{"id":683343,"date":"2025-12-31T17:51:14","date_gmt":"2025-12-31T17:51:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/683343\/"},"modified":"2025-12-31T17:51:14","modified_gmt":"2025-12-31T17:51:14","slug":"ukraine-krieg-als-stoff-fuer-comedy-russland-verschaerft-zensur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/683343\/","title":{"rendered":"Ukraine-Krieg als Stoff f\u00fcr Comedy: Russland versch\u00e4rft Zensur"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Das zu Ende gehende Jahr wird in <a data-rtr-index=\"3\" title=\"Russland\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/russland\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Russland<\/a> nicht nur wegen steigender Preise, Krisen in allen Industriebranchen und repressiven Gesetzen in Erinnerung bleiben, sondern auch wegen des noch einmal verst\u00e4rkten Drucks auf die Kultursph\u00e4re. Die Gesetzeslage versch\u00e4rft sich rasant. Um Kreative zu unterst\u00fctzen, hat der Vorsitzende des F\u00f6deralen Ermittlungsausschusses, Justizgeneral Alexander Bastrykin, die Einrichtung eines Kulturrats innerhalb seiner Beh\u00f6rde angeordnet, damit Strafverfolgungsbeh\u00f6rden, Vertreter der Kultur und \u00f6ffentliche Organisationen miteinander im Dialog treten. Das werde nach Bastrykins Ansicht bei der Entwicklung von Kulturprodukten f\u00fcr junge Leute helfen, die bei der neuen Generation \u201ePatriotismus und eine aktive staatsb\u00fcrgerliche Einstellung\u201c f\u00f6rdern sowie \u201etraditionelle Werte\u201c vermitteln sollen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Von den S\u00e4uberungsma\u00dfnahmen, die das Kulturleben auf die Linie der Kremlpartei Einiges Russland bringen sollen, ist besonders die Literatur betroffen. Der Aktivismus der Sicherheitskr\u00e4fte erreichte in diesem Monat einen H\u00f6hepunkt, als in Buchl\u00e4den mehrerer kleinerer St\u00e4dte wie Naltschik, Uljanowsk, Tschita Razzien stattfanden und die Aufforderung erging, den Science-Fiction-Roman der Amerikanerin Ursula K. Le Guin \u201eDie linke Hand der Dunkelheit\u201c aus dem Verkauf zu nehmen. Die Polizei berief sich auf Gutachten des FSB, wobei \u00fcber diese Expertise praktisch nichts bekannt ist. Der Roman, geschrieben in den Sechzigerjahren des vorigen Jahrhunderts, handelt vom Planeten \u201eWinter\u201c, dessen Bewohner regelm\u00e4\u00dfig ihr Geschlecht wechseln, also sowohl M\u00e4nner als auch Frauen sein k\u00f6nnen, w\u00e4hrend diejenigen, die das nicht k\u00f6nnen, als \u201epervers\u201c bezeichnet werden. Er war schon zu Sowjetzeiten ins Russische \u00fcbersetzt und nie beanstandet worden.<\/p>\n<p>\u201ePropaganda des Satanismus\u201c<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Im November verhinderten die Beh\u00f6rden in Sankt Petersburg die Durchf\u00fchrung des Comic-Festivals \u201eNekroKomikon\u201c, das in der Vergangenheit unter dem Titel \u201eStarkon: Halloween\u201c stattgefunden hatte. Das Festival war mit der Stadtverwaltung abgestimmt worden, dennoch beendeten die Organisatoren es vorzeitig und baten das Publikum, es wegen des Eintreffens der Polizei eiligst zu verlassen. Das Organisationsteam wurde der \u201ePropaganda des Satanismus\u201c beschuldigt, die in Russland als extremistisch gilt. Der Initiator des Festivals, der kasachische Staatsb\u00fcrger Alexej Samsonow, wurde festgenommen. Es hei\u00dft, er habe gegen Einwanderungsbestimmungen versto\u00dfen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Welche Filme werden hier in Zukunft gezeigt? Das\u00a0 Khudozhestvenny Kino in Moskau.\" height=\"3051\" loading=\"lazy\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/welche-filme-werden-hier-in.webp.webp\" width=\"4576\" class=\"sm:w-content-sm w-full\" tabindex=\"0\"\/>Welche Filme werden hier in Zukunft gezeigt? Das\u00a0 Khudozhestvenny Kino in Moskau.Picture Alliance<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Im M\u00e4rz n\u00e4chsten Jahr tritt zudem ein Gesetz in Kraft, das die \u201ePropaganda verbotener Substanzen\u201c, verbietet. Das hei\u00dft, in literarischen Texten d\u00fcrfen Drogen nicht mehr erw\u00e4hnt werden. Aus Angst vor Strafen wegen dieses Gesetzes hat eine der gr\u00f6\u00dften Online-Buchplattformen, Litres, jetzt schon rund 4500 B\u00fccher aus dem Sortiment genommen \u2013 es hei\u00dft, \u201eaus Vorsicht der Verlage oder weil die Autoren Angst\u201c h\u00e4tten.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Die Geldstrafen f\u00fcr Verlage, in deren B\u00fcchern \u201eExtremismus, <a data-rtr-index=\"12\" title=\"LGBT\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/gesellschaft\/thema\/lgbt\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">LGBT<\/a>, Pornographie, Satanismus\u201c und anderes gefunden wurde, belaufen sich jedes Mal auf umgerechnet bis zu vierzigtausend Euro, was f\u00fcr kleine Verlage ein Todesurteil ist, aber auch die Bilanzen gro\u00dfer H\u00e4user verderben kann. Im Mai wurden bei Razzien drei Mitarbeiter der Kleinverlage Popcorn Books und Individuum, die zum Quasimonopolisten EksmoAST geh\u00f6ren, festgenommen. Die Ermittler werfen ihnen die Publikation von B\u00fcchern vor, welche die Aktivit\u00e4ten der \u201einternationalen LGBT-Bewegung propagierten\u201c. Diese stufen die Beh\u00f6rden als extremistisch ein, sie sind in Russland verboten. Die drei Verlagsleute stehen bis heute unter Hausarrest und wurden auf die Liste der Terroristen und Extremisten gesetzt.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">In der angesehenen Petersburger Buchhandlung \u201ePodpisnye isdanija\u201c (Abonnementpublikationen) hatten Polizeibeamte Dutzende B\u00fccher mit \u201eAnzeichen von LGBT-Ideologie\u201c beschlagnahmt und Mitarbeiter gezwungen, feministische Literatur aus den Regalen zu entfernen, darunter \u201e\u00dcber Frauen\u201c von <a data-rtr-index=\"0\" title=\"Susan Sontag\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/thema\/susan-sontag\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Susan Sontag<\/a>, die Essaysammlung \u201e7 Texte \u00fcber Feminismus\u201c und \u201eDie Entwaffnung des Geschlechts\u201c. In der unabh\u00e4ngigen Moskauer Buchhandlung \u201eFalanster\u201c fanden die Beamten zwar keine verbotenen B\u00fccher, beschlagnahmten aber \u201e\u00dcberwachen und Strafen\u201c von Michel Foucault sowie einige Titel von Hannah Arendt, Susan Sontag und Walter Benjamin.<\/p>\n<p>Kriegstroph\u00e4en in Museen<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Der Kinderbuchverlag Samokat musste \u201eillegale\u201c B\u00fccher aus dem Verkauf nehmen, die \u201eM\u00e4ngel aufweisen, die sie f\u00fcr die Verwendung und Verbreitung ungeeignet machen\u201c. Betroffen waren der Comic \u00fcber die Geschichte des Feminismus \u201eFreiheit, Gleichheit, Schwesternschaft\u201c von Marta Breen, \u201eEin echtes M\u00e4dchen. Ein Buch \u00fcber dich\u201c von Lena Klimowa, \u201eSitz und sieh\u201c von Marta Kaidanowska und Andrej Bulbenko \u00fcber ein M\u00e4dchen, das vor dem Krieg aus seiner Heimatstadt flieht sowie \u201eDie gro\u00dfen Fl\u00fcsse der Welt\u201c des deutschen Journalisten Volker Mehnert.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Um die Kollegen zu sch\u00fctzen, ver\u00f6ffentlichte der russische Buchverband, eine Interessenvertretung der Verlage, eine Liste mit Merkmalen von \u201eLGBT-Propaganda\u201c in literarischen Texten. Dazu geh\u00f6ren die Konstruktion der Handlung um LGBT-Beziehungen herum, die Einstufung von LGBT-Beziehungen als im Vergleich zu traditionellen Familien sozial gleichwertig sowie positive LGBT-Figuren. Die Autoren der Handreichung betonen, man m\u00fcsse diese Merkmale kennen, damit nicht sp\u00e4ter die Redaktion aus einer toxisch gewordenen Auflage eines Werkes ganze Seiten l\u00f6schen oder bei der Vorbereitung eines Manuskripts zum Druck, \u201eden schwarzen Marker benutzen\u201c m\u00fcsse.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">In der Museumswelt steht die Popularisierung der \u201eMilit\u00e4rischen Spezialoperation\u201c (SWO) in der Ukraine hoch im Kurs. Laut der unabh\u00e4ngigen russischsprachigen Zeitung \u201eNowaja Gaseta. Europa\u201c beteiligt sich schon jedes sechste Museum in Russland an der Kriegspropaganda. In diversen Ausstellungen sind insgesamt mehr als 3300 Kriegstroph\u00e4en zu bewundern \u2013 neben gestohlenen Kulturg\u00fctern pers\u00f6nliche Gegenst\u00e4nde von S\u00f6ldnern, Drohnen und Kinderzeichnungen aus dem Donbass. Ganz im Sinn der Erz\u00e4hlung von den \u201eNazis des Kiewer Regimes\u201c und ihrem \u201eGenozid an Russen im Donbass\u201c nahm das bei Petersburg gelegene Museum \u201eDurchbruch der Blockade Leningrads\u201c vom regionalen Transportkomitee Artefakte aus der \u201eZone der Milit\u00e4rischen Spezialoperation\u201c auf. Dazu geh\u00f6ren Abzeichen sowie Orts- und Stra\u00dfenschilder aus Gegenden, wo schwere K\u00e4mpfe stattfanden.<\/p>\n<p>Ein Sack ukrainischer M\u00fcnzen<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Auch in Orenburg sammeln Aktivisten Gegenst\u00e4nde, vor allem Waffenteile von der Front f\u00fcr ein geplantes neues Museum der \u201eMilit\u00e4rischen Spezialoperation\u201c. Das \u201eMuseum f\u00fcr Kriegsruhm\u201c in der Schule Nr. 28 im mordwinischen Saransk erhielt von einem aus der Region stammenden Mann Troph\u00e4en, darunter einen ganzen Sack ukrainischer M\u00fcnzen. Das Museum des Lyzeums Nr. 21 im moskaunahen Chimki erhielt Kriegsdevotionalien wie eine Panzerschaufel, den Helm eines ukrainischen Soldaten und eine abgeschossene Drohne. In mindestens zw\u00f6lf Regionen haben Schulen Exponate f\u00fcr \u201eSWO-Museen\u201c gekauft. Mit VR-Brillen k\u00f6nnen Sch\u00fcler dort etwa ein zerbombtes Wohnhaus auf Sewerodonezk studieren, auf einem Platz im \u201ebefreiten\u201c Melitopol stehen oder einen erbeuteten ukrainischen Panzer erklettern.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Auch der internationale Kulturaustausch wird erweitert. Die Petersburger Zweigstelle der Russischen Nationalbibliothek er\u00f6ffnete in Kooperation mit nordkoreanischen Institutionen im Oktober die Ausstellung \u201eKim Il-sung und seine Familie\u201c \u00fcber den Gro\u00dfvater des heutigen Herrschers der Volksrepublik und Begr\u00fcnder der Diktatorendynastie. Im Moskauer Museum f\u00fcr Angewandte Kunst konnte man in diesem Herbst nordkoreanische Gem\u00e4lde bewundern, die die Armee verherrlichten. Und der Popstar des Kremls, Shaman, brachte ein neues Lied \u00fcber den \u201eGenossen Kim Jong-un\u201c heraus mit dem Refrain: \u201eGenosse Kim Jong-un f\u00fchrt Korea voran. Im Gleichschritt mit ihm schreitet das ganze Volk.\u201c<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Unterdessen werden immer h\u00e4ufiger \u00e4ltere Filme \u201ekorrigiert\u201c: Die Verleiher retuschieren hier eine Kussszene, verdecken da Genitalien oder entfernen Dialoge \u00fcber die russische Politik. Aus dem Kinoklassiker \u201eDie Sonne die uns t\u00e4uscht\u201c wurde sogar eine Saunaszene des Putin-Vertrauten und Regisseurs Nikita Michalkow herausgeschnitten. Neben \u201eex\u00adtremistischen\u201c Themen ist auch die Propaganda f\u00fcr Kinderlosigkeit verboten. Gem\u00e4\u00df einem 2024 verabschiedeten Gesetz gilt die \u201eVerbreitung von Informationen, die darauf abzielen, die Attraktivit\u00e4t der Kinderlosigkeit zu f\u00f6rdern\u201c, als staatsfeindliche Propaganda. <\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Verst\u00f6\u00dfe werden mit hohen Geldstrafen geahndet. Die Vorsitzende des Kulturausschusses der Staatsduma, Olga Kasakowa, teilte mit, die Experten des Kulturministeriums w\u00fcrden jeden bereits publizierten Film auf seine Konformit\u00e4t mit den traditionellen Werten \u00fcberpr\u00fcfen. Daher werde ab dem 1. M\u00e4rz 2026 das Expertenteam aufgestockt<\/p>\n<p>Die meisten Russen sind gegen Zensur<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Der Staat finanziert unterdes verst\u00e4rkt Filme \u00fcber Patriotismus und traditionelle Werte, im zu Ende gehenden Jahr mindestens 140. Die Themen, f\u00fcr die Haushaltsmitteln ausgegeben werden, stehen \u201eim Zusammenhang mit der Erhaltung und St\u00e4rkung traditioneller russischer spiritueller und moralischer Werte\u201c. Dazu geh\u00f6ren die Kultur und Traditionen Russlands, die Geschichte und die \u201eBek\u00e4mpfung von Versuchen ihrer F\u00e4lschung\u201c, wissenschaftliche Entdeckungen und technologische Errungenschaften sowie die \u201ePopularisierung der Institution Familie\u201c. Ein Lieblingsthema ist der \u201eHeroismus und die Selbstaufopferung der K\u00e4mpfer im Gro\u00dfen Vaterl\u00e4ndischen Krieg\u201c.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Das Onlinekino \u201ePremier\u201c hat f\u00fcr das kommende Jahr den Drehstart f\u00fcr die Comedyserie \u201eKehrseite der Medaille\u201c angek\u00fcndigt. Thema ist der \u201eDienst und der Alltag von Freiwilligen in der Zone der Milit\u00e4rischen Spezialoperation\u201c. Sie lesen richtig, eine Kom\u00f6die \u00fcber den Krieg in der Ukraine. Das Drehbuch verfasste Nikolai Sidorow, ein Veteran der \u201eMilit\u00e4rischen Spezialoperation\u201c.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Erz\u00e4hlt wird die Geschichte einer Gruppe von Freiwilligen, die in die Kampfzone kommen und einem erfahrenen K\u00e4mpfer unterstellt werden. Man erlebt, wie ihre Unerfahrenheit sie in gef\u00e4hrliche, aber auch komische Situationen bringt, und wie sie dazulernen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Trotz der totalen Propaganda und staatlichen Kontrolle des Kulturlebens sind die meisten Russen einer Umfrage des Instituts \u00d6ffentliche Meinung zufolge gegen Zensur: 64 Prozent der \u00adBefragten halten demnach ein Verbot von Kunstwerken f\u00fcr inakzeptabel, nur 23 Prozent finden Zensur gerechtfertigt. Die Meinungen dar\u00fcber, ob man in der Kunst die Regierung kritisieren darf, gehen auseinander. 47 Prozent halten es f\u00fcr inakzeptabel, B\u00fccher, Theaterst\u00fccke und Filme zu verbieten, die die Regierung kritisieren, 39 Prozent finden Zensur in dem Fall zul\u00e4ssig. Am entt\u00e4uschendsten aus westlicher Perspektive d\u00fcrfte jedoch sein, dass die \u00fcberwiegende Mehrheit \u2013 74 Prozent \u2013 noch nie von der realen Zensur geh\u00f6rt hat. Nur 21 Prozent der Befragten sind \u00fcber die Situation \u00fcberhaupt informiert. Diese ist wohl, wie der preu\u00dfische Romancier Theodor Fontane gesagt h\u00e4tte, ein zu weites Feld.<\/p>\n<p><strong>Irina Rastorgujewa,<\/strong> 1983 in Juschno-Sachalinsk geboren, lebt als Autorin, Grafikerin und \u00dcbersetzerin in Berlin. F\u00fcr ihr Buch \u201ePop-up-Propaganda\u201d erhielt sie in diesem Jahr den Sachbuchpreis der Leipziger Buchmesse.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das zu Ende gehende Jahr wird in Russland nicht nur wegen steigender Preise, Krisen in allen Industriebranchen und&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":683344,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4012],"tags":[331,332,13,14,15,12,317],"class_list":{"0":"post-683343","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-ukraine","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-headlines","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-schlagzeilen","14":"tag-ukraine"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115815454186050015","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/683343","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=683343"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/683343\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/683344"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=683343"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=683343"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=683343"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}