{"id":686761,"date":"2026-01-02T03:51:17","date_gmt":"2026-01-02T03:51:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/686761\/"},"modified":"2026-01-02T03:51:17","modified_gmt":"2026-01-02T03:51:17","slug":"pupillaere-reflexdilatation-als-ansatz-zur-schmerzdiagnostik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/686761\/","title":{"rendered":"Pupill\u00e4re Reflexdilatation als Ansatz zur Schmerzdiagnostik"},"content":{"rendered":"<p>Die Messung der pupill\u00e4ren Reflexdilatation k\u00f6nnte eine objektive Einsch\u00e4tzung von Schmerzen bei Personen, die nicht kommunikationsf\u00e4hig sind, erm\u00f6glichen. Studienergebnisse zeigen, dass sich schmerzhafte von banalen Reizen unterscheiden lassen.<\/p>\n<p>Kann ein <strong>Mensch<\/strong> nicht kommunizieren, f\u00e4llt es schwer, potenziell vorhandene Schmerzen zu beurteilen. Ein Weg aus dem Dilemma ist wom\u00f6glich die Messung der pupill\u00e4ren <strong>Reflexdilatation<\/strong> (PRD). Bei Patientinnen und Patienten in Vollnarkose wurde bereits nachgewiesen, dass die PRD zur Quantifizierung der Nozizeption sinnvoll ist, hei\u00dft es im Poster einer Forschungsgruppe um Dr. Nathalie Malewicz-Oeck vom BG Universit\u00e4tsklinikum Bergmannsheil Bochum. Nun haben die Kolleginnen und Kollegen in einer randomisierten <strong>Studie<\/strong> gepr\u00fcft, ob das Verfahren auch im <strong>Wachzustand<\/strong> zuverl\u00e4ssige Ergebnisse liefert.<\/p>\n<p>Bei 30 gesunden Freiwilligen im <strong>Durchschnittsalter<\/strong> von 25 Jahren wurde im Bereich des ventralen Unterarms nach einer Ruhephase zun\u00e4chst ein unangek\u00fcndigter Schmerzreiz gesetzt. Dann folgten im Abstand von jeweils 5 Minuten ein angek\u00fcndigter <strong>Schmerzreiz<\/strong>, eine Placebo- bzw. <strong>Nocebo-Ank\u00fcndigung<\/strong> ohne Stimulus oder ein nicht schmerzhafter Reiz. 60 Sekunden rund um die einzelnen Stimulationen wurde die pupill\u00e4re Reflexdilatation mithilfe eines Pupillometers ermittelt. Au\u00dferdem gaben die Probandinnen und Probanden anhand einer numerischen Ratingskala Auskunft \u00fcber die Intensit\u00e4t der jeweils erlebten <strong>Schmerzen<\/strong>.<\/p>\n<p>Es zeigte sich, dass die pupill\u00e4re <strong>Reflexdilatation<\/strong> nach einem angek\u00fcndigten Schmerzreiz signifikant gr\u00f6\u00dfer ausfiel als nach einem nicht schmerzhaften Stimulus. Infolge eines unerwarteten Schmerzreizes war sie deutlich st\u00e4rker als nach einer Placebo-\/Nocebo-Ank\u00fcndigung oder einem banalen Reiz. Kein Unterschied hinsichtlich der <strong>Pupillenreaktion<\/strong> bestand zwischen unangek\u00fcndigtem und angek\u00fcndigtem Schmerzreiz, obwohl letzter von den Teilnehmenden als intensiver bewertet wurde. Insgesamt korrelierte die <strong>Reflexdilatation<\/strong> signifikant mit der subjektiven <strong>Schmerzintensit\u00e4t<\/strong>, hie\u00df es im Posterbeitrag der Forscherinnen und Forscher.<\/p>\n<p>Potenzielle Anwendung in der postoperativen Phase<\/p>\n<p>Anhand der PRD gelingt es also auch bei wachen Personen, zwischen schmerzhaften und banalen <strong>Reizen<\/strong> zu differenzieren und die subjektiv empfundene <strong>Schmerzintensit\u00e4t<\/strong> abzusch\u00e4tzen, lautete die Schlussfolgerung der Kolleginnen und Kollegen. Dies k\u00f6nne man sich potenziell bei nicht kommunikationsf\u00e4higen Patientinnen und Patienten etwa auf der Intensivstation, in der postoperativen Phase, bei Sedierung, Demenz, H\u00f6rst\u00f6rungen oder auch im <strong>Kindesalter<\/strong> zunutze machen.<\/p>\n<p class=\"small\">Deutscher Schmerzkongress 2025<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Messung der pupill\u00e4ren Reflexdilatation k\u00f6nnte eine objektive Einsch\u00e4tzung von Schmerzen bei Personen, die nicht kommunikationsf\u00e4hig sind, erm\u00f6glichen.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":686762,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[137],"tags":[29,30,141,232],"class_list":{"0":"post-686761","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-gesundheit","8":"tag-deutschland","9":"tag-germany","10":"tag-gesundheit","11":"tag-health"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115823475817666030","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/686761","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=686761"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/686761\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/686762"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=686761"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=686761"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=686761"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}