{"id":683351,"date":"2025-12-31T17:57:20","date_gmt":"2025-12-31T17:57:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/683351\/"},"modified":"2025-12-31T17:57:20","modified_gmt":"2025-12-31T17:57:20","slug":"was-bringt-das-jahr-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/683351\/","title":{"rendered":"Was bringt das Jahr 2026?"},"content":{"rendered":"<p>                    <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"internal-image\" title=\"Sonnenaufgang \u00fcber der Erde \" alt=\"Sonnenaufgang \u00fcber der Erde \" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/sonnenaufgang-erde-weltall-bild-100-1920x1080.jpg\" \/><\/p>\n<p>                  Was bringt das Jahr 2026? Wir leben in einer Welt vieler ungel\u00f6ster Probleme und offener Fragen. (picture alliance \/ Bildagentur-online \/ Tetra Images)<\/p>\n<p>Die Welt sortiert sich neu &#8211; und f\u00fcr westliche Demokratien k\u00f6nnte 2026 zu einem Jahr von grundlegenden Entscheidungen werden. Die ver\u00e4nderte globale Ordnung fordert die Europ\u00e4ische Union heraus, die US-Parlamentswahlen im November werden zeigen, wohin die Vereinigten Staaten politisch steuern, und in Deutschland stehen Landtagswahlen an, bei denen teils fraglich ist, ob die politische\u00a0Mitte noch Mehrheiten bilden kann.<\/p>\n<p>Die Pax Americana, die Zeit amerikanischer Vorherrschaft, scheint Geschichte zu sein. Die Spielregeln der internationalen Politik werden neu geschrieben und noch scheint offen, was am Ende dabei herauskommt. Dabei werde die Ordnung der vergangenen Jahrzehnte ausgerecht von jener Weltmacht zerst\u00f6rt, die Europa bislang Schutz geboten und sich weltweit f\u00fcr die Verbreitung der liberalen Demokratie stark gemacht habe, sagt die Journalistin und Fernsehmoderatorin Anne Will. <\/p>\n<p>Klar ist: Die USA wollen nicht l\u00e4nger Europas Schutzmacht sein. Stattdessen richten sie ihren Blick wieder st\u00e4rker nach innen und auf Nord- und S\u00fcdamerika. Welche internationale Ordnung wird sich nach der Pax Americana etablieren? Wird die EU ihren Platz darin finden? Und wie wird sich das Verh\u00e4ltnis der Vereinigten Staaten zu anderen Akteuren entwickeln, etwa zu China und Russland? F\u00fcr Tina Hildebrand, Co-Leiterin des Politikressorts der \u201eZeit\u201c, werden diese Fragen das politische Jahr 2026 begleiten.\u00a0 <\/p>\n<p>                Business-Deals und neue Ideologien<\/p>\n<p>Der Jurist und Podcaster Ulf Buermeyer erkennt eine grundlegende Verschiebung der Paradigmen in den USA unter Trump. Diese wollten nicht mehr die friedliche Weltordnung sicherstellen, sondern &#8222;im Wesentlichen gute Deals&#8220;. Statt auf globale Sicherheit setze der US-Pr\u00e4sident in erster Linie auf wirtschaftliche Vorteile. <\/p>\n<p>Robin Alexander, Journalist und Autor, argumentiert dagegen: Auch die Pax Americana sei f\u00fcr die Vereinigten Staaten ein \u201egutes Gesch\u00e4ft\u201c gewesen; die Abkehr vom \u201eErfolgsmodell\u201c lasse sich daher nicht allein durch eine kapitalistische Logik erkl\u00e4ren. Es gehe um weit mehr als darum, gute Deals zu machen \u2013 n\u00e4mlich um die Durchsetzung von Ideologie. \u201eDarauf als Europ\u00e4er eine Antwort zu finden, ist viel schwieriger, weil: Business-Deals kriegen wir auch hin.\u201c\u00a0 <\/p>\n<p>Nach Einsch\u00e4tzung von Nadine Lindner, Journalistin im Deutschlandfunk-Haupstadtstudio, lassen sich diese beiden Erkl\u00e4rans\u00e4tze &#8211; Trumps wirtschaftspolitische Interessen und die ideologiegetriebene &#8222;Make America Great Again&#8220;-Bewegung &#8211; zusammen denken. Hauptstadtstudio-Leiter Stephan Detjen f\u00fcgt einen dritten Punkt hinzu: die Zerst\u00f6rung all dessen, wof\u00fcr Europa stehe.<\/p>\n<p>Detjen ist \u00fcberzeugt, dass Trump Europa schw\u00e4chen will. Das zeige etwa die neue US-Sicherheitsstrategie, die sich gegen europ\u00e4ische Werte richte. &#8222;Deshalb ist es v\u00f6llig richtig, wenn jetzt von europ\u00e4ischer Seite klar erkannt wird, dass die USA ein Gegner Europas sind.\u201c Er warnt davor, dass der US-Pr\u00e4sident m\u00e4chtige Verb\u00fcndete f\u00fcr seine Idee von einer globalen Ordnung findet, die vor allem von Machtinteressen getrieben wird. <\/p>\n<p>                      <a class=\"paragraph-emphasis-teaser\" href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/2025-das-jahr-der-autokraten-was-jetzt-europa-100.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>                          <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"internal-image\" title=\"Friedrich Merz (links), Keir Starmer (2. von li.), Wolodymyr Selenskyj und Emmanuel Macron\" alt=\"Friedrich Merz (links), Keir Starmer (2. von li.), Wolodymyr Selenskyj und Emmanuel Macron\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/merz-macron-starmer-102-512x384.jpg\" \/><\/p>\n<p>                          Trump, Putin, Xi<br \/>\n                          Nach dem Jahr der Autokraten: Was jetzt, Europa?<br \/>\n                          Trump, Putin, Xi<br \/>\n                          Nach dem Jahr der Autokraten: Was jetzt, Europa?<\/p>\n<p class=\"info-description\">Was k\u00f6nnen die Europ\u00e4er den globalen Schwergewichten entgegensetzen? Dar\u00fcber diskutieren der Politikberater Nico Lange, Senior Fellow bei der M\u00fcnchner Sicherheitskonferenz, Deutschlandfunk-Redakteur Steffen Wurzel und der Journalist J\u00fcrgen Zurheide.<\/p>\n<p>                      <\/a><br \/>\n                      <a class=\"paragraph-emphasis-teaser\" href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/autoritarismus-internationales-recht-100.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>                          <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"internal-image\" title=\"Russlands Pr\u00e4sident Wladimir Putin und US-Pr\u00e4sident Donald Trump posieren am 15. August 2025 in Anchorage, Alaska f\u00fcr ein Foto. \" alt=\"Russlands Pr\u00e4sident Wladimir Putin und US-Pr\u00e4sident Donald Trump posieren am 15. August 2025 in Anchorage, Alaska f\u00fcr ein Foto. \" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/trump-putin-gipfel-alaska-bild-100-512x384.jpg\" \/><\/p>\n<p>                          Kommentar<br \/>\n                          Die starken M\u00e4nner und die starken Ideen<\/p>\n<p class=\"info-description\">Internationale Politik wird zunehmend von Machthabern bestimmt, die die Verachtung des Rechts und Stammesdenken als St\u00e4rke feiern. In Deutschland und der EU wird immer klarer, dass es die Komfortzone der vergangenen Jahrzehnte nicht mehr gibt.<\/p>\n<p>                      <\/a><br \/>\n                      <a class=\"paragraph-emphasis-teaser\" href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/usa-sicherheitsstrategie-europa-eu-nato-russland-100.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>                          <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"internal-image\" title=\"Zwei Soldaten der US National Guard stehen in Washington unter zwei US-Flaggen\" alt=\"Zwei Soldaten der US National Guard stehen in Washington unter zwei US-Flaggen\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/usa-soldaten-100-512x384.jpg\" \/><\/p>\n<p>                          Sicherheitsstrategie der USA<br \/>\n                          Eine zweite Zeitenwende f\u00fcr Europa?<\/p>\n<p class=\"info-description\">Als \u201eScheidungspapier\u201c wird die neue US-Sicherheitsstrategie bezeichnet \u2013 denn Europa wird darin scharf angegriffen und eine \u201eAmerica First\u201c-Politik festgeschrieben. Auf Deutschland, die EU und die europ\u00e4ischen NATO-Staaten kommen gro\u00dfe Herausforderungen zu.<\/p>\n<p>                      <\/a><\/p>\n<p>Europas Ideal einer Weltordnung, die auf V\u00f6lkerrecht, Kooperation und gegenseitiger Anerkennung basiere, werde durch &#8222;Machtspiele&#8220; und scheindemokratische Systeme verdr\u00e4ngt, sagt Detjen. Internationale Politik sieht er zunehmend von autorit\u00e4ren und nationalistischen Dynamiken bestimmt. Die Frage sei: Wie kann sich Europa gegen die Angriffe auf offene Gesellschaften, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie wappnen?<\/p>\n<p>Auch innenpolitisch k\u00f6nnte sich in den USA im kommenden Jahr vieles ver\u00e4ndern. Anfang November stehen Zwischenwahlen an. Alle 435 Sitze im Repr\u00e4sentantenhaus und ein Drittel der Sitze im Senat werden neu besetzt. Die Midterms sind zentral f\u00fcr den k\u00fcnftigen Handlungsspielraum des Pr\u00e4sidenten. Wohin steuert das Land? <\/p>\n<p>Ulf Buermeyer sieht die USA im Jahr 2026 an einem Wendepunkt. Die Midterms entschieden dar\u00fcber, ob der Trumpismus weiter gedeihen k\u00f6nne. \u201eMomentan kann Trump quasi durchregieren.\u201c Der Umbau des politischen Systems hin zu einem Staat, in dem das Amt des Pr\u00e4sidenten \u00fcberm\u00e4chtig sei, schreite bislang ungebremst voran. Die Wahlen seien ausschlaggebend daf\u00fcr, ob der Kongress wieder zu einem Gegengewicht werde. Entscheidend f\u00fcr den Ausgang ist Buermeyer zufolge, wie \u00fcberzeugt die Menschen im Land noch von Trumps Wirtschaftspolitik sind und ob die Demokraten ihnen ein \u00fcberzeugendes Gegenangebot machen k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>Auch auf der anderen Seite des Atlantiks werden Antworten auf den Populismus von rechts gesucht. K\u00f6nnen die Parteien der Mitte noch Mehrheiten finden? Ulf Buermeyer ist \u00fcberzeugt, dass positive Gegenentw\u00fcrfe notwendig sind, um Populisten zu begegnen. Die Frage sei: Wie kann die Demokratie das Leben der Menschen besser machen? <\/p>\n<p>Ein Negativbeispiel ist wohl Frankreich. \u201eDa hat man Leute ganz links und ganz rechts, die sich auf nichts einigen k\u00f6nnen, au\u00dfer die Premierminister der Mitte kaputtzumachen und jede Reform zu verhindern\u201c, sagt Robin Alexander. Auch Stephan Detjen sieht das parlamentarische System in Frankreich in der Krise und warnt vor den Folgen f\u00fcr Europa. Offen sei, ob sich nach dem Ende der zweiten Amtszeit von Pr\u00e4sident Emmanuel Macron wieder eine anschlussf\u00e4hige Mitte formieren k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Damit Deutschland in keine vergleichbare &#8222;Zwangslage&#8220; gerate, h\u00e4lt es Robin Alexander f\u00fcr zentral, dass die Bundesregierung Ergebnisse liefere, \u201edie neues Vertrauen schaffen\u201c. Noch gebe es schlie\u00dflich Mehrheiten in der Mitte. <\/p>\n<p>Ein Stimmungstest f\u00fcr die schwarz-rote Koalition d\u00fcrften die Landtagswahlen 2026 werden. In f\u00fcnf Bundesl\u00e4ndern wird gew\u00e4hlt: Baden-W\u00fcrttemberg, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin. <\/p>\n<p>Die Frage, ob die politische Mitte noch Mehrheiten bilden kann, wird sich nach Einsch\u00e4tzung von Nadine Lindner sp\u00e4testens bei der Wahl in Sachsen-Anhalt am 6. September stellen. Umfragen sehen die AfD aktuell bei rund 40 Prozent, deutlich vor der CDU mit etwa 27 Prozent. Dahinter die Linke mit 11, SPD und BSW mit 6 Prozent. <\/p>\n<p>Was passiert, wenn es keine Mehrheitsbildung der Mitte gibt? Wird das Schicksal der Bundesregierung in einem ostdeutschen Bundesland entschieden? Anne Will ist \u00fcberzeugt, dass eine Zusammenarbeit von CDU und AfD auf Landesebene einen &#8222;irrsinnigen Stress&#8220; in der CDU ausl\u00f6sen w\u00fcrde. Doch zerbrechen werde die Bundesregierung daran nicht. <\/p>\n<p>                Rente und deutsche Soldaten in der Ukraine<\/p>\n<p>Aus Sicht von Nadine Lindner wird der Wahlkampf 2026 unter anderem vom Thema Rente gepr\u00e4gt (bis Mitte des Jahres soll eine Rentenkommission Vorschl\u00e4ge zur Reform der Alterssicherung vorlegen) sowie von der Frage nach einer deutschen Beteiligung an einer Friedenstruppe in der Ukraine.<\/p>\n<p>Die Parteien der Mitte st\u00fcnden vor der Aufgabe, der Bev\u00f6lkerung zu erkl\u00e4ren, &#8222;dass es ein Beitrag zum Frieden ist, Bundeswehrsoldaten in die Ukraine zu schicken&#8220;, sagt Robin Alexander. &#8222;Wir haben jetzt Akteure \u2013 nicht nur im Parlament, sondern auch in den Medien \u2013 die so destruktiv sind, dass sie diese Erkl\u00e4rung verhindern wollen.&#8220;<\/p>\n<p>Ulf Buermeyer sieht die politische Aufgabe darin, den Menschen in Deutschland &#8222;wieder das gute Gef\u00fchl&#8220; zu geben, dass der Staat f\u00fcr sie da sei. Sie m\u00fcssten sich wieder mehr mit dem Land identifizieren, sagt er &#8211; und wirbt daf\u00fcr, &#8222;mehr Staat&#8220; zu wagen. <\/p>\n<p>Onlinetext: irs<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Was bringt das Jahr 2026? Wir leben in einer Welt vieler ungel\u00f6ster Probleme und offener Fragen. 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