreute und f\u00f6rderte Rockbands, machte sie zu Stars, wie die Nina Hagen Band, sp\u00e4ter Spliff, Nena, Interzone, Die \u00c4rzte und Prima Klima. Ein Jahrzehnt lang tourte Jim Rakete mit den Musikern und Musikerinnen durch Europa. Doch dann verlegte er sich wieder ganz aufs Fotografieren.<\/p>\n<p class=\"tspAGen\">Die Portr\u00e4ts von Jim Rakete halten die Zeit fest und wirken doch oft so dynamisch, als seien sie in Bewegung. Neben Mick Jagger und Jimi Hendrix fotografierte er Musikstars wie Ray Charles und David Bowie, Herbert Gr\u00f6nemeyer und Nina Hagen, aber auch die 123 Orchestermusiker der Berliner Philharmoniker mit ihren Instrumenten.<\/p>\n<p> Leute, die die Gesellschaft bewegen <\/p>\n<p class=\"tspAGen\">Dabei kommt es ihm darauf an, nicht den Star abzulichten, sondern das Individuum mit der Kamera einzufangen. Diese Haltung pr\u00e4gt auch seine Portr\u00e4ts von Schauspielern und Schauspielerinnen wie Sophie Rois und Otto Sander oder von Politikern wie Helmut Schmidt. Wie kaum ein anderer Fotograf schafft er es, den Menschen hinter der Maske ins Bild zu setzen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/1767030613_236_deutsches-filmmuseum-in-frankfurt-am-main-eroffnet-nach-umbau-neu-presserundgang-am-11-08-2011-son.j.jpeg\"   alt=\"\" aria-labelledby=\"caption-15087281\" width=\"440\" height=\"330\" loading=\"lazy\" class=\"tspAMgd\"\/> Rakete war es bei seinen Bildern wichtig, nicht den Star, sondern den Menschen dahinter zu zeigen. <\/p>\n<p class=\"tspACdz\"> \u00a9 imago images \/ 3S PHOTOGRAPHY\/Sven-Sebastian Sajak <\/p>\n<p class=\"tspAGen\">\u201eDarum ging es mir immer, Leute, die die Gesellschaft bewegen, zu zeigen\u201c, sagt Rakete, der 2018 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde. Dieses Credo gilt auch f\u00fcr seine filmische Arbeit. Vor f\u00fcnf Jahren feierte er die Premiere seines ersten Kinofilms unter dem Titel \u201eNow\u201c, f\u00fcr den er junge Klimaaktivisten mit der Kamera begleitete. \u201eIch wollte diesen jungen Leuten eine Stimme geben\u201c, erkl\u00e4rt er im epd-Gespr\u00e4ch. Seine eigene Rolle sieht der Fotograf als \u201eDiener des Themas\u201c.<\/p>\n<p class=\"tspAGen\">Bei den Arbeiten im Kinder- und Jugendhospiz Bethel habe ihn neben den Einzelschicksalen auch das Engagement der Betreuer ber\u00fchrt, sagt er. Dennoch sei es f\u00fcr ihn sowohl als Fotograf als auch als Filmemacher wichtig, den professionellen Abstand zu wahren, um nicht Gefahr zu laufen, zum Voyeuristen zu werden &#8211; dem \u201eAffen zu viel Zucker zu geben\u201c, wie er es formuliert.<\/p>\n<p> Projekt mit Stra\u00dfenkindern und eine Theaterinszenierung <\/p>\n<p class=\"tspAGen\">Mittlerweile, bekennt Jim Rakete, sei er bei der Wahl seiner Themen sehr w\u00e4hlerisch. Zurzeit arbeitet er an einem Projekt mit Stra\u00dfenkindern. Doch in Zeiten von Selfies und Instagram habe sich die Fotografie ver\u00e4ndert, die Bilder nutzten sich zu schnell ab. \u201eDie Fotografie ist nicht mehr das Wahrheitsfindungsobjekt, das sie einmal war, sie ist eher eine geschm\u00e4cklerische Sucht geworden.\u201c<\/p>\n<p class=\"tspAGen\">Mit 75 Jahren wagt er sich nun nochmal auf neues Terrain vor: F\u00fcr das St. Pauli Theater in Hamburg inszeniert Jim Rakete \u201eDas letzte Band\u201c von Samuel Beckett, Premiere ist im Februar 2026. Anfang der 1970er Jahre hatte er als junger Fotograf den irischen Dramatiker am Schiller-Theater in West-Berlin portr\u00e4tiert. Jetzt schlie\u00dft sich f\u00fcr ihn ein Kreis. \u201e50 Jahre sp\u00e4ter kriege ich die Gelegenheit, diesen Stoff zu bearbeiten. Das begeistert mich ganz stark.\u201c (epd)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mit ikonischen Musikerportr\u00e4ts von Rocklegenden wie Mick Jagger und Jimi Hendrix wurde Fotograf Jim Rakete international bekannt. 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