{"id":678632,"date":"2025-12-29T21:07:10","date_gmt":"2025-12-29T21:07:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/678632\/"},"modified":"2025-12-29T21:07:10","modified_gmt":"2025-12-29T21:07:10","slug":"frankreich-wie-sklaven-drogenbanden-in-marseille-beuten-minderjaehrige-aus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/678632\/","title":{"rendered":"Frankreich \u201eWie Sklaven\u201c: Drogenbanden in Marseille beuten Minderj\u00e4hrige aus"},"content":{"rendered":"<p class=\"teaser__text text-align-left\">\nSie sind jung, sie brauchen Geld, und sie werden gnadenlos ausgenutzt: Der Drogenhandel im s\u00fcdfranz\u00f6sischen Marseille floriert auch deswegen, weil zahlreiche Minderj\u00e4hrige daran beteiligt sind.\n<\/p>\n<p style=\"text-align:left\" class=\"text\">Sie werden f\u00fcr geringe Entlohnung zum Wachestehen oder f\u00fcr Kurierdienste eingesetzt. Ihre Vorteile aus Sicht der Drogenbosse: Die Jugendlichen k\u00f6nnen kaum verknackt werden, und sie lassen sich h\u00e4ufig durch Gewalt einsch\u00fcchtern.<\/p>\n<p style=\"text-align:left\" class=\"text\">Hakim war 15, als er Ende 2020 aus dem Gro\u00dfraum Paris nach Marseille kam \u2013 in der Hoffnung, dort im Drogenmilieu Geld zu machen. Doch es kam deutlich anders, als er es sich vorgestellt hatte: Hakim wurde sein Handy weggenommen und er wurde bei einer Frau untergebracht, die ihm nur eine Sch\u00fcssel Wasser zum Waschen und kaum Essen gab. Sein Job bestand darin, die Dealer zu warnen, wenn die Polizei anr\u00fcckte.<\/p>\n<p style=\"text-align:left\" class=\"text\">Als er einmal nicht rechtzeitig warnte, bedrohte ihn der Dealer \u2013 kaum \u00e4lter als er selbst \u2013 mit einem Messer. \u201eWas wirst Du tun, damit Du am Leben bleibst? Schwanzlutschen?\u201c, schrie er ihn an, bevor er ihn vergewaltigte. Anschlie\u00dfend behauptete Hakims Peiniger, die Szene gefilmt zu haben, um den Jungen zum Schweigen zu bringen.<\/p>\n<p style=\"text-align:left\" class=\"text\">Doch als einer von wenigen hat sich Hakim Hilfe gesucht. Als er in seinem Viertel eine Polizeistreife sah, st\u00fcrzte er auf die Beamten zu und dr\u00e4ngte sie, ihm zu helfen \u2013 es wurde einer der ganz seltenen F\u00e4lle, die juristische Folgen hatten.<\/p>\n<p style=\"text-align:left\" class=\"text\">Im kommenden Februar steht im Gro\u00dfraum Marseille ein weiteres Gerichtsverfahren an, in dem es um einen ungew\u00f6hnlichen Hilferuf geht. In Drogenp\u00e4ckchen, die sie ausliefern sollten, hatten zwei 15-J\u00e4hrige Zettel mit SOS-Botschaften geschmuggelt: \u201eHallo, wir werden von einer Bande festgehalten und geschlagen, bitte ruft die Polizei\u201c, stand auf den Zetteln. Schlie\u00dflich retteten sich die beiden selbst durch einen Sprung aus dem Fenster einer Wohnung im zweiten Stock, in der die Drogenbosse sie eingesperrt hatten.<\/p>\n<blockquote class=\"blockquote__text\"><p>Es ist eine Verletzung des V\u00f6lkerrechts, wenn Kinder, die Opfer krimineller Ausbeutung werden, in erster Linie strafrechtlich verfolgt und bestraft werden, anstatt als Opfer betrachtet und betreut zu werden<\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align:left\" class=\"text\">2023 tobte in Marseille ein erbitterter Kampf zwischen den Drogenbanden Yoda und DZ Mafia, in dem mehrere Minderj\u00e4hrige get\u00f6tet oder schwer verletzt wurden. \u201eMan hat sie benutzt und weggeworfen wie Papiertaschent\u00fccher\u201c, sagt Isabelle Fort, die bei der Staatsanwaltschaft in Marseille die Abteilung f\u00fcr organisierte Kriminalit\u00e4t leitet. \u201eSie waren komplett austauschbar, man hat sie wie Sklaven behandelt.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align:left\" class=\"text\">In der franz\u00f6sischen Justiz setzt sich erst allm\u00e4hlich ein neuer Ansatz durch, minderj\u00e4hrige Helfer von Drogenbanden nicht nur als T\u00e4ter, sondern in erster Linie als Opfer anzusehen. Das Kinderhilfswerk Unicef prangerte zuletzt im Juli Frankreichs Umgang mit Kindern an, die von Kriminellen ausgenutzt werden. \u201eEs ist eine Verletzung des V\u00f6lkerrechts, wenn Kinder, die Opfer krimineller Ausbeutung werden, in erster Linie strafrechtlich verfolgt und bestraft werden, anstatt als Opfer betrachtet und betreut zu werden\u201c, betonte die Organisation.<\/p>\n<p style=\"text-align:left\" class=\"text\">Justizminister G\u00e9rald Darmanin rief in einem internen Schreiben an die Beh\u00f6rden dazu auf, bei juristischen Verfahren den Aspekt des mutma\u00dflichen Menschenhandels st\u00e4rker zu ber\u00fccksichtigen. Die Staatsanwaltschaft in Marseille ermittelt derzeit in rund einem Dutzend F\u00e4lle gegen mutma\u00dfliche Drogenbosse, in denen es um den Verdacht auf Menschenhandel geht.<\/p>\n<p style=\"text-align:left\" class=\"text\">In Marseille erreichte der Drogenkrieg 2023 mit 50 get\u00f6teten Menschen einen H\u00f6hepunkt, unter ihnen waren mehrere Minderj\u00e4hrige und Unbeteiligte. 2025 wurden in der s\u00fcdfranz\u00f6sischen Hafenstadt mindestens 17 Menschen im Zusammenhang mit dem Drogenhandel get\u00f6tet. Aufsehen erregte zuletzt der Fall des 20 Jahre alten Mehdi Kessaci, der vermutlich ermordet wurde, um seinen \u00e4lteren Bruder zu strafen und zum Schweigen zu bringen. Dieser hat sich dem Kampf gegen die Drogenkriminalit\u00e4t verschrieben.\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Sie sind jung, sie brauchen Geld, und sie werden gnadenlos ausgenutzt: Der Drogenhandel im s\u00fcdfranz\u00f6sischen Marseille floriert auch&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":678633,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3974],"tags":[331,332,548,663,3934,3980,156,13,14,15,12],"class_list":{"0":"post-678632","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-frankreich","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-eu","11":"tag-europa","12":"tag-europe","13":"tag-france","14":"tag-frankreich","15":"tag-headlines","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115804900422343248","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/678632","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=678632"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/678632\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/678633"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=678632"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=678632"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=678632"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}