{"id":685567,"date":"2026-01-01T16:00:15","date_gmt":"2026-01-01T16:00:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/685567\/"},"modified":"2026-01-01T16:00:15","modified_gmt":"2026-01-01T16:00:15","slug":"mit-kunstfreiheit-gegen-faschismus-tachles","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/685567\/","title":{"rendered":"Mit Kunstfreiheit gegen Faschismus | Tachles"},"content":{"rendered":"<p>Das heroische Bild von George Washington, der in einem Boot steht, w\u00e4hrend es am Heiligabend 1776 den eisigen Delaware River durchquert, hat sich in das kollektive Bewusstsein der Amerikaner eingepr\u00e4gt. Als der in Polen geborene politische K\u00fcnstler Arthur Szyk diese Szene 1942 malte, gestaltete er sie f\u00fcr eine Nation im Krieg neu.<\/p>\n<p>In seinem Werk \u00abWashington Crossing the Delaware\u00bb tragen die Soldaten keine Uniformen. Stattdessen spiegeln sie ein vielf\u00e4ltiges Amerika wider, in dem Freiheit und Schutz allen Menschen zustehen. Das detailreiche, farbenpr\u00e4chtige Gem\u00e4lde ist eines von mehr als 100 Werken von Szyk, die in der Ausstellung \u00abArt of Freedom: The Life and Work of Arthur Szyk\u00bb im Museum of Jewish Heritage in New York City zu sehen sind. Die Ausstellung bringt selten gezeigte Werke der \u00d6ffentlichkeit n\u00e4her, w\u00e4hrend sich die Vereinigten Staaten dem 250. Jahrestag ihrer Gr\u00fcndung n\u00e4hern.<\/p>\n<p>\u00abWas diese Ausstellung und W\u00fcrdigung von Arthur Szyk f\u00fcr das Jahr 2026 \u2013 250 Jahre nach der amerikanischen Revolution und der anschliessenden Unabh\u00e4ngigkeitserkl\u00e4rung \u2013 so wichtig macht, ist die Art und Weise, wie er Freiheit als etwas darstellte, f\u00fcr das es sich zu k\u00e4mpfen lohnt. Er liebte Amerika und erhielt 1948 die Staatsb\u00fcrgerschaft\u00bb, sagte Sara Softness, die Direktorin f\u00fcr kuratorische Angelegenheiten des Museums. \u00abDer Titel \u201aArt of Freedom\u2018 hat eine doppelte Bedeutung: Nicht nur, dass der K\u00fcnstler Bilder zu Themen wie demokratische Ideale, Antifaschismus und Pluralismus schuf, sondern auch, dass Freiheit selbst eine Praxis, ein Metier, ein Lebenswerk ist.\u00bb<\/p>\n<p>Szyk wurde 1894 in \u0141\u00f3d\u017a, Polen, geboren und erlebte die grossen Umw\u00e4lzungen des 20. Jahrhunderts: zwei Weltkriege, den Aufstieg des Totalitarismus und des Nazismus, die Gr\u00fcndung des Staates Israel, den McCarthyismus sowie den tief verwurzelten amerikanischen Rassismus und Antisemitismus.<br \/>Nachdem Deutschland 1939 in Polen einmarschiert war, flohen er, seine Frau und seine beiden Kinder nach London und wanderten schliesslich 1940 in die Vereinigten Staaten aus.<\/p>\n<p>Obwohl Szyk bei seiner Ankunft in den USA bereits ein etablierter K\u00fcnstler war, lernten die meisten Amerikaner ihn erst durch die aufwendig illuminierte Szyk Haggada kennen. Das Werk, das in den 1930er Jahren in Polen fertiggestellt und 1940 in London ver\u00f6ffentlicht wurde, wurde von der Times of London als \u00abeines der sch\u00f6nsten B\u00fccher, die jemals von Menschenhand geschaffen wurden\u00bb gepriesen.<\/p>\n<p>Die Ausstellung l\u00e4uft bis zum 26. Juli 2026 und umfasst 18 bisher unver\u00f6ffentlichte Werke und 38 Originalwerke, von denen die meisten von Irvin Ungar, einem Rabbiner, der sich zum Antiquit\u00e4tenh\u00e4ndler gewandelt hat, als Leihgabe zur Verf\u00fcgung gestellt wurden.<\/p>\n<p>Die Ausstellung umfasst kommerzielle Cartoons, die Szyk f\u00fcr das Magazin Collier&#8217;s produziert hat, illuminierte Manuskripte sowie sein Skizzenbuch von 1928 und 1929 f\u00fcr die Serie Washington and His Times. Die Besucher erhalten einen Einblick in die m\u00fchsame Arbeit, die erforderlich war, um entscheidende Schlachtszenen aus der amerikanischen Revolution genau darzustellen, sowie in Szyks Bem\u00fchungen, die hochspezifischen Waffen und Milit\u00e4runiformen der Revolution\u00e4re zu skizzieren.<\/p>\n<p>Als \u00fcberzeugter Antifaschist durchzogen milit\u00e4rische Themen Szyks Werke w\u00e4hrend des gesamten Zweiten Weltkriegs.<\/p>\n<p>Dies wird nirgendwo deutlicher als in seiner Suite von 1942, die die vier Freiheiten illustriert und im Weissen Haus von Pr\u00e4sident Franklin D. Roosevelt hing. Jede Miniatur, die zum ersten Mal seit 80 Jahren ausgestellt wird, zeigt einen mittelalterlichen Ritter auf der Suche nach Roosevelts vier grundlegenden Freiheiten \u2013 Redefreiheit, Religionsfreiheit, Freiheit von Not und Freiheit von Furcht.<\/p>\n<p>Redefreiheit zeigt den Ritter in einem rot-blauen Umhang, der auf ein Rednerpult schl\u00e4gt, w\u00e4hrend er frei spricht; daneben liegt ein Schild mit den Farben der amerikanischen Flagge. In Freiheit von Not ist der Ritter von reichlich Nahrung umgeben. In Religionsfreiheit kniet er im Gebet, und in Freiheit von Furcht st\u00fcrmt er in die Schlacht.<\/p>\n<p>Viele von Szyks Werken verbinden amerikanische Ideale mit seiner festen \u00dcberzeugung, dass die Regierung alles in ihrer Macht Stehende tun muss, um Juden zu retten. W\u00e4hrend dieser Zeit wurden viele seiner Miniaturen als Briefmarken und Poster verkauft, um dringend ben\u00f6tigte Kriegsgelder zu generieren. Auf diese Weise hob Szyk nicht nur den Kampf gegen die Nazis hervor, sondern festigte auch die Verteidigung dieser Freiheiten als moralische Verpflichtung f\u00fcr alle Amerikaner.<\/p>\n<p>\u00abDie Ausstellung ist das Portr\u00e4t eines Menschen, der mit seinem Stift, seinen Tinten und Gouachen niemals den Kampf aufgegeben hat \u2013 sei es f\u00fcr den Sieg der Alliierten, die Rettung der Juden oder, wie es seine Karriere so eindr\u00fccklich verk\u00f6rpert, f\u00fcr die Meinungsfreiheit\u00bb, sagte Softness.<\/p>\n<p>Letzteres zog schliesslich die Aufmerksamkeit des House Un-American Activities Committee auf sich. Szyk wurde in erster Linie wegen seiner Werke untersucht, die Rassismus in Frage stellten, sei es durch die Hervorhebung der Erfahrungen schwarzer Veteranen w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs oder der Segregationspolitik des S\u00fcdens, sowie wegen seiner offenen Unterst\u00fctzung f\u00fcr j\u00fcdische Fl\u00fcchtlinge.<\/p>\n<p>Wie der mittelalterliche Ritter, den er in Freedom from Fear darstellte, st\u00fcrmte Szyk voran. Tats\u00e4chlich warf er 1951 in seinem Werk \u00abThomas Jefferson\u2019s Oath\u00bb (\u00abThomas Jeffersons Eid\u00bb) den Fehdehandschuh hin.<\/p>\n<p>Das in Juwelenfarben gehaltene Werk beleuchtet Jeffersons ber\u00fchmtes Zitat: \u00abIch habe auf dem Altar Gottes ewige Feindschaft gegen jede Form der Tyrannei \u00fcber den Geist des Menschen geschworen.\u00bb<\/p>\n<p>74 Jahre nach seinem Tod in seinem Haus in New Canaan, Connecticut, lebt Szyks Verm\u00e4chtnis weiter.<\/p>\n<p>\u00abEr weigerte sich, Identit\u00e4t oder Politik zu verw\u00e4ssern. Er arbeitete lautstark, explizit und ohne Entschuldigungen \u2013 ein stolzer Amerikaner, ein engagierter Jude und ein unerm\u00fcdlicher Verfechter der B\u00fcrgerrechte\u00bb, sagte Softness.<br \/>\u00a0<\/p>\n<p>Cathryn J. Prince<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das heroische Bild von George Washington, der in einem Boot steht, w\u00e4hrend es am Heiligabend 1776 den eisigen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":685568,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3977],"tags":[331,332,13,14,15,12,4017,4018,4016,64,4019,4020],"class_list":{"0":"post-685567","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-usa","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-headlines","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-schlagzeilen","14":"tag-united-states","15":"tag-united-states-of-america","16":"tag-us","17":"tag-usa","18":"tag-vereinigte-staaten","19":"tag-vereinigte-staaten-von-amerika"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115820679758966750","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/685567","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=685567"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/685567\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/685568"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=685567"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=685567"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=685567"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}