{"id":682787,"date":"2025-12-31T12:47:31","date_gmt":"2025-12-31T12:47:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/682787\/"},"modified":"2025-12-31T12:47:31","modified_gmt":"2025-12-31T12:47:31","slug":"wie-geht-es-weiter-mit-dem-flughafen-dresden-loesung-nah-5","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/682787\/","title":{"rendered":"Wie geht es weiter mit dem Flughafen Dresden? L\u00f6sung nah"},"content":{"rendered":"<p class=\"bold\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\tBis Ende 2026 ist die Finanzierung gesichert. Ab 2027 will sich Sachsen-Anhalt nicht mehr an den Verlusten des Dresdner Flughafens beteiligen. Eine L\u00f6sung steht kurz vor dem Abschluss.\t\t\t\t<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\tDresden\/Leipzig.<\/p>\n<p>Der Countdown l\u00e4uft: Bis Ende 2026 ist die Finanzierung der Flugh\u00e4fen Leipzig\/Halle und Dresden gesichert, danach beginnt ein neues Kapitel &#8211; mit offenem Ausgang. Denn ab 2027 will sich Sachsen-Anhalt nicht mehr an den Subventionen f\u00fcr die Verluste des Dresdner Flughafens beteiligen. Was technisch klingt, ist politisch und wirtschaftlich brisant. Die Entscheidung ber\u00fchrt die Grundfrage, welche Rolle die beiden Flugh\u00e4fen k\u00fcnftig spielen sollen &#8211; und wer bereit ist, daf\u00fcr zu zahlen.<\/p>\n<p>\tZwei Flugh\u00e4fen, zwei Rollen<\/p>\n<p>Leipzig\/Halle und Dresden erf\u00fcllen heute sehr unterschiedliche Funktionen. W\u00e4hrend Leipzig\/Halle sein Profil als Fracht-Drehkreuz mit zus\u00e4tzlichem Urlaubsverkehr sch\u00e4rft, wird der Dresdner Flughafen vor allem als Standort f\u00fcr Gesch\u00e4fts- und Industrieanbindung gesehen. &#8222;Leipzig und Dresden werden sicher keine Interkontinental-Drehkreuze mehr werden, wie einmal in den 90er Jahren erhofft&#8220;, sagt der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Industrie- und Handelskammer Dresden (IHK), Lars Fiehler. Aber sie k\u00f6nnten solide Flugh\u00e4fen sein.<\/p>\n<p>F\u00fcr Dresden verweist die IHK auf den Bedarf der Industrie. Investitionen in der Halbleiterbranche schafften Nachfrage nach stabilen Verbindungen zu internationalen Drehkreuzen wie Frankfurt, M\u00fcnchen oder Amsterdam. Auch f\u00fcr die Elbe Flugzeugwerke sei der Standort unverzichtbar. Der Flughafen sei daher &#8222;mehr als ein reiner Verkehrsknotenpunkt &#8211; er ist ein strategischer Standortfaktor f\u00fcr wirtschaftliche Entwicklung, internationale Anbindung, Fachkr\u00e4ftesicherung und Investorenattraktivit\u00e4t&#8220;, so Fiehler.<\/p>\n<p>\tSanierung unter Zeitdruck<\/p>\n<p>Gleichzeitig steht der Betreiber, die Mitteldeutsche Flughafen AG (MFAG), wirtschaftlich unter Druck. 2024 verzeichnete der Konzern mit 53,5 Millionen Euro den h\u00f6chsten Verlust seiner Geschichte. Eine akute Finanzkrise konnte nur durch neue Bankkredite und zus\u00e4tzliche Zusch\u00fcsse der Gesellschafter abgewendet werden. Eine Finanzierungsl\u00fccke von rund 145 Millionen Euro wurde geschlossen, der Betrieb ist damit bis Ende 2026 abgesichert.<\/p>\n<p>Die MFAG setzt nun auf einen strikten Sanierungs- und Konsolidierungskurs. Bis 2026 soll erstmals ein operativ positives Ergebnis erreicht werden. Geplant sind unter anderem Kostensenkungen, Stellenabbau und eine st\u00e4rkere Konzentration auf Kernaufgaben. Aus Sicht der IHK ist der \u00dcbergang in die Gewinnzone bis 2026 bei unver\u00e4nderten Kapazit\u00e4ten und Flugangeboten &#8222;sehr ambitioniert&#8220;.<\/p>\n<p>\tWarum Sachsen-Anhalt aussteigen will<\/p>\n<p>Ab 2027 droht vor allem f\u00fcr Dresden neue Unsicherheit. Hintergrund ist die Eigent\u00fcmerstruktur der MFAG. Haupteigent\u00fcmer sind der Freistaat Sachsen mit rund 77,3 Prozent der Anteile und das Land Sachsen-Anhalt mit rund 18,5 Prozent. Weitere Anteile halten die St\u00e4dte Leipzig, Dresden und Halle.<\/p>\n<p>Sachsen-Anhalt h\u00e4lt an seiner Linie fest, sich k\u00fcnftig nicht mehr an staatlichen Subventionen f\u00fcr den Flughafen Dresden zu beteiligen. Zur Begr\u00fcndung verweist das Finanzministerium in Magdeburg auf unterschiedliche Landesinteressen.<\/p>\n<p>&#8222;W\u00e4hrend der Freistaat Sachsen ein unmittelbares Landesinteresse an beiden Flughafenstandorten hat, besteht seitens des Landes Sachsen-Anhalt ein unmittelbares regionalwirtschaftliches Interesse schon aufgrund seiner N\u00e4he zur Landesgrenze nur an dem Standort Leipzig\/Halle&#8220;, hei\u00dft es aus dem Ministerium. Eine weitere Finanzierung des Dresdner Flughafens schlie\u00dft das Land ausdr\u00fccklich aus.<\/p>\n<p>\tSachsen h\u00e4lt am Flughafen Dresden fest<\/p>\n<p>Sachsen betont seine Verantwortung f\u00fcr beide Standorte. &#8222;Die Flugh\u00e4fen Leipzig\/Halle und Dresden sind weiterhin wichtige Bestandteile der \u00f6ffentlichen Infrastruktur &#8211; mit hoher Bedeutung f\u00fcr Wirtschaft, Versorgung und regionale Entwicklung&#8220;, sagt Finanzminister Christian Piwarz (CDU). Ziel bleibe, beide Standorte langfristig wirtschaftlich zu stabilisieren und zukunftsfest aufzustellen.<\/p>\n<p>Sollte Sachsen-Anhalt sich zur\u00fcckziehen, signalisiert Sachsen Bereitschaft, den Flughafen Dresden weiter zu unterst\u00fctzen. Denkbar sei auch eine andere Form der Finanzierung, etwa die teilweise Erstattung von Aufwendungen aus nicht wirtschaftlicher T\u00e4tigkeit, etwa f\u00fcr Brandbek\u00e4mpfung oder Sicherheit.<\/p>\n<p>\tMFAG als Verbund<\/p>\n<p>Nach Angaben der beiden Hauptgesellschafter gibt es derzeit keine konkreten \u00dcberlegungen zu einer Herausl\u00f6sung des Flughafens Dresden aus der gemeinsamen Holding. Beide L\u00e4nder verweisen auf die konzerninternen Strukturen der MFAG. Zentrale Aufgaben wie Finanz- und Rechnungswesen, Controlling, IT, Einkauf oder Personal werden konzernweit erbracht. Diese Synergieeffekte w\u00fcrden bei einer Abspaltung entfallen.<\/p>\n<p>Sachsen-Anhalt betonte im November zudem, man vertraue auf die von der Wirtschaftspr\u00fcfungsgesellschaft KPMG prognostizierte nachhaltige Wettbewerbsf\u00e4higkeit und positive Fortf\u00fchrungsprognose der MFAG &#8211; vorausgesetzt, der Sanierungskurs werde konsequent umgesetzt.<\/p>\n<p>\tEntscheidung r\u00fcckt n\u00e4her<\/p>\n<p>Aus Sicht der IHK Dresden reicht das allein jedoch nicht aus. &#8222;Flugh\u00e4fen jahrelang mit Millionenbetr\u00e4gen am Leben zu halten, aber nie tiefgreifend zu sanieren, kann kein dauerhaftes Gesch\u00e4ftsmodell sein&#8220;, sagt Fiehler. N\u00f6tig seien eine konsequente Neuausrichtung und eine Anpassung der Kapazit\u00e4ten an den tats\u00e4chlichen Bedarf.\u00a0<\/p>\n<p>F\u00fcr Dresden sieht die IHK auch Chancen jenseits des Flugbetriebs, etwa durch Verkauf oder Vermietung von Fl\u00e4chen. IHK-Pr\u00e4sident Andreas Sperl brachte eine Ausgr\u00fcndung und Privatisierung des Flughafens Dresden ins Gespr\u00e4ch.\u00a0<\/p>\n<p>Die Gespr\u00e4che zwischen Sachsen und Sachsen-Anhalt \u00fcber die Finanzierung ab 2027 stehen nach Angaben beider Seiten kurz vor dem Abschluss. Eine Einigung soll Anfang 2026 vorgestellt werden. Solange bleibt der Betrieb der Flugh\u00e4fen zwar gesichert &#8211; die langfristige Rolle des Dresdner Flughafens jedoch offen. (dpa)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Bis Ende 2026 ist die Finanzierung gesichert. 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