{"id":680529,"date":"2025-12-30T15:18:10","date_gmt":"2025-12-30T15:18:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/680529\/"},"modified":"2025-12-30T15:18:10","modified_gmt":"2025-12-30T15:18:10","slug":"weltweihnachtscircus-in-stuttgart-keine-tiere-mehr-zirkuslegende-will-auf-den-willen-des-publikums-hoeren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/680529\/","title":{"rendered":"Weltweihnachtscircus in Stuttgart: Keine Tiere mehr? \u2013 Zirkuslegende will auf den Willen des Publikums h\u00f6ren"},"content":{"rendered":"<p>Der 88-j\u00e4hrige Zirkusgr\u00fcnder Henk van der Meijden verfolgt die Debatte um Tiere im Zirkus sehr aufmerksam, sagt er im Gespr\u00e4ch mit unserer Redaktion: \u201eWir beobachten den Austausch der Argumente ganz genau.\u201c Zugleich signalisiert er Bereitschaft zum Umdenken: \u201eWenn das Stuttgarter Publikum keine Tiere mehr im Programm sehen will, werden wir darauf k\u00fcnftig verzichten.\u201c Man wolle kein Programm gegen den Willen der Besucherinnen und Besucher machen.<\/p>\n<p>Tierschutz sei auch den Zirkusbetreibern wichtig, betont Henk van der Meijden. Den Pferden gehe es im Zirkus gut, sonst h\u00e4tte man die beiden Nummern gar nicht erst gebucht. Regelm\u00e4\u00dfig schauten Tier\u00e4rzte nach den Tieren, zudem habe das st\u00e4dtische Veterin\u00e4ramt alle Darbietungen genehmigt. \u201eDen Pferden geht es besser als so manchem Haustier daheim\u201c, sagt der Niederl\u00e4nder, der als Legende in der Zirkuswelt gilt.<\/p>\n<p>Am Montagabend haben Tierschutzaktivisten zum vierten Mal vor dem Zelt des <a href=\"https:\/\/www.weltweihnachtscircus.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Weltweihnachtscircus<\/a> auf dem Cannstatter Wasen demonstriert. Anlass sind zwei Pferdenummern in der Show, die noch bis zum 6. Januar 2026 in Stuttgart gastiert: die Ungarische Post von Angelina Richter mit 20 Pferden sowie eine Freiheitsdressur ohne Halfter und Z\u00fcgel, bei der die Tiere auf Stimme und K\u00f6rperhaltung von Pferdefl\u00fcstererin Giulia Giona reagieren. <\/p>\n<p>Peta kritisiert \u201eRollkur\u201c und Stress bei Zirkuspferden in Stuttgart <\/p>\n<p>Die Tierrechtsorganisation Peta berichtet von Videoaufnahmen, die zeigten, wie man in Stuttgart bei der Ungarischen Post Pferde in extrem enge Kopf-Hals-Positionen zwinge, in die sogenannte Rollkur \u2013 eine Praxis, die nicht zul\u00e4ssig sei. Zudem seien bei einigen Tieren deutliche Stresssignale wie Schweifschlagen, Sch\u00e4umen oder Kopfschlagen zu beobachten. H\u00e4ufig sei auch ein offener Mund zu sehen, vermutlich aufgrund der engen Z\u00e4umung.<\/p>\n<p>Die Organisation hat die Vorf\u00e4lle den zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden gemeldet und fordert ein generelles Verbot von Pferden in Unterhaltungsshows. Peta appelliert an die \u00d6ffentlichkeit, Veranstaltungen zu meiden, in denen Tiere eingesetzt werden.<\/p>\n<p>Die von Peta behaupteten \u201eklaren Stresssignale\u201c seien in dieser Woche erneut vom Veterin\u00e4ramt \u00fcberpr\u00fcft worden, berichtet Zirkuschef Dalien Cohen, der Schwiegersohn von Henk van der Meijden. Zwei Amtstier\u00e4rzte der Stadt Stuttgart seien vor Ort gewesen. \u201eSie haben die Acts, die komplette Tierhaltung und alle Tiere eingehend kontrolliert und erneut best\u00e4tigt, dass die Vorw\u00fcrfe von Peta unbegr\u00fcndet beziehungsweise falsch sind\u201c, so Cohen. <\/p>\n<p>Stadt hat \u201eKleinigkeiten\u201c beanstandet, die zum Wohl der Pferde ver\u00e4ndert wurden  <\/p>\n<p>Dazu erkl\u00e4rt Sven Matis, Sprecher der Stadt Stuttgart: \u201eWir k\u00f6nnen best\u00e4tigen, dass die Veterin\u00e4re vor Ort waren. Es wurden Auff\u00e4lligkeiten in der Manege festgestellt, mit dem Zirkus besprochen sowie schriftlich verf\u00fcgt. Die Haltung, Unterbringung und Pflege der Pferde sind ordnungsgem\u00e4\u00df.\u201c<\/p>\n<p> Was f\u00fcr \u201eAuff\u00e4lligkeiten\u201c das waren? Auf unsere Nachfrage teilt Matis am Dienstagnachmittag mit: \u201e\u00dcber die Einzelheiten m\u00f6chten wir nicht \u00f6ffentlich sprechen. Dar\u00fcber haben die Fachleute mit dem Zirkus gesprochen. Es waren aber keine grunds\u00e4tzlichen Erw\u00e4gungen, sondern Kleinigkeiten, die anzupassen sind, um das Wohlergehen der Pferde zu verbessern.\u201c <\/p>\n<p>Zirkuschef Dalien Cohen sagt dazu: \u201eEs geht um die korrekte Kopf-Hals-Position. Man hat schriftlich festgehalten, wie die aussehen muss.\u201c Die Beschwerden wegen eines \u201ezu engen Anbindens\u201c seien dagegen unzutreffend. <\/p>\n<p> Zirkuschef in Stuttgart beklagt: Sachlicher Dialog kaum m\u00f6glich <\/p>\n<p>F\u00fcr Zirkuschef Dalien Cohen ist es \u201eschwer nachvollziehbar\u201c, wie \u201esogenannte Tiersch\u00fctzer derart harte Behauptungen ohne belastbare Fakten aufstellen k\u00f6nnen\u201c. Wenn dann fachlich ausgebildete und zust\u00e4ndige Stellen wie das Veterin\u00e4ramt \u201emit klaren, fundierten Einsch\u00e4tzungen\u201c k\u00e4men, w\u00fcrden diese pauschal als \u201enur Beamte\u201c abgetan, die angeblich nichts von Tieren verstehen w\u00fcrden. \u201eSo ist ein sachlicher Dialog mit Menschen, die Fakten grunds\u00e4tzlich ablehnen, kaum m\u00f6glich\u201c, bedauert Dalien Cohen und verweist darauf, dass die Ungarische Post von Angelina Richter zu dem prestigetr\u00e4chtigen Zirkusfestival in Monte Carlo eingeladen sei. <\/p>\n<p>   <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/media.media.139c0e46-ffc5-4f64-beac-93775e812133.original1024.media.jpeg\"\/>     Giulia Giona mit ihrer Freiheitsdressur.    Foto: LICHTGUT    Tiersch\u00fctzerin: \u201eTierfreie Shows begeistern das Publikum genauso\u201c <\/p>\n<p>\u201eErfolgreiche Zirkusunternehmen zeigen, dass tierfreie Shows das Publikum genauso begeistern k\u00f6nnen\u201c, erkl\u00e4rt Emilia Sch\u00fcler, Pressesprecherin des Kollektivs Tierbefreiung, das mit Animal Rebellion vor dem Zirkus demonstriert hat. So habe sich der Circus Roncalli bereits in den 1990er Jahren von Wildtierdressuren verabschiedet und 2018 auch die Pferde aus dem Programm genommen.<\/p>\n<p> Zukunft der Tiere im Zirkus: Publikum entscheidet mit <\/p>\n<p>Die Debatte um Tiere im Zirkus ist nach der <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.weltweihnachtscircus-stuttgart-taubennummer-gestrichen-doch-wer-schuetzt-die-kuenstler-vor-hass-im-netz.d6c78ed8-5881-4db9-bd7f-0b9d0688e091.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Abreise des Tauben-Magiers in Stuttgart erneut entbrannt<\/a>. W\u00e4hrend Aktivisten ein generelles Tierverbot, nicht nur f\u00fcr Wildtiere, fordern, verweisen die Veranstalter auf bestehende Kontrollen, Genehmigungen und ihr Engagement f\u00fcr das Wohl der Tiere. Henk van der Meijden will aber nicht ausschlie\u00dfen, dass k\u00fcnftig gar keine Tiere mehr im Weltweihnachtscircus zu sehen sind \u2013 dies h\u00e4nge vom Publikum ab. Bisher ist der Jubel jedenfalls sehr gro\u00df, wenn die Pferde in der Manege ihre Darbietungen vorf\u00fchren. <\/p>\n<p>Zu den Demonstrationen seien jeweils etwa zehn bis 15 Personen gekommen, sagt van der Meijden und f\u00e4hrt fort: \u201eDas hilft, die Gr\u00f6\u00dfenordnung eines solchen Protests ins Verh\u00e4ltnis zur tats\u00e4chlichen Besucherzahl zu setzen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der 88-j\u00e4hrige Zirkusgr\u00fcnder Henk van der Meijden verfolgt die Debatte um Tiere im Zirkus sehr aufmerksam, sagt er&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":680530,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1830],"tags":[4657,1634,3364,29,30,147077,1441,157865,85897,5329,147078],"class_list":{"0":"post-680529","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-stuttgart","8":"tag-stadtreporter","9":"tag-baden-wuerttemberg","10":"tag-de","11":"tag-deutschland","12":"tag-germany","13":"tag-henk-van-der-meijden","14":"tag-stuttgart","15":"tag-stzttgart","16":"tag-textmanager","17":"tag-video","18":"tag-weltweihnachtscircus"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115809190286953951","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/680529","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=680529"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/680529\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/680530"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=680529"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=680529"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=680529"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}