{"id":686771,"date":"2026-01-02T03:56:15","date_gmt":"2026-01-02T03:56:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/686771\/"},"modified":"2026-01-02T03:56:15","modified_gmt":"2026-01-02T03:56:15","slug":"proteste-im-iran-eskalieren-was-steckt-dahinter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/686771\/","title":{"rendered":"Proteste im Iran eskalieren \u2013 was steckt dahinter?"},"content":{"rendered":"<p>        Islamische Republik<br \/>\n      Proteste im Iran eskalieren \u2013 was dahinter steckt<\/p>\n<p>            Kopiere den aktuellen Link<\/p>\n<p>          Zur Merkliste hinzuf\u00fcgen<\/p>\n<p>Im Iran sorgt die Unzufriedenheit der Bev\u00f6lkerung wieder f\u00fcr gro\u00dfe Proteste. Worum geht es und wie realistisch ist ein politischer Umbruch? Antworten auf wichtige Fragen.<\/p>\n<p>    Inhaltsverzeichnis<\/p>\n<p class=\"typo-body-sc-md is-initial\">Inmitten einer schweren Wirtschaftskrise zieht es bereits f\u00fcnf Tage in Folge Menschenmassen auf die Stra\u00dfen im Iran. Die Proteste erinnern an den Beginn der landesweiten Aufst\u00e4nde von 2019 und 2022 \u2013 doch vieles ist noch unklar. In Metropolen wird laut Augenzeugen ein Gro\u00dfaufgebot an Sicherheitskr\u00e4ften zusammengezogen, aus l\u00e4ndlichen Regionen gibt es Berichte \u00fcber ein hartes Vorgehen gegen die Proteste. Die wichtigsten Fragen und Antworten zu den aktuellen Entwicklungen:<\/p>\n<p>  Warum gibt es jetzt neue Proteste?<\/p>\n<p class=\"typo-body-sc-md\">Ausgel\u00f6st wurden die aktuellen Proteste durch einen pl\u00f6tzlichen Einbruch der Devisenkurse am vergangenen Sonntag. Spontan gingen vor allem H\u00e4ndler von Elektronikgesch\u00e4ften in der Hauptstadt Teheran auf die Stra\u00dfe. Angesichts der heftigen Kursschwankungen konnten sie keine verl\u00e4sslichen Preise f\u00fcr ihre Importware mehr nennen und wussten nicht, welche Verluste ihnen aus bereits verkauften Produkten drohen.<\/p>\n<p class=\"typo-body-sc-md\">Inzwischen erfassen die Proteste auch andere Landesteile und Bev\u00f6lkerungsschichten. Studierendenverb\u00e4nde, die bereits fr\u00fchere Protestwellen mitgetragen hatten, riefen erneut zu Demonstrationen auf. Die Unzufriedenheit im Land w\u00e4chst seit Jahren, befeuert durch fehlende Perspektiven, wirtschaftliche Not, Klimakrise, politische Repression und internationale Isolation.<\/p>\n<p>  Wie steht es um die wirtschaftliche Lage des Irans?<\/p>\n<p class=\"typo-body-sc-md\">Die wirtschaftliche Lage im Iran bleibt prek\u00e4r. Trotz umfangreicher \u00d6lreserven steckt das Land mit seinen knapp 90 Millionen Einwohnern in einer schweren Krise \u2013 ohne erkennbare Perspektive auf Besserung. Scharfe internationale Sanktionen haben Teheran zunehmend in die Arme Russlands und Chinas getrieben. Rund 90 Prozent der \u00d6lexporte flie\u00dfen \u00fcber Umwege in die Volksrepublik.<\/p>\n<p class=\"typo-body-sc-md\">Allein im vergangenen Monat verlor die Landesw\u00e4hrung Rial fast 20 Prozent an Wert. Die Inflation liegt laut offiziellen Angaben zwischen 30 und 40 Prozent. Besonders die junge Generation f\u00fcrchtet den sozialen Abstieg. Zugleich w\u00e4chst die Kritik an der au\u00dfenpolitischen Linie der F\u00fchrung: Im Konflikt mit Israel flie\u00dft ein erheblicher Teil des Haushalts in milit\u00e4rische Ausgaben.<\/p>\n<p>  Was fordern die Demonstranten?<\/p>\n<p class=\"typo-body-sc-md\">Die Demonstrierenden fordern neben einer Verbesserung ihrer Lebenslage einen tiefgreifenden politischen Wandel hin zu einem s\u00e4kularen System und das Ende der islamischen Herrschaft. Ihr Ziel: ein moderner Iran \u2013 frei von religi\u00f6sen Vorschriften und staatlicher Repression, in Frieden mit der Welt, einschlie\u00dflich des langj\u00e4hrigen Erzfeindes Israel.<\/p>\n<p class=\"typo-body-sc-md\">Die Frauenproteste im Herbst 2022 wurden gewaltsam niedergeschlagen. Doch seither widersetzen sich viele Frauen in den Gro\u00dfst\u00e4dten demonstrativ den staatlichen Kleidungsvorschriften \u2013 ein sichtbares Zeichen kulturellen und gesellschaftlichen Wandels. Knapp f\u00fcnf Jahrzehnte nach der Islamischen Revolution von 1979 haben sich zahlreiche Iranerinnen und Iraner vom religi\u00f6sen Dogma abgewandt.<\/p>\n<p>  Wie k\u00f6nnte es jetzt weitergehen?<\/p>\n<p class=\"typo-body-sc-md\">Ob sich die aktuellen Proteste erneut zu einem landesweiten Aufstand wie im Herbst 2022 ausweiten, bleibt ungewiss. In den vergangenen Jahrzehnten wurde der Iran immer wieder von massiven Protestwellen ersch\u00fcttert \u2013 die F\u00fchrung reagierte jedes Mal mit Repressionen. Nach den Demonstrationen unter dem Slogan &#8222;Frau, Leben, Freiheit&#8220; lie\u00df die Justiz mehrere M\u00e4nner hinrichten und Tausende Menschen festnehmen.<\/p>\n<p class=\"typo-body-sc-md\">Bei den j\u00fcngsten Protesten er\u00f6ffneten Sicherheitskr\u00e4fte in den Provinzen das Feuer auf Demonstranten, wie Menschenrechtsaktivisten berichteten. Mehrere Menschen kamen bereits bei Konfrontationen zwischen Protestteilnehmern und der Polizei oder den Sicherheitskr\u00e4ften ums Leben. Tote gab es unter anderem in den Provinzen Lorestan, Isfahan sowie in Tschahar Mahal und Bachtiari. Die Informationen lie\u00dfen sich zun\u00e4chst nicht unabh\u00e4ngig verifizieren.<\/p>\n<p class=\"typo-body-sc-md\">Die Proteste der Vergangenheit waren stets ein Belastungstest f\u00fcr das autorit\u00e4re System, das seit Jahren um seinen Machterhalt ringt. Nach dem zw\u00f6lft\u00e4gigen Krieg im Juni und dem anhaltenden Konflikt mit Israel steht die F\u00fchrung erneut unter Druck. Die Revolutionsgarden, Irans Elitestreitmacht und wirtschaftlicher Machtfaktor mit Beteiligungen an Hotels, Fluggesellschaften und R\u00fcstungsfirmen, haben dabei ein doppeltes Interesse am Status quo: politisch und \u00f6konomisch.<\/p>\n<p class=\"typo-body-sc-md\">Vor diesem Hintergrund \u00fcberraschte die Regierung mit vers\u00f6hnlichen Signalen. Pr\u00e4sident Massud Peseschkian r\u00e4umte Fehler seiner Regierung ein. Mit ungew\u00f6hnlicher Offenheit erkl\u00e4rte er, Staat und Banken tr\u00fcgen die Schuld an der hohen Inflation. Sie h\u00e4tten die &#8222;Taschen der benachteiligten Menschen&#8220; geleert und deren Kaufkraft geschw\u00e4cht. Der Pr\u00e4sident k\u00fcndigte Reformen an und setzte den umstrittenen Zentralbankchef ab. An seine Stelle r\u00fcckte ein Vertrauter Peseschkians, Abdolnasser Hemmati, der bereits fr\u00fcher das Amt innehatte. Ob er mit seinen Ma\u00dfnahmen Geh\u00f6r findet, ist unklar.<\/p>\n<p>  Welche Rolle spielt die Opposition?<\/p>\n<p class=\"typo-body-sc-md\">Im Iran gibt es seit Jahren keine politische Kraft mehr, die von den Demonstranten als glaubw\u00fcrdige Opposition anerkannt wird. Auch die sogenannten Reformer, zu denen Pr\u00e4sident Peseschkian z\u00e4hlt, gelten unter Protestteilnehmern als Teil des islamischen Herrschaftssystems, die keine grundlegenden politischen \u00c4nderungen bewirken k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"typo-body-sc-md\">Viele setzen daher ihre Hoffnungen auf Unterst\u00fctzung aus dem Ausland. Bei den aktuellen Protesten ert\u00f6nte auch der Slogan &#8222;Lang lebe der K\u00f6nig&#8220; \u2013 ein Verweis auf Reza Pahlavi, den Sohn des 1979 gest\u00fcrzten Schahs. Doch auch die Exilopposition bleibt zersplittert und zerstritten.<\/p>\n<p class=\"typo-body-sc-md\">Hinweis: Dieser Artikel wurde aktualisiert und um weitere Informationen erg\u00e4nzt.<\/p>\n<p>\n    DPA\n  <\/p>\n<p>\n    lw\n  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Islamische Republik Proteste im Iran eskalieren \u2013 was dahinter steckt Kopiere den aktuellen Link Zur Merkliste hinzuf\u00fcgen Im&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":686772,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[13,14,15,12,10,8,9,11,103,104],"class_list":{"0":"post-686771","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-welt","8":"tag-headlines","9":"tag-nachrichten","10":"tag-news","11":"tag-schlagzeilen","12":"tag-top-news","13":"tag-top-meldungen","14":"tag-topmeldungen","15":"tag-topnews","16":"tag-welt","17":"tag-world"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115823495360799706","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/686771","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=686771"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/686771\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/686772"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=686771"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=686771"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=686771"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}