{"id":680485,"date":"2025-12-30T14:55:12","date_gmt":"2025-12-30T14:55:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/680485\/"},"modified":"2025-12-30T14:55:12","modified_gmt":"2025-12-30T14:55:12","slug":"lkw-hersteller-traton-eu-ziele-sind-erreichbar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/680485\/","title":{"rendered":"Lkw-Hersteller Traton: EU-Ziele sind erreichbar"},"content":{"rendered":"<p>Die EU-Kommission hat kurz vor Jahresende noch ihr <a href=\"https:\/\/ecomento.de\/2025\/12\/17\/eu-kommission-legt-automobilpaket-mit-aufgeweichten-co2-zielen-vor\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eAutomobilpaket\u201c<\/a> zur \u00dcberarbeitung der CO\u2082-Regeln f\u00fcr Fahrzeuge vorgestellt und damit Kritik aus der Pkw-Branche ausgel\u00f6st. VDA-Pr\u00e4sidentin Hildegard M\u00fcller sprach trotz Lockerungen von einem \u201efatalen\u201c Deal. BMW-Chef Oliver Zipse warnte vor einem \u201eVerbrennerverbot durch die Hintert\u00fcr\u201c, insbesondere mit Blick auf Unternehmensflotten. Deutlich n\u00fcchterner reagieren dagegen die Lkw-Hersteller. <\/p>\n<p>Christian Levin, Chef der Volkswagen-Lkw-Holding Traton mit unter anderen den Marken MAN und Scania, bekennt sich zu den Klimazielen, sieht aber strukturelle Probleme. \u201eWir stehen zu den Klimazielen\u201c, sagt er im Gespr\u00e4ch mit dem Handelsblatt, f\u00fcgt jedoch hinzu: \u201eDas System, so wie es ist, funktioniert nicht.\u201c<\/p>\n<p>Als Vorsitzender des Nutzfahrzeugbereichs im europ\u00e4ischen Automobilverband ACEA stand Levin in engem Austausch mit EU-Kommission, Parlament und Mitgliedstaaten. Seine Kernbotschaft laut dem Bericht: Die Industrie ist technisch bereit, doch die Kunden z\u00f6gern noch.<\/p>\n<p>Die Hersteller h\u00e4tten massiv investiert, ohne bisher entsprechende Renditen zu sehen. Traton allein plane bis Ende des Jahrzehnts mehr als zwei Milliarden Euro f\u00fcr Elektromobilit\u00e4t ein. Levin beschreibt den Druck: Milliarden l\u00e4gen in der Bilanz, die kaum Ertrag br\u00e4chten, was weder Eigent\u00fcmer noch Ingenieure gl\u00fccklich mache. Den Vorwurf, die Branche bremse absichtlich, weist er zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Elektro-Lkw kommen in Europa nur langsam voran: Nach den ersten neun Monaten 2025 lag ihr Anteil laut ACEA bei unter vier Prozent. Um die EU-Ziele f\u00fcr 2030 zu erreichen, m\u00fcsste er auf fast 40 Prozent steigen \u2013 eine Verzehnfachung binnen f\u00fcnf Jahren.<\/p>\n<p>EU schafft Zwischenziele f\u00fcr die Lkw-Branche ab<\/p>\n<p>Die EU-Kommission reagiert mit Erleichterungen f\u00fcr die Branche. Zwischenziele werden abgeschafft, \u00dcbererf\u00fcllungen fr\u00fcher mit CO\u2082-Gutschriften belohnt und der strenge lineare Reduktionspfad entsch\u00e4rft. Levin sieht darin einen Fortschritt, der Anreize schafft, m\u00f6glichst fr\u00fch viele E-Lkw zu verkaufen.<\/p>\n<p>Umweltorganisationen wie Transport &amp; Environment (T&amp;E) warnen jedoch, die neue Flexibilit\u00e4t k\u00f6nne den Hochlauf bremsen und chinesischen Wettbewerbern nutzen. Sie rechnen vor, dass die Verk\u00e4ufe emissionsfreier Lkw bis 2030 um mehr als ein Viertel sinken k\u00f6nnten. Levin widerspricht: \u201eDie Idee, dass wir absichtlich langsamer machen, ist absurd. Jeder verkaufte Elektro-Lkw hilft uns. Wir wollen emissionsfreie Lkw verkaufen \u2013 und zwar so viele wie m\u00f6glich.\u201c<\/p>\n<p>Der entscheidende Unterschied zum Pkw-Markt liege im Investitionscharakter von Lastwagen. Spediteure entschieden strikt nach Wirtschaftlichkeit: Anschaffungskosten, Energiepreise, Auslastung und Ladeinfrastruktur bestimmten den Kauf. Fehle der Business-Case, werde nicht investiert. \u201eDas ist meine Realit\u00e4t\u201c, unterstreicht Levin.<\/p>\n<p>Hohe Kosten, fehlende Kaufanreize, ein Mangel an Lkw-Lades\u00e4ulen und gro\u00dfe Unterschiede im Grad der Elektrifizierung der verschiedenen EU-Mitgliedstaaten bremsen laut dem Traton-Chef den Umstieg auf E-Lkw. Bei Pkw machten diese Unterschiede weit weniger aus als bei Lastwagen, die weite Strecken durch ganz Europa zur\u00fccklegen.<\/p>\n<p>Zwar beeinflussten viele Akteure den Markthochlauf, doch die Strafen tr\u00e4fen am Ende allein die Hersteller, kritisiert Levin. Das sei nicht fair. Deshalb fordert er eine fr\u00fchere \u00dcberpr\u00fcfung der CO\u2082-Regeln und sp\u00e4testens im ersten Halbjahr 2026 einen verl\u00e4sslichen neuen Rahmen.<\/p>\n<p>Ans\u00e4tze sieht der Nutzfahrzeug-Manager bereits \u2013 etwa den deutschen Vorsto\u00df, Elektro-Lkw bis Mitte 2031 von der Maut zu befreien, was aus seiner Sicht europaweit gelten sollte. Die weiteren Verhandlungen wird Levin jedoch nicht mehr f\u00fchren: Er \u00fcbergibt seinen ACEA-Vorsitz f\u00fcr 2026 <a href=\"https:\/\/ecomento.de\/2025\/12\/18\/neue-acea-nutzfahrzeug-ausschuss-vorsitzende-radstroem-will-dekarbonisierung-vorantreiben\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">an Daimler-Truck-Chefin Karin Radstr\u00f6m<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die EU-Kommission hat kurz vor Jahresende noch ihr \u201eAutomobilpaket\u201c zur \u00dcberarbeitung der CO\u2082-Regeln f\u00fcr Fahrzeuge vorgestellt und damit&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":680486,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3933],"tags":[331,332,38734,548,663,158,3934,3935,13,1962,4507,14,15,12],"class_list":{"0":"post-680485","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-eu","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-emissionen","11":"tag-eu","12":"tag-europa","13":"tag-europaeische-union","14":"tag-europe","15":"tag-european-union","16":"tag-headlines","17":"tag-lkw","18":"tag-nachhaltigkeit","19":"tag-nachrichten","20":"tag-news","21":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115809100110303458","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/680485","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=680485"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/680485\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/680486"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=680485"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=680485"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=680485"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}