{"id":685449,"date":"2026-01-01T14:56:20","date_gmt":"2026-01-01T14:56:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/685449\/"},"modified":"2026-01-01T14:56:20","modified_gmt":"2026-01-01T14:56:20","slug":"so-buerokratisch-ist-es-einen-spaetkauf-in-deutschland-zu-eroeffnen-regional","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/685449\/","title":{"rendered":"So b\u00fcrokratisch ist es, einen Sp\u00e4tkauf in Deutschland zu er\u00f6ffnen | Regional"},"content":{"rendered":"<p>Dresden\u00a0\u2013 <b>Wehe, Du willst in Deutschland einen Sp\u00e4tshop er\u00f6ffnen \u2013 Getr\u00e4nke verkaufen, ein paar Pommes und eine gute Bratwurst. Gesch\u00e4ftsgr\u00fcnder aus Sachsen hatten sich das einfach vorgestellt, doch nun \u00fcberrollt sie eine Welle der B\u00fcrokratie.<\/b><\/p>\n<p>F\u00fcr Marcel W\u00fcnsche (46) und Stefanie Karg (45) wird 2026 zum Schicksalsjahr, denn bislang hat die Stadt die Genehmigung zur Er\u00f6ffnung des Sp\u00e4tis nicht erteilt. Die beiden hatten im Sommer 2025 an einer Kreuzung in <a href=\"https:\/\/www.bild.de\/regional\/dresden\/dresden-regional\/home-16327670.bild.html\" class=\"text-link\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Dresden<\/a>-Striesen einen leeren Laden entdeckt. Vorher war hier ein An- und Verkauf drin, fr\u00fcher einmal ein Restaurant.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" width=\"992\" height=\"558\" alt=\"Der Sp\u00e4tshop ist komplett einger\u00e4umt. Nun drohen die ersten Waren zu verfallen\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/4c9e43dd108f82d6f88cdd748969aac0,ad39f040.jpeg\"   class=\"landscape\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p class=\"fig__caption__text\">Der Sp\u00e4tshop ist komplett einger\u00e4umt. Nun drohen die ersten Waren zu verfallen<\/p>\n<p>Foto: Dirk Sukow<\/p>\n<p>\u201eBevor wir den Mietvertrag unterschrieben haben, waren wir bei der Stadt Dresden\u201c, sagt W\u00fcnsche. Das Stadtplanungsamt h\u00e4tte gr\u00fcnes Licht gegeben und auch die Frau von der Bauaufsicht h\u00e4tte keine Probleme gesehen.<\/p>\n<p>So schlossen sie im guten Glauben einen 5-Jahres-Vertrag ab und begannen mit der Sanierung. Die Nutzungs\u00e4nderung sahen sie als reine Formalie an, daf\u00fcr hatten sie von der Bauaufsicht das Informationsblatt 12 bekommen \u2013 Grundrisse, Nutzungskonzept und Baubeschreibung standen als Anforderung drin. \u201eWir baten mehrfach um einen Vorort-Termin, damit man uns vorher sagt, was alles zu erledigen sei. Mit dem Gesundheitsamt klappte alles super, die kamen schnell. Nur die Bauaufsicht lehnte immer wieder ab\u201c, sagt Karg.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" width=\"992\" height=\"558\" alt=\"Die Gr\u00fcnder baten um einen Vorort-Termin, bekam lediglich dieses Blatt zum Abarbeiten\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/94fddc52b51de838271289dd75025ced,4d172be4.jpeg\"   class=\"landscape\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p class=\"fig__caption__text\">Die Gr\u00fcnder baten um einen Vorort-Termin, bekam lediglich dieses Blatt zum Abarbeiten f\u00fcr die Nutzungs\u00e4nderung ausgeh\u00e4ndigt<\/p>\n<p>Foto: Dirk Sukow<\/p>\n<p>Beh\u00f6rde verlangt Gutachten<\/p>\n<p>Dann der Schock vor Weihnachten. So unb\u00fcrokratisch, wie alles sein sollte, war es dann doch nicht. Die Bauaufsicht schrieb: \u201eVoraussichtliche teilweise Ablehnung des o.g. Bauvorhabens.\u201c <\/p>\n<p><b>Und die Beh\u00f6rde fordert kurzfristig folgende Nachweise f\u00fcr den Sp\u00e4ti:<\/b><\/p>\n<ul class=\"unordered-list\">\n<li>Ein <b>Standsicherheitsnachweis<\/b>.<\/li>\n<li>Ein <b>Brandschutznachweis<\/b>.<\/li>\n<li>Nachweise \u00fcber <b>Schall- und Ersch\u00fctterungsschutz<\/b>.<\/li>\n<li>Au\u00dferdem st\u00f6rt sich die Bauaufsicht am geplanten Gasgrill mit Pavillon im Biergarten. Der w\u00fcrde zu \u201e<b>diffusen Emissionen<\/b>\u201c f\u00fchren, auch die Fritteuse in der K\u00fcche f\u00fcr die Pommes f\u00fchre zu Geruchsbel\u00e4stigung.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Gr\u00fcnder klagen \u00fcber B\u00fcrokratie<\/p>\n<p>\u201eBis 9. Januar 2026 sollen alle Nachweise vorliegen\u201c, so W\u00fcnsche. \u201eMan br\u00e4uchte Zeit zum Pr\u00fcfen, da bis 3. Februar eine Entscheidung \u00fcber den Bauantrag getroffen werden m\u00fcsse. F\u00fcr uns ist das unm\u00f6glich zu schaffen.\u201c Die Gutachterkosten gehen zudem in die Tausende.<\/p>\n<p>Die Gr\u00fcnder f\u00fchlen sich von der B\u00fcrokratie erschlagen und stehen vor dem finanziellen Ruin \u2013 sie zahlen seit Monaten 2700 Euro Miete, ohne etwas verkaufen zu d\u00fcrfen. Das Gesch\u00e4ft ist einger\u00e4umt, ein 30.000-Euro-Kredit f\u00fcr die Investitionen muss abgestottert werden. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" width=\"992\" height=\"558\" alt=\"Die K\u00fchlschr\u00e4nke im Sp\u00e4tshop laufen, doch eine \u00d6ffnung ist bislang nicht erlaubt\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/d796b54079a5b9f874b67736bf2c5eec,442e04f3.jpeg\"   class=\"landscape\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p class=\"fig__caption__text\">Die K\u00fchlschr\u00e4nke im Sp\u00e4tshop laufen, doch eine \u00d6ffnung ist bislang nicht erlaubt<\/p>\n<p>Foto: Dirk Sukow<\/p>\n<p>Stadtrat Holger Zastrow (56, parteilos) zu BILD: \u201eWir m\u00fcssen froh sein, wenn sich \u00fcberhaupt jemand selbstst\u00e4ndig macht und Steuern zahlen will. Die Verwaltung muss sich endlich als Dienstleister verstehen \u2013 als M\u00f6glichmacher.\u201c<\/p>\n<p>BILD wollte von Dresdens Baub\u00fcrgermeister Stephan K\u00fchn (46, Gr\u00fcne) wissen, wie er f\u00fcr Entb\u00fcrokratisierung sorgen will und den Fall bewertet. Statt BILD erhielten die Sp\u00e4ti-Gr\u00fcnder Post. K\u00fchn schreibt: \u201eDie zust\u00e4ndigen Fach\u00e4mter wurden gebeten, den bisherigen Verfahrensablauf intern auszuwerten.\u201c <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Dresden\u00a0\u2013 Wehe, Du willst in Deutschland einen Sp\u00e4tshop er\u00f6ffnen \u2013 Getr\u00e4nke verkaufen, ein paar Pommes und eine gute&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":685450,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1835],"tags":[17717,1098,3364,29,1152,2386,2265,10176,30,859,45],"class_list":{"0":"post-685449","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-dresden","8":"tag-bauamt","9":"tag-buerokratie","10":"tag-de","11":"tag-deutschland","12":"tag-die-gruenen","13":"tag-dresden","14":"tag-elbe","15":"tag-fischer-thomas","16":"tag-germany","17":"tag-sachsen","18":"tag-texttospeech"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115820428412027959","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/685449","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=685449"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/685449\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/685450"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=685449"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=685449"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=685449"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}