{"id":68272,"date":"2025-04-28T14:48:10","date_gmt":"2025-04-28T14:48:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/68272\/"},"modified":"2025-04-28T14:48:10","modified_gmt":"2025-04-28T14:48:10","slug":"urzeit-waldelefanten-koennten-noch-heute-in-europa-existieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/68272\/","title":{"rendered":"Urzeit-Waldelefanten k\u00f6nnten noch heute in Europa existieren"},"content":{"rendered":"<p>In Deutschland k\u00f6nnte es noch heute Elefanten geben. Die vor rund 35.000 Jahren ausgerotteten Europ\u00e4ischen Waldelefanten waren an ein Klima wie im heutigen West- und Mitteleuropa angepasst. Ausgestorben sind sie offenbar erst, als fr\u00fche Menschen sie gnadenlos jagten, wie Pal\u00e4ontologen ermittelt haben.<\/p>\n<p>Bejagung und klimatische Ver\u00e4nderungen f\u00fchrten zum Verschwinden der Steppenbewohner vor 10\u2009000 Jahren. Ob Flusspferd, H\u00f6hlenl\u00f6we, Steppennashorn oder Waldelefant: <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Europa\" title=\"Europa\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Europa<\/a> war fr\u00fcher von vielen Gro\u00dfs\u00e4ugern bev\u00f6lkert, deren Verwandte wir heute nur noch aus Afrika kennen. <\/p>\n<p>Europ\u00e4ischer Waldelefant <\/p>\n<p>Ein Teil dieser europ\u00e4ischen Megafauna starb aus, als die letzte Eiszeit begann und das Klima zu kalt f\u00fcr die w\u00e4rmeliebenden Arten wurde. Bei anderen Vertretern dieser Gro\u00dfs\u00e4uger sind die Gr\u00fcnde f\u00fcr ihr Aussterben jedoch weniger klar.<\/p>\n<p>Dazu geh\u00f6rt auch der Europ\u00e4ische Waldelefant (Palaeoloxodon antiquus), das gr\u00f6\u00dfte Lands\u00e4ugetier des Eiszeitalters. Mit einer Schulterh\u00f6he von bis zu vier Metern und einem Gewicht bis zu 13 Tonnen war er gr\u00f6\u00dfer als heutige Elefanten und das eiszeitliche Wollhaarmammut. <\/p>\n<p>Typisch f\u00fcr dieses R\u00fcsseltier waren zudem die langen, geraden Sto\u00dfz\u00e4hne. Der Waldelefant wanderte vor rund 700.000 Jahren nach Europa ein, pr\u00e4gte die Landschaften unseres Kontinents und \u00fcberlebte sogar mehrere Eiszeiten.<\/p>\n<p>  Warum starb der Waldelefant aus? <\/p>\n<p>Erst vor rund 35.000 Jahren starb der Europ\u00e4ische Waldelefant aus. Aber warum? War ein Nahrungsmangel durch die sich ver\u00e4ndernde Landschaft schuld? Wurde es auf dem H\u00f6hepunkt der letzten Eiszeit zu kalt? Oder war der Mensch im Spiel, wie schon f\u00fcr andere Vertreter der Megafauna vermutet? <\/p>\n<p>Um das zu kl\u00e4ren, haben <a href=\"https:\/\/biogeography.pensoft.net\/article\/135081\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Franka Gaiser von der Universit\u00e4t Bayreuth und ihre Kollegen <\/a>Lebensraum, \u00f6kologische Anspr\u00fcche und Klimatoleranz des Waldelefanten genauer untersucht.<\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/media.media.4059a1e6-6aec-4491-94b3-95bbeba8aaf7.original1024.media.jpeg\"\/>     Waldelefant (Palaeoloxodon antiquus) und Knochen &#8211; Landesmuseum f\u00fcr Vorgeschichte im Landesamt f\u00fcr Arch\u00e4ologie in Halle (Saale).    Foto: Imago\/Steffen Schellhorn      Waldelefant \u00fcberlebte mehrere Eiszeiten <\/p>\n<p>Elefanten geh\u00f6ren zu den gr\u00f6\u00dften Lands\u00e4ugetieren der Erde und werden oftmals als sogenannte \u00d6kosystem-Ingenieure bezeichnet, da sie ihre Umgebung beispielsweise durch Fra\u00df, Trampeln oder Graben nachhaltig ver\u00e4ndern. <\/p>\n<p> Der europ\u00e4ische Waldelefant \u00fcberlebte mehrere Eiszeiten, bevor sie in der letzten wegen der zus\u00e4tzlichen Bejagung durch Menschen ausgerottet wurde. W\u00e4hrend seiner Lebenszeit hat der europ\u00e4ische Waldelefant dazu beigetragen, dass offene Fl\u00e4chen und lichte W\u00e4lder die Landschaft Europas gepr\u00e4gt haben. Dementsprechend sind auch viele heimische Pflanzenarten heutzutage an solche Bedingungen angepasst.<\/p>\n<p>\u201eDer deutsche Name ,Waldelefant\u2018 entstammt der Annahme, dass diese Art bevorzugt in bewaldeten Regionen Europas lebte. Fossilfunde zeigen jedoch, dass P. antiquus oft in offenen oder halboffenen Habitaten mit mosaikartiger Vegetation lebte, \u00e4hnlich wie moderne Elefanten\u201c, sagt Manuel Steinbauer, Inhaber des Lehrstuhls f\u00fcr Sport\u00f6kologie an der Universit\u00e4t Bayreuth.<\/p>\n<p>   <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/media.media.204439de-b950-4860-b76a-73a6ac685266.original1024.media.jpeg\"\/>     Heute f\u00fcr den Waldelefanten geeignete Regionen in Europa. Je intensiver das Gr\u00fcn, desto g\u00fcnstiger. Schwarze Punkt zeigen Fossilfunde von Palaeoloxodon antiquus an    Foto: \u00a9 Gaiser et al.\/Universit\u00e4t Bayreuth      Blick zur\u00fcck in die Klimageschichte der Erde <\/p>\n<p>Um die Lebensweise von P. antiquus und insbesondere seinen tats\u00e4chlichen Lebensraum \u2013 die sogenannte realisierte Nische \u2013 zu rekonstruieren, durchsuchte das Forscherteam die wissenschaftliche Literatur sowie pal\u00e4ontologische Datenbanken nach Fossilfunden von P. antiquus, die den sogenannten Marine Isotope Stages zugeordnet werden konnten. <\/p>\n<p>Marine Isotope Stages sind Zeitabschnitte in der Erdgeschichte, welche die Klimageschichte widerspiegeln, da sie Warm- sowie Kaltzeiten repr\u00e4sentieren. Das Bayreuther Forscherteam ordnete Fossilfunde aus ganz Europa einer Warm- oder Kaltzeit zu und rekonstruierte anhand von Klimamodellen in diesen Zeiten die realisierte Nische der Waldelefanten. <\/p>\n<p>Im Vergleich mit modernen Klimadaten zeigt sich: Die Waldelefanten k\u00f6nnten auch heute noch in Europa leben. Insbesondere das Klima in West- und Zentraleuropa w\u00e4re f\u00fcr den Waldelefanten geeignet, mit Ausnahme von Bergregionen wie den Alpen oder dem Kaukasus.<\/p>\n<p>   <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/media.media.cb84aa5d-aa92-433b-9a4f-f50e896b2a73.original1024.media.jpeg\"\/>     Der Waldelefant aus dem Geiseltal DEU Sachsen-Anhalt Braunsbeda \u00c2 Der Waldelefant, der 2010 nach original Knochenfunden aus dem Geiseltal nachgebildet wurde.    Foto: Imago\/Rainer Weisflog      \u00dcberleben trotz Eiszeit und Waldverlust <\/p>\n<p> Die letzte Eiszeit war also nicht schuld am Aussterben der Waldelefanten. \u201eDie Klimabedingungen w\u00e4hrend des H\u00f6hepunkts der letzten Eiszeit zwangen die Elefanten zwar dazu, sich in den Mittelmeerraum zur\u00fcckzuziehen. Sie beeintr\u00e4chtigten aber nicht sein \u00dcberleben in Europa\u201c, berichten Gaiser und ihre Kollegen. <\/p>\n<p>Selbst in den k\u00e4ltesten Phasen der letzten 45.000 Jahre w\u00e4re es demnach f\u00fcr diese Giganten des Pleistoz\u00e4ns an den europ\u00e4ischen Mittelmeerk\u00fcsten und in der T\u00fcrkei noch warm genug gewesen.<\/p>\n<p>    Bejagung machte Eiszeitriesen den Garaus <\/p>\n<p>Warum aber sind diese einst pr\u00e4genden Gro\u00dfs\u00e4uger Europas dann ausgestorben? Nach Ansicht der Forscher spricht einiges daf\u00fcr, dass der Mensch die entscheidende Rolle spielte. Die intensive Bejagung der Waldelefanten und anderer Gro\u00dfs\u00e4uger durch unsere eiszeitlichen Vorfahren, kombiniert mit dem geschrumpften Verbreitungsgebiet, f\u00fchrte vermutlich zur Ausrottung der europ\u00e4ischen Elefanten.<\/p>\n<p>\u201eUnsere Ergebnisse zeigen, dass die europ\u00e4ische Tierwelt heute noch Vertreter der Megafauna umfassen w\u00fcrde, wenn diese nicht durch den Menschen ausgerottet worden w\u00e4ren\u201c, schreiben die Experten. Sie vermuten, dass dies nicht nur f\u00fcr den Waldelefanten, sondern vielleicht auch f\u00fcr andere Gro\u00dfs\u00e4uger des Eiszeitalters gelten k\u00f6nnte. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"In Deutschland k\u00f6nnte es noch heute Elefanten geben. 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