{"id":680264,"date":"2025-12-30T12:54:11","date_gmt":"2025-12-30T12:54:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/680264\/"},"modified":"2025-12-30T12:54:11","modified_gmt":"2025-12-30T12:54:11","slug":"ronaldo-und-messi-die-letzte-show-der-uebermenschlichen-alten-maenner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/680264\/","title":{"rendered":"Ronaldo und Messi: Die letzte Show der \u00fcbermenschlichen alten M\u00e4nner"},"content":{"rendered":"<p>Cristiano Ronaldo und Luka Modric sind dabei, Lionel Messi ziert sich noch und l\u00e4sst sich bitten: Eine au\u00dfergew\u00f6hnliche Generation Fu\u00dfballer l\u00e4dt bei der Weltmeisterschaft 2026 zum letzten Tanz. Es wird die gro\u00dfe, bunte Gianni-Show.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Der Traum des Menschen von der Unsterblichkeit ist so alt wie der Mensch selbst. Es waren schlie\u00dflich Adam und Eva, die durch ihre S\u00fcnde den Tod in die Welt brachten. Heutzutage kommt kaum eine Privatparty, egal welcher Generation, ohne \u201eForever Young\u201c von Alphaville aus. Auch wenn die wenigsten wissen m\u00f6gen, dass es in diesem 80er-Jahre-Hit eigentlich um die Angst vor dem Atomkrieg ging.<\/p>\n<p>Und jetzt die wirkliche \u00dcberraschung: Cristiano Ronaldo, 40, hat angek\u00fcndigt, dass die kommende seine letzte Fu\u00dfball-WM sein wird.<\/p>\n<p>Ob hinter dieser seltenen Demut die Bodenst\u00e4ndigkeit eines Odysseus steht, der lieber zu seiner Familie nach Ithaka zur\u00fcckkehrte, als bei der Nymphe Kalypso unsterblich zu werden, sei dahingestellt. Der Vergleich mit dem antiken Helden d\u00fcrfte Ronaldo jedenfalls gefallen. Auch er darf sich mit den G\u00f6ttern im Bunde f\u00fchlen, zumindest mit denen des Fu\u00dfballs: Der Weltverband Fifa von Gianni Infantino missachtete sogar die eigenen Regeln, damit Ronaldo am 17. Juni in der Arena von Houston\/Texas einlaufen kann, wenn unter geschlossenem Dach das erste Gruppenspiel Portugals gegen einen noch zu ermittelnden Rivalen ansteht.<\/p>\n<p>Lex Ronaldo hilft dem Superstar<\/p>\n<p>Bei einem Qualifikationsmatch in Irland war Ronaldo wegen einer T\u00e4tlichkeit vom Platz gestellt worden. Im Fifa-Reglement hei\u00dft es dazu: Sperre von mindestens drei Pflichtspielen. In der Realit\u00e4t wurde geurteilt: Sperre von einem Spiel; genau das konnte Ronaldo noch in der Qualifikation absitzen.<\/p>\n<p>Der kleine Kniff diente als Ouvert\u00fcre f\u00fcr eine \u201eAuslosung\u201c, bei der so viele Variablen vorbestimmt wurden, dass die Fifa gleich zwei Events daraus machen konnte. Erst wurden in Washington die Mannschaften in Gruppen zugewiesen, 24 Stunden sp\u00e4ter dann die Spiele auf St\u00e4dte und Ansto\u00dfzeiten verteilt. Der zust\u00e4ndige Fifa-Direktor berichtete von einer schlaflosen Nacht, so tief habe man sich \u00fcber das Tableau gebeugt. Wom\u00f6glich musste er auch ziemlich viele Telefonate entgegennehmen. Jedenfalls waren die gro\u00dfen Nationen am Ende irgendwie besonders zufrieden.<\/p>\n<p>Um es mit dem Vorspann der Zeichentrickserie von Bugs Bunny zu sagen: Es ist die gro\u00dfe, bunte Gianni-Show, und sie sind alle mit dabei. Au\u00dfer Russland, da kann bisher nicht mal Infantino etwas machen, so gern er w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Mit von der Partie ist nat\u00fcrlich zuvorderst Donald Trump, der sich in Washington stolz die Goldmedaille des neuen Fifa-Friedenspreises umhing. Das komplette Podium wurde nicht bekannt gegeben, Silber ging im Zweifelsfall an Mohammed bin Salman aus Saudi-Arabien. Der Fifa-Premiumpartner und Ausrichter der WM 2034 darf in der Erleichterung regieren, dass die Vergabe eines asiatischen Playoff-Turniers an Saudi-Arabien wie gew\u00fcnscht in der WM-Qualifikation gem\u00fcndet war.<\/p>\n<p>Messi entscheidet spontan<\/p>\n<p>Jetzt ziert sich nur noch einer: Lionel Messi war ja schon immer ein bisschen sperriger als Ronaldo. Lust habe er schon, sagte der achtfache Weltfu\u00dfballer, \u00fcber seine Zusage entscheiden mag er aber erst in der Vorbereitung auf die n\u00e4chste Saison, die bei seinem Klub Inter Miami im Februar beginnt. \u201eIch versuche, mich gut zu f\u00fchlen, und vor allem ehrlich zu mir selbst zu sein\u201c, so Messi. \u201eWenn ich mich gut f\u00fchle, habe ich Spa\u00df, aber wenn nicht, habe ich keine gute Zeit, deshalb will ich lieber nicht dabei sein, wenn ich mich nicht gut f\u00fchle.\u201c So weit, so verst\u00e4ndlich.<\/p>\n<p>Messi ist immerhin schon Weltmeister. Nach dem Titel 2022 in Katar erkl\u00e4rte er, dass er jetzt einfach noch ein paar L\u00e4nderspiele absolvieren wolle, entspannt, ohne den ewigen Druck. Daraus wurde dann unter anderem eine S\u00fcdamerika-Meisterschaft, und weil er auch in der US-Soccer-Liga weiter alles in Grund und Boden trickst, sieht au\u00dfer ihm niemand den Grund f\u00fcr seine Zweifel. Das Recht, sich etwas bitten zu lassen, hat er nat\u00fcrlich trotzdem. Notfalls wird der Gianni schon nachhelfen und Messi pers\u00f6nlich um drei Uhr nachts MEZ auf den Rasen der Kansas City Chiefs karren. Dort er\u00f6ffnet Argentinien einen halben Tag vor Portugal das Double Feature der Methusalems.<\/p>\n<p>So nichts dazwischenkommt, werden Ronaldo und Messi als erste Spieler zum sechsten Mal an einer WM teilnehmen und damit unter anderem Lothar Matth\u00e4us hinter sich lassen. Bei allen Verbesserungen von Medizin, Ern\u00e4hrung und Betreuung sind das titanische Leistungen, die bei Messi sein \u00fcbersinnliches Fu\u00dfballverst\u00e4ndnis erm\u00f6glicht und bei Ronaldo sein \u00fcbermenschlicher Ehrgeiz. Ronaldo wird zum Turnierstart 41 sein, Messi w\u00e4hrend der Vorrunde seinen 39. Geburtstag feiern.<\/p>\n<p>\u00c4ltester WM-Feldspieler bleibt der legend\u00e4re Roger Milla, der just in den USA 1994 mit 42 Jahren f\u00fcr Kamerun auf dem Platz stand. Au\u00dferdem waren zwei Torh\u00fcter noch \u00e4lter als Ronaldo. Essam El Hadary (45 Jahre, \u00c4gypten 2018) und Faryd Mondrag\u00f3n (43, Kolumbien 2014) geh\u00f6rten allerdings wie Milla nicht mehr zur Stammelf und kamen nur in bereits bedeutungslosen Gruppenspielen zum Einsatz, wohl als Hommage. Ronaldo hingegen ist bei Portugal weiterhin als Starter im Sturmzentrum eingeplant, auch wenn er bei der EM 2024 nicht alle Beobachter von der Sinnhaftigkeit dieses Privilegs \u00fcberzeugen konnte.<\/p>\n<p>Sicher k\u00f6nnte er sich damit arrangieren, im f\u00fcnften Lebensjahrzehnt den WM-Pokal in die Luft zu heben, wie 1982 Italiens Torwart Dino Zoff. Davon reden mag Ronaldo allerdings nicht. Der Weltmeistertitel sei \u201ekein Traum von mir\u201c, erkl\u00e4rte er, denn er w\u00fcrde \u201enichts \u00e4ndern an der Form, in der ich die Dinge sehe oder in der ich den Fu\u00dfball sehe\u201c. Nach seinem tr\u00e4nenreichen Abgang von der WM 2022 hatte er noch verk\u00fcndet: \u201eEine WM mit Portugal zu gewinnen, war der gr\u00f6\u00dfte und ambitionierteste Traum meiner Karriere.\u201c<\/p>\n<p>Neymar ist gef\u00fchlt so alt wie Messi und Ronaldo zusammen<\/p>\n<p>Eher nicht Traum, sondern Obligation sind WM-Titel f\u00fcr Brasilien. L\u00e4nger als f\u00fcnf Endrunden in Serie blieb der Rekordchampion nie ohne Titel, zuletzt brach er so einen Zyklus 1994 in den USA, und 2026 w\u00e4re es nach dem bislang letzten Erfolg 2002 wieder an der Zeit. F\u00fcr das gro\u00dfe Ziel flirtet Brasilien mit einem eigenen Beitrag zum Turnier der alten M\u00e4nner. Seit Monaten und Jahren debattiert das Land \u00fcber eine R\u00fcckkehr von Neymar. Der neue Trainer Carlo Ancelotti steht dem grunds\u00e4tzlich aufgeschlossen gegen\u00fcber, aber bisher verhinderten Blessuren jeden Probelauf.<\/p>\n<p>Neymar ist mit 33 zwar j\u00fcnger als Ronaldo und Messi, aber gef\u00fchlt so alt wie beide zusammen. Sp\u00e4testens jenseits der 30 beginnt das Leben seinen Tribut zu fordern \u2013 ob seine Partys die vielen Verletzungen verursachten oder die Verletzungen die vielen Partys, ist unerheblich, wenn der K\u00f6rper nicht mehr mittut. Einen halbwegs fitten Neymar aber wollen nicht nur Legenden wie Rom\u00e1rio (\u201eNur mit Neymar kann Brasilien die WM gewinnen\u201c) und Ronaldo (\u201eWir haben keinen Zweiten wie Neymar\u201c) im gelben Hemd sehen. Zuletzt sicherte er seinem Jugendklub Santos sogar halb humpelnd den Klassenerhalt mit vier Toren in den letzten drei Spielen.<\/p>\n<p>Eine au\u00dfergew\u00f6hnliche Generation bittet zum letzten Tanz, das gilt auch f\u00fcr den Kroaten Luka Modric \u2013 der ehemalige Weltfu\u00dfballer f\u00fchrt mit 40 Jahren immer noch Regie im Mittelfeld. Und noch ist ja auch nicht auszuschlie\u00dfen, dass Torwartlegende Manuel Neuer, der im M\u00e4rz den runden Geburtstag feiert, noch auf den WM-Zug gebeten wird. Wom\u00f6glich gemeinsam mit dem 22 Jahre j\u00fcngeren Lennart Karl.  <\/p>\n<p>So wie Messi auf den mit 18 bereits als Star etablierten Lamine Yamal aus Spanien treffen k\u00f6nnte, seinen designierten Nachfolger im FC Barcelona. Oder Neymar seine Rolle mit dem ebenfalls 18-j\u00e4hrigen Est\u00eav\u00e3o teilen, dem aktuell gr\u00f6\u00dften Talent aus S\u00fcdamerika. Wie weit tragen Erfahrung und zeitlose Klasse? Es ist die Frage des kommenden Sportjahrs, denn auch bei dessen zweitem H\u00f6hepunkt wird sie verhandelt: Als Topstory der Olympischen Winterspiele k\u00fcndigt sich der Auftritt von Lindsey Vonn an. Die Grand Dame mit Titan im Knie gewann diese Saison schon im Ski-Weltcup; mit 41 war sie dabei sieben Jahre \u00e4lter als die vorherige Rekordhalterin auf der Piste.<\/p>\n<p>Die gro\u00dfe Gianni-Show <\/p>\n<p>Zur\u00fcck beim Fu\u00dfball liefert Gastgeber USA aber auch ein Beispiel f\u00fcr die Abgr\u00fcnde, in die eine Sehnsucht nach Ewigkeit f\u00fchren kann. 1994 gingen nach dem Auftaktspiel Argentiniens die Bilder eines entfesselten Diego Armando Maradona um die Welt. Der von vielen abgeschriebene Heros, damals 33, schien ein brillantes Comeback zu feiern. Doch nach dem zweiten Match wurde er positiv auf die verbotene Substanz Ephedrin getestet und ausgeschlossen.<\/p>\n<p>Heutzutage hat die Fifa nach ihren j\u00fcngsten Winkelz\u00fcgen so viel Glaubw\u00fcrdigkeit verloren, dass das Publikum kaum noch erwartet, von eventuellen Skandalen \u00fcberhaupt zu erfahren. \u201eSie macht sogar den grauen Himmel blau\u201c, versprach fr\u00fcher von sich die gro\u00dfe bunte Bunny-Show. Bei der Gianni-Show spielen vermeintlich gesperrte Legenden. Wie es damals weiter hie\u00df: \u201eDas ist f\u00fcr jeden was, das wird ein Riesenspa\u00df: Das Spiel beginnt, die B\u00fchne frei.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Cristiano Ronaldo und Luka Modric sind dabei, Lionel Messi ziert sich noch und l\u00e4sst sich bitten: Eine au\u00dfergew\u00f6hnliche&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":680265,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1776],"tags":[59584,140437,1801,51643,29,214,5695,30,116821,15079,89741,80377,78238,157825,1802,215],"class_list":{"0":"post-680264","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-prominente","8":"tag-fussballer-geb-1985-portug","9":"tag-argentinien-fussballnationalmannschaft","10":"tag-celebrities","11":"tag-cristiano-ronaldo","12":"tag-deutschland","13":"tag-entertainment","14":"tag-fifa","15":"tag-germany","16":"tag-gianni","17":"tag-infantino","18":"tag-lionel","19":"tag-luka","20":"tag-messi","21":"tag-modric","22":"tag-prominente","23":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115808623891885968","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/680264","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=680264"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/680264\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/680265"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=680264"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=680264"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=680264"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}