{"id":682662,"date":"2025-12-31T11:34:11","date_gmt":"2025-12-31T11:34:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/682662\/"},"modified":"2025-12-31T11:34:11","modified_gmt":"2025-12-31T11:34:11","slug":"traeume-sind-schaeume-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/682662\/","title":{"rendered":"Tr\u00e4ume sind Sch\u00e4ume?! \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>\u201eTr\u00e4ume sind Sch\u00e4ume!\u201c, lautet ein bekannter Spruch. Tats\u00e4chlich? F\u00fcr Freud sind sie Ausdruck des Unbewussten, bei Schopenhauer sind sie genauso Realit\u00e4t wie das Erleben im Wachzustand. Also hat das Tr\u00e4umen auf alle F\u00e4lle mit uns zu tun: als Notwendigkeit, um Erlebtes zu verarbeiten, unbewusste W\u00fcnsche sichtbar zu machen, auf Gefahren hinzuweisen oder an etwas zu erinnern.<\/p>\n<p>Sicher haben Tr\u00e4ume auch noch andere Funktionen. An die meisten Tr\u00e4ume k\u00f6nnen wir uns nicht erinnern. Jeder Mensch tr\u00e4umt.<\/p>\n<p>Wenn ich tr\u00e4ume, sind das manchmal Albtr\u00e4ume. Ich kann sie im Schlaf weder steuern noch beenden. Sie verarbeiten, was ich erlebt und erdacht habe zu dem, was ich gerade erlebe: Angst. Als Kind hatte ich Angst vor Wasser. Vielleicht, weil ich mit ungef\u00e4hr drei Jahren in einen Brunnen gesprungen bin. Genaugenommen nicht in einen wirklichen Brunnen, sondern in ein kreisrundes Betonsegment, das einen Meter hoch war und einen Durchmesser von knapp einem Meter hatte.<\/p>\n<p>Der Sprung in den Brunnen war Ergebnis eines Wunschtraumes. Ich wollte zu Frau Holle. Zum Gl\u00fcck hat mich meine Mutter entdeckt, als ich mich gerade noch am Rand des Beckens festhalten konnte. Noch heute kostet es mich \u00dcberwindung, einen See zu durchschwimmen. Aber zu Frau Holle will ich eigentlich noch immer.<\/p>\n<p>\u201eTr\u00e4ume nicht!\u201c Diesen Satz h\u00f6ren manchmal Kinder, wenn sie scheinbar unaufmerksam sind. Dabei wissen wir nicht, ob sie nicht gerade einer interessanten Idee nachsinnen, eine Entdeckung machen oder etwas wahrnehmen, was uns schon lange nicht mehr auff\u00e4llt.<\/p>\n<p>Wovon tr\u00e4umen Menschen? Was w\u00fcnschen sie sich wirklich? Was freut sie, was qu\u00e4lt sie?<br \/>Am Volkstheater Wien soll im n\u00e4chsten Jahr ein St\u00fcck aufgef\u00fchrt werden, in dem Tr\u00e4ume, W\u00fcnsche, \u00c4ngste der Wiener ihren Platz haben werden. Dazu ist von der Hausregisseurin Rieke S\u00fcsskow die Idee des Volksohres entwickelt worden. Dieses wandelt, f\u00fcr jeden sichtbar und mannsgro\u00df, zum \u201eLauschangriff\u201c durch Wien und sammelt Ertr\u00e4umtes, Erlebtes, Erhofftes der B\u00fcrger und G\u00e4ste der Stadt.<\/p>\n<p>Ergebnis wird eine bestimmt sehenswerte Traumcollage sein. Ich bin gespannt und ertr\u00e4ume mir, bei der Urauff\u00fchrung des Theaterst\u00fcckes dabei sein zu d\u00fcrfen. Wien ist eine Traumstadt. Hans-Eckardt Wenzel singt von Lissabon und Paris in seiner Lebensreise. Aber sterben will er in Wien. Ein sch\u00f6ner Traum, wenn man das wei\u00df.<\/p>\n<p>\u201eHerz aus Eis\u201c ist eine deutsch-franz\u00f6sische Filmproduktion. Die Adaption des M\u00e4rchens \u201eDie Schneek\u00f6nigin\u201c von Hans Christian Andersen soll ein M\u00e4rchen f\u00fcr Erwachsene sein, wie es in der \u201eKulturzeit\u201c vom 9. Dezember hei\u00dft. F\u00fcr Kinder nicht geeignet! Sicher wegen zu bef\u00fcrchtender Albtr\u00e4ume, jagt einem doch schon der Trickfilm Schauer \u00fcber den R\u00fccken.<\/p>\n<p>Aber Erwachsene sind aufgefordert, sich dieses offensichtliche Schauerm\u00e4rchen, das noch im Dezember in die Kinos kommen soll, anzusehen. Ja, auch Erwachsene brauchen M\u00e4rchen: M\u00e4rchen, in denen gek\u00e4mpft, geliebt, geweint wird. Wir brauchen sie, um unsere Mitmenschlichkeit, unser Staunen und unsere Fantasie nicht zu verlieren.<\/p>\n<p>Auch um den Preis einer Albtraumnacht. Im besten Falle wachen wir aus ihr auf und wissen, was zu tun ist: miteinander reden, lachen, tr\u00e4umen. Im schlimmsten Fall auch. Dann sollten wir uns Hilfe holen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u201eTr\u00e4ume sind Sch\u00e4ume!\u201c, lautet ein bekannter Spruch. Tats\u00e4chlich? 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