{"id":681077,"date":"2025-12-30T20:20:11","date_gmt":"2025-12-30T20:20:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/681077\/"},"modified":"2025-12-30T20:20:11","modified_gmt":"2025-12-30T20:20:11","slug":"hohe-steuern-warum-deutschland-kein-attraktiver-standort-ist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/681077\/","title":{"rendered":"Hohe Steuern: Warum Deutschland kein attraktiver Standort ist"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Deutschlands Steueranreize f\u00fcr Investitionen reichen noch lange nicht aus, um international im Rennen um neue Fabriken und Arbeitspl\u00e4tze mithalten zu k\u00f6nnen. Daran \u00e4ndern auch die beiden j\u00fcngsten Entwicklungen nichts, die zugunsten des Standorts wirken: Erstens hat Schwarz-Rot f\u00fcr drei Jahre eine beschleunigte Abschreibung f\u00fcr bewegliche Anlageg\u00fcter eingef\u00fchrt. Zweitens haben kleinere L\u00e4nder in Mittel- und Osteuropa ihre extrem niedrigen Steuers\u00e4tze erh\u00f6ht.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Doch auch damit bleibt Deutschland wenig attraktiv. Das wird sich erst mit der im Jahr 2028 einsetzenden Senkung der K\u00f6rperschaftsteuer in f\u00fcnf Schritten langsam \u00e4ndern, abgeschlossen wird dieser Prozess im Jahr 2032. Das zeigt die neue Steueranalyse, die das <a data-rtr-index=\"16\" title=\"ZEW\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/thema\/zew\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ZEW<\/a> \u2013 Leibniz-Zentrum f\u00fcr Europ\u00e4ische Wirtschaftsforschung erarbeitet hat. Sie liegt der F.A.Z. exklusiv vor.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Nach dem Mannheimer \u201eTax Index 2025\u201c werden Unternehmensgewinne in Deutschland effektiv mit 28,3 Prozent belastet, die beschleunigte Abschreibung hat die effektive Steuerlast um 0,3 Prozentpunkte gedr\u00fcckt. Doch auch damit findet man den hiesigen Standort weit jenseits des EU-Durchschnitts, den die Wissenschaftler mit 19 Prozent angeben. Erst mit Abschluss der Steuersatzsenkungen d\u00fcrfte Deutschland sp\u00fcrbar Boden gutmachen. Mit einer effektiven Gesamtbelastung von 23,9 Prozent l\u00e4ge die Bundesrepublik zwar immer noch \u00fcber dem EU-Durchschnitt, w\u00fcrde aber wichtige Konkurrenten im Steuerwettbewerb (Frankreich, Gro\u00dfbritannien, Italien, Amerika) hinter sich lassen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Zuletzt hatte sich Bayerns Ministerpr\u00e4sident Markus S\u00f6der (CSU) daf\u00fcr ausgesprochen, diese Entlastungsschritte vorzuziehen. Allerdings machte er das erst, nachdem die Koalition andere Vorhaben durchgesetzt hatte, die die Haushalte von Bund, L\u00e4ndern und Kommunen nachhaltig belasten \u2013 sodass es derzeit eigentlich keinen finanziellen Spielraum f\u00fcr weitere Entlastungen mehr gibt.<\/p>\n<p>Positivbeispiel Gro\u00dfbritannien<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">In Deutschland zahlen Kapitalgesellschaften nicht nur K\u00f6rperschaftsteuer, sondern auch Gewerbesteuer, deren H\u00f6he die Gemeinden bestimmen, denen das Aufkommen im Wesentlichen zuflie\u00dft. Die beiden S\u00e4tze addieren sich auf durchschnittlich etwa 30 Prozent. Die Mannheimer Forscher ber\u00fccksichtigen nicht nur alle Steuern auf Gewinne und investiertes Kapital, sondern auch die wichtigsten Regeln, wie die Bemessungsgrundlage bestimmt wird, auf die diese Steuers\u00e4tze angelegt werden. So kommen sie zur effektiven Durchschnittssteuerbelastung. Au\u00dferdem schauen sie auf die Kapitalkosten, die mit einer hypothetischen Investition verbunden sind. So l\u00e4sst sich zeigen, welche Rendite vor Steuern eine neue Fertigungsanlage mindestens erwirtschaften muss, damit sie nach Steuern im Vergleich zu einer Alternativinvestition wirtschaftlich ist.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Dieses Vorgehen zeigt, erst eine vollst\u00e4ndige Sofortabschreibung f\u00fcr Maschinen macht einen Standort sp\u00fcrbar attraktiver. Als Beispiel nennen die Mannheimer Forscher Gro\u00dfbritannien. Das Land habe trotz der Erh\u00f6hung des K\u00f6rperschaftsteuersatzes von 19 auf 25 Prozent im Jahr 2023 die Kapitalkosten auf ein attraktives Niveau senken k\u00f6nnen, weil es gleichzeitig eine vollst\u00e4ndige Sofortabschreibung eingef\u00fchrt habe.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">\u201eDeutschland bietet derzeit hingegen keine vergleichbaren Investitionsanreize f\u00fcr gro\u00dfe Unternehmen\u201c, hei\u00dft es in der Studie. Der \u201eWachstumsboosters\u201c f\u00fcr die Jahre 2026 bis 2028 mit der degressiven Abschreibung von bis zu 30 Prozent f\u00fcr bewegliche Wirtschaftsg\u00fcter des Anlageverm\u00f6gens reiche nicht aus, um Investitionen aus steuerlicher Sicht gegen\u00fcber einer Kapitalmarktanlage deutlich attraktiver zu machen.<\/p>\n<p>Investitionen st\u00e4rker \u00fcber steuerliche Bemessungsgrundlage f\u00f6rdern<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">\u201eEntscheidend wird sein, Investitionen st\u00e4rker \u00fcber die steuerliche Bemessungsgrundlage zu \u00adf\u00f6rdern, denn hier liegen die gr\u00f6\u00dften Hebel, um die Kapitalkosten wirksam zu senken und zus\u00e4tzliche Investitionsanreize zu setzen\u201c, betonte Julia Spix, Wissenschaftlerin im ZEW-Forschungsbereich \u201eUnternehmensbesteuerung und \u00d6ffentliche Finanzwirtschaft\u201c. Die in Deutschland geplante Senkung des kombinierten Steuersatzes f\u00fcr Unternehmen bis 2032 von rund 30 auf 25 Prozent bezeichnete sie als einen sinnvollen Schritt. \u201eDamit n\u00e4hert sich Deutschland wieder einem konkurrenzf\u00e4higen Steuerniveau an, ohne direkt in einen europ\u00e4ischen Unterbietungswettbewerb einzusteigen.\u201c<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Wie Spix weiter berichtete, war in der EU zuletzt eine Abkehr von der aggressiven Steuerpolitik zu beobachten, bei der Standortvorteile vor allem durch sinkende Steuers\u00e4tze geschaffen werden. Estland erh\u00f6hte den allgemeinen K\u00f6rperschaftsteuersatz von 20 auf 22 Prozent und schaffte den reduzierten Satz von 14 Prozent ab. Litauen hebt ihn von 15 auf 16 Prozent und die Slowakei sogar von 21 auf 24 Prozent. Zuvor hatten Slowenien und Tschechien ihre S\u00e4tze erh\u00f6ht (von 19 auf 22 beziehungsweise 21 Prozent).<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Eine am Dienstag von der Stiftung Familienunternehmen ver\u00f6ffentlichte Umfrage best\u00e4tigte die kritische Sicht auf den Steuerstandort Deutschland. Demnach verliert der Wirtschaftsstandort aus Sicht der vom Ifo-Institut befragten Unternehmen an Wettbewerbsf\u00e4higkeit. Die steuerliche Belastung von Unternehmensgewinnen durch Einkommensteuer und K\u00f6rperschaftsteuer wird insgesamt als hoch eingestuft. Dies stehe im Kon\u00adtrast zu anderen gro\u00dfen Volkswirtschaften. \u201eDeutschland bleibt damit ein Hochsteuerland im internationalen Vergleich\u201c, hei\u00dft es. \u00dcberraschender ist ein anderes Ergebnis. Denn nicht nur die eigene Situation sorgt f\u00fcr Klagen. Mehr als 80 Prozent der Unternehmen meinten, ihre Belegschaft sei durch Steuern und Abgaben stark oder sehr stark belastet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Deutschlands Steueranreize f\u00fcr Investitionen reichen noch lange nicht aus, um international im Rennen um neue Fabriken und Arbeitspl\u00e4tze&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":681078,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[331,3924,332,3922,3364,29,30,13,14,3923,15,3921,12],"class_list":{"0":"post-681077","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-deutschland","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-nachrichten-aus-deutschland","10":"tag-aktuelle-news","11":"tag-aktuelle-news-aus-deutschland","12":"tag-de","13":"tag-deutschland","14":"tag-germany","15":"tag-headlines","16":"tag-nachrichten","17":"tag-nachrichten-aus-deutschland","18":"tag-news","19":"tag-news-aus-deutschland","20":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115810377762265945","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/681077","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=681077"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/681077\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/681078"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=681077"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=681077"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=681077"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}