{"id":678717,"date":"2025-12-29T21:55:11","date_gmt":"2025-12-29T21:55:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/678717\/"},"modified":"2025-12-29T21:55:11","modified_gmt":"2025-12-29T21:55:11","slug":"schwarzes-gold-2025-film-rezensionen-de","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/678717\/","title":{"rendered":"Schwarzes Gold (2025) | Film-Rezensionen.de"},"content":{"rendered":"<p><b>Inhalt \/ Kritik<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">L\u00fcneburger Heide um 1900: Das Leben ist hart f\u00fcr die diversen Bauerfamilien. Und so auch f\u00fcr die Lamberts, die sich nur mit M\u00fche \u00fcber Wasser halten. Tochter Johanna (<strong>Harriet Herbig-Matten<\/strong>) arbeitet deshalb auch als Magd, sie sind darauf angewiesen, dass sie das Geld nach Hause bringt. Dabei gibt es eine Alternative zu der traditionellen Landwirtschaft. Richard Pape (<strong>Aaron Hilmer<\/strong>) ahnt, dass unter den Feldern ein gr\u00f6\u00dferes \u00d6lvorkommen schlummert. W\u00fcrde dieses angebaut, m\u00fcsste sich die Familie keine finanziellen Sorgen mehr machen. Dessen Vater Wilhelm (<a href=\"https:\/\/www.film-rezensionen.de\/2020\/12\/tom-wlaschiha\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Tom Wlaschiha<\/strong><\/a>) sieht darin vor allem eine Chance f\u00fcr sich selbst und setzt daher alles daran, an das Land der Menschen zu kommen. Und auch der skrupellose \u00d6lh\u00e4ndler Tyler Robertson (<strong>Marton Csokas<\/strong>) schreckt vor nichts zur\u00fcck, um mit dem Schwarzen Gold Geld zu machen \u2026<\/p>\n<p>Am Kapitalismus kaputt gegangen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Western sind jetzt nicht unbedingt ein urdeutsches Genre. Man verbindet dies dann doch prim\u00e4r mit den USA oder auch Italien. Das hei\u00dft aber nicht, dass man sich nicht daran versuchen kann, wie das deutsche Fernsehen in den letzten Jahren mehrfach unter Beweis gestellt hat. So war <a href=\"https:\/\/www.film-rezensionen.de\/2020\/09\/oktoberfest-1900\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Oktoberfest 1900<\/a> 2020 ein gro\u00dfer Erfolg, wo der historische Ausflug zu Deutschlands beliebtestem Volksfest ein mit zahlreichen Intrigen angereicherter Blick in die menschlichen Abgr\u00fcnde wurde \u2013 verbunden eben mit Westernanleihen. Bei der diesj\u00e4hrigen Fortsetzung <a href=\"https:\/\/www.film-rezensionen.de\/2025\/09\/oktoberfest-1905-tv-fernsehen-ard\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Oktoberfest 1905<\/a> wurde das noch weiter ausgebaut, stilecht mit einem Duell. Nun bringt die <strong>ARD<\/strong> mit Schwarzes Gold\u00a0eine weitere historische Eventserie heraus, bei der man sich nur des Settings wegen wie in der fernen Vergangenheit f\u00fchlt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erneut geht es dabei um einen Wettstreit zwischen zwei Familien, welche durch amour\u00f6se Verbindungen verkompliziert wird. Statt um Bier wird aber um \u00d6l gestritten, welches gefunden wird. Damals war das die Zukunft. F\u00fcr ein heutiges Publikum erscheint es hingegen etwas bizarr, wie die Menschen um etwas streiten, von dem wir uns heute unabh\u00e4ngig zu machen versuchen. Schwarzes Gold zeigt auch durchaus den umweltzerst\u00f6rerischen Aspekt dieses fossilen Brennstoffs: Da wird das Land zerst\u00f6rt, das Grundwasser verunreinigt, auch die Tiere sterben. Das \u00d6l wird dadurch zu einem Symbol f\u00fcr die Gier der Menschen, an denen letztendlich alles zugrunde geht. Die Aussicht auf Reichtum verdr\u00e4ngt alles. Betrug? Gewalt? Alles ist m\u00f6glich, selbst ein Mord, solange am Ende genug herausspringt. Das Leid und Elend ist die direkte Folge der Gewinnsucht, welche die Leute so sehr berauscht, dass am Ende alle verloren haben.<\/p>\n<p>Schick, aber wenig differenziert<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Kritik am Kapitalismus ist nicht sonderlich subtil. Aber Subtilit\u00e4t ist auch kein Anliegen hier. So wird Gro\u00dfgrundbesitzer Pape fast schon zur Karikatur eines B\u00f6sewichts, damit auch ja niemand falsch versteht, wem wir die Daumen zu dr\u00fccken haben. Insofern orientiert man sich bei Schwarzes Gold wirklich am klassischen Verst\u00e4ndnis dieses Genres, als Helden und Schurken noch leichter zu unterscheiden waren. Gleichzeitig gibt man sich modern, indem auf der guten Seite eine Frau an vorderster Front steht. Wirklich interessant ist das dann nicht. Lediglich durch andere Figuren kommt etwas mehr Ambivalenz hinein, allen voran durch Papes Sohn, der zwischen den beiden Hauptfiguren steht. Auch bei dessen Schwester Luisa (<strong>Lena Urzendowsky<\/strong>) wird eine st\u00e4rkere Vielschichtigkeit gesucht. Allerdings wird auch daraus nicht viel herausgeholt. Die Charaktere sind der gro\u00dfe Schwachpunkt der Serie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Daf\u00fcr ist die Besetzung nat\u00fcrlich prominent, was der Serie immer wieder zugutekommt. Wlaschiha, sonst eher auf der guten Seite zu finden, ist als schmieriger Gro\u00dfbauer so gut, dass man gar nicht anders kann, als diese Figur zu hassen. Und auch in die Optik wurde einiges investiert. Zwar ist der Look wie schon bei den Oktoberfest-Ausfl\u00fcgen recht k\u00fcnstlich, etwa im Hinblick auf die Farbgebung. Hinzu kommt mal wieder die aufdringliche Musik. Schick anzuschauen ist Schwarzes Gold aber durchaus. Da die Lage immer weiter eskaliert und es zwischenzeitlich fast schon so aussieht, als w\u00fcrde ein B\u00fcrgerkrieg losbrechen, ist zudem die Spannung hoch. Man darf sich hier schon fragen, worauf das am Ende alles hinausl\u00e4uft, wer dabei unterwegs auf der Strecke bleibt und wer sich durchsetzt. Wer solche Machtk\u00e4mpfe gern sieht, kann also reinschauen, auch wenn man sich immer wieder w\u00fcnschen w\u00fcrde, dass die Schwerpunkte dieses Events anders gesetzt worden w\u00e4ren.<\/p>\n<p><b>Credits<\/b><\/p>\n<p><strong>OT:<\/strong>\u00a0\u201eSchwarzes Gold\u201c<br \/><strong>Land:<\/strong>\u00a0Deutschland<br \/><strong>Jahr:<\/strong>\u00a02025<br \/><strong>Regie:<\/strong> Nina Wolfrum, Tim Trachte<br \/><strong>Drehbuch:<\/strong>\u00a0Justin Koch, Thorsten N\u00e4ter, Pamela Katz, Florian Vey<br \/><strong>Musik:<\/strong>\u00a0<a href=\"https:\/\/www.film-rezensionen.de\/2020\/05\/hans-zimmer\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hans Zimmer<\/a>, Aleksey Igudesman<br \/><strong>Kamera:<\/strong>\u00a0J\u00f6rg Widmer, Andreas K\u00f6hler<br \/><strong>Besetzung:<\/strong>\u00a0Harriet Herbig-Matten, Aaron Hilmer, <a href=\"https:\/\/www.film-rezensionen.de\/2020\/12\/tom-wlaschiha\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Tom Wlaschiha<\/a>, Lena Urzendowsky, Jessica Schwarz, Henny Reents, Slavko Popadic, Daniil Kremkin, Leo Kni\u017eka, Marton Csokas<\/p>\n<p><b>Kaufen \/ Streamen<\/b><\/p>\n<p>Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. 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