{"id":683116,"date":"2025-12-31T15:47:12","date_gmt":"2025-12-31T15:47:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/683116\/"},"modified":"2025-12-31T15:47:12","modified_gmt":"2025-12-31T15:47:12","slug":"eisbachwelle-nach-der-eskalation-rudern-die-surfer-zurueck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/683116\/","title":{"rendered":"Eisbachwelle: Nach der Eskalation rudern die Surfer zur\u00fcck"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Es erinnert an das Prinzip \u201egood cop \u2013 bad cop\u201c: Nachdem der Surf Club <a data-rtr-index=\"10\" title=\"M\u00fcnchen\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/muenchen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">M\u00fcnchen<\/a> das Vorgehen der Stadt \u2013 den Abbau der heimlich eingebauten Rampe an der Eisbachwelle \u2013 als \u201emassiven Eingriff in den Freiraum der B\u00fcrger\u201c darstellte, meldet sich nun die andere Interessenvertretung der Surfer konziliant zu Wort. Man h\u00e4tte sich gefreut, wenn die Stadt hier \u201ekulanter gewesen w\u00e4re und den Zustand toleriert h\u00e4tte\u201c, kommentiert die Interessengemeinschaft Surfen in M\u00fcnchen (IGSM) den Abbau der Rampe.\u00a0 Die Surfer machen jedoch wieder einen Schritt auf die Stadt zu: \u201eDie IGSM ist an keiner weiteren Eskalation der Situation interessiert.\u201c Im Gegenteil, man wolle den strittigen Antrag weiterverfolgen. Zumindest dann, wenn auch die Stadt den Surfern entgegenkomme.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Einbauten in den Eisbach sind laut Allgemeinverf\u00fcgung der Stadt verboten. Daher hatte die IGSM zusammen mit dem Surf Club M\u00fcnchen und einem Fachmann f\u00fcr Str\u00f6mungsmechanik einen offiziellen Antrag gestellt, um die Welle wiederherzustellen. Es sollte f\u00fcr drei Monate eine Rampe in den Eisbach eingebaut und zudem Kies auf dem Bachgrund abgelagert werden. Auf diese Weise sollte die weltber\u00fchmte Welle im Englischen Garten wiederhergestellt werden, die seit Oktober, als der Eisbach routinem\u00e4\u00dfig von Kies und Algen befreit worden war, verschwunden war. Das Ziel des Versuchs: Die Welle soll auch dann bestehen bleiben, wenn der Einbau wieder entfernt wird.<\/p>\n<p>Haftungsrisiken nach t\u00f6dlichem Unfall<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Doch die Stadt hat nach Einsch\u00e4tzung der Surfer unerf\u00fcllbare Forderungen an die Sicherheit gestellt: Unter anderem sollten die Vereine eine st\u00e4ndige Rufbereitschaft sicherstellen und die vollst\u00e4ndige Haftung \u00fcbernehmen. Zudem sollte w\u00e4hrend des Versuchs nicht gesurft werden.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Dass nicht nur wasserrechtliche, sondern vor allem auch haftungsrechtliche Fragen im Vordergrund stehen, ist nicht zuletzt auf den t\u00f6dlichen Unfall im April zur\u00fcckzuf\u00fchren. Damals hatte sich eine Surferin mit ihrer Leash beim Surfen im Bachgrund verhakt und wurde minutenlang unter Wasser gedr\u00fcckt, bis sie von Rettungstauchern befreit werden konnte. Sie starb sp\u00e4ter im Krankenhaus. Wie es zu dem Unfall kam und wo sich die Leash verhakt haben k\u00f6nnte, konnte nie genau festgestellt werden. W\u00e4hrend der Ermittlungen blieb die Welle gesperrt.\u00a0 Die Stadt hatte auch nach der Bachauskehr darauf hingewiesen, dass bei allen Ma\u00dfnahmen zur Wiederherstellung der Welle Risiken minimiert werden m\u00fcssten. Zudem m\u00fcsse bedacht werden, dass bei weiteren Unf\u00e4llen Mitarbeiter der Verwaltung pers\u00f6nlich haftbar gemacht werden k\u00f6nnten.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Dass nun die Stadt am Sonntag die von unbekannten Surfern installierte Rampe wieder abgebaut hat, begr\u00fcndet das Referat f\u00fcr Klima- und Umweltschutz mit der Gefahr f\u00fcr Leib und Leben. Die Einbauten seien illegal gewesen und \u201epotenziell gef\u00e4hrlich, wenn nicht lebensgef\u00e4hrlich\u201c, hei\u00dft es in einer Mitteilung der Beh\u00f6rde. \u201eNach dem tragischen t\u00f6dlichen Surfunfall vom April dieses Jahres kann und darf die Stadt nicht genehmigte Einbauten an der Eisbachwelle nicht dulden. Bei Gefahr in Verzug muss die Vollzugsbeh\u00f6rde t\u00e4tig werden und hat daher die Entfernung der Einbauten veranlasst.\u201c<\/p>\n<p>B\u00fcrgermeisterin kritisiert Verwaltung<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Irritierend ist jedoch eine Mitteilung der Dritten B\u00fcrgermeisterin Verena Dietl (<a data-rtr-index=\"16\" title=\"SPD\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/spd\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">SPD<\/a>) vom Sonntag, die der Verwaltung offenbar in den R\u00fccken f\u00e4llt. Sie nimmt die ergriffenen Ma\u00dfnahmen des Referats f\u00fcr Klima- und Umweltschutz \u201ezur Kenntnis\u201c und betont zwar auch die Relevanz von \u201eSicherheit und Rechtssicherheit\u201c. Doch sie bezeichnet die unbefriedigende Situation, zu der es kurz vor Weihnachten zwischen Stadt und Surfern gekommen sei, als \u201eunverst\u00e4ndlich\u201c: Sie betrachte es als \u201eein nicht \u00fcberlegtes Handeln der Verwaltung\u201c. Mit \u201enicht \u00fcberlegt\u201c meint sie nach Angaben ihres Sprechers die Sicherheitsauflagen des Referats f\u00fcr Klima- und Umweltschutz an den Antrag der Surfer.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Die Surfer hatten wegen dieser Forderungen offenbar um Weihnachten herum die Gespr\u00e4che mit der Stadt abgebrochen. Dass Dietl nun einerseits den Aspekt \u201eSicherheit\u201c hervorhebt, andererseits aber die Auflagen der Verwaltung als \u201enicht \u00fcberlegt\u201c bezeichnet, tr\u00e4gt nicht dazu bei, die Situation zu entsch\u00e4rfen. Zudem k\u00fcndigt sie an, \u201ezeitnah einen Austausch mit den Surferinnen und Surfern zu organisieren\u201c \u2013 obwohl diese ja seit Wochen schon mit den zust\u00e4ndigen Referaten im Austausch waren.<\/p>\n<p>Welle als Wahlkampfthema?<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Offenbar zeigt der Druck, den vor allem der Surf Club M\u00fcnchen mit seinem \u201eKampf\u201c f\u00fcr die Freiheitsliebe der Bayern im Allgemeinen (\u201eLiberalitas Bavariae\u201c) und der M\u00fcnchner Surfer im Besonderen aufgebaut hat, in der Politik Wirkung. Im M\u00e4rz sind Kommunalwahlen \u2013 wer will da schon als b\u00fcrokratischer Verhinderer auftreten?<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Die IGSM \u2013 die an dem weiteren M\u00fcnchner Surfspot Flo\u00dfl\u00e4nde in Thalkirchen schon als Betreiber fungiert \u2013 gibt sich hingegen kooperativ: Man sei bereit, \u201eVerantwortung zu \u00fcbernehmen\u201c. Sie haben demnach bereits die ben\u00f6tigte Haftpflichtversicherung abgeschlossen. Jetzt m\u00fcsse die Stadt sich bewegen und ihre Auflagen f\u00fcr den Wasserrechtsantrag der Surfer anpassen. \u00c4nderungen fordert die IGSM vor allem bei der Rufbereitschaft: Die Stadt hatte demnach verlangt, dass w\u00e4hrend des Versuchszeitraums eine Person 24 Stunden erreichbar und innerhalb von 30 Minuten vor Ort sein m\u00fcsse, um die Rampen entfernen zu k\u00f6nnen. Auch die alleinige Haftungs\u00fcbernahme soll ge\u00e4ndert werden. Denn: Nach Angaben der IGSM fordert die Stadt eine \u00dcbernahme der Haftung, bei der \u201ewir die Stadt M\u00fcnchen von jeglicher Verantwortung und Anspr\u00fcchen in Zusammenhang mit dem Versuch freistellen\u201c.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Ge\u00e4ndert werden soll auch die Anforderung an die Statikberechnung. Die Stadt fordert hier demnach die Vorlage eines statischen Nachweises f\u00fcr die Standsicherheit der Eisbachbr\u00fccke, da der Einbau dort befestigt werden soll. Zudem wollen die Surfer auch schon w\u00e4hrend des Versuchs an der dann wiederhergestellten Welle surfen k\u00f6nnen. Mit diesen \u00c4nderungen, so die IGSM, werde die IGSM den Antrag f\u00fcr die Rampe weiter unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Dar\u00fcber hinaus sei man auch f\u00fcr \u201ealternative Vorschl\u00e4ge seitens der Stadtverwaltung\u201c offen. Die IGSM w\u00fcnscht sich \u201ezeitnahe Gespr\u00e4che mit den politisch Verantwortlichen\u201c, um eine pragmatische L\u00f6sung zu finden. Das Ziel sei klar: Man will den Zustand der Welle vor der Bachauskehr wiederherstellen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Die Surfer nehmen dabei Oberb\u00fcrgermeister Dieter Reiter (SPD) beim Wort: Er hatte im Oktober erkl\u00e4rt, die Wiederherstellung der Welle, die das Lebensgef\u00fchl M\u00fcnchens symbolisiere, habe \u201eh\u00f6chste Priorit\u00e4t\u201c.<\/p>\n<p>Anmerkung der Redaktion: Nach Angaben des B\u00fcros der Dritten B\u00fcrgermeisterin Verena Dietl (SPD) vom 31. Dezember bezieht sich ihre Kritik nicht auf die Sicherheitsauflagen der Verwaltung als solche. Vielmehr will sie ihre Kritik an der Verwaltung, wie sie sie in einem Statement am 28. Dezember zum Ausdruck brachte, nur als Kritik an dem Zeitpunkt der Information \u00fcber die Sicherheitsauflagen verstanden wissen. Demnach hat die Verwaltung die Auflagen f\u00fcr die Genehmigung des Antrags auf Einbau einer Rampe am 23. Dezember 2025 den Surfern zur Kenntnis gebracht. Diesen Zeitpunkt kurz vor Weihnachten bezeichnet Verena Dietl als \u201enicht \u00fcberlegtes Handeln\u201c.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Es erinnert an das Prinzip \u201egood cop \u2013 bad cop\u201c: Nachdem der Surf Club M\u00fcnchen das Vorgehen der&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":683117,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1827],"tags":[772,29,30,1268],"class_list":{"0":"post-683116","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-muenchen","8":"tag-bayern","9":"tag-deutschland","10":"tag-germany","11":"tag-muenchen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115814966528741454","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/683116","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=683116"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/683116\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/683117"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=683116"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=683116"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=683116"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}