{"id":679385,"date":"2025-12-30T04:22:16","date_gmt":"2025-12-30T04:22:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/679385\/"},"modified":"2025-12-30T04:22:16","modified_gmt":"2025-12-30T04:22:16","slug":"benita-koch-otte-in-der-ausstellung-kuenstlerinnen-im-kunstpalast","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/679385\/","title":{"rendered":"Benita Koch-Otte in der Ausstellung \u201eK\u00fcnstlerinnen\u201c im Kunstpalast"},"content":{"rendered":"<p>            <a href=\"https:\/\/lokalklick.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/KR_ao-25-504-106.jpg\" data-caption=\"Arbeiten von Benita Koch-Otte in der aktuellen Ausstellungen &quot;K\u00fcnstlerinnen! Von Monj\u00e9 bis M\u00fcnter&quot; im Kunstpalast D\u00fcsseldorf. Benita Koch-Otte wuchs in Krefeld auf und kehrte als Bauhaus-Sch\u00fclerin im Rahmen ihres Studium in die Samt- und Seidenstadt zur\u00fcck (Foto: Kunstpalast D\u00fcsseldorf)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"696\" height=\"436\" class=\"entry-thumb td-modal-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/KR_ao-25-504-106-696x436.jpg\"   alt=\"\" title=\"Kunstpalast Ausstellung K\u00fcnstlerinnen\"\/><\/a>Arbeiten von Benita Koch-Otte in der aktuellen Ausstellungen &#8222;K\u00fcnstlerinnen! Von Monj\u00e9 bis M\u00fcnter&#8220; im Kunstpalast D\u00fcsseldorf. Benita Koch-Otte wuchs in Krefeld auf und kehrte als Bauhaus-Sch\u00fclerin im Rahmen ihres Studium in die Samt- und Seidenstadt zur\u00fcck (Foto: Kunstpalast D\u00fcsseldorf)<\/p>\n<p><strong>Krefeld\/D\u00fcsseldorf. <\/strong>Benita Koch-Otte geh\u00f6rte zu den Frauen, die am neu gegr\u00fcndeten Bauhaus in Weimar gelernt und gelehrt haben. In den vergangenen Jahrzehnten blieb sie jedoch eher einem Fachpublikum in Erinnerung. Mit dem Bauhaus-Jubil\u00e4um 2019 und dem gesonderten regionalen Format \u201eBauhaus im Westen\u201d r\u00fcckte ihr Name und Werk wieder etwas mehr ins \u00f6ffentliche Blickfeld. Benita Koch-Otte wuchs in Krefeld auf, wo sie zur Schule ging, sp\u00e4ter dort auch unterrichtete und als Studentin des Bauhauses Kurse an Krefelder Textilfachschulen belegte. Nun sind einige ihrer Arbeiten in der Ausstellung \u201eK\u00fcnstlerinnen! Von Monj\u00e9 bis M\u00fcnter\u201d im Kunstpalast D\u00fcsseldorf zu sehen.<\/p>\n<p>Benita Koch-Otte (1892-1976) geboren in Stuttgart, wuchs im heutigen Krefelder Stadtteil Uerdingen auf. Ihr Vater, Dr. Rudolf Otte, ein promovierter Chemiker, arbeitete als Betriebsleiter bei den auf Textilfarben spezialisierten Chemischen Fabriken vormals Weiler-ter Meer. Ihr Reifezeugnis absolvierte sie 1908 am Lyzeum, einem damaligen M\u00e4dchengymnasium in Krefeld. Ihr beruflicher Werdegang konzentrierte sich dann auf eine Laufbahn als Lehrerin. So legte sie 1913 die staatliche Zeichenlehrer-Pr\u00fcfung am Zeichenseminar in D\u00fcsseldorf ab, 1914 die staatliche Pr\u00fcfung als Turnlehrerin im Frauenbildungsverein Frankfurt am Main, 1915 die Staatliche Pr\u00fcfung als Handarbeitslehrerin im Lettehaus in Berlin. Dann kehrte Benita Otte nach Krefeld zur\u00fcck. Dort arbeitete sie bis 1920 als Lehrerin f\u00fcr Zeichnen, Turnen und Handarbeit an der St\u00e4dtischen H\u00f6heren M\u00e4dchenschule in Uerdingen.<\/p>\n<p>Moderne und konservatives Weltbild<\/p>\n<p>Anfang der 1920er-Jahre interessierte sich Benita Koch-Otte f\u00fcr das neue Bauhaus in Weimar und dessen Programm. Sie schrieb sich 1920 f\u00fcr das Studium ein. Das 1919 gegr\u00fcndete Bauhaus in Weimar galt und gilt als ein Ort der Moderne. Quasi neben dem Bauhaus tagte zeitgleich im Deutschen Nationaltheater die verfassungsgebende Versammlung der \u201eWeimarer Republik\u201d, in der Frauen zum ersten Mal w\u00e4hlen und gew\u00e4hlt werden konnten. In Sachen Gleichberechtigung von Frauen blieben Bauhaus-Lehrer wie Oskar Schlemmer und Johannes Itten jedoch einem konservativen Weltbild verhaftet. So vertrat Itten die Ansicht, Frauen sollten nur in der Fl\u00e4che arbeiten, weil sie eine nat\u00fcrliche Schw\u00e4che h\u00e4tten, dreidimensional zu sehen. Die Studentinnen wurden so gerne in die Weberei-Klasse abgeschoben. Und der erste Direktor des Bauhauses, Walter Gropius, bef\u00fcrchtete angesichts der hohen Anmeldezahlen von Frauen am Bauhaus, um das Ansehen der Schule. Zum ersten Semester am Bauhaus schreiben sich mehr Frauen (84) als M\u00e4nner (37) ein \u2013 ber\u00fchmt beziehungsweise bekannt wurden nur wenige Frauen des Bauhauses.<\/p>\n<p>Betina Koch-Otte und Gunta St\u00f6lzl geh\u00f6rten zu den begabtesten Studentinnen der Weberei-Klasse. F\u00fcr das heutige Unesco-Welterbe, das Musterhaus Am Horn in Weimar, entwickelte Benita Koch-Otte 1923 die erste Einbauk\u00fcche mit. Au\u00dferdem entwarf und fertigte sie f\u00fcr das Haus Am Horn den waschbaren Teppich des Kinderzimmers. \u2013 Koch-Otte und St\u00f6lzl kamen in den 1920er-Jahren im Rahmen ihres Studiums zweimal nach Krefeld, um dort zu lernen. Die jungen Frauen eigneten sich das Wissen \u00fcber F\u00e4rbereimethoden in der Samt- und Seidenstadt an und transferierten das Erlernte direkt in die Arbeit am Bauhaus. In Weimar wurde dann eine eigene F\u00e4rberei eingerichtet, wo man F\u00e4rbungen mit Natur- und chemischen Farbstoffen ausf\u00fchren und damit experimentieren konnte. St\u00f6lzl und Koch-Otte belegten 1924 auch den so genannten \u201eFabrikantenkurs\u201d an der Preu\u00dfischen H\u00f6heren Fachschule f\u00fcr Textilindustrie in Krefeld. In erster Linie ging es dabei um das Erlernen der Bindungs- und Materiallehre, aber auch betriebswissenschaftliche Grundlagen und Vermarktung standen auf dem Programm. St\u00f6lzl wurde 1925 zur Werkleiterin und von 1926 bis 1931 zur Leiterin der Weberei am Bauhaus ernannt, in der Koch-Otte als Mitarbeiterin t\u00e4tig war.<\/p>\n<p>Ausstellung im Kunstpalast D\u00fcsseldorf<\/p>\n<p>Betina Koch-Otte verlie\u00df noch 1925 das Bauhaus, um an einer Kunstgewerbeschule in Halle an der Saale eine Weberei-Klasse zu leiten. Sie heiratete 1925 den ehemaligen Bauhaus-Studenten, Heinrich Koch, der in Halle Fotografie lernte und sp\u00e4ter unterrichtete. Unter den Nationalsozialisten wurde beide gek\u00fcndigt, sie zogen nach Prag. Nach dem Unfalltod ihres Mannes 1934, ein pers\u00f6nlicher Bruch f\u00fcr Koch-Otte, kehrte sie nach Deutschland zur\u00fcck. Sie \u00fcbernahm die Leitung der Weberei der Bodelschwinghschen Anstalten Bethel in Bielefeld, wo sie auch nach ihrer Pensionierung 1957 noch lehrte. An ihre Zeit in Weimar und Halle an der Saale konnte Benita Koch-Otte nach dem Zweiten Weltkrieg in der Bundesrepublik nicht mehr ankn\u00fcpfen \u2013 wie viele Bauhaus-Frauen. Sie geriet in Vergessenheit und starb in Bielefeld.<\/p>\n<p>Mit der Ausstellung \u201eK\u00fcnstlerinnen! Von Monj\u00e9 bis M\u00fcnter\u201d holt der Kunstpalast Benita Koch-Otte und \u00fcber 30 K\u00fcnstlerinnen zur\u00fcck ins Licht der \u00d6ffentlichkeit. Die Sonderausstellung widmet sich \u2013 anschlie\u00dfend an ein mehrj\u00e4hriges Forschungsprojekt \u2013 erstmals umfassend den Lebenswegen und Werken jener Frauen, die in dieser Zeit in D\u00fcsseldorf k\u00fcnstlerisch t\u00e4tig waren. \u00dcber 500 Namen konnten durch Recherchen in Archiven, Adressb\u00fcchern, Ausstellungskatalogen und historischen Zeitungen ermittelt werden \u2013 darunter auch Benita Koch-Otte. Die Ausstellung ist noch bis zum 1. Februar 2026 zu sehen. Weitere Informationen stehen unter\u00a0<a href=\"http:\/\/www.kunstpalast.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.kunstpalast.de<\/a>.<\/p>\n<p>Anzeigen<a href=\"https:\/\/www.rugana.de\/de\/Mecklenburg-Vorpommern\/Insel.Ruegen\/D41\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/FeWo-Dranske-2-1456.jpg\"\/><\/a><\/p>\n<p>\n<a href=\"#\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/rec728-1-Kopie.jpg\"\/><\/a><\/p>\n<p>        <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Arbeiten von Benita Koch-Otte in der aktuellen Ausstellungen &#8222;K\u00fcnstlerinnen! Von Monj\u00e9 bis M\u00fcnter&#8220; im Kunstpalast D\u00fcsseldorf. 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