{"id":679579,"date":"2025-12-30T06:16:20","date_gmt":"2025-12-30T06:16:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/679579\/"},"modified":"2025-12-30T06:16:20","modified_gmt":"2025-12-30T06:16:20","slug":"beteiligung-von-patienten-wird-die-praxisgebuehr-neu-aufgelegt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/679579\/","title":{"rendered":"Beteiligung von Patienten: Wird die Praxisgeb\u00fchr neu aufgelegt?"},"content":{"rendered":"<p>Auch wenn derzeit wieder heftig \u00fcber <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/deutschland-welt\/ministerin-warken-erwaegt-praxisgebuehr-und-hoehere-zuzahlungen,V2u5pjp\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">eine erneute Geb\u00fchr f\u00fcr Patienten<\/a> debattiert wird &#8211; ganz neu ist die Forderung nicht. Zuletzt hatte der Vorsitzende der Kassen\u00e4rztlichen Bundesvereinigung, Gassen, gegen\u00fcber der Bild-Zeitung eine <a href=\"https:\/\/www.bild.de\/politik\/inland\/in-arzt-praxen-kliniken-patienten-sollen-kuenftig-mehr-selbst-zahlen-6950eef3ba368aa0126a4f73\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kontaktgeb\u00fchr in H\u00f6he von drei bis vier Euro<\/a> (externer Link, m\u00f6glicherweise Bezahlinhalt) gefordert.<\/p>\n<p>Bereits im Herbst hatte zudem die Bundesvereinigung der Arbeitgeberverb\u00e4nde (BDA) eine sogenannte &#8222;steuernde Kontaktgeb\u00fchr&#8220; ins Spiel gebracht. Es sei ein Fehler gewesen, die Praxisgeb\u00fchr von zehn Euro komplett abzuschaffen, die Kassenpatienten von 2004 bis 2012 einmal im Vierteljahr zahlen mussten, erkl\u00e4rt der Arbeitgeber-Dachverband. Auch von den Kassen\u00e4rztlichen Vereinigungen und der Krankenhausgesellschaft kommt verst\u00e4rkt die Forderung nach mehr Eigenbeteiligung der Patienten. Es gibt dabei unterschiedliche Schwerpunkte in der Argumentation.<\/p>\n<p>Patientensteuerung \u00fcber den Geldbeutel<\/p>\n<p>Ein Ziel bei der Forderung nach einer Selbstbeteiligung ist es, Patienten besser durchs Gesundheitssystem zu steuern. Peter Heinz, stellvertretender Vorstandschef der Kassen\u00e4rztlichen Vereinigung Bayerns (KVB), ist \u00fcberzeugt, dass Patientinnen und Patienten oft nicht ausreichend dar\u00fcber nachdenken, ob sie wirklich eine Arztpraxis oder Notaufnahme aufsuchen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Heinz beklagt, es gebe <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/wirtschaft\/gesundheitsinfos-im-netz-mehr-nutzung-wissensluecken-bleiben,V3AoAvH\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">zu wenig Gesundheitskompetenz in der Bev\u00f6lkerung<\/a> und erg\u00e4nzt: &#8222;Eine Erziehung gelingt in Deutschland leider haupts\u00e4chlich \u00fcber das Portemonnaie.&#8220; Deshalb fordert der KVB-Vorstand: Wenn Patienten bei einer Ersteinsch\u00e4tzung \u00fcber das zentrale Portal der Kassen\u00e4rztlichen Vereinigungen die Auskunft bekommen, dass eine Behandlung nicht dringlich ist, und sie trotzdem in eine Notaufnahme gehen, sollten sie zahlen m\u00fcssen. Auf eine konkrete Summe legt Heinz sich nicht fest.<\/p>\n<p>Auch wenn offensichtlich ist, dass ein Besuch in der Arztpraxis nicht wirklich notwendig ist, w\u00fcnscht sich der KVB-Vorstand eine Eigenbeteiligung. Er erlebe in seiner Augenarztpraxis in Unterfranken immer wieder das gleiche, sagt Heinz: Patienten haben Beschwerden, die wieder abklingen. Dennoch gehen sie sp\u00e4ter zum Arzt, um abkl\u00e4ren zu lassen, was m\u00f6glicherweise hinter den Beschwerden steckte. Auch hier gehe es um Eigenverantwortung, sagt der KVB-Vorstand: &#8222;Zu \u00fcberlegen, ist der Arztbesuch wirklich notwendig?&#8220;<\/p>\n<p>Zentrale Rolle f\u00fcr Medizin-Plattformen<\/p>\n<p>Die offizielle Ersteinsch\u00e4tzungs-Plattform, die per Telefon unter der Nummer 116 117 <a href=\"https:\/\/www.116117.de\/de\/index.php\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">oder auch online<\/a> (externer Link) erreichbar ist, soll nach den Pl\u00e4nen der Bundesregierung in n\u00e4chster Zeit eine wichtigere Rolle bekommen. In Bayern hat die Kassen\u00e4rztliche Vereinigung mit der <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/bayern\/kassenaerztliche-vereinigung-setzt-auf-tele-sprechstunden,Ust5UCY\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Plattform &#8222;DocOnline&#8220;<\/a> dar\u00fcber hinaus ein zus\u00e4tzliches Angebot geschaffen, \u00fcber das Patienten eine digitale Ersteinsch\u00e4tzung und gegebenenfalls eine Online-Sprechstunde erhalten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>H\u00f6he der Kontaktgeb\u00fchr noch unklar<\/p>\n<p>Der Vorstandschef der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Ga\u00df, hat genauere Vorstellungen, wie viel f\u00e4llig werden k\u00f6nnte, wenn Patienten in eine Notaufnahme gehen, ohne dass sie vorher eine entsprechende Empfehlung eingeholt haben: 30 bis 40 Euro nannte Ga\u00df in Interviews als Zahl.<\/p>\n<p>Der Vorstandsvorsitzende der Kassen\u00e4rztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, nennt in Interviews &#8222;drei bis vier Euro&#8220; als denkbaren Betrag, den Patienten bei Besuchen in Arztpraxen zahlen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Abgrenzung von alter Praxisgeb\u00fchr<\/p>\n<p>Vertreter von \u00c4rzteverb\u00e4nden, die mehr Eigenbeteiligung von Patienten fordern, betonen: Es gehe nicht darum, die Geb\u00fchr von zehn Euro je Quartal wieder einzuf\u00fchren, die Kassenpatienten von 2004 bis 2012 zahlen mussten. \u00c4rzteorganisationen kritisierten die damalige Geb\u00fchr als b\u00fcrokratisch und ineffizient. Als die Praxisgeb\u00fchr vor mehr als 20 Jahren eingef\u00fchrt wurde, lief die Dokumentation \u00fcber Best\u00e4tigungen auf Papier. Praxen mussten betr\u00e4chtliche Bargeld-Best\u00e4nde verwalten und an die Krankenkassen weiterleiten.<\/p>\n<p>Alte Praxisgeb\u00fchr hatte unterschiedliche Effekte<\/p>\n<p>Welche Effekte finanzielle Eigenbeteiligungen bei einer Patientensteuerung haben, ist nicht eindeutig. Datenauswertungen zur Praxisgeb\u00fchr, die von 2004 bis 2012 f\u00e4llig wurde, zeigen, dass Patienten zun\u00e4chst seltener zum Arzt gingen. Vor allem Facharztpraxen wurden weniger h\u00e4ufig aufgesucht, stellte das <a href=\"https:\/\/www.zi.de\/detailansicht\/26-januar-2017\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Zentralinstitut kassen\u00e4rztliche Versorgung fest<\/a> (externer Link). Dieser Effekt habe sich \u00fcber die Jahre hinweg allerdings immer st\u00e4rker abgeschw\u00e4cht.<\/p>\n<p>Eine Untersuchung von Fachleuten des wissenschaftlichen Helmholtz-Zentrums in M\u00fcnchen gab Hinweise darauf, dass nach Einf\u00fchrung der Praxisgeb\u00fchr vor allem Menschen mit geringem Einkommen <a href=\"https:\/\/www.thieme-connect.com\/products\/ejournals\/abstract\/10.1055\/s-0029-1239170\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">seltener zum Arzt gingen<\/a> (externer Link).<\/p>\n<p>Kommission erarbeitet Empfehlungen<\/p>\n<p>Vorschl\u00e4ge zur Frage, wie sich Patienten besser durchs Gesundheitswesen steuern lassen, erarbeitet <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/wirtschaft\/krankenkassen-beitraege-stabil-halten-was-in-der-diskussion-ist,V1UofST\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">derzeit eine Experten-Kommission<\/a>. Sie soll ihre Ideen im Fr\u00fchjahr vorlegen. Ob auch h\u00f6here finanzielle Eigenbeteiligungen der Patienten eine Rolle spielen, ist offen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Auch wenn derzeit wieder heftig \u00fcber eine erneute Geb\u00fchr f\u00fcr Patienten debattiert wird &#8211; ganz neu ist die&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":679580,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[1189,13,157697,14,15,99077,12,10,8,9,11,157698],"class_list":{"0":"post-679579","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-gesundheitssystem","9":"tag-headlines","10":"tag-kontaktgebuehr","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-praxisgebuehr","14":"tag-schlagzeilen","15":"tag-top-news","16":"tag-top-meldungen","17":"tag-topmeldungen","18":"tag-topnews","19":"tag-zuzahlungen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115807058881093630","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/679579","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=679579"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/679579\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/679580"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=679579"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=679579"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=679579"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}