{"id":686200,"date":"2026-01-01T22:09:14","date_gmt":"2026-01-01T22:09:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/686200\/"},"modified":"2026-01-01T22:09:14","modified_gmt":"2026-01-01T22:09:14","slug":"berlin-42-krankenkassen-erhoehen-beitraege-millionen-zahlen-mehr-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/686200\/","title":{"rendered":"Berlin | 42 Krankenkassen erh\u00f6hen Beitr\u00e4ge \u2013 Millionen zahlen mehr"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (dpa) &#8211; Millionen Krankenversicherte zahlen mit dem neuen Jahr mehr. 42 von 93 gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland haben zum Jahreswechsel die Beitr\u00e4ge erh\u00f6ht. Im Schnitt stieg der sogenannte Zusatzbeitrag, den die Kassen selbst erheben k\u00f6nnen, um 0,23 Prozentpunkte auf 3,36 Prozent des beitragspflichtigen Einkommens an. Das geht aus t\u00e4glich aktualisierten Daten des Spitzenverbandes der Krankenkassen (GKV) hervor.<\/p>\n<p>Versicherte haben dadurch etwas weniger Netto vom Brutto, Arbeitgeber mehr Kosten, da sie die H\u00e4lfte der Beitr\u00e4ge tragen. Die Regierung hat f\u00fcr das neue Jahr Reformen angek\u00fcndigt, um den immerw\u00e4hrenden Anstieg zu bremsen.<\/p>\n<p>Beitragss\u00e4tze werden tagesaktuell ver\u00f6ffentlicht<\/p>\n<p>Am letzten Tag des alten Jahres lag der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz noch bei 3,13 Prozent, wie ein Abgleich mit den Werten vom Vortag zeigt. Die Bandbreite reicht aktuell von 2,18 bis zu 4,39 Prozent. 48 Kassen nahmen demnach keine Beitragsanhebung vor, zwei Kassen senkten ihre Zusatzbeitr\u00e4ge. Zu einer Kasse liegen keine Daten vor. Seit dem Jahreswechsel gibt es nunmehr 93 statt wie zuvor 94 gesetzliche Kassen. Grund ist eine Fusion der Siemens-Betriebskrankenkasse mit der BKK Voralb.<\/p>\n<p>Sparpaket aus Kassensicht zu klein<\/p>\n<p>Der Plan der Bundesregierung war es, die Zusatzbeitr\u00e4ge zur Krankenversicherung kurzfristig stabil zu halten. Daf\u00fcr hatte der Bundesrat vor Weihnachten noch ein Sparpaket verabschiedet, das vor allem Kosten in Kliniken bremsen soll. Einige gro\u00dfe Kassen hatten trotzdem Beitragserh\u00f6hungen zum Jahreswechsel angek\u00fcndigt. Sie halten das Sparpaket f\u00fcr zu klein.\u00a0<\/p>\n<p>Der Zusatzbeitrag kommt zum feststehenden und f\u00fcr alle g\u00fcltigen Krankenkassenbeitragssatz von 14,6 Prozent hinzu und wurde einst eingef\u00fchrt, um Wettbewerb zwischen den Kassen zu f\u00f6rdern. Am Ende kann jede Krankenkasse f\u00fcr sich entscheiden, ob und wie stark sie ihn anhebt. Versicherte haben bei einer Erh\u00f6hung ein Sonderk\u00fcndigungsrecht und k\u00f6nnen zu einem g\u00fcnstigeren Anbieter wechseln. Die Erh\u00f6hungen werden vorher per Brief angek\u00fcndigt.<\/p>\n<p>Weniger Netto vom Brutto, aber auch Entlastungen\u00a0<\/p>\n<p>Die errechneten Durchschnittswerte ber\u00fccksichtigen nicht, wie viele Versicherte bei jeder Kasse sind und sagen deshalb nur bedingt etwas dar\u00fcber aus, wie hoch der Zusatzbeitrag im Schnitt f\u00fcr einen typischen Versicherten ist.<\/p>\n<p>Bei einem Bruttoeinkommen von 3.000 Euro w\u00fcrde ein Anstieg des Zusatzbeitrags um 0,23 Prozentpunkte etwa 3,50 Euro weniger netto im Monat bedeuten. Gutverdiener werden im neuen Jahr zudem durch eine turnusgem\u00e4\u00dfe Anhebung der sogenannten Beitragsbemessungsgrenzen mit h\u00f6heren Renten- und Krankenkassenbeitr\u00e4gen st\u00e4rker belastet als im alten Jahr.<\/p>\n<p>Zum Jahreswechsel sind allerdings auch wieder Entlastungen bei der Einkommensteuer (h\u00f6herer Grundfreibetrag, h\u00f6here Kinderfreibetr\u00e4ge) in Kraft getreten, dazu kommt eine Ausweitung der Pendlerpauschale, wodurch an anderer Stelle mehr vom Brutto bleibt.<\/p>\n<p>Ausgaben steigen immer weiter<\/p>\n<p>Warum steigen die Kassenbeitr\u00e4ge jedes Jahr? Ein wesentlicher Grund sind die immer weiter steigenden Ausgaben im Gesundheitswesen. Die Summen sind enorm, wie ein Blick auf die Finanzentwicklung zeigt. Abschlie\u00dfende Zahlen liegen f\u00fcr 2024 vor, f\u00fcr 2025 noch nicht:\u00a0<\/p>\n<ul class=\"list-normal\">\n<li>Gesamtausgaben der Kassen 312 Milliarden Euro (2023: 289 Mrd.)<\/li>\n<li>davon 102 Milliarden Euro f\u00fcr Krankenhausbehandlungen (2023: 94 Mrd.), f\u00fcr 2025 werden noch einmal rund zehn Milliarden mehr erwartet.<\/li>\n<li>55 Milliarden Euro Ausgaben f\u00fcr Medikamente (2023: 50 Mrd.)<\/li>\n<li>50 Milliarden f\u00fcr \u00e4rztliche Behandlungen (2023: 47), <\/li>\n<li>20,6 Milliarden f\u00fcr Krankengeld (2023: 19,1)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Ursachen sind vielf\u00e4ltig: Die Bev\u00f6lkerung wird \u00e4lter und behandlungsbed\u00fcrftiger, bestimmte Medikamente und neue Behandlungsmethoden sind teuer und auch im Gesundheitswesen steigen Geh\u00e4lter, Energie- und Materialkosten. Deutschland hat zudem eine teure Krankenhauslandschaft mit vielen H\u00e4usern. Auch \u00fcber unn\u00f6tige Behandlungen oder eine \u00ab\u00dcberversorgung\u00bb wird immer wieder diskutiert.<\/p>\n<p>\u00abH\u00e4lt auf Dauer kein Gesundheitssystem aus\u00bb<\/p>\n<p>F\u00fcr 2025 werden f\u00fcr die Krankenkassen Gesamtausgaben von rund 347 Milliarden Euro prognostiziert. Und im neuen Jahr geht es weiter steil nach oben: Es wird mit einem Anstieg auf nunmehr 370 Milliarden Euro gerechnet. \u00abSolche Steigerungsraten h\u00e4lt auf Dauer kein Gesundheitssystem aus\u00bb, hatte Stefanie Stoff-Ahnis, stellvertretende Chefin des GKV-Spitzenverbandes, der \u00abRheinischen Post\u00bb vor allem mit Blick auf Klinikbehandlungen und Arzthonorare gesagt.<\/p>\n<p>Ausgaben bremsen, Einnahmen erh\u00f6hen\u00a0<\/p>\n<p>Die schwarz-rote Bundesregierung hat auch im Gesundheitssystem, wie beim B\u00fcrgergeld oder bei der Rente, f\u00fcr das neue Jahr Reformen angek\u00fcndigt, um das Finanzproblem in den Griff zu bekommen. Eine Expertenkommission soll bis M\u00e4rz Vorschl\u00e4ge vorlegen. S\u00e4mtliche Einnahmen und Ausgaben m\u00fcssten auf den Pr\u00fcfstand, hatte Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) angek\u00fcndigt. Die Quasi-Selbstverst\u00e4ndlichkeit, dass j\u00e4hrlich die Beitr\u00e4ge steigen, solle durchbrochen werden.\u00a0<\/p>\n<p>\u00abKlar ist auch, dass manche Leistungen entfallen m\u00fcssen, um das Gesundheitssystem g\u00fcnstiger zu machen, was in anderen L\u00e4ndern auch funktioniert\u00bb, sagte Kanzleramtschef Thorsten Frei (CDU) k\u00fcrzlich dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, ohne konkreter zu werden.<\/p>\n<p>Seit Monaten werden zahlreiche Reformvorschl\u00e4ge von Verb\u00e4nden, Wirtschaft und Politik diskutiert. Was umgesetzt wird, wird sich im Laufe des Jahres zeigen. So steht im Koalitionsvertrag etwa das \u00abPrim\u00e4rarztsystem\u00bb. Patienten sollen zun\u00e4chst den Hausarzt aufsuchen und nur mit \u00dcberweisung zum Facharzt. Bisher gilt freie Arztwahl, \u00dcberweisungen sind nur f\u00fcr einige Fach\u00e4rzte n\u00f6tig. Weitere Vorschl\u00e4ge sind:<\/p>\n<ul class=\"list-normal\">\n<li>Kontaktgeb\u00fchr f\u00fcr Arztbesuche und Geb\u00fchren f\u00fcr die unangek\u00fcndigte Nutzung von Rettungsstellen,<\/li>\n<li>h\u00f6here Zuzahlungen bei Klinikaufenthalten und Medikamenten,<\/li>\n<li>Entlastung der Haus\u00e4rzte durch \u00dcbertragung bestimmter Aufgaben an Fachpersonal,<\/li>\n<li>Streichung von Kosten\u00fcbernahmen f\u00fcr hom\u00f6opathische Behandlungen,<\/li>\n<li>h\u00f6here Abgaben auf Alkohol, Tabak und eine m\u00f6gliche Zuckersteuer auf s\u00fc\u00dfe Getr\u00e4nke.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Krankenkassen fordern zudem, dass der Staat h\u00f6here Versicherungsbeitr\u00e4ge f\u00fcr B\u00fcrgergeld-Empf\u00e4nger zahlt und klagen deswegen. Die aktuelle Pauschale von rund 133 Euro monatlich sei zu niedrig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin (dpa) &#8211; Millionen Krankenversicherte zahlen mit dem neuen Jahr mehr. 42 von 93 gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":685350,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1825],"tags":[1941,1939,296,1937,29,30,2280,1188,1940,1938,1458],"class_list":{"0":"post-686200","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-berlin","8":"tag-aktuelle-nachrichten-aus-berlin","9":"tag-aktuelle-news-aus-berlin","10":"tag-berlin","11":"tag-berlin-news","12":"tag-deutschland","13":"tag-germany","14":"tag-jahreswechsel","15":"tag-krankenversicherung","16":"tag-nachrichten-aus-berlin","17":"tag-news-aus-berlin","18":"tag-soziales"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115822130850260786","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/686200","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=686200"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/686200\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/685350"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=686200"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=686200"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=686200"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}