{"id":686559,"date":"2026-01-02T01:43:11","date_gmt":"2026-01-02T01:43:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/686559\/"},"modified":"2026-01-02T01:43:11","modified_gmt":"2026-01-02T01:43:11","slug":"ukrainehilfe-deutschland-zahlt-peking-verdient","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/686559\/","title":{"rendered":"Ukrainehilfe: Deutschland zahlt, Peking verdient"},"content":{"rendered":"<p>Es ist eine enorme Summe: Von M\u00e4rz 2022 bis September 2025 hat die <a href=\"https:\/\/www.bundesregierung.de\/breg-de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bundesrepublik<\/a> die Ukraine mit Zahlungen und Lieferungen im Wert von gut 36 Milliarden Euro f\u00fcr zivile Zwecke unterst\u00fctzt. Zudem hat Deutschland seit dem russischen \u00dcberfall milit\u00e4rische Hilfen im Wert von etwa 40 Milliarden Euro geliefert oder bereits bewilligt. Hinzu kommen viele Milliarden der EU \u2013 f\u00fcr einen gro\u00dfen Teil davon kommt ebenfalls Berlin auf. Die Ukraine baut mit deutschem Geld die zerst\u00f6rte Infrastruktur wieder auf, etwa im Energiebereich.<\/p>\n<p>Doch obwohl Berlin bezahlt, gehen deutsche Unternehmen bei den Ausschreibungen durch ukrainische Stellen h\u00e4ufig leer aus. Dar\u00fcber beklagen sich zahlreiche Firmen bei der Bundesregierung. Der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Ost-Ausschusses der deutschen Wirtschaft, Michael Harms, kritisiert: \u201eDeutschland und die EU geben sehr viel Geld f\u00fcr die Ukraine, und dann gewinnen am Ende oft chinesische, indische und t\u00fcrkische Firmen die Ausschreibung.\u201c Auch Christian Bruch, Chef von Siemens Energy, moniert: \u201eDeutschland ist gr\u00f6\u00dfter europ\u00e4ischer Geber \u2013 doch deutsche Firmen verlieren gegen Anbieter aus China oder der T\u00fcrkei.\u201c Eine absurde Praxis. Schlie\u00dflich unterst\u00fctzen China, Indien und die T\u00fcrkei mit dem Kauf von \u00d6l Putins Kriegsmaschinerie. Ein entscheidender Grund daf\u00fcr, dass deutsche Firmen leer ausgehen, ist laut Industrie, dass bei vielen ukrainischen Ausschreibungen oft nur der Preis z\u00e4hlt. Hiesige Firmen k\u00f6nnen angesichts h\u00f6herer Sozial- und Umweltstandards nicht mithalten.<\/p>\n<p>Intransparente Ausschreibungsverfahren<\/p>\n<p>Die ukrainischen Ausschreibungsverfahren gelten als intransparent. Aus dem Ost-Ausschuss verlautet, dass auch Korruption ein Problem sei. Die ist laut Transparency International in kaum einem europ\u00e4ischen Land so verbreitet wie in der Ukraine.<\/p>\n<p>Der Ost-Ausschuss fordert mehr Transparenz bei den Ausschreibungen sowie die Erg\u00e4nzung der Vergaberichtlinien um Qualit\u00e4tsstandards. Am liebsten w\u00e4re manchem im Verband eine Bindung deutscher Gelder an Auftr\u00e4ge f\u00fcr deutsche Firmen. Japan setzt auf ein solches Modell. Auch Tim-Oliver M\u00fcller, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie, findet: \u201eWenn am Ende des Tages der europ\u00e4ische Steuerzahler die Mittel f\u00fcr den Wiederaufbau finanzieren muss, dann sollten diese Mittel auch zuvorderst den Unternehmen aus der EU zugutekommen.\u201c Andernfalls m\u00fcssten die Ausschreibungen neben dem Preis auch die Qualit\u00e4t ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<p>Firmen und Union w\u00fcrden Hilfszahlungen gerne an Auftr\u00e4ge koppeln<\/p>\n<p>In Berlin zeigt man sich offen f\u00fcr derlei Forderungen. Andreas Lenz, wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU\/CSU-Bundestagsfraktion, sagt der BSZ: \u201eIch halte es f\u00fcr legitim, dass bei Auftr\u00e4gen, die die Ukraine betreffen, deutsche Firmen besonders ber\u00fccksichtigt werden.\u201c Dies betreffe \u201edie Infrastruktur als Ganzes\u201c, so der CSU-Abgeordnete. Auch Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) nennt es eine \u201ev\u00f6llig legitime Forderung\u201c, Hilfszahlungen an Auftr\u00e4ge zu koppeln. Sebastian Roloff, Wirtschaftsexperte der SPD-Bundestagsfraktion, fordert \u201etransparente Ausschreibungsbedingungen anhand von nachvollziehbaren Kriterien und eine pragmatische Vergabepraxis\u201c. Zudem m\u00fcsse \u201edeutlich kommuniziert werden, dass es die Erwartung ist, dass Auftr\u00e4ge gerade auch nach Deutschland gehen.\u201c<\/p>\n<p>Anders als SPD und Union h\u00e4lt die AfD die Ukraine-Hilfen f\u00fcr falsch. Der Landtagsabgeordnete Gerd Mannes kritisiert die hohen Zahlungen . Dass die Ukraine f\u00fcr gut 10 Milliarden Euro statt deutscher Modelle 100 franz\u00f6sische Kampfjets kaufen will, ist Wasser auf die M\u00fchlen der Kritiker. Schlie\u00dflich zahlt Paris nur einen Bruchteil der deutschen Hilfen und hat zudem weniger <a href=\"https:\/\/www.bayerische-staatszeitung.de\/staatszeitung\/politik\/detailansicht-politik\/artikel\/nach-monatelanger-verzoegerung-staat-will-ukraine-fluechtlingen-weniger-zahlen.html#topPosition\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Fl\u00fcchtlinge aufgenommen <\/a>als Bayern. (Tobias Lill)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Es ist eine enorme Summe: Von M\u00e4rz 2022 bis September 2025 hat die Bundesrepublik die Ukraine mit Zahlungen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":686560,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[331,3924,332,3922,1982,772,1984,1983,3364,29,1096,30,13,259,1987,80,1985,963,1988,62,14,3923,15,3921,16,12,1986],"class_list":{"0":"post-686559","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-deutschland","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-nachrichten-aus-deutschland","10":"tag-aktuelle-news","11":"tag-aktuelle-news-aus-deutschland","12":"tag-bayerische-staatszeitung-de","13":"tag-bayern","14":"tag-bsz","15":"tag-bsz-de","16":"tag-de","17":"tag-deutschland","18":"tag-freistaat","19":"tag-germany","20":"tag-headlines","21":"tag-informationen","22":"tag-kommunales","23":"tag-kultur","24":"tag-landtag","25":"tag-lokales","26":"tag-maximilianeum","27":"tag-medien","28":"tag-nachrichten","29":"tag-nachrichten-aus-deutschland","30":"tag-news","31":"tag-news-aus-deutschland","32":"tag-politik","33":"tag-schlagzeilen","34":"tag-zeitung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115822972650600670","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/686559","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=686559"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/686559\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/686560"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=686559"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=686559"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=686559"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}