{"id":685996,"date":"2026-01-01T20:07:21","date_gmt":"2026-01-01T20:07:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/685996\/"},"modified":"2026-01-01T20:07:21","modified_gmt":"2026-01-01T20:07:21","slug":"eurofighter-nachfolger-deutschland-und-frankreich-verschieben-entscheidung-ueber-luftkampfsystem-fcas-auf-unbestimmte-zeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/685996\/","title":{"rendered":"Eurofighter-Nachfolger: Deutschland und Frankreich verschieben Entscheidung \u00fcber Luftkampfsystem FCAS auf unbestimmte Zeit"},"content":{"rendered":"<p>Es sollte das wichtigste und teuerste Prestigeprojekt der europ\u00e4ischen R\u00fcstungskooperation werden. Doch Deutschland und Frankreich vertagen die Entscheidung \u00fcber das gemeinsame Luftkampfsystem FCAS erneut. Ob es \u00fcberhaupt noch realisiert wird, steht in den Sternen.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Deutschland und Frankreich haben die Entscheidung \u00fcber das zusammen mit Spanien geplante Luftkampfsystem FCAS erneut vertagt \u2013 diesmal auf einen unbestimmten Zeitpunkt. \u201eEntgegen der urspr\u00fcnglichen Planung ist eine abschlie\u00dfende Entscheidung zum Fortgang des FCAS-Projekts zum Jahresende noch nicht gefallen\u201c, teilte ein Regierungssprecher der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mit.<\/p>\n<p>Grund daf\u00fcr sei \u201edie umfassende deutsch-franz\u00f6sische Agenda in au\u00dfen- und sicherheitspolitischen Fragen, die eine Befassung mit dem Thema gemeinsames Kampfflugzeug auf der Ebene des Pr\u00e4sidenten und des Bundeskanzlers noch nicht m\u00f6glich gemacht hat\u201c, hie\u00df es weiter. <\/p>\n<p>Wie und ob es nun mit dem Projekt weitergeht, ist v\u00f6llig offen. \u201eEin neues Datum f\u00fcr eine Entscheidung k\u00f6nnen wir zu diesem Zeitpunkt nicht nennen\u201c, schrieb der Regierungssprecher.<\/p>\n<p>Gesamtkosten im dreistelligen Milliardenbereich<\/p>\n<p>FCAS steht f\u00fcr \u201eFuture Combat Air System\u201c und w\u00e4re bei einer Realisierung das gr\u00f6\u00dfte und teuerste europ\u00e4ische R\u00fcstungsprojekt. Die Gesamtkosten werden auf einen dreistelligen Milliardenbetrag gesch\u00e4tzt. Das Luftkampfsystem soll im Verbund mit unbewaffneten und bewaffneten Drohnen fliegen und ist insofern mehr als ein Kampfflugzeug. Der Plan ist, dass es den von der Bundeswehr genutzten Eurofighter und auch die franz\u00f6sische Rafale ab 2040 abl\u00f6st.<\/p>\n<p>Die Entscheidung \u00fcber die Realisierung sollte urspr\u00fcnglich bis zum deutsch-franz\u00f6sischen Ministerrat Ende August in Toulon fallen. Daraus wurde nichts. Kurz vor dem Treffen beider Kabinette verk\u00fcndete Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) die Verschiebung der Entscheidung und setzte mit dem Jahresende eine neue Zielmarke. Beide Seiten zeigten sich fest entschlossen, die Zeitvorgabe diesmal einzuhalten, um Planungssicherheit zu bekommen.<\/p>\n<p>\u201eWir halten an dem Plan fest, bis zum Ende des Jahres eine Entscheidung zu treffen\u201c, sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) noch im November. \u201eGanz egal, wie die aussieht, es wird bis zum Ende des Jahres eine Entscheidung geben.\u201c<\/p>\n<p>Differenzen \u00fcber Beteiligung der Unternehmen<\/p>\n<p>Daraus wurde jetzt wieder nichts. Die Verhandlungen ziehen sich vor allem wegen tiefgreifender Differenzen \u00fcber die jeweilige Beteiligung der Unternehmen Dassault (Frankreich), <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/plus68efcde406329773ec673771\/eurofighter-ploetzlich-gefragt-warum-europas-kampfjet-wieder-heiss-begehrt-ist.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/plus68efcde406329773ec673771\/eurofighter-ploetzlich-gefragt-warum-europas-kampfjet-wieder-heiss-begehrt-ist.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Airbus Deutschland<\/a> und Indra (Spanien) in die L\u00e4nge. Dassault will 80 Prozent des Projekts an sich ziehen. Von deutscher Seite wurde dagegen schon im Sommer die Erwartung ge\u00e4u\u00dfert, dass sich Dassault \u201ean die bestehenden Vereinbarungen\u201c h\u00e4lt, nach der die Unternehmen gleicherma\u00dfen beteiligt werden sollen.<\/p>\n<p>Als Kompromiss wird in Fachkreisen inzwischen eine L\u00f6sung mit zwei Kampfjets diskutiert, die dann wie bisher die Rafale und der Eurofighter von Dassault und Airbus produziert w\u00fcrden. Dann w\u00fcrde sich das Gemeinschaftsprojekt im Wesentlichen auf die sogenannte \u201eCombat Cloud\u201c, ein Datennetzwerk f\u00fcr milit\u00e4rische Ressourcen, und die begleitenden Drohnen beschr\u00e4nken. Es w\u00fcrde aber zus\u00e4tzliche Kosten verursachen und Probleme beim Export des Systems wegen der Konkurrenz zwischen den beiden Kampfjets bedeuten.<\/p>\n<p>Spekuliert wird auch \u00fcber ein m\u00f6gliches Umschwenken Deutschlands auf ein Konkurrenzprojekt, das Global Combat Air Programme (GCAP) der Briten, Italiener und Japaner. Eines Scheitern von FCAS h\u00e4tte aber nicht nur f\u00fcr die deutsch-franz\u00f6sische R\u00fcstungskooperation erhebliche Folgen, sondern f\u00fcr die Beziehungen beider L\u00e4nder insgesamt. Wann es die n\u00e4chsten Schritte zu einer Kl\u00e4rung gibt, ist v\u00f6llig unklar.<\/p>\n<p>dpa\/saha<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Es sollte das wichtigste und teuerste Prestigeprojekt der europ\u00e4ischen R\u00fcstungskooperation werden. 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