{"id":682205,"date":"2025-12-31T07:11:13","date_gmt":"2025-12-31T07:11:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/682205\/"},"modified":"2025-12-31T07:11:13","modified_gmt":"2025-12-31T07:11:13","slug":"chinas-eroberungsfeldzug-in-europa-und-auf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/682205\/","title":{"rendered":"Chinas Eroberungsfeldzug in Europa &#8211; und Auf"},"content":{"rendered":"<p>Die Chinawelle hat Europa erreicht \u2013 und damit auch \u00d6sterreich. Innerhalb von zehn Jahren wurden sie vom bel\u00e4chelten Neueinsteiger zu einem Angstgegner in der Autobranche \u2013 und bringen damit die M\u00e4rkte ins Wanken. <\/p>\n<p>Freilich ist ihr Eroberungsfeldzug keine g\u2018mahte Wiesn. Marken, die in einigen L\u00e4ndern wie \u00d6sterreich boomen (BYD) funktionieren auf anderen M\u00e4rkten nicht wie erhofft, etwa am chinesischen Sehnsuchtsmarkt Deutschland. Da hilft es wenig, dass die chinesischen Hersteller in den Bereichen Software und Batterietechnik global f\u00fchrend sind und eine de-facto-Monopolstellung erreicht haben. <\/p>\n<p>Chinas Hersteller sind einerseits zu Hause in einen ruin\u00f6sen Preiswettkampf verstrickt, \u00fcber 100 Marken k\u00e4mpfen um das \u00dcberleben in einem darwinistischen Ausma\u00df. Nur die st\u00e4rksten \u00fcberleben, inzwischen greift auch das Politb\u00fcro ein, nach der Immobilienblase kann sich China nicht auch noch eine Autoblase leisten. In Europa versandeten einige gro\u00dfe Marken au\u00dferdem mit ihren ersten Anl\u00e4ufen, wie anfangs Nio \u2013 die Skepsis, die chinesischen Produkten entgegengebracht wird, kann man nur mit einer durchdachten Vertriebs- und H\u00e4ndlerorganisation begegnen, wie das Denzel bei MG, BYD und Maxus aufgesetzt hat. Da denken auch Chinas Marken jetzt um. <\/p>\n<p>Chinesischer Preiskampf bei den Hybriden<\/p>\n<p>Wer die Chinesen deshalb immer noch untersch\u00e4tzt, dem ist wohl nicht zu helfen. Bestes Beispiel: Chinas Hersteller hatten sich urspr\u00fcnglich als Verbreiter der Elektro-Autos positioniert. Weil die E-Verkaufszahlen in vielen L\u00e4ndern Europas unter den Erwartungen blieben, wechselten sie auf Hybrid-Technologien, die sie selbst und mit europ\u00e4ischen Anbietern entwickelt haben. Hier entfachten sie erst einen Preiskampf, der beim E-Auto zwar immer wieder publiziert wurde, aber in dem Ausma\u00df nie stattgefunden hat. <\/p>\n<p>Und nicht einmal die Strafz\u00f6lle der Europ\u00e4ischen Union bremsten die chinesischen Hersteller ein, sie sind n\u00e4mlich zur Expansion nach Europa und die Welt verdammt, weil sie eine massive \u00dcberproduktion in die Welt verkaufen m\u00fcssen, in den Schwellenl\u00e4ndern wie in Europa. Teilweise mit vollem Risiko, Smartphonehersteller Xiaomi soll seine Autos mit mindestens 10.000 Euro pro St\u00fcck subventionieren, um Marktanteile zu gewinnen. <\/p>\n<p>Chinas Autoproduktion hat Europa l\u00e4ngst \u00fcberholt<\/p>\n<p>Saic (MG etc.) baut schon sieben Millionen Fahrzeuge, BYD f\u00e4hrt gegen die F\u00fcnf-Millionen-Grenze. Insgesamt wurden in China im Jahr 2024 stolze 31 Millionen Fahrzeuge produziert. Zum Vergleich Europa (EU und andere europ\u00e4ische L\u00e4nder) kommt auf 17 Millionen produzierte Fahrzeuge. Branchen-Analysten gehen davon aus, dass nur acht bis zehn chinesische Marken letztlich \u00fcberleben werden \u2013 und auch nur jene, die jenseits der drei Millionen Fahrzeuge produzieren. <\/p>\n<p>Faktum ist aber auch: Die Strafz\u00f6lle haben mehrere Hersteller dazu bewogen, Fabriken in Europa anzudenken oder aufzubauen, oder spezielle Fertigungsmodelle in europ\u00e4ischen Werken hochzufahren.<\/p>\n<p>Magna Steyr in Graz hat keine Freude, wenn in der \u00f6ffentlichen Wahrnehmung bei den neuen Kunden Xpeng und GAC, die in Graz produzieren lassen, das Umgehen der Z\u00f6lle mitschwingt. Deshalb sucht man nach neuen Zulieferern aus dem europ\u00e4ischen Raum, genauso wie BYD, die in Ungarn ihr erstes europ\u00e4isches PKW-Werk anlaufen lassen. Billiger werden die Autos damit nicht, die BYD-Europachefin geht davon aus, dass die Produktionskosten insgesamt h\u00f6her bleiben als in China, wo es komplexe EU-Regulative nicht gibt.<\/p>\n<p>Das sind die Chinas Automarken in \u00d6sterreich<\/p>\n<p>Hinter den Kulissen lassen die Strafz\u00f6lle auf chinesische E-Autos nach wie vor die Wogen zwischen China und Europa hochgehen. Denn China belegt Waren aus Europa mit h\u00f6heren Z\u00f6llen \u2013 jetzt will die EU Fixpreise f\u00fcr E-Autos, die aus China stammen, einsetzen. Der Ausgang dieser Verhandlungen ist genauso ungewiss wie der breite Erfolg der chinesischen Hersteller, den sie dringend ben\u00f6tigen. Derzeit in \u00d6sterreich: MG, MYD, Maxus, Omoda und Jaecoo, Nio, Leapmotor, GAC, Xpeng. Freilich nicht vergessen darf man, dass Polestar oder Volvo heute auch de facto chinesische Marken sind. <\/p>\n<p>Die Kehrtwende der EU<\/p>\n<p>Es ist eine spektakul\u00e4re Kehrtwende in der EU und h\u00e4ngt indirekt auch mit dem chinesischen Eroberungsfeldzug zusammen: Die EU hat das geplante absolute Aus f\u00fcr Verbrenner gekippt: Die CO\u2082-Flottenemissionen m\u00fcssen nach den neuen Regelungen ab 2035 nur noch um 90 Prozent sinken, statt um 100 Prozent, so erhalten Hybride\/ genauso wie Autos mit kleinen Motoren als Reichweitenverl\u00e4ngerer eine Gnadenfrist. Diese Frist bleibt an Bedingungen gekn\u00fcpft: Autobauer werden verpflichtet diese Emissionen durch den Einsatz von gr\u00fcnem Stahl aus der EU oder durch die Nutzung von CO\u2082-neutralen Kraftstoffen (wie etwa E-Fuels) wettzumachen. <\/p>\n<p>Warum die EU die Regeln gelockert hat? Europa produziert knapp drei Millionen Autos weniger als vor Corona, mit der neuen Konkurrenz aus China wird der Kuchen noch kleiner. Und ein Kardinalfehler der Mitgliedsstaaten wurde offensichtlich: Die notwendige Infrastruktur f\u00fcr ein Massenph\u00e4nomen E-Auto (etwa im urbanen Bereich f\u00fcr private Besitzer, die weder zu Hause noch im Job laden k\u00f6nnen) ist einfach nicht vorhanden. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Chinawelle hat Europa erreicht \u2013 und damit auch \u00d6sterreich. 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