{"id":685797,"date":"2026-01-01T18:14:16","date_gmt":"2026-01-01T18:14:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/685797\/"},"modified":"2026-01-01T18:14:16","modified_gmt":"2026-01-01T18:14:16","slug":"kuenstliche-pathologen-mikroskopieren-gegen-krebs-tsunami","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/685797\/","title":{"rendered":"K\u00fcnstliche Pathologen mikroskopieren gegen Krebs-Tsunami"},"content":{"rendered":"<p>\t\t<a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Pressefoto_CCS-GmbH_18.12.2025.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-196050\" class=\"size-full wp-image-196050\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Pressefoto_CCS-GmbH_18.12.2025.jpg\" alt=\"Die Gewebeproben kommen im Uniklinikum Dresden per Rohrpost in der Pathologie an und werden dort weigehend automatisiert und digital mikroskopiert. Foto: CCS GmbH\" width=\"1000\" height=\"667\"  \/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-196050\" class=\"wp-caption-text\">Die Gewebeproben kommen im Uniklinikum Dresden per Rohrpost in der Pathologie an und werden dort weitgehend automatisiert und digital mikroskopiert. Foto: CCS GmbH<\/p>\n<p>Zu wenig \u00c4rzte f\u00fcr wachsenden Diagnostik-Bedarf: Uniklinik und Carus Dresden setzen auf digitale Analyseketten und KI<\/p>\n<p><strong>Dresden<\/strong>, 1. Januar 2026. Um Krebs k\u00fcnftig schneller zu erkennen und zu bek\u00e4mpfen, wollen Pathologen im Uniklinikum Dresden (UKD) k\u00fcnftig Gewebeproben von Patienten automatisch erfassen und durch \u201eK\u00fcnstliche Intelligenzen\u201c (KI) voranalysieren lassen. Im Projekt \u201eDigipat\u201c haben sie daf\u00fcr die Mikroskope und andere Technik im <a href=\"https:\/\/www.uniklinikum-dresden.de\/de\/das-klinikum\/kliniken-polikliniken-institute\/pat\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">UKD-Institut f\u00fcr Pathologie<\/a> so aufger\u00fcstet, dass nun durchg\u00e4ngige digitale Analyseketten m\u00f6glich geworden sind. Damit sei nun das Fundament f\u00fcr eine digitale <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pathologie#Teilgebiete_der_diagnostischen_Pathologie\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">histopathologische<\/a> Routinediagnostik gelegt, betonen das UKD und das \u201e<a href=\"https:\/\/www.carusconsilium.de\/de\/projekte\/telemedizin\/digipat\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Carus Consilium Sachsen<\/a>\u201c (CCS), die das Vorhaben gemeinsam vorantreiben.<\/p>\n<p>Pilotprojekt \u201eDigipat\u201c zeigt Zukunft der Pathologie<\/p>\n<p>\u201eDigipat ist eine wichtige Grundlage f\u00fcr die Zukunft der Pathologie\u201c, sch\u00e4tzt Instituts-Direktor Prof. Gustavo Baretton ein. \u201eWir schaffen nicht nur das Fundament f\u00fcr die zuk\u00fcnftige Digitalisierung und Integration von zertifizierter KI-Assistenz, sondern damit auch das Potenzial f\u00fcr mehr Effizienz in der Befundung und f\u00fcr wissenschaftliche Innovation.\u201d Das Projekt werde die Arbeitsprozesse in der Pathologie revolutionieren, Antworten auf den Fachkr\u00e4ftemangel in diesem Fachgebiet liefern und \u201edie Qualit\u00e4t der medizinischen Versorgung in Sachsen nachhaltig verbessern\u201c.<\/p>\n<blockquote>\n<p><strong>\u201eGravierende Versorgungsl\u00fccken in der pathologischen Diagnostik zu erwarten\u201c<br \/><\/strong>Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Pathologie<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Ein Hintergrund ist der <a href=\"https:\/\/oiger.de\/2023\/07\/10\/ki-hilft-pathologen-im-krebs-tsunami\/187353\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pathologenmangel in Deutschland<\/a>: In der Bundesrepublik gibt es nach Einsch\u00e4tzung der \u201eDeutschen Gesellschaft f\u00fcr Pathologie\u201c (DGP) viel zu wenig Pathologen, um mit dem steigenden Bedarf an Gewebeproben-Analysen Schritt zu halten: Der demografische Wandel bringt als Nebeneffekt immer mehr Krebspatienten mit sich, <a href=\"https:\/\/www.aerztezeitung.de\/Medizin\/DKFZ-rechnet-mit-Tsunami-an-Krebserkrankungen-251995.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">manche sprechen gar von einem \u201eKrebs-Tsunami\u201c<\/a>. Hinzu kommt der generell steigende Bedarf an zuverl\u00e4ssigen Diagnostik-Methoden, ohne die viele moderne Therapien gar nicht m\u00f6glich w\u00e4ren. Von daher reichen die 1753 Fach\u00e4rzte, die Ende 2024 auf pathologische Untersuchungen spezialisiert waren, nicht aus. \u201eOhne grundlegende Ver\u00e4nderungen des personellen, strukturellen und gesundheitspolitischen Status quo sind in Deutschland in wenigen Jahren gravierende Versorgungsl\u00fccken in der pathologischen Diagnostik zu erwarten\u201c, warnt die DGP.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/KI-Pathologie_Prof.Baretton_Dr.Sommer-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-187354\" class=\"size-full wp-image-187354\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/KI-Pathologie_Prof.Baretton_Dr.Sommer-1.jpg\" alt=\"Pathologie-Klinikdirektor Prof. Gustavo Baretton (rechts) und Funktionsoberarzt Dr. Ulrich Sommer testen im Uniklinikum Dresden eine KI-App aus dem Empaia-\u00d6kosystem am PC. Foto: Falk Zakrzewski, UKD\" width=\"1000\" height=\"693\"  \/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-187354\" class=\"wp-caption-text\">Pathologie-Klinikdirektor Prof. Gustavo Baretton (rechts) und Oberarzt Dr. Ulrich Sommer testen im Uniklinikum Dresden eine KI-App aus dem Empaia-\u00d6kosystem am PC. Foto: Falk Zakrzewski, UKD<\/p>\n<p>Projekt \u201eDigipat\u201c: Durchg\u00e4ngig digitale Analyseketten im Pathologielabor gekn\u00fcpft<\/p>\n<p>Daher haben sich UKD und CCS in Sachsen zusammengetan, um technologische L\u00f6sungen f\u00fcr den Fachkr\u00e4ftemangel zu finden. Die Idee dabei: Durchg\u00e4ngige digitale Ketten vom Probenzubringer \u00fcber die digitale Mikroskopie, die Bildspeicherung und -verarbeitung bis hin zur computergest\u00fctzten Voranalyse in den pathologischen Laboren kann ganz neue M\u00f6glichkeiten er\u00f6ffnen, die Analysen zu automatisieren, um die Pathologen von erm\u00fcdenden und fehleranf\u00e4lligen Routinearbeiten zu entlasten, erkl\u00e4rte Projektleiter und Bioinformatiker Dr. Falk Zakrzewski bereits im Vorfeld des Projektes im Sommer 2023. Die Fach\u00e4rzte k\u00f6nnen sich dann darauf fokussieren, die Voranalysen und Befund-Vorschl\u00e4ge der Auswertungsprogramme zu bewerten und eine finale Diagnose zu erstellen.<\/p>\n<p>\u201eGrundstein f\u00fcr allumfassende Digitalisierung der gesamten Histopathologie\u201c<\/p>\n<p>Seit dem offiziellen Projektstart im Januar 2024 haben die Informatiker, Mediziner und Hardware-Spezialisten die Anlagen im UKD-Pathologielabor erneuert, neue Computerprogramme integriert und schlie\u00dflich einheitliche, automatisierte Abl\u00e4ufe f\u00fcr die Gewebeanalyse etabliert. Damit sei \u201eder Grundstein gelegt f\u00fcr die n\u00e4chste Entwicklungsstufe: die allumfassende Digitalisierung der gesamten Histopathologie\u201c, betont Falk Zakrzewski.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/KatanaLabs_09.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-191717\" class=\"size-full wp-image-191717\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/KatanaLabs_09.jpg\" alt=\"Datenanalystin Sarah Schmell untersucht Mikroskopiedaten in der Firma &quot;Katana Labs&quot; in der Dresdner Neustadt. Foto: Heiko Weckbrodt\" width=\"1000\" height=\"619\"  \/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-191717\" class=\"wp-caption-text\">Datenanalystin Sarah Schmell untersucht Mikroskopiedaten in der Firma \u201eKatana Labs\u201c in der Dresdner Neustadt. Foto: Heiko Weckbrodt<\/p>\n<p>Uni-Ausgr\u00fcndung lernt KI bereits f\u00fcr die Krebssuche in Mikroskopie-Datenfluten an<\/p>\n<p>Als n\u00e4chstes wollen die Dresdner noch \u201eK\u00fcnstliche Intelligenzen\u201c andocken, die auch komplexe Gewebe analysieren, auf verd\u00e4chtige Krankheitsindizien durchforsten k\u00f6nnen und dabei stetig dazulernen. In der <a href=\"https:\/\/oiger.de\/2024\/07\/25\/katana-labs-trainiert-in-dresden-ki-assistenten-gegen-den-krebs-tsunami\/191714\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Dresdner Uni-Ausgr\u00fcndung \u201eKatana Labs\u201c<\/a> lernen Zakrzewski und weitere Spezialisten bereits KIs darauf an, in massenhaften Mikroskopie-Datenfluten jene Gewebe herauszufischen, bei denen ein Krebsverdacht naheliegt. Gelingt der Einsatz der K\u00fcnstlichen Intelligenzen f\u00fcr solche und \u00e4hnliche Aufgaben, k\u00f6nnte der KI-Pathologe aus Sachsen wom\u00f6glich zur Blaupause auch f\u00fcr andere Krankenh\u00e4user werden, die sich ebenfalls mehr Fach\u00e4rzte f\u00fcr Gewebeanalysen w\u00fcnschen, aber nicht genug dieser Fachkr\u00e4fte rekrutieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Autor: Heiko Weckbrodt<\/p>\n<p>Quellen: UKD, Oiger-Archiv, Wikipedia, DGP, \u00c4rztezeitung<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"285\" height=\"284\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Oiger-001.jpg\" alt=\"Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt\" class=\"wp-image-80160\" style=\"width:130px;height:auto\"  \/><\/p>\n<p class=\"has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-e7a7d44989b57757e168b6fff7193e32\" style=\"color:#185c84\"><strong>Ihre Unterst\u00fctzung f\u00fcr Oiger.de!<\/strong><\/p>\n<p class=\"has-text-color has-link-color wp-elements-918b69199ff2c1183b359612d6a15f37\" style=\"color:#154966\"><strong>Ohne hinreichende Finanzierung ist unabh\u00e4ngiger Journalismus nach professionellen Ma\u00dfst\u00e4ben nicht dauerhaft m\u00f6glich. 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