{"id":682811,"date":"2025-12-31T12:59:11","date_gmt":"2025-12-31T12:59:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/682811\/"},"modified":"2025-12-31T12:59:11","modified_gmt":"2025-12-31T12:59:11","slug":"gastronomie-im-stuttgarter-westen-das-restaurant-roesch-ist-geschichte-der-koch-von-nun-an-in-der-wilhelma","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/682811\/","title":{"rendered":"Gastronomie im Stuttgarter Westen: Das Restaurant R\u00f6sch ist Geschichte, der Koch von nun an in der Wilhelma"},"content":{"rendered":"<p>Eigentlich wollte Uwe Genz bis 70 schaffen. Aber ein Schlaganfall kam ihm dazwischen. \u201eAlles geht langsamer\u201c, erkl\u00e4rt er. <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.tafelspitzen-wunderbare-schwabenkueche-nach-wilden-wechseln.074b9140-f48d-4346-adc5-341f001b2c45.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Fast drei Jahrzehnte lang h\u00e4tte der Koch dann das Restaurant R\u00f6sch<\/a> im Stuttgarter Westen betrieben, nun hat er zwei Jahre fr\u00fcher als geplant aufgeh\u00f6rt. Dabei bereitet ihm das Kochen keine Schwierigkeiten, nur die Worte fehlen ihm seither. \u201eDas Drumherum wird immer mehr\u201c, beklagt der 68-J\u00e4hrige \u2013 und ihm wurde es nun zu viel. Ende Dezember gab er sein gut-b\u00fcrgerliches <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Restaurant\" title=\"Restaurant\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Restaurant<\/a> auf. <\/p>\n<p>Weil er um die Ecke gewohnt hatte, stie\u00df er 1987 auf das R\u00f6sch. \u201eEs hat alles gepasst\u201c, sagt er \u00fcber den Anfang. Mit dem Vorg\u00e4nger wurde er sich einig, mit dem Hausbesitzer kam er \u201ewunderbar\u201c aus. Damit hatte Uwe Genz seinen Platz gefunden, an dem er sich beruflich verwirklichen konnte. <\/p>\n<p>Nach der Ausbildung durch Frankreich getrampt <\/p>\n<p>\u201eKoch wollte ich schon immer werden\u201c, sagt der 68-J\u00e4hrige, \u201edas liegt mir im Blut.\u201c Eine famili\u00e4re Pr\u00e4gung liege bei ihm zwar nicht vor, au\u00dfer, dass Daheim alles selbst gekocht wurde. Wie er auf die Idee kam, kann er gar nicht genau erkl\u00e4ren. Im Alter von 18 Jahren begann er seine Ausbildung im M\u00f6venpick Restaurant am Schlossplatz, das sp\u00e4ter f\u00fcr das neue Kunstmuseum weichen musste. Durch Frankreich trampte er bis ans Meer und zur\u00fcck. \u00dcberall heuerte er als Sp\u00fcler in den Restaurants an, schaute zu, um zu lernen, machte sich Aufschriebe. Erst im Maison Kammerzell in Stra\u00dfburg fiel auf, dass er das Handwerk beherrschte, und er wurde prompt an den Herd gestellt. \u201eEtwas Sch\u00f6nes zu finden und sich selbstst\u00e4ndig zu machen, war die Idee\u201c, sagt er \u00fcber die Zeit danach, was ihm im Alter von 30 Jahren gelang. <\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/media.media.1d1b3577-042a-4ade-845f-da332ae039ab.original1024.media.jpeg\"\/>     Das moderne R\u00f6sch wirkt auch ein bisschen historisch: \u201eDie Leute sind wegen des Essens gekommen\u201c, sagt Uwe Genz.    Foto: Lichtgut \/ Ferdinando Iannone    <\/p>\n<p>Sein damaliger Lebensgef\u00e4hrte Olaf Frankenstein zog f\u00fcrs R\u00f6sch extra aus Berlin nach <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Stuttgart\" title=\"Stuttgart\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stuttgart<\/a>. Bis zu seinem Tod Mitte der 1990er Jahre betrieben sie das Restaurant gemeinsam, nach zehn Jahren Pause kehrte Uwe Genz wieder zur\u00fcck und beendeten den st\u00e4ndigen P\u00e4chterwechsel. Der Name R\u00f6sch blieb eine Konstante, er stammt ihm zufolge vom Bauherr des Hauses. Ein bisschen historisch wirkt auch die gediegene, etwas in die Jahre gekommenen Einrichtung aus dunklem Holz. Die Fenster wurden vor ein paar Jahren ausgetauscht, um mehr Licht hineinzulassen. Auch in der K\u00fcche sei ziemlich viel kaputt, erz\u00e4hlt der Koch, ihm habe es trotzdem getaugt. Mit einem Nachfolger an der Ecke Scheffel- und Bebelstra\u00dfe rechnet er jedoch nicht. <\/p>\n<p>Mit Handschlag verabschieden sich die G\u00e4ste von Uwe Genz in den letzten Tagen vor der endg\u00fcltigen Schlie\u00dfung Ende Dezember. \u201eEs war eine sch\u00f6ne Zeit\u201c, sagt einer. \u201eVielen Dank f\u00fcr die besonderen Sachen, die es bei Ihnen gegeben hat\u201c, sagt eine \u00e4ltere Dame. F\u00fcr seinen G\u00e4nsebraten war der Koch bekannt, den bestellten manchmal alle G\u00e4ste im Restaurant, wenn er auf der Karte stand, obwohl anderes zur Auswahl stand. Was es bei ihm gab, schrieb er immer auf eine Tafel vor der T\u00fcre. Morgens ging er einkaufen und schaute, was zu haben war. Danach verfasst er seine Speisekarte. Gef\u00fcllte Kalbsbrust hat er gern zubereitet, Kalbsherz an Balsamico-Jus, Zwiebelrostbraten, Linsen mit Sp\u00e4tzle und Saiten, aber auch Glasnudeln oder Fisch. Klassisch, wie fr\u00fcher kochte er, \u201ealles frisch, alles selbst gemacht\u201c. <\/p>\n<p>Treue G\u00e4ste im R\u00f6sch seit 1987 <\/p>\n<p>Mehrere seiner G\u00e4ste waren ihm seit 1987 treu, die meisten stammten aus der Umgebung, einige von weiter weg. Dass sie \u00fcber die vielen Jahren hinweg ins R\u00f6sch kamen, um sein Essen zu genie\u00dfen, nimmt er als sch\u00f6nste Erinnerung mit. \u201eSie fallen jetzt nicht in ein Loch?\u201c, fragt eine seiner Stammkundinnen besorgt. Daraufhin muss der Koch lachen. F\u00fcr die <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Rente\" title=\"Rente\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Rente<\/a> hat er einen Plan: \u201eIch gehe jeden Tag in die Wilhelma\u201c, erkl\u00e4rt er voller Ernst. Seine Mittagspause verbrachte er oft<a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.neues-aus-der-wilhelma-bluetenzauber-im-maurischen-garten.8dd229c7-f210-4251-b948-393bea81b490.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> im Maurischen Garten<\/a>, jetzt muss er nicht mehr zur\u00fcck an den Herd im R\u00f6sch eilen. \u201eIn der Wilhelma ist es wie im Urlaub\u201c, findet der 68-J\u00e4hrige. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Eigentlich wollte Uwe Genz bis 70 schaffen. 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