{"id":683918,"date":"2025-12-31T23:29:15","date_gmt":"2025-12-31T23:29:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/683918\/"},"modified":"2025-12-31T23:29:15","modified_gmt":"2025-12-31T23:29:15","slug":"als-21-eu-land-bulgarien-fuehrt-euro-ein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/683918\/","title":{"rendered":"Als 21. EU-Land: Bulgarien f\u00fchrt Euro ein"},"content":{"rendered":"<p>Skepsis gegen\u00fcber dem Euro ist in dem Land am Schwarzen Meer weit verbreitet. Der j\u00fcngsten Umfrage von Eurobarometer zufolge lehnen fast die H\u00e4lfte der 6,4 Millionen Bulgarinnen und Bulgaren die europ\u00e4ische Gemeinschaftsw\u00e4hrung ab. Schlie\u00dflich ist die Sorge gro\u00df, dass mit der W\u00e4hrungsumstellung die Preise steigen werden.<\/p>\n<p>Br\u00fcssel versuchte zu beschwichtigen und versprach Wohlstand sowie Sicherheit. Die Vorteile eines Beitritts zur Euro-Zone seien \u201eerheblich\u201c, sagte etwa die Pr\u00e4sidentin der Europ\u00e4ischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, k\u00fcrzlich in Sofia. Sie verwies auf einfacheren Handel, niedrigere Kosten und stabilere Preise. Die Auswirkungen auf die Verbraucherpreise w\u00fcrden \u201emoderat und nur von kurzer Dauer\u201c sein, so Lagarde.<\/p>\n<p>      <img decoding=\"async\" class=\"lazy-loading\" bad-src=\"data:image\/svg+xml;charset=utf-8,%3Csvg%20xmlns%3D'http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg'%20viewBox%3D'0%200%203804%202536'%2F%3E\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/2881475_bigpicture_1113112_bulgarien_euro_einfuehrung_body2_r.jpg\"  alt=\"Kunden in einem bulgarischen Supermarkt\"\/><\/p>\n<p>   Reuters\/Fedja Grulovic<\/p>\n<p>      Rund die H\u00e4lfte der Bev\u00f6lkerung ist gegen den Euro \u2013 aus Furcht vor Preissteigerungen<\/p>\n<p>Euro \u201eM\u00f6glichkeit, dass Bulgarien reicher wird\u201c<\/p>\n<p>Auch das bulgarische Finanzministerium und die Nationalbank BNB hatten mit den Vorteilen geworben: \u201eDer Beitritt zur Euro-Zone ist eine M\u00f6glichkeit, dass Bulgarien reicher wird.\u201c Der Euro werde dem Fremdenverkehr helfen und bulgarischen Herstellern den Handel mit Europa und der Welt erleichtern.<\/p>\n<p>   <a href=\"https:\/\/ooe.orf.at\/stories\/3335782\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/p>\n<p>         <img class=\"lazy-loading\"\/><\/p>\n<p>\u00d6sterreich<\/p>\n<p>         \u00d6sterreichische Firmen in Bulgarien erwarten R\u00fcckenwind durch Euro<\/p>\n<p>   <\/a><\/p>\n<p>Dazu kommt: Jedes weitere Land im gemeinsamen W\u00e4hrungsraum erleichtert Handel und Reisen. Wer in Bulgarien investieren will, muss sich keine Sorgen mehr um Wechselkurse machen. \u00d6sterreichische Unternehmen in Bulgarien rechnen f\u00fcr 2026 jedenfalls mit h\u00f6heren Ums\u00e4tzen, mehr Auftr\u00e4gen, mehr Besch\u00e4ftigten und h\u00f6heren Investitionen.<\/p>\n<p>Vom Lew zum Euro<\/p>\n<p>Bulgarien, das seit 2007 Mitglied der EU ist, hatte 2020 gemeinsam mit Kroatien den Beitrittsprozess zum Euro-Raum gestartet. Kroatien \u00fcbernahm die einheitliche W\u00e4hrung bereits 2023. Mehrere bulgarische Regierungen setzten sich f\u00fcr einen Wechsel von der derzeitigen W\u00e4hrung Lew zum Euro ein.<\/p>\n<p>Bef\u00fcrworter betonen, der Euro werde nicht nur die Wirtschaft ankurbeln, sondern auch die Verbindungen zum Westen st\u00e4rken und Bulgarien gegen den Einfluss Russlands abschirmen. \u201eMit der Einf\u00fchrung des Euro macht Bulgarien nun den letzten Schritt in Richtung der Europ\u00e4ischen W\u00e4hrungsunion und nimmt seinen rechtm\u00e4\u00dfigen Platz im Herzen Europas ein\u201c, sagte etwa Lagarde.<\/p>\n<p>Warnung vor europakritischen Kampagnen<\/p>\n<p>Andere warnen indes davor, dass m\u00f6gliche Probleme bei der Euro-Einf\u00fchrung von europakritischen Politikern ausgenutzt werden k\u00f6nnten. Im Land gibt es etwa Widerstand gegen den Euro vonseiten der prorussischen, nationalistischen Oppositionspartei Wasraschdane (Wiedergeburt), die im Europaparlament in derselben Fraktion sitzt wie die AfD.<\/p>\n<p>Derlei Probleme w\u00fcrden zum Teil ihrer politischen Kampagne werden, sagte Borjana Dimitrowa vom Umfrageinstitut Alpha Research AFP. Das schaffe \u201eeine Grundlage f\u00fcr eine gegen die EU gerichtete Rhetorik\u201c. Entscheidend f\u00fcr einen nahtlosen \u00dcbergang zwischen Lew und Euro wird laut Beobachtern die politische Stabilit\u00e4t in Sofia sein.<\/p>\n<p>\u201eDie Herausforderung wird darin bestehen, mindestens ein bis zwei Jahre lang eine stabile Regierung zu haben, damit wir die Vorteile des Beitritts zum Euro-Raum voll aussch\u00f6pfen k\u00f6nnen\u201c, sagte der \u00d6konom des Instituts Open Society in Sofia, Georgi Angelow, AFP.<\/p>\n<p>      <img decoding=\"async\" class=\"lazy-loading\" bad-src=\"data:image\/svg+xml;charset=utf-8,%3Csvg%20xmlns%3D'http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg'%20viewBox%3D'0%200%205500%203667'%2F%3E\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/2881477_bigpicture_1113111_bulgarien_euro_einfuehrung_body1_r.jpg\"  alt=\"Ein Demonstrant h\u00e4lt ein Transparent bei einer Demonstration gegen den Beitritt Bulgariens zur Eurozone. \"\/><\/p>\n<p>   Reuters\/Spasiyana Sergieva<\/p>\n<p>      Massenproteste f\u00fchrten Anfang Dezember zum R\u00fccktritt der Regierung \u2013 Lew bedeutet auf Bulgarisch L\u00f6we<\/p>\n<p>Proeurop\u00e4ische Regierung zur\u00fcckgetreten<\/p>\n<p>Derzeit scheint politische Stabilit\u00e4t in Bulgarien jedoch in weiter Ferne. Anfang Dezember war die prowestliche bulgarische Regierung unter Ministerpr\u00e4sident Rossen Scheljaskow nach Massenprotesten gegen Korruption zur\u00fcckgetreten. Bulgarien wird somit am 1. J\u00e4nner den Euro ohne eine regul\u00e4re Regierung und ohne einen Staatsetat f\u00fcr 2026 einf\u00fchren. Es soll vorerst der verl\u00e4ngerte Haushalt 2025 gelten.<\/p>\n<p>Ausl\u00f6ser der Proteste mit Zehntausenden Teilnehmern war der Haushaltsentwurf der Regierung f\u00fcr 2026, der nach Ansicht der Regierungsgegner die im Land grassierende Korruption verschleierte. Die Regierung zog den Haushaltsentwurf daraufhin zur\u00fcck, die Proteste hielten jedoch an. Nach dem R\u00fccktritt gelten Neuwahlen nun als wahrscheinlich. Nach \u00e4hnlichen Protesten im Jahr 2020 gegen die damalige Regierung hat das s\u00fcdosteurop\u00e4ische Land bereits sieben vorgezogene Neuwahlen erlebt.<\/p>\n<p>Bulgarien ist das \u00e4rmste Land in der EU. Im Korruptionswahrnehmungsindex der Organisation Transparency International landete Bulgarien neben Ungarn und Rum\u00e4nien zuletzt auf dem letzten Platz unter den EU-Mitgliedsstaaten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Skepsis gegen\u00fcber dem Euro ist in dem Land am Schwarzen Meer weit verbreitet. 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