{"id":683639,"date":"2025-12-31T20:42:11","date_gmt":"2025-12-31T20:42:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/683639\/"},"modified":"2025-12-31T20:42:11","modified_gmt":"2025-12-31T20:42:11","slug":"warum-bulgarien-respektabel-aufgeholt-hat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/683639\/","title":{"rendered":"Warum Bulgarien respektabel aufgeholt hat"},"content":{"rendered":"<p>Eine harmonische Zeitenwende sieht eigentlich anders aus. Ein \u00fcberst\u00fcrzter Regierungsabtritt vor Beginn von Bulgariens neuer Euro-\u00c4ra am 1. J\u00e4nner, Proteste gegen Korruption und Freunderlwirtschaft: Ausgerechnet der am wenigsten wohlhabende EU-Staat gleitet morgen, mit ungewohnt viel Get\u00f6se, als 21. Mitglied in die auf Stabilit\u00e4t bedachte Euro-Zone. Als \u00e4rmster Anw\u00e4rter war Bulgarien vor 19 Jahren der EU beigetreten, nun f\u00fchrt der von Turbulenzen ersch\u00fctterte Balkanstaat den Euro ein. Hievt Br\u00fcssel mit Bulgarien ein r\u00fcckst\u00e4ndiges und schwachbr\u00fcstiges Problemkind in die Eurozone? <\/p>\n<p>Kein Problemkind mehr<\/p>\n<p>Eher nein. Ausgerechnet Bulgarien erweist sich n\u00e4mlich als ein Beispiel daf\u00fcr, wie sehr die EU-Integration Entwicklung voranbringen kann. Finanzpolitisch gibt es derzeit keinerlei Anlass zur Sorge, im Gegenteil. Die Maastricht-Kriterien, die zur Euro-Einf\u00fchrung qualifizieren, erf\u00fcllt das Neu-Mitglied weitgehend. Nicht nur mit einer seit Jahren eisernen Haushaltsdisziplin, sondern auch mit einer beneidenswert niedrigen Staatsverschuldung: Mit rund 25 Prozent des Bruttoinlandsprodukts liegt die Staatsschuld nicht nur klar unter dem EU-Mittel von 81 Prozent, sondern auch weit unter jener vieler Gr\u00fcndungsmitglieder der Eurozone, darunter Griechenland (152 Prozent), Italien (137 Prozent) oder Frankreich (114 Prozent). <\/p>\n<p>Sicher ist, dass Bulgarien enorm aufholte: Am Vorabend des EU-Beitritts 2007 lag Bulgariens Sozialprodukt pro Kopf bei 28 Prozent des EU-Mittels. Zwei Jahrzehnte sp\u00e4ter betr\u00e4gt dieses zwar noch immer nur ein gutes Viertel von Spitzenreiter Luxemburg (245 Prozent), dennoch hat Europas vermeintlich hoffnungsloses Schlusslicht den R\u00fcckstand zu den meisten EU-Staaten kr\u00e4ftig verkleinert. <\/p>\n<p>Besch\u00e4ftigung und L\u00f6hne steigen<\/p>\n<p>Arbeitskr\u00e4fte sind knapp geworden, Besch\u00e4ftigungsgrad und L\u00f6hne steigen. Beim Wohlstandsbarometer des \u201eAIC-Index\u201c des privaten Konsums der EU-Haushalte hat Bulgarien mit fast Dreiviertel\u00a0des EU-Mittels bereits Lettland und das kriselnde Ungarn hinter sich gelassen. Gro\u00df bleibt allerdings das Wohlstandsgef\u00e4lle zwischen Bulgariens R\u00fcckstandsregionen und den boomenden Gro\u00dfst\u00e4dten. Und selbst dort ist in Roma-Vierteln in Sofia oder Plowdiw Bulgariens der Aufschwung nur bedingt zu sp\u00fcren.<\/p>\n<p>Trotz aller Missst\u00e4nde kehren mehr Bulgaren in ihre Heimat zur\u00fcck als auswandern. Zwar k\u00f6nnen weder EU noch Euro alle\u00a0internen Probleme der Mitgliedstaaten l\u00f6sen. Doch auf das Ventil der Abwanderung der Unzufriedenen k\u00f6nnen Bulgariens gesch\u00e4ftst\u00fcchtige Strippenzieher kaum noch vertrauen: Selbstbewusste B\u00fcrger, die sich nicht mehr zum Auswandern gezwungen f\u00fchlen, k\u00f6nnen Fehlentwicklungen heute leichter korrigieren. <\/p>\n<p>Probleme bleiben Bulgarien genug. Der positive Migrationssaldo ist jedoch ein Indikator daf\u00fcr, dass die EU-Integration auch bei der allm\u00e4hlichen Angleichung der Lebensverh\u00e4ltnisse funktioniert: Wann Bulgarien seinen Titel als Europas rote Laterne abgeben kann, scheint nur eine Frage der Zeit.\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Eine harmonische Zeitenwende sieht eigentlich anders aus. 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