{"id":681553,"date":"2025-12-31T00:46:13","date_gmt":"2025-12-31T00:46:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/681553\/"},"modified":"2025-12-31T00:46:13","modified_gmt":"2025-12-31T00:46:13","slug":"folgen-der-s21-absage-nahverkehrsvertraege-teilweise-ungueltig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/681553\/","title":{"rendered":"Folgen der S21-Absage: Nahverkehrsvertr\u00e4ge teilweise ung\u00fcltig"},"content":{"rendered":"<p>Durch die <a href=\"https:\/\/www.swr.de\/swraktuell\/baden-wuerttemberg\/stuttgart\/start-von-s21-fuer-2026-abgesagt-100.html\" class=\"link link-inline inline-link\" title=\"Bahn-Chefin zieht Rei\u00dfleine - Er\u00f6ffnung von Stuttgart 21 f\u00fcr 2026 abgesagt: BW-Verkehrsminister spricht von fataler Nachricht\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">erneute Verschiebung von Stuttgart 21<\/a> muss der Kopfbahnhof l\u00e4nger in Betrieb bleiben. Das bedeutet: In die alte Infrastruktur muss nochmal investiert werden. Und es gibt noch ein Problem: Die Vertr\u00e4ge zwischen dem Landesverkehrsministerium und den Verkehrsunternehmen wie SWEG, Arverio oder DB Regio k\u00f6nnen teilweise gar nicht umgesetzt werden. Sie m\u00fcssen nach- und neu ausgehandelt werden, so der baden-w\u00fcrttembergische Verkehrsminister. Das betrifft auch den beliebten RE 200 von Wendlingen (Kreis Esslingen) \u00fcber Merklingen (Alb-Donau-Kreis) nach Ulm. Ob der l\u00e4nger betrieben werden kann, ist noch unklar.<\/p>\n<p>Hermann: Vertr\u00e4ge f\u00fcr eine Infrastruktur, die es gar nicht gibt<\/p>\n<p>Fragt man die Bahn nach den Folgen durch die S21-Verschiebung f\u00fcr den Fahrplan im Jahr 2027, ist die Antwort n\u00fcchtern und klar: &#8222;Der deutschlandweite Netzfahrplan 2027 wird deshalb auf Basis der alten Infrastruktur mit dem bestehenden Kopfbahnhof geplant.&#8220; So einfach ist es aber laut dem baden-w\u00fcrttembergischen Verkehrsminister nicht: &#8222;Wir haben Verkehrsvertr\u00e4ge, die sind abgeschlossen und finden eigentlich Realit\u00e4t in einem Jahr, aber k\u00f6nnen nicht realisiert werden, weil der Bahnhof nicht funktioniert&#8220;, erkl\u00e4rt Winfried Hermann (Gr\u00fcne). <\/p>\n<p>Unternehmen, die die Ausschreibungen gewonnen h\u00e4tten, w\u00fcrden seit Monaten auf Grundlage einer neuen Infrastruktur planen. &#8222;Wir werden in den n\u00e4chsten Monaten ziemlich viel verhandeln m\u00fcssen mit denen, die gewonnen haben und gar nicht fahren k\u00f6nnen, weil es den Bahnhof nicht gibt.&#8220; Das betrifft zum Beispiel die neue geplante Regionalexpress-Verbindung von Karlsruhe \u00fcber Stuttgart (und Flughafen) nach Ulm und Friedrichshafen. &#8222;Oder auch die Verbindung von Aalen \u00fcber den Tiefbahnhof und den Flughafen nach T\u00fcbingen&#8220;, so Hermann weiter.<\/p>\n<p>Was passiert mit dem RE 200 und dem RE 6?<\/p>\n<p>Eine Verbindung, die eigentlich Ende 2026 wegfallen sollte, ist der RE 200 zwischen Wendlingen, Merklingen und Ulm. Die beliebte Verbindung \u00fcber die Schw\u00e4bische Alb und die Neubaustrecke war als Provisorium eingerichtet worden und soll wegfallen, wenn Stuttgart 21 in Betrieb geht. <a href=\"https:\/\/www.swr.de\/swraktuell\/baden-wuerttemberg\/stuttgart\/petition-fuer-erhalt-regionalexpress-zwischen-wendlingen-ulm-100.html\" class=\"link link-inline inline-link\" title=\"Schnellster Regionalzug Deutschlands steht vor dem Aus - Petition f\u00fcr den Erhalt des RE 200 zwischen Wendlingen und Ulm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Zuletzt gab es eine Petition, um den RE 200 auch nach der S21-Er\u00f6ffnung zu erhalten<\/a>, was laut Bahn aber technisch nicht m\u00f6glich ist. Doch wer gedacht hat, die logische Konsequenz von der verschobenen S21-Inbetriebnahme w\u00e4re, dass dieser Zug weiter fahren wird, d\u00fcrfte \u00fcberrascht werden: Auch hierf\u00fcr gibt es keinen Nahverkehrsvertrag mehr. Dieser sei vor einigen Monaten zum Dezember 2026 gek\u00fcndigt, weil die Bahn die Er\u00f6ffnung des Tiefbahnhofs garantiert habe, betont Hermann. Ob der Vertrag f\u00fcr den RE 200 wieder verl\u00e4ngert werden kann, gelte es jetzt zu kl\u00e4ren.<\/p>\n<p><img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/1767089584832,regionalexpress-wendlingen-ulm-100~_v-16x9@2dS_-6be50a9c75559ca1aaf1d0b25bae287afdcd87.jpeg\"   class=\"\" data-copyright=\"Foto: dpa Bildfunk, picture alliance\/dpa | Christoph Schmidt\" alt=\"Der Regionalexpress 200 (ehemals IRE 200) zwischen Wendlingen und Ulm. Eigentlich k\u00f6nnte er durch die S21-Absage l\u00e4nger fahren. Die Frage ist: Darf er \u00fcberhaupt l\u00e4nger fahren? (Archivbild)\" title=\"Der Regionalexpress 200 (ehemals IRE 200) zwischen Wendlingen und Ulm. Eigentlich k\u00f6nnte er durch die S21-Absage l\u00e4nger fahren. Die Frage ist: Darf er \u00fcberhaupt l\u00e4nger fahren? (Archivbild) (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance\/dpa | Christoph Schmidt)\" width=\"320\" height=\"180\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Der Regionalexpress 200 (ehemals IRE 200) zwischen Wendlingen und Ulm. Eigentlich k\u00f6nnte er durch die S21-Absage l\u00e4nger fahren. Die Frage ist: Darf er \u00fcberhaupt l\u00e4nger fahren? (Archivbild)<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.picture-alliance.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"external noopener noreferrer external nofollow\" class=\"link\" tabindex=\"-1\" itemprop=\"url\"><br \/>\ndpa Bildfunk<br \/>\n<\/a><\/p>\n<p><a rel=\"external nofollow\" class=\"link\" tabindex=\"-1\" itemprop=\"url\"><br \/>\npicture alliance\/dpa | Christoph Schmidt<br \/>\n<\/a><\/p>\n<p>Und noch ein Kuriosum wartet auf die Nahverkehrsplaner: der RE 6 von Aulendorf (Kreis Ravensburg), Sigmaringen, und Rottenburg (Neckar) \u00fcber T\u00fcbingen nach Stuttgart. Dabei handelt es sich bisher um Dieseltriebfahrzeuge, da die Strecke \u00fcber die Schw\u00e4bische Alb nicht elektrifiziert ist. Ab Dezember 2026 soll diese Verbindung eigentlich in T\u00fcbingen &#8222;gebrochen&#8220; werden, sprich: Fahrg\u00e4ste m\u00fcssen aus dem Dieselzug dann in Elektrofahrzeuge umsteigen, da im S21-Tiefbahnhof Dieselfahrzeuge nicht zugelassen sind. Die Dieselfahrzeuge, die dann nicht mehr ben\u00f6tigt werden, wurden laut Verkehrsministerium bereits woanders eingeplant. Ob die Dieselfahrzeuge auf unbestimmte Zeit doch noch weiter nach Stuttgart fahren k\u00f6nnen, oder ob trotz altem Kopfbahnhof die Fahrg\u00e4ste in T\u00fcbingen dann umsteigen m\u00fcssen, bleibt abzuwarten.<\/p>\n<p><img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/1767089584222,dieselzug-s21-100~_v-16x9@2dS_-6be50a9c75559ca1aaf1d0b25bae287afdcd877a.png\"   class=\"\" data-copyright=\"Foto: SWR, Frieder K\u00fcmmerer\" alt=\"Der Regionalexpress 6 von Aulendorf \u00fcber Sigmaringen nach Stuttgart ist eigentlich Dieselbetrieben. Ob die Z\u00fcge ab kommenden Jahr Stuttgart noch anfahren werden, ist bisher unklar.\" title=\"Der Regionalexpress 6 von Aulendorf \u00fcber Sigmaringen nach Stuttgart ist eigentlich Dieselbetrieben. Ob die Z\u00fcge ab kommenden Jahr Stuttgart noch anfahren werden, ist bisher unklar. (Foto: SWR, Frieder K\u00fcmmerer)\" width=\"320\" height=\"180\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Der Regionalexpress 6 von Aulendorf \u00fcber Sigmaringen nach Stuttgart ist eigentlich Dieselbetrieben. Ob die Z\u00fcge ab kommenden Jahr Stuttgart noch anfahren werden, ist bisher unklar.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.swr.de\" rel=\"external nofollow noopener\" class=\"link\" tabindex=\"-1\" itemprop=\"url\" target=\"_blank\"><br \/>\nSWR<br \/>\n<\/a><\/p>\n<p><a rel=\"external nofollow\" class=\"link\" tabindex=\"-1\" itemprop=\"url\"><br \/>\nFrieder K\u00fcmmerer<br \/>\n<\/a><\/p>\n<p>Deutsche Bahn als Hauptverhandlungspartner<\/p>\n<p>Dennoch ist Verkehrsminister Hermann zuversichtlich, dass diese Probleme gel\u00f6st werden k\u00f6nnen, schlie\u00dflich sei eines der Hauptverkehrsunternehmen, das diese Vertr\u00e4ge betreffe, die Bahntochter DB Regio. &#8222;Ich stelle mir schon vor, dass die DB in einer gewissen Kulanz mit uns verhandelt. Da wird es dann hart ums Geld gehen, aber wir werden auch hart verhandeln, denn es ist ganz klar: Der Verursacher des Problems ist die Deutsche Bahn.&#8220; Das Verkehrsministerium sei nicht bereit, die Unkosten zu tragen, die die Bahn durch die abgesagte Er\u00f6ffnung des Tiefbahnhofs verursachen w\u00fcrde, so Hermann weiter.<\/p>\n<p>SWR-Bahnexperte Frieder K\u00fcmmerer gibt tiefere Einblicke in die Herausforderungen rund um Stuttgart 21:<\/p>\n<p>Stellwerk Stuttgart: Investition in alte Infrastruktur<\/p>\n<p>Wie der SWR aus Mitarbeiterkreisen der Bahn erfahren hat, bedeutet die Verschiebung bei Stuttgart 21 aber auch: In die alte Infrastruktur muss nochmal kr\u00e4ftig investiert werden. &#8222;Wir werden da nochmal richtig Geld in die Hand nehmen m\u00fcssen, um den alten Bahnhof weiter betreiben zu k\u00f6nnen&#8220;, hei\u00dft es von einem Bahnmitarbeiter. Die Bahn erkl\u00e4rt offiziell dazu auf SWR-Anfrage, dass man die Kosten f\u00fcr den Weiterbetrieb des alten Kopfbahnhofs sowie eventuellen Investitionsbedarf noch nicht beziffern k\u00f6nne: &#8222;Die Bewertung h\u00e4ngt auch vom aktuell zu erarbeitenden neuen\u00a0Inbetriebnahmekonzept\u00a0ab.&#8220; <a href=\"https:\/\/www.swr.de\/swraktuell\/baden-wuerttemberg\/stuttgart\/s21-bahn-sonder-lenkungskreis-sitzung-100.html\" class=\"link link-inline inline-link\" title=\"Sondersitzung Lenkungskreis - S21: Er\u00f6ffnungstermin soll bis Sommer 2026 feststehen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Das neue Konzept soll bis Sommer 2026 erarbeitet sein.<\/a><\/p>\n<p><img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/1767089585264,stellwerk-stuttgart-hbf-100~_v-16x9@2dS_-6be50a9c75559ca1aaf1d0b25bae287afdcd877a.png\"   class=\"\" data-copyright=\"Foto: SWR\" alt=\"Blick in das Relaisstellwerk des Stuttgarter Hauptbahnhofs. Inbetriebnahme war im Jahr 1977, dieses Bild stammt aus dem Jahr 2008.\" title=\"Blick in das Relaisstellwerk des Stuttgarter Hauptbahnhofs. Inbetriebnahme war im Jahr 1977, dieses Bild stammt aus dem Jahr 2008. (Foto: SWR)\" width=\"320\" height=\"180\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Blick in das Relaisstellwerk des Stuttgarter Hauptbahnhofs. Inbetriebnahme war im Jahr 1977, dieses Bild stammt aus dem Jahr 2008.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.swr.de\" rel=\"external nofollow noopener\" class=\"link\" tabindex=\"-1\" itemprop=\"url\" target=\"_blank\"><br \/>\nSWR<br \/>\n<\/a><\/p>\n<p>Das Stellwerk des Stuttgarter Hauptbahnhofs stammt aus dem Jahr 1977, gilt inzwischen als veraltet und sollte eigentlich 2019 &#8211; mit der urspr\u00fcnglich geplanten Er\u00f6ffnung von Stuttgart 21 &#8211; au\u00dfer Betrieb gehen. Mehrfach gab es in den letzten Jahren technische Probleme und Ausf\u00e4lle im Stellwerk. Bei Reparaturen, die im Stellwerk anfallen, wird es laut Bahn-Insidern zunehmend schwieriger, noch passende Ersatzteile zu finden, um das Stellwerk \u00fcberhaupt betreiben zu k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Durch die erneute Verschiebung von Stuttgart 21 muss der Kopfbahnhof l\u00e4nger in Betrieb bleiben. 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