{"id":686822,"date":"2026-01-02T04:29:11","date_gmt":"2026-01-02T04:29:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/686822\/"},"modified":"2026-01-02T04:29:11","modified_gmt":"2026-01-02T04:29:11","slug":"studiengang-aus-deutschland-koennten-grabungsexperten-fehlen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/686822\/","title":{"rendered":"Studiengang-Aus? Deutschland k\u00f6nnten Grabungsexperten fehlen"},"content":{"rendered":"<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Grabungstechniker verortet man als Laie eher an spektakul\u00e4ren Ausgrabungsst\u00e4tten in \u00c4gypten als auf Baustellen. Doch ob Autobahn, Stromtrasse oder Neubaugebiet: In Deutschland wird fast jedes gr\u00f6\u00dfere Bauprojekt arch\u00e4ologisch begleitet. Genau dort k\u00f6nnten die Spezialisten k\u00fcnftig aber fehlen, denn der Studiengang f\u00fcr Konservierung, Restaurierung und Grabungstechnik an der Hochschule f\u00fcr Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin soll auslaufen.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Der Deutsche Arch\u00e4ologen-Verband (DARV) ist damit gar nicht einverstanden. \u201eWenn der Studiengang wegfallen w\u00fcrde, h\u00e4tte man kaum noch ausgebildete Grabungstechniker\u201c, sagte der DARV-Vorsitzende, Stefan Feuser, der Deutschen Presse-Agentur. In Deutschland gebe es zwar Studieng\u00e4nge mit \u00e4hnlicher Ausrichtung. Der HTW-Studiengang sei in seiner Form aber einzigartig, weil dort nicht nur Wissen vermittelt, sondern praktisch ausgebildet werde.\u00a0<\/p>\n<p>Pro Jahr w\u00fcrden etliche Grabungstechniker fehlen<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">\u201ePro Jahr w\u00fcrden 10, 15, 20 ausgebildete Grabungstechniker und Grabungstechnikerinnen fehlen, die gebraucht werden, um gro\u00dfe Infrastruktur-Bauprojekte durchf\u00fchren zu k\u00f6nnen\u201c, erkl\u00e4rt Feuser, der Professor f\u00fcr Klassische Arch\u00e4ologie an der Universit\u00e4t Bonn ist.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Grund f\u00fcr das geplante Ende des Studiengangs, der als Bachelor und Master angeboten wird, sind Sparma\u00dfnahmen. Ab Oktober 2026 sollen im Bachelorstudiengang keine Studienanf\u00e4nger mehr aufgenommen werden. Im Master sollen ab April 2030 keine Erstsemester mehr starten. Alle aktuell eingeschriebenen Studierenden k\u00f6nnten ihr Studium regul\u00e4r abschlie\u00dfen.\u00a0<\/p>\n<p>HTW-Pr\u00e4sidentin bedauert geplantes Ende<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Der zust\u00e4ndige Fachbereich an der HTW will einen entsprechenden Antrag an den Akademischen Senat der Hochschule stellen, der im neuen Jahr dar\u00fcber beschlie\u00dfen wird, wie es in einer Mitteilung hei\u00dft. Im Anschluss muss die zust\u00e4ndige Senatsverwaltung zustimmen.\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">\u201eIch bedaure sehr, dass wir als eine der wenigen wachsenden Hochschulen dieses Landes gezwungen werden, \u00fcber den Abbau von Studienpl\u00e4tzen und sogar das Auslaufen einzelner F\u00e4cher zu diskutieren\u201c, teilte HTW-Pr\u00e4sidentin\u00a0Annabella Rauscher-Scheibe mit. Alle f\u00fcnf Fachbereiche der HTW m\u00fcssten \u201emassive K\u00fcrzungen\u201c vornehmen.<\/p>\n<p>H\u00e4nderingend Nachwuchs gesucht<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Wieso werden die Grabungstechniker so dringend ben\u00f6tigt? \u201eIn Deutschland muss bei jedem Bauprojekt vorher \u00fcberpr\u00fcft werden, ob arch\u00e4ologische Bodendenkm\u00e4ler gef\u00e4hrdet sind\u201c, erkl\u00e4rt Feuser. \u201eDas hei\u00dft, alle gro\u00dfen Infrastrukturma\u00dfnahmen, die wir haben, Stromtrassen, Leitungen, die durch halb Deutschland gehen, Autobahnen, Neubauten, die werden arch\u00e4ologisch begleitet.\u201c Die freie Wirtschaft sei ein gro\u00dfer Arbeitgeber in der Arch\u00e4ologie und suche h\u00e4nderingend nach Nachwuchs. Selbstverst\u00e4ndlich w\u00fcrde auch f\u00fcr die Forschung Grabungstechniker gebraucht, der Bereich sei aber kleiner.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Wie h\u00e4ufig gibt es \u00fcberhaupt noch neue Funde? Es sei bei Weitem noch nicht alles entdeckt, was im Boden schlummere, sagt Feuser. Sehr h\u00e4ufig werde bei den Grabungen etwas gefunden. \u201eSeit der Jungsteinzeit, etwa seit 6.000 bis 5.000 vor Christus, haben wir in Deutschland in unterschiedlichen Regionen eine durchaus dichte Besiedlung. Das sind h\u00e4ufig auch die Regionen, in denen wir auch heute siedeln.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Grabungstechniker verortet man als Laie eher an spektakul\u00e4ren Ausgrabungsst\u00e4tten in \u00c4gypten als auf Baustellen. 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