{"id":680996,"date":"2025-12-30T19:35:11","date_gmt":"2025-12-30T19:35:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/680996\/"},"modified":"2025-12-30T19:35:11","modified_gmt":"2025-12-30T19:35:11","slug":"u-bahnhof-drama-sterbender-in-berlin-bestohlen-regional","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/680996\/","title":{"rendered":"U-Bahnhof-Drama: Sterbender in Berlin bestohlen | Regional"},"content":{"rendered":"<p><b>Es ist kalt in Berlin. Seit Weihnachten sogar noch ein bisschen k\u00e4lter. <\/b><\/p>\n<p>Auf einer Bank im U-Bahnhof Hermannplatz im Bezirk Neuk\u00f6lln ist in der Nacht zum Zweiten Weihnachtstag ein Mann gestorben. Zeugen fanden ihn gegen 0.40 Uhr, w\u00e4hlten den Notruf, doch der Notarzt konnte nichts mehr f\u00fcr den 65-J\u00e4hrigen tun. Sein Kreislauf hatte versagt, sein Herz aufgeh\u00f6rt zu schlagen.<\/p>\n<p>Der Mann war nicht obdachlos. Er lebte allein in einer Wohnung im Stadtteil Sch\u00f6neberg. Bis er <a href=\"https:\/\/www.bild.de\/regional\/berlin\/tatort-berlin-neukoelln-sterbenden-mann-auf-u-bahnhof-bestohlen-6953ab41a75a88580a6db705\" class=\"text-link\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">auf einer Bank in einem zugigen U-Bahnhof starb<\/a>. Mitten in Berlin. An Weihnachten. Ganz allein. <\/p>\n<p>Woran dachte dieser Mann in den letzten Momenten seines Lebens? Sp\u00fcrte er, dass es zu Ende geht? Hatte er Angst? Niemand wird es je erfahren.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte weinen um den einsamen Mann, doch leider ist die Geschichte noch nicht zu Ende. Denn offenbar geht es in diesen Zeiten immer noch schlimmer.<\/p>\n<p>\u00dcberwachungskamera zeigt Diebstahl<\/p>\n<p>Bilder einer \u00dcberwachungskamera zeigen: Ein Passant hat sich dem Sterbenden gen\u00e4hert. Nicht, um ihm zu helfen. Nicht, um 112 anzurufen. Nicht, um ihm wenigstens die Hand zu halten, Mut zu machen in seinen letzten Sekunden. Der Unbekannte, das erkennt man auf den Bildern, hat den Sterbenden durchsucht. Er hat ihm das Handy geklaut. Dann lief er fort. <\/p>\n<p>Das ist niedertr\u00e4chtig und so verkommen, dass es mir die Sprache verschl\u00e4gt. Die Frage ist: Ist es ein drastischer Einzelfall? Oder Symptom einer Krankheit, die unsere Gesellschaft zersetzt, zerfrisst? In der Ichichich immer wichtiger wird als Mitgef\u00fchl und Hilfsbereitschaft?<\/p>\n<p>Mehr zum Thema<\/p>\n<p>\u201eWir ermitteln wegen schweren Diebstahls und unterlassener Hilfeleistung\u201c, sagt der Polizeisprecher. Ich habe nachgeschaut: Ersteres kann mit einer Freiheitsstrafe von maximal f\u00fcnf Jahren bestraft werden. Letzteres ist nicht mal ein Verbrechen, nur ein Vergehen.<\/p>\n<p>Wo finden wir am Ende dieser Geschichte, am Ende dieses Jahres Hoffnung? Ein F\u00fcnkchen vielleicht, dass der sterbende Mann nicht mehr mitbekommen musste, wie er bestohlen wird. Dass der T\u00e4ter gefasst wird. Und dass uns diese Geschichte zum Nachdenken anregt, wie wir besser aufeinander achten.<\/p>\n<p>Wie wir uns gegen die K\u00e4lte wappnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Es ist kalt in Berlin. Seit Weihnachten sogar noch ein bisschen k\u00e4lter. 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