{"id":684554,"date":"2026-01-01T05:58:27","date_gmt":"2026-01-01T05:58:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/684554\/"},"modified":"2026-01-01T05:58:27","modified_gmt":"2026-01-01T05:58:27","slug":"wortlaut-predigt-von-papst-leo-xiv-beim-te-deum-am-31-12-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/684554\/","title":{"rendered":"Wortlaut Predigt von Papst Leo XIV. beim Te Deum am 31.12.2025"},"content":{"rendered":"<p>Hier im Wortlaut auf Deutsch die Predigt, die Papst Leo XIV. am Mittwochabend bei der ersten Vesper mit \u201eTe Deum\u201c zum Dank f\u00fcr das vergangene Jahr im Petersdom gehalten hat. Arbeits\u00fcbersetzung von Radio Vatikan\/Vatican News.<\/p>\n<p>S\u00e4mtliche Wortmeldungen des Papstes in ihrer<b> amtlichen Fassung<\/b> werden auf der\u00a0<a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/vatican\/de.html\" target=\"_blank\" rel=\"external noopener\">Internetseite des Heiligen Stuhls<\/a>\u00a0ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p><b>Predigt des Heiligen Vaters Papst Leo XIV\u00a0<br \/>w\u00e4hrend der Ersten Vesper des Hochfestes der Gottesmutter Maria\u00a0<br \/>mit dem festlichen\u00a0Te Deum*<\/b><\/p>\n<p>31. Dezember 2025<\/p>\n<p>Liebe Br\u00fcder und Schwestern!<\/p>\n<p>Die Liturgie der Ersten Vespern des Hochfestes der Gottesmutter Maria besitzt einen ganz besonderen Reichtum. Er entspringt sowohl dem atemberaubenden Geheimnis, das gefeiert wird, als auch dem Platz genau am Ende des Kalenderjahres. Die Antiphonen der Psalmen und des Magnifikat betonen das paradoxe Ereignis eines Gottes, der von einer Jungfrau geboren wird \u2013 oder, umgekehrt gesagt, die g\u00f6ttliche Mutterschaft Mariens. Zugleich umfasst dieses Hochfest, das die Weihnachtsoktav abschlie\u00dft, den \u00dcbergang von einem Jahr zum anderen und breitet dar\u00fcber den Segen dessen aus, \u201eder ist und der war und der kommen wird\u201c (Offb 1,8). Dar\u00fcber hinaus feiern wir dies heute am Ende des Heiligen Jahres, im Herzen Roms, am Grab des Petrus. So will das\u00a0Te Deum, das gleich in dieser Basilika erklingen wird, sich gleichsam weiten, um all den Herzen und Gesichtern eine Stimme zu verleihen, die unter diesen Gew\u00f6lben und auf den Stra\u00dfen dieser Stadt gepilgert sind.<\/p>\n<p>In der biblischen Lesung haben wir eine der staunenswerten Zusammenfassungen des Apostels Paulus geh\u00f6rt: \u201eAls aber die F\u00fclle der Zeit gekommen war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und dem Gesetz unterstellt, um die loszukaufen, die unter dem Gesetz standen, damit wir die Sohnschaft erlangen\u201c (Gal 4, 4-5). Diese Weise, das Mysterium Christi darzustellen, l\u00e4sst an einen Plan denken \u2013 einen gro\u00dfen Plan f\u00fcr die Menschheitsgeschichte. Einen geheimnisvollen Plan, der jedoch ein klares Zentrum hat, wie ein hoher, von der Sonne erleuchteter Berg mitten in einem dichten Wald: Dieses Zentrum wird als \u201eF\u00fclle der Zeit\u201c beschrieben.<\/p>\n<p>Und genau dieses Wort \u2013 \u201eMysterium (Sacramentum) &#8211; Geheimnis\u201c \u2013 ist auch im Hymnus des Epheserbriefes erklungen: \u201eEr hat uns das Geheimnis seines Willens kundgetan, wie er es gn\u00e4dig im Voraus bestimmt hat: Er hat beschlossen, die F\u00fclle der Zeiten heraufzuf\u00fchren, in Christus alles zu vereinen, alles, was im Himmel und auf Erden ist.\u201c (vgl. Eph 1, 9-10).<\/p>\n<p>Schwestern und Br\u00fcder, in unserer Zeit sp\u00fcren wir das Bed\u00fcrfnis nach einem weisen, wohlwollenden und barmherzigen Plan. Nach einem Vorhaben, das frei ist und frei macht, das Friede verhei\u00dft und treu ist \u2013 so wie es die Jungfrau Maria in ihrem Magnifikat, ihrem Lobgesang, verk\u00fcndet hat: \u201eEr erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht \u00fcber alle, die ihn f\u00fcrchten\u201c (Lk 1,\u00a050).<\/p>\n<p>Andere Pl\u00e4ne jedoch beeinflussen heute wie gestern die Welt. Es sind leider Strategien, die darauf abzielen, M\u00e4rkte, Gebiete und Einflussbereiche zu erobern. Bewaffnete Strategien, die sich in heuchlerische Reden verh\u00fcllen, ideologische Parolen und mit falschen religi\u00f6sen Beweggr\u00fcnden.<\/p>\n<p>Doch die Selige Mutter Gottes, die kleinste und zugleich die erhabenste unter den Gesch\u00f6pfen, sieht die Dinge mit dem Blick Gottes: Sie sieht, dass der H\u00f6chste mit der Macht seines Armes die Pl\u00e4ne der Hochm\u00fctigen zerstreut, die M\u00e4chtigen vom Thron st\u00fcrzt und die Niedrigen erh\u00f6ht, die Hungrigen mit G\u00fctern erf\u00fcllt und die Reichen leer ausgehen l\u00e4sst (vgl. Lk 1, 51-53).<\/p>\n<p>Die Mutter Jesu ist die Frau, mit der Gott in der F\u00fclle der Zeit das Wort geschrieben hat, das das Geheimnis offenbart. Er hat es ihr nicht aufgezwungen, sondern es zuerst ihrem Herzen vorgelegt; und nachdem er ihr \u201eJa\u201c empfangen hatte, schrieb er es mit unaussprechlicher Liebe in ihr Fleisch. So hat sich die Hoffnung Gottes mit der Hoffnung Mariens verflochten, einer Tochter Abrahams nach dem Fleisch und mehr noch nach dem Glauben.<\/p>\n<p>Gott liebt es, mit dem Herzen der Kleinen zu hoffen, und er tut dies, indem er sie in seinen Heilsplan einbezieht. Je sch\u00f6ner der Plan, desto gr\u00f6\u00dfer die Hoffnung. Und tats\u00e4chlich schreitet die Welt so voran: getragen von der Hoffnung vieler einfacher Menschen, unbekannt, aber nicht Gott unbekannt, die trotz allem an ein besseres Morgen glauben, weil sie wissen, dass die Zukunft in den H\u00e4nden dessen liegt, der ihnen die gr\u00f6\u00dfte Hoffnung schenkt.<\/p>\n<p>Einer dieser Menschen war Simon, ein Fischer aus Galil\u00e4a, den Jesus Petrus nannte. Gott der Vater hat ihm einen so aufrichtigen und gro\u00dfz\u00fcgigen Glauben geschenkt, dass der Herr darauf seine Gemeinschaft bauen konnte (vgl. Mt 16,18). Und wir sind noch heute hier, um an seinem Grab zu beten, wohin Pilger aus allen Teilen der Welt kommen, um ihren Glauben an Jesus Christus, den Sohn Gottes, zu erneuern. In besonderer Weise ist dies w\u00e4hrend des Heiligen Jahres geschehen, das nun zu Ende geht.<\/p>\n<p>Das Heilige Jahr ist ein gro\u00dfes Zeichen einer neuen Welt, erneuert und vers\u00f6hnt nach dem Plan Gottes. Und in diesem Plan hat die Vorsehung dieser Stadt Rom einen besonderen Platz vorbehalten. Nicht wegen ihrer Ruhmestaten, nicht wegen ihrer Macht, sondern weil hier Petrus und Paulus und viele andere M\u00e4rtyrer ihr Blut f\u00fcr Christus vergossen haben. Deshalb ist Rom die Stadt des Heiligen Jahres.<\/p>\n<p>Was k\u00f6nnen wir Rom w\u00fcnschen? Dass es seinen Kleinen gerecht werde: den Kindern, den einsamen und gebrechlichen Senioren, den Familien, denen das Weitergehen schwerf\u00e4llt, den M\u00e4nnern und Frauen, die von weit her gekommen sind in der Hoffnung auf ein menschenw\u00fcrdiges Leben.<\/p>\n<p>Heute danken wir Gott, liebe Br\u00fcder und Schwestern, f\u00fcr das Geschenk des Heiligen Jahres, das ein gro\u00dfes Zeichen seines Plans der Hoffnung f\u00fcr den Menschen und f\u00fcr die Welt gewesen ist. Und wir danken all jenen, die in den Monaten und Tagen des Jahres 2025 im Dienst an den Pilgern gearbeitet und dazu beigetragen haben, Rom gastlicher zu machen. Das war vor einem Jahr der Wunsch des gesch\u00e4tzten Papstes Franziskus. Ich m\u00f6chte, dass es auch weiterhin so bleibt \u2013 ja, mehr noch nach dieser Zeit der Gnade. M\u00f6ge diese Stadt, beseelt von der christlichen Hoffnung, im Dienst des Liebesplans Gottes f\u00fcr die Menschheitsfamilie stehen. Dies m\u00f6ge uns auf die F\u00fcrsprache der Allerseligen Mutter Gottes,\u00a0der\u00a0Salus Populi Romani\u00a0zuteilwerden.<\/p>\n<p><b>*\u00dcbersetzung: Pater Martin Wolf<\/b><\/p>\n<p>(vatican news &#8211; mw)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Hier im Wortlaut auf Deutsch die Predigt, die Papst Leo XIV. am Mittwochabend bei der ersten Vesper mit&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":684555,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[38974,151786,13,6590,14,15,86909,12,158782,10,8,9,11],"class_list":{"0":"post-684554","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-papst-leo-xiv","9":"tag-heiligesjahr2025","10":"tag-headlines","11":"tag-katholische-kirche","12":"tag-nachrichten","13":"tag-news","14":"tag-predigt","15":"tag-schlagzeilen","16":"tag-te-deum","17":"tag-top-news","18":"tag-top-meldungen","19":"tag-topmeldungen","20":"tag-topnews"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115818313414205270","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/684554","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=684554"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/684554\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/684555"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=684554"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=684554"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=684554"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}