{"id":683345,"date":"2025-12-31T17:52:20","date_gmt":"2025-12-31T17:52:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/683345\/"},"modified":"2025-12-31T17:52:20","modified_gmt":"2025-12-31T17:52:20","slug":"trumps-erneuerte-monroe-doktrin-die-usa-sind-zu-spaet-dran","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/683345\/","title":{"rendered":"Trumps erneuerte Monroe-Doktrin: &#8222;Die USA sind zu sp\u00e4t dran&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Trumps erneuerte Monroe-Doktrin&#8220;Die USA sind zu sp\u00e4t dran&#8220;<\/p>\n<p>31.12.2025, 08:49 Uhr <\/p>\n<p>Artikel anh\u00f6ren(03:32 min)<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"Image_img__fQCi0 Image_Img_16_9__4BLfH widget-picture-inline_maximizable__t_E7h\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/U-S-Secretary-of-Defense-Pete-Hegseth-stands-with-President-Donald-Trump-after-President-Trump-made-.webp\" alt=\"U-S-Secretary-of-Defense-Pete-Hegseth-stands-with-President-Donald-Trump-after-President-Trump-made-an-announcement-about-the-Navy-s-Golden-Fleet-at-Mar-a-lago-in-Palm-Beach-Florida-U-S-December-22-2025\"\/>US-Pr\u00e4sident Donald Trump und Verteidigungsminister Pete Hegseth am 22. Dezember bei der Verk\u00fcndung des beabsichtigten Aufbaus einer &#8222;Goldenen Flotte&#8220; der Marine. Die neue Nationale Sicherheitsstrategie der USA erschien Anfang Dezember. (Foto: REUTERS)TeilenFolgen auf:<a href=\"https:\/\/www.whatsapp.com\/channel\/0029Va5cdVJD8SDp5YZgYF01\" title=\"Auf WhatsApp folgen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/socialIcons\/whatsapp.svg\" alt=\"whatsapp\" class=\"ArticleShare_icon__FsrC2\"\/><\/a><a href=\"https:\/\/news.google.com\/publications\/CAAiEPMdif5mpRNxiLOeUpHCwwsqFAgKIhDzHYn-ZqUTcYiznlKRwsML?hl=de&amp;gl=DE&amp;ceid=DE%3Ade\" title=\"Auf Google News folgen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/socialIcons\/google.svg\" alt=\"whatsapp\" class=\"ArticleShare_icon__FsrC2\"\/><\/a><\/p>\n<p class=\"Typography_text-m__XI0da Typography_weight-bold__uT6mq storyline_lead_text_leadtext__q_wg8\">Die Vereinigten Staaten vollf\u00fchren einen Salto r\u00fcckw\u00e4rts in die Geschichte und setzen offiziell auf eine Trump&#8217;sche Version der Monroe-Doktrin. Die USA wollen demnach die L\u00e4nder in den Amerikas auf Linie bringen und China verdr\u00e4ngen. &#8222;Das wird nicht funktionieren&#8220;, sagt Jorge Heine, Ex-Minister in Chile und Ex-Botschafter in China. Die USA b\u00f6ten nichts an.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\"><b class=\"bold\">ntv.de: Herr Heine, w\u00e4hrend der Jahrzehnte des Kalten Krieges griffen die Vereinigten Staaten auf die eine oder andere Weise in Lateinamerika ein, um zu verhindern, dass der Kommunismus in der Region Wurzeln schl\u00e4gt. Bringen Sie uns auf Stand: Was ist seit dem Ende des Kalten Krieges passiert? <\/b><\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Jorge Heine: Nach dem Kalten Krieg begann Lateinamerika den \u00dcbergang zur Demokratie. In den sp\u00e4ten 1980er und 1990er Jahren gab es zudem den sogenannten Washingtoner Konsens, basierend auf der Vorstellung von \u00d6ffnung, Deregulierung und Privatisierung. Das wurde auch mit TINA bezeichnet: there is no alternative, keine Alternative zum Neoliberalismus. Das hat allerdings nicht besonders gut funktioniert. Also folgte der Aufstieg der Linken und die sogenannte rosarote Welle, die im Jahr 2000 mit Lula in Brasilien aufkam, Ricardo Lagos kam in Chile an die Macht, die Frente Amplio in Uruguay. Dort und anderswo stellten Regierungen mehr soziale Gerechtigkeit in den Fokus, wollten Armut beseitigen. Es gab in den vergangenen drei\u00dfig Jahren in Lateinamerika jedoch immer wieder Schwankungen zwischen rechts und links. <\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\"><b class=\"bold\">Sie haben k\u00fcrzlich ein Buch mit dem Titel &#8222;The Non-Aligned World. Striking Out in an Era of Great Power Competition&#8220; ver\u00f6ffentlicht, in dem Sie und Ihre Co-Autoren die Vorteile f\u00fcr die Staaten des S\u00fcdens beschreiben, sich nicht einfach an eine der sogenannten Gro\u00dfm\u00e4chte zu halten, sondern blockfrei zu bleiben. In der <a class=\"inline_link\" href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Trumps-Sicherheitspapier-gleicht-Kampfansage-an-Europa-id30112539.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">neuen Nationalen Sicherheitsstrategie<\/a> der Vereinigten Staaten <a class=\"inline_link\" href=\"https:\/\/www.whitehouse.gov\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/2025-National-Security-Strategy.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">wird jedoch eine neue Version der Monroe-Doktrin ausgerufen<\/a>, wonach die USA erneut die Dominanz in der Region beanspruchen und Chinas Einfluss zur\u00fcckgedr\u00e4ngt werden soll. Wie unabh\u00e4ngig k\u00f6nnen die s\u00fcdlicheren L\u00e4nder in der Hemisph\u00e4re sein?<\/b><\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Die Welt durchlebt gerade eine sehr schwierige Zeit. Wir hatten Pandemien, alle m\u00f6glichen Naturkatastrophen, Klimawandel, Massenmigration und so weiter. Und im Kern der aktuellen internationalen Unordnung ist der Wettbewerb zwischen den Vereinigten Staaten und China. Lateinamerika steckt zwischen Baum und Borke. Die neue Version der Blockfreiheit, die wir beschreiben, ist eine aktive Blockfreiheit, also das richtige Gleichgewicht im Umgang mit beiden Gro\u00dfm\u00e4chten aktiv zu suchen und zu finden. Die Region wird oft als Einflusssph\u00e4re der Vereinigten Staaten beschrieben, aber China hat im Laufe des 21. Jahrhunderts eine bedeutende Pr\u00e4senz aufgebaut. F\u00fcr S\u00fcdamerika ist China der wichtigste Handelspartner. Wir sagen, es w\u00e4re ein gro\u00dfer Fehler, sich mit einer der beiden Gro\u00dfm\u00e4chte zu verb\u00fcnden. Denn in dem Moment verliert man jeglichen Hebel, jegliches Druckmittel. Man kann nicht mehr verhandeln. <\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\"><b class=\"bold\">Ist das der Vorteil Ihres Ansatzes?<\/b><\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Das beste Beispiel daf\u00fcr ist Brasilien. Die USA \u00fcbten Druck aus, das Gerichtsverfahren gegen den ehemaligen Pr\u00e4sidenten Jair Bolsonaro zu beenden, der wegen eines versuchten Milit\u00e4rputsches im Januar 2023 verurteilt wurde. Brasilien weigerte sich. Infolgedessen wurde es von den Vereinigten Staaten mit 50-Prozent-Z\u00f6llen belastet. Brasilien blieb standhaft, die USA senkten die Z\u00f6lle teilweise wieder, weil der Preis des importierten Kaffees und Rindfleischs bei ihnen stark anstieg, was bei den US-Verbrauchern nicht gut ankam. Der Kontrast zu dem, was die Europ\u00e4ische Union mehr oder weniger gleichzeitig veranstaltete, war ziemlich bemerkenswert. W\u00e4hrend Pr\u00e4sident Lula standhaft blieb, reiste EU-Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen zu Trumps Golfplatz in Schottland, um einem f\u00fcr die EU sehr unvorteilhaften Abkommen mit den USA zuzustimmen.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\"><b class=\"bold\">Das Wei\u00dfe Haus geht einen eigenen Weg, ignoriert zudem die internationalen Institutionen, welche die Vereinigten Staaten selbst nach dem Zweiten Weltkrieg aufgebaut haben. Nach dem gro\u00dfangelegten Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine nennen das manche auch \u2026<\/b><\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">&#8230; die zweite Zeitenwende!<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\"><b class=\"bold\">F\u00fcr wie bedeutsam halten Sie diese historische Umorientierung?<\/b><\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Ich halte sie f\u00fcr sehr wichtig. Es ist eine au\u00dfergew\u00f6hnliche Situation, wenn die USA die liberale internationale Ordnung zu Fall bringen wollen, an deren Errichtung sie selbst ma\u00dfgeblich beteiligt waren, also die Vereinten Nationen, die Bretton-Woods-Institutionen, Handel und Freihandel. 2016 war ein Schl\u00fcsseljahr. Im Juni stimmte das Vereinigte K\u00f6nigreich f\u00fcr den Austritt aus der Europ\u00e4ischen Union, und im November desselben Jahres wurde Trump erstmals zum US-Pr\u00e4sidenten gew\u00e4hlt. Die \u00dcberzeugung ist offenbar, so hat es US-Au\u00dfenminister Marco Rubio ausgedr\u00fcckt: Das internationale System ist nicht einfach ein schlechtes System. Es ist schlecht f\u00fcr die Vereinigten Staaten. Eine sehr fragw\u00fcrdige These.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\"><b class=\"bold\">Das Wei\u00dfe Haus beansprucht wie fr\u00fcher geopolitische Dominanz in der westlichen Hemisph\u00e4re, also den Amerikas. Trump m\u00f6chte den Friedensnobelpreis, hat aber eine enorme Streitmacht vor Venezuela platziert, um m\u00f6glicherweise einen Krieg zu beginnen. Ist das nicht h\u00f6chst widerspr\u00fcchlich?<\/b><\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Die neue Nationale Sicherheitsstrategie der USA legt die westliche Hemisph\u00e4re und Lateinamerika in den Mittelpunkt der US-Au\u00dfenpolitik. Ex-Pr\u00e4sident Barack Obama hat sich nach Asien orientiert, Ex-Pr\u00e4sident George W. Bush den Krieg gegen den Terrorismus gef\u00fchrt, der sich haupts\u00e4chlich auf den Nahen Osten konzentrierte. Die aktuelle Neuordnung der Priorit\u00e4ten k\u00f6nnte man als gute Sache sehen, denn Lateinamerika steckt in ernsthaften Schwierigkeiten. Es ist die Region der Welt, die am st\u00e4rksten von der Pandemie betroffen war. Unter den 8 Prozent der Weltbev\u00f6lkerung, die in Lateinamerika lebt, gab es 28 Prozent der weltweiten Todesf\u00e4lle. Es gab den gr\u00f6\u00dften wirtschaftlichen Abschwung seit 120 Jahren und 2020 eine wirtschaftliche Schrumpfung von 6,6 Prozent. Die erste Trump-Regierung \u00fcbte Druck aus, alle m\u00f6glichen Infrastrukturprojekte abzusagen. Lateinamerika befindet sich also in einem schlechten Zustand. <\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\"><b class=\"bold\">Trotz des Jo-Jo-Effekts danach?<\/b><\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Lateinamerika hat sich von der Krise vor f\u00fcnf Jahren aber nicht wirklich erholt. Deshalb k\u00f6nnte man denken, dass Washingtons neue Priorit\u00e4t gut w\u00e4re, wenn sie der Region helfen w\u00fcrde, wirtschaftlich wieder zu wachsen. Aber die traurige Wahrheit ist: Der Fokus liegt darauf, was die Vereinigten Staaten aus Lateinamerika herausholen k\u00f6nnen, statt auf der Entwicklung Lateinamerikas selbst. Die US-Sicherheitsstrategie erw\u00e4hnt Ressourcen, Bodensch\u00e4tze und Verm\u00f6genswerte, Seltene Erden und die Notwendigkeit der Vereinigten Staaten, diese zu sichern. Es wird auch die Notwendigkeit erw\u00e4hnt, im Grunde alle anderen Bauunternehmen auszuschlie\u00dfen, die an Infrastrukturprojekten in Lateinamerika arbeiten, nicht nur solche aus China, auch franz\u00f6sische, spanische und andere Firmen. Es konzentriert sich v\u00f6llig auf die Bed\u00fcrfnisse und Priorit\u00e4ten der Vereinigten Staaten. Das kommt in der Region nicht gut an.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\"><b class=\"bold\">Die USA bedrohen Venezuela, \u00fcben diplomatischen Druck auf Brasilien aus, st\u00fctzen in Argentinien mit Milliarden Dollar den vor der Kongresswahl wackelnden Pr\u00e4sidenten Javier Milei. Hei\u00dft das zusammengenommen: Verb\u00fcndet euch mit uns, oder es k\u00f6nnte etwas Schlimmes passieren?<\/b><\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Ja, so k\u00f6nnte man das sagen. Aber die USA sind zu sp\u00e4t dran. Bei einer Reihe zentralamerikanischer L\u00e4nder war Washington damit erfolgreich, auch mit Ecuador oder mit Argentinien. Doch China handelt mit Lateinamerika im Wert von 518 Milliarden Dollar, allein mit Brasilien sind es 165 Milliarden Dollar, mit Chile 60 Milliarden Dollar. Die Vorstellung, sie w\u00fcrden das verringern, ist v\u00f6llig fehlgeleitet. Soll Brasilien seinen Landwirten sagen, sie sollen keine Sojabohnen pflanzen? Das wird nicht funktionieren. Der Agrarsektor ist darauf ausgerichtet, an China zu verkaufen. Aber die USA befinden sich im Soja- und Rindfleischsektor im Wettbewerb mit Brasilien und Argentinien. Als China mit Z\u00f6llen der USA belegt wurde, kaufte es eben aus S\u00fcdamerika.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\"><b class=\"bold\">Der Fokus der Nationalen Sicherheitsstrategie ist auch, Migrationsbewegungen nach Norden zu reduzieren sowie Drogenschmuggel zu verhindern. Das geschieht normalerweise mit Investitionen, welche die Lebensbedingungen der Menschen verbessern sollen. China finanziert mit seiner Neuen Seidenstra\u00dfe auch in Lateinamerika Infrastruktur. In Peru etwa wurde zuletzt der riesige Hochseehafen Chancay er\u00f6ffnet. \u00dcbersch\u00e4tzt die US-Regierung die M\u00f6glichkeiten und den Willen seiner Unternehmen, in Lateinamerika zu investieren?<\/b><\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">China ist in der Region pr\u00e4sent wegen seines Wirtschaftswachstums. Das Land ist die zweitgr\u00f6\u00dfte Volkswirtschaft der Welt und steuert etwa 19 Prozent der Weltwirtschaftsleistung bei. Die USA etwa 25 Prozent. In China gibt es zudem eine sehr hohe Sparquote, 40 Prozent; dieses Geld will in andere L\u00e4nder. In China lohnt es sich nicht mehr so sehr, weil bereits so viel investiert wurde. Die Vereinigten Staaten und Europa bremsen Investitionen aus China, also gehen Investoren nach Lateinamerika, nach Afrika und nach Asien. Zugleich haben sich die USA im Handels- und Investitionsbereich im Grunde aus S\u00fcdamerika zur\u00fcckgezogen, und f\u00fcr China die T\u00fcr offengelassen. <\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\"><b class=\"bold\">Wie dr\u00fcckt sich das aus? <\/b><\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">In diesem Jahr gab es zwei au\u00dfergew\u00f6hnliche Beispiele. In Brasilien hat der chinesische Fahrzeughersteller BYD eine Elektroautofabrik im Bundesstaat Bahia in einem ehemaligen Industriepark er\u00f6ffnet. Der stammt noch von Ford, aber das US-Unternehmen hatte ihn zur\u00fcckgelassen. Und Great Wall Motor hat im Bundesstaat S\u00e3o Paulo die R\u00e4umlichkeiten einer ehemaligen Mercedes-Benz-Fabrik bezogen. China \u00fcbernimmt Bereiche, welche die Vereinigten Staaten und europ\u00e4ische Unternehmen zur\u00fcckgelassen haben.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\"><b class=\"bold\">Kommt das <a class=\"inline_link\" href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Unterzeichnung-des-umstrittenen-Mercosur-Abkommens-wird-verschoben-id30160707.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">EU-Mercosur-Freihandelsabkommen<\/a> also zu sp\u00e4t? Wir steuern auf fast drei Jahrzehnte an Verhandlungen zu. <\/b><\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">In diesem Fall w\u00fcrde ich sagen: Es ist nie zu sp\u00e4t. Aber ja, sowohl Europa als auch die Vereinigten Staaten dr\u00e4ngen die lateinamerikanischen Regierungen st\u00e4ndig und sagen, sie sollten mehr mit uns und nicht mit China zu tun haben. Die Taten sprechen eine andere Sprache. Da ist einmal der Gipfel der Organisation amerikanischer Staaten, der OAS, der alle drei Jahre stattfindet. Der Hauptzweck ist es, den US-Pr\u00e4sidenten dazu zu bringen, sich mit lateinamerikanischen und karibischen Staats- und Regierungschefs zu treffen. In diesem Jahr wurde der Gipfel zum ersten Mal seit seiner Gr\u00fcndung vor drei\u00dfig Jahren verschoben, was im Grunde bedeutet, dass er abgesagt wurde. Die USA hatten Druck ausge\u00fcbt, wer eingeladen werden sollte und wer nicht. Und im Fall der Europ\u00e4ischen Union gibt es einen alle drei Jahre stattfindenden EU-Lateinamerika-Gipfel, der im November in Kolumbien stattfand. EU-Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen war in Brasilien und entschied sich gegen eine Reise. Was sagt das \u00fcber das Interesse der EU an Lateinamerika? Die USA und Europa waren jahrhundertelang die wichtigsten Partner der Region. Nun ist China hinzugekommen, was seine Beziehungen offensichtlich ernsthafter pflegt.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\"><b class=\"bold\">Herr Heine, Sie waren Minister unter Chiles Ex-Pr\u00e4sident Eduardo Frei und Botschafter in China unter Ex-Pr\u00e4sidentin Michelle Bachelet. Wie wird die Nationale Sicherheitsstrategie der USA in ihrem fr\u00fcheren Berufsumfeld gesehen?<\/b><\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Es gibt einen Wettbewerb zwischen den Vereinigten Staaten und China um Herz und Geist lateinamerikanischer Regierungen und Bev\u00f6lkerungen. Die Vereinigten Staaten haben augenscheinlich viele Vorteile. Sie haben eine gr\u00f6\u00dfere Wirtschaft, sind Teil der eigenen Hemisph\u00e4re, in Wissenschaft und Technologie weiterentwickelt als China. Schneiden sie also besser ab in diesem Wettbewerb? Die Wahrnehmung, die ich habe, und was Kollegen in China und anderswo sagen: Nein. Die Vereinigten Staaten folgen dem Ansatz: nur Peitsche, kein Zuckerbrot. Sie bieten nur wenig an. Schon in Trumps erster Amtszeit war die Grundbotschaft bei offiziellen Besuchen: Wir m\u00f6chten, dass ihr weniger mit China handelt, und wir m\u00f6chten, dass ihr dieses spezielle Projekt, diese Br\u00fccke nicht baut oder dieses Glasfaserkabel nicht verlegt. Dann fragen lateinamerikanische Regierungen &#8211; ich habe das als Minister erlebt: Was bietet ihr stattdessen an? Die Antwort der US-Vertreter war stets: nichts. <\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\"><b class=\"bold\">Das klingt nicht besonders attraktiv.<\/b><\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Das ist keine erfolgreiche diplomatische Strategie. Es bringt die L\u00e4nder in Lateinamerika in eine schwierige Lage. Die Vereinigten Staaten bieten keinen guten Zugang zum US-Markt an, keine nennenswerte internationale Zusammenarbeit und unterzeichnen keine Freihandelsabkommen. Die humanit\u00e4re Hilfsorganisation USAID wurde eingestellt. China hingegen bietet Zugang zum chinesischen Markt sowie die Neue Seidenstra\u00dfe. Viele Leute sind der Ansicht, dass das China mittel- und langfristig sehr n\u00fctzt.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Mit Jorge Heine sprach Roland Peters<\/p>\n<p class=\"Typography_text-s__wu_cm Typography_weight-normal__pqUbH Typography_color-darkgrey__sZEnP article-detail-footer_source__KslPc\">Quelle: ntv.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Trumps erneuerte Monroe-Doktrin&#8220;Die USA sind zu sp\u00e4t dran&#8220; 31.12.2025, 08:49 Uhr Artikel anh\u00f6ren(03:32 min) US-Pr\u00e4sident Donald Trump und&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":683346,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3977],"tags":[331,332,12932,5697,29508,227,106,13,14,15,52507,16,12,1991,4017,4018,4016,14953,14237,64,1700,4019,4020],"class_list":{"0":"post-683345","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-usa","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-argentinien","11":"tag-brasilien","12":"tag-chile","13":"tag-china","14":"tag-donald-trump","15":"tag-headlines","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-peru","19":"tag-politik","20":"tag-schlagzeilen","21":"tag-suedamerika","22":"tag-united-states","23":"tag-united-states-of-america","24":"tag-us","25":"tag-us-militaer","26":"tag-us-verteidigungsministerium","27":"tag-usa","28":"tag-venezuela","29":"tag-vereinigte-staaten","30":"tag-vereinigte-staaten-von-amerika"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115815458055413211","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/683345","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=683345"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/683345\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/683346"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=683345"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=683345"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=683345"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}