{"id":68528,"date":"2025-04-28T17:01:09","date_gmt":"2025-04-28T17:01:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/68528\/"},"modified":"2025-04-28T17:01:09","modified_gmt":"2025-04-28T17:01:09","slug":"wolfram-weimer-als-kulturstaatsminister-berufung-mit-fragezeichen-ndr-de","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/68528\/","title":{"rendered":"Wolfram Weimer als Kulturstaatsminister: Berufung mit Fragezeichen | NDR.de"},"content":{"rendered":"<p>\nStand: 28.04.2025 18:16 Uhr\n<\/p>\n<p class=\"preface\">Der Journalist und Medienunternehmer Wolfram Weimer soll Kulturstaatsminister der k\u00fcnftigen Bundesregierung werden. Der 60-J\u00e4hrige steht f\u00fcr konservative Positionen und polarisiert &#8211; nicht nur in der Kulturszene.<\/p>\n<p class=\"textauthor\">von Jan Wiedemann<\/p>\n<p>Amelie Deuflhard ist k\u00fcnstlerische Leiterin des Kulturzentrums Kampnagel in Hamburg. Sie bleibt erst mal diplomatisch gelassen bei der Personalie Weimer. Sie meint: &#8222;Ich habe zwar politisch eine bisschen andere Haltung, aber ich habe in meiner Karriere auch viele gute Erfahrungen mit konservativen CDU-Politikern gemacht &#8211; Kulturpolitikern vor allem.&#8220; Weiter meint die Kulturschaffende, die seit 2007 die Geschicke des Kulturzentrums leitet: &#8222;Ich kenne das eigentlich nicht, dass konservative Menschen gegen Innovationen sind. Nat\u00fcrlich bef\u00fcrchten das jetzt viele Leute, aber ich gehe da erst mal positiv rein.&#8220;<\/p>\n<p>Hermann Parzinger, der Pr\u00e4sident der Stiftung Preu\u00dfischer Kulturbesitz, will Weimer an seinen Taten messen: &#8222;Jetzt kommt es drauf an, wie er dieses Amt gestalten wird. F\u00fcr die Stiftung Preu\u00dfischer Kulturbesitz, zuk\u00fcnftig die gr\u00f6\u00dfte in seinem Gesch\u00e4ftsbereich und deshalb auch besonders wichtig, ist nat\u00fcrlich schon entscheidend, dass die Reform zum Ende gebracht wird. Wir sind ja weitgehend durch mit der Reform, aber es gibt wichtige Entscheidungen: finanzielle Ausstattung f\u00fcr die Zukunft und gro\u00dfe Bauprojekte. Ich denke, dass gerade jemand wie Wolfram Weimer, sich nat\u00fcrlich dieser Kulturbauten bewusst ist. Da wird man gemeinsam versuchen m\u00fcssen, wirklich diese Herausforderungen zu meistern.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Wolfram Weimers konservative Ansichten<\/strong><\/p>\n<p>Wolfram Weimer, 60 Jahre alt, ist Verleger, Publizist und Gr\u00fcnder des konservativen Magazins &#8222;Cicero&#8220;. Er ist ein Mann aus dem Medienbusiness, bislang ohne politische \u00c4mter. Weimer steht f\u00fcr klar konservative Positionen, wie sein Buch &#8222;Das konservative Manifest. Zehn Gebote der neuen B\u00fcrgerlichkeit&#8220; aus dem Jahr 2018 zeigt. Dort formuliert er seine Ideen von einer neuen B\u00fcrgerlichkeit &#8211; und sprach dar\u00fcber unter anderem bei &#8222;Markus Lanz&#8220;. Dort sagte er: &#8222;Es gibt gerade eine gro\u00dfe Str\u00f6mung hin zu alten Werten. Die Leute wollen wieder Anst\u00e4ndigkeit, Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit. So ganz altmodische Dinge, die eine Zeit lang ziemlich verrufen waren.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Kritik an &#8222;Multi-Kulti&#8220; <\/strong><\/p>\n<p>In einem Meinungsbeitrag f\u00fcr &#8222;Cicero&#8220; mit dem Titel &#8222;Die Multi-Kulti-L\u00fcge&#8220; kritisiert Weimer einen &#8222;naiven Multikulturalismus&#8220; und schreibt: &#8222;Was als geistiger Karneval der Kulturen begann, ist inzwischen ein Halloween der Entfremdung.&#8220; In einem Buch \u00e4u\u00dferte er sich kritisch \u00fcber das Outing homosexueller Menschen. Viele seiner \u00c4u\u00dferungen gelten als streitbar.<\/p>\n<p>Friedrich Merz und Boris Pistorius als &#8222;strenge Elternfiguren&#8220;<\/p>\n<p>Warum sich Friedrich Merz f\u00fcr Weimer entschieden haben soll, ist bislang nicht offiziell bekannt. Weimer gilt als Merz-F\u00fcrsprecher. In den vergangenen Wochen \u00e4u\u00dferte er sich wiederholt positiv \u00fcber den CDU-Chef, ebenso \u00fcber SPD-Verteidigungsminister Boris Pistorius. Die Ampel-Regierung hingegen kritisierte er scharf, etwa bei einer Diskussionsrunde des Senders Phoenix. Dort zog er folgenden Vergleich: &#8222;Stellen wir uns vor, eine jugendliche Party ger\u00e4t au\u00dfer Rand und Band. Irgendwann kommen die Eltern rein, machen das Licht an und die Party ist aus.&#8220; Die &#8222;Ampelparty&#8220; sei im Chaos gescheitert. &#8222;Und jetzt kommen sozusagen zwei ernste Elternfiguren. Es kommt eine Phase der neuen Ernsthaftigkeit. Und sowohl Boris Pistorius als auch Merz stehen f\u00fcr diesen Gestus der neuen Ernsthaftigkeit.&#8220;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/kultur\/textlink105292-splash.html\" title=\"Link: Link zu Deutschlandfunk Kultur\" rel=\"noopener\" class=\"showSplashPage\" target=\"_blank\">Stefan Koldehoff<\/a>, Chefreporter Kultur beim Deutschlandfunk, vermutet \u00fcber die Hintergr\u00fcnde der Entscheidung: &#8222;Friedrich Merz als m\u00f6glicher neuer Kanzler scheint Kr\u00e4ften gefolgt zu sein, die der Meinung sind, dass in der Kulturpolitik in den letzten Jahren viel zu viel Linkes stattgefunden hat. Und das \u00fcbrigens nicht nur unter Claudia Roth, sondern angeblich auch schon unter Monika Gr\u00fctters, die ja eher als liberale Konservative gegolten hat.&#8220; Weimer k\u00f6nne daher f\u00fcr einen Kulturwandel in der Bundesrepublik stehen.\u00a0<\/p>\n<p>Bisher kein besonderes Interesse an Kultur?\u00a0<\/p>\n<p>In den sozialen Netzwerken fielen erste Reaktionen deutlich kritisch aus. &#8222;Was f\u00fcr eine Fehlbesetzung!&#8220;, schrieb etwa der deutsche Soziologe und Hochschullehrer Armin Nassehi auf X. Auch erste Kommentare in den Medien \u00e4u\u00dfern Zweifel an der Eignung Weimers f\u00fcr das Amt des Kulturstaatsministers. Die <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/kultur\/textlink105288-splash.html\" title=\"Link: Artikel in der &quot;SZ&quot;\" rel=\"noopener\" class=\"showSplashPage\" target=\"_blank\">&#8222;S\u00fcddeutsche Zeitung&#8220;<\/a> stellt fest, dass dieser bislang nicht f\u00fcr ein besonderes Interesse an Kultur bekannt gewesen sei. Der <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/kultur\/textlink105290-splash.html\" title=\"Link: Link zum &quot;Tagesspiegel&quot;\" rel=\"noopener\" class=\"showSplashPage\" target=\"_blank\">&#8222;Tagesspiegel<\/a>&#8220; spekuliert, dass der neuen Regierung unter Merz Medienpolitik wom\u00f6glich wichtiger sei als Kulturpolitik.<\/p>\n<p>J\u00fcrgen Kaube: &#8222;Falscher Mann am falschen Platz&#8220;<\/p>\n<p>Besonders scharf f\u00e4llt ein Kommentar in der <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/kultur\/textlink105286-splash.html\" title=\"Link: Kommentar in der &quot;FAZ&quot;\" rel=\"noopener\" class=\"showSplashPage\" target=\"_blank\">&#8222;Frankfurter Allgemeinen Zeitung&#8220;<\/a> aus: Mitherausgeber J\u00fcrgen Kaube bezeichnet Weimer als jemanden, dem &#8222;ein Interesse an irgendeiner Kunst oder Geist zu unterstellen, spekulativ&#8220; sei. Mit Blick auf das &#8222;Konservative Manifest&#8220; schreibt Kaube: &#8222;Weimer macht sich demographische Sorgen um die &#8218;Fortdauer des eigenen Bluts&#8216; und die &#8218;biologische Selbstaufgabe&#8216; Europas, trauert der Kolonialepoche mit der bedauernden Formulierung nach, Europa habe &#8218;keine Expansionskraft&#8220; mehr'&#8220;. Weimers Verst\u00e4ndnis von Kultur und Geschichte, so Kaube, weise darauf hin, &#8222;dass er der falsche Mann am falschen Platz w\u00e4re&#8220;.<\/p>\n<p>Reaktionen aus der Kulturszene selbst stehen bislang noch aus. Doch angesichts der klar konservativen Pr\u00e4gung Weimers ist absehbar, dass seine Berufung Z\u00fcndstoff liefern d\u00fcrfte.\u00a0<\/p>\n<p>Dieses Thema im Programm:<\/p>\n<p>NDR Kultur |<br \/>\nDer Morgen |<br \/>\n28.04.2025 | 08:10 Uhr<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/ndr_printlogo.gif\" alt=\"NDR Logo\" title=\"NDR Logo\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 28.04.2025 18:16 Uhr Der Journalist und Medienunternehmer Wolfram Weimer soll Kulturstaatsminister der k\u00fcnftigen Bundesregierung werden. 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