{"id":687017,"date":"2026-01-02T06:28:11","date_gmt":"2026-01-02T06:28:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/687017\/"},"modified":"2026-01-02T06:28:11","modified_gmt":"2026-01-02T06:28:11","slug":"brandenburg-2025-eskalation-rechter-gewalt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/687017\/","title":{"rendered":"Brandenburg 2025: Eskalation rechter Gewalt"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t<img width=\"1280\" height=\"720\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/54880685574_673e692b0e_k-1280x720.jpg\" class=\" wp-post-image\" alt=\"\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"high\"  \/>\t\t\t\t<\/p>\n<p>\t\t\t\tNeonazistische CSD-Gegendemo in Cottbus<br \/>\n            (Quelle: <a href=\"https:\/\/flickr.com\/photos\/recherche-netzwerk-berlin\/albums\/72177720329899251\/with\/54880690089\" class=\"\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">RechercheNetzwerk.Berlin<\/a>)<\/p>\n<p>Inhaltswarnung: explizite rassistische Gewalt<\/p>\n<p>Mit Anne Br\u00fcgmann und Joschka Fr\u00f6schner von <a href=\"https:\/\/www.opferperspektive.de\/verein\/\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">Opferperspektive e.V. in Brandenburg <\/a>haben wir \u00fcber rassistische Angriffe und die Organisierung von jungen Neonazis in Brandenburg gesprochen. Seit 1998 ber\u00e4t der Verein in Brandenburg Betroffene von rechter Gewalt und Diskriminierung.<\/p>\n<p><b>Belltower.News: Welche gro\u00dfen Ereignisse gab es 2025 in Brandenburg? Was bleibt euch in Erinnerung?<\/b><b><br \/><\/b><b>Joschka Fr\u00f6schner: <\/b>Was dieses Jahr sehr gepr\u00e4gt hat und vor allem im ersten Halbjahr stark pr\u00e4sent war, waren die organisierten rechten Angriffe auf linke Jugend- und Freizeitclubs und Kultureinrichtungen. Beispielsweise wurde das Hausprojekt <a href=\"https:\/\/taz.de\/Neonazis-attackieren-Hausprojekt\/!6090883\/\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">\u201eZelle79\u201c<\/a> in Cottbus <a href=\"https:\/\/www.rbb24.de\/panorama\/beitrag\/2025\/12\/brandenburg-cottbus-zelle-79-briefkasten-gesprengt.html\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">mehrfach <\/a>mit Pyrotechnik angegriffen.<\/p>\n<p>Im <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/potsdam\/brandenburg\/willkommen-in-den-90ern-vermummte-greifen-senftenberger-jugendclub-an-13305190.html\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">M\u00e4rz <\/a>\u00fcberfiel ein Mob von Neonazis das alternative Freizeitzentrum JAMM e.V. in Senftenberg und <a href=\"https:\/\/www.belltower.news\/senftenberg-jetzt-machen-wir-erst-recht-weiter-159317\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">bewarf den Club mit Steinen<\/a>. Bei den Angriffen gab es gl\u00fccklicherweise keine Verletzten, aber nur, weil sich diese Orte selbst gut um ihre Sicherheit k\u00fcmmern.<\/p>\n<p>Ein besonders <a href=\"https:\/\/taz.de\/In-Altdoebern-werden-Teenager-festgenommen-Wie-konnten-sie-sich-so-radikalisieren\/!6095453\/\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">schockierender Fall<\/a> war der rechtsterroristische Anschlag auf die Erlebnisgastronomie \u201eKultberg\u201c in Altd\u00f6bern <a href=\"https:\/\/taz.de\/Rechtsextreme-Jugendszene\/!6076353\/\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">im vergangenen Oktober<\/a>, 2024. Im Mai wurden die mutma\u00dflichen T\u00e4ter bei einer <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/razzia-terrorgruppe-100.html\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">Razzia <\/a>festgenommen. Sie organisierten sich in der sogenannten \u201eLetzten Verteidigungswelle\u201c, das j\u00fcngste bekannte Mitglied war 14 Jahre alt.<\/p>\n<p>Im Februar konnte ein geplanter <a href=\"https:\/\/www.rbb24.de\/panorama\/beitrag\/2025\/02\/brandenburg-asylbewerber-gefluechtete-anschlag-vereitelt.html\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">Anschlag auf die Gefl\u00fcchtetenunterkunft in Senftenberg<\/a> verhindert werden. Unbedingt zu erw\u00e4hnen ist auch der Angriff auf eine <a href=\"https:\/\/www.rbb24.de\/politik\/beitrag\/2025\/03\/angriff-fluechtlingsunterkunft-stahnsdorf-albers.html\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">Gefl\u00fcchtetenunterkunft <\/a>in Stahnsdorf Anfang des Jahres. Die T\u00e4ter haben den Wachmann bewusstlos geschlagen. In dieser H\u00e4ufung war das relativ ungew\u00f6hnlich und hat uns in der Beratung in S\u00fcdbrandenburg sehr besch\u00e4ftigt.<\/p>\n<p><b>Anne Br\u00fcgmann:<\/b> Vor einigen Wochen wurde aus Lauchhammer berichtet, dass Neonazis nachts das <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/potsdam\/brandenburg\/staatsschutz-ermittelt-in-sudbrandenburg-nach-angriff-auf-jugendclub-in-lauchhammer-14743484.html\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">Gel\u00e4nde eines Jugendclubs massiv besch\u00e4digt <\/a>und auch JN-Schmierereien (f\u00fcr \u201eJunge Nationalisten\u201c) hinterlassen haben. Auch der <a href=\"https:\/\/www.radioeins.de\/programm\/sendungen\/modo1619\/_\/cottbus-jugendclub-chekov-mit-rechten-parolen-besprueht.html\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">Jugendclub Chekov in Cottbus <\/a>wurde mit frauen- und homofeindlichen Parolen beschmiert. Besonders beunruhigend fanden wir auch, dass der \u201eIII. Weg\u201c in einem \u00f6ffentlichen Park in Spremberg ein paramilit\u00e4risch anmutendes Aktionstraining mit Jugendlichen veranstaltet hat.<\/p>\n<p>Ein sehr einschneidendes Erlebnis in Brandenburg in diesem Jahr war der Angriff auf das <a href=\"https:\/\/www.belltower.news\/brandenburg-jungnazis-greifen-demokratiefest-in-bad-freienwalde-an-160479\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Demokratiefest in Bad Freienwalde<\/a> im Juni. Die Polizei spricht von bis zu 15 vermummten Jungnazis, die Besucher*innen angegriffen haben. Einige mutma\u00dfliche T\u00e4ter konnten erkannt und dem \u201eIII. \u201eWeg\u201c zugeordnet werden. <a href=\"https:\/\/www.rbb24.de\/panorama\/beitrag\/2025\/11\/angriff-vielfaltsfest-bad-freienwalde-ermittlungen-eingestellt.html\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">Das Verfahren wurde nun jedoch eingestellt<\/a>, da keine T\u00e4ter ermittelt werden konnten.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich zu den Angriffen auf Kultur- und Jugendzentren haben wir viele Angriffe auf Einzelpersonen und politische Gegner*innen zu verzeichnen, vor allem aber ganz viele rassistische Angriffe.<\/p>\n<p><b>Welche Beispiele sind euch da eindr\u00fccklich in Erinnerung geblieben? <\/b><br \/><b>AB:<\/b> Mir ist der Angriff auf einen jungen Syrer im Zug stark im Ged\u00e4chtnis geblieben. Die T\u00e4ter stammen wohl aus dem Umfeld des FC Energie Cottbus und trugen Fan-Schals. Im Zug haben sie ihn mehrfach antimuslimisch beleidigt und an einer Haltestelle zum Aussteigen gedr\u00e4ngt. Dort haben sie ihn und einen tschetschenischen Mann, der auch in dem Zug sa\u00df, brutalst zusammengeschlagen. Der Betroffene erz\u00e4hlte uns auch, dass niemand geholfen hat, kein Zugpersonal und keine Passant*innen, die vor Ort waren. Alle sind an ihm vorbeigelaufen, als er auf dem Boden lag.<\/p>\n<p>Ein zw\u00f6lfj\u00e4hriger syrischer Pal\u00e4stinenser beobachtete in F\u00fcrstenwalde aus dem Bus heraus, wie ein junges M\u00e4dchen von Rechten drangsaliert wurde und sie versuchten, ihr das Kopftuch herunterzurei\u00dfen. Da er im Bus sa\u00df, konnte er aber nat\u00fcrlich nicht helfen. Am n\u00e4chsten Tag entdeckte er den T\u00e4ter wieder und konfrontierte ihn. Der T\u00e4ter griff ihn dann unmittelbar an, z\u00fcckte ein Messer und stach ihm ins Gesicht. In seinem WhatsApp-Status br\u00fcstete er sich und ver\u00f6ffentlichte Fotos. Im Vergleich zu vielen anderen F\u00e4llen, gibt es hier \u201eimmerhin\u201c einen klaren T\u00e4ter und polizeiliche Konsequenzen.<\/p>\n<p><b>JF:<\/b> Bei den rassistischen Taten sehen wir, dass sehr oft Vertreibungsfantasien ge\u00e4u\u00dfert werden oder direkt Bezug auf die AfD genommen wird.<\/p>\n<p><b>AB:<\/b> Wir haben auch mehrere Angriffe gesehen, bei denen AfD-Leute entweder selbst als T\u00e4ter identifiziert wurden oder die im AfD-Umfeld stattfanden. Ein Angriff, der bereits vor Gericht verhandelt wurde, ereignete sich beim Holocaust-Gedenktag am 27. Januar in <a href=\"https:\/\/www.rbb24.de\/panorama\/beitrag\/2025\/01\/straussberg-staatsschutz-ermittelt-stoerung-holocaust-gedenken.html\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">Strausberg<\/a>. Bei der Gedenkveranstaltung wurden auch AfD-Stadtverordnete eingeladen, nach der Gedenkfeier kam es jedoch zu Bedrohungen mit einem Messer und zu einer K\u00f6rperverletzung gegen einen Organisator. Als T\u00e4ter stand ein damaliger AfD-Stadtverordneter vor Gericht und wurde bisher in erster Instanz verurteilt.<\/p>\n<p><b>Spielte das auch im Bundestagswahlkampf eine Rolle?<br \/><\/b><b>AB: <\/b>Ja, in <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/potsdam\/brandenburg\/angriffe-auf-afd-gegner-bei-wahlkampf-in-templin-bundestagsabgeordneter-posiert-mit-schwarz-gekleidetem-mob-13171237.html\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">Templin <\/a>gab es eine Kundgebung zur Bundestagswahl vom AfD-Bundestagsabgeordneten Hannes Gnauck. Es war eine Mobilisierungsveranstaltung, in deren Anschluss eine Gruppe Jungnazis Gegendemonstrant*innen gejagt und bis in ein Gesch\u00e4ft verfolgt hat.<\/p>\n<p><b>JF:<\/b> Wir kamen in Brandenburg aus einer sehr langen Wahlkampf-Phase mit den Kommunal- und Landtagswahlen im letzten Jahr. Dieses Motiv der Angriffe zieht sich aber schon seit 2024 durch und wurde zunehmend klarer. Diese Wahlen hatten einen stark mobilisierenden Effekt f\u00fcr die organisierte rechte Szene. Wir sehen auch, dass sich im Kontext von AfD-Veranstaltungen viele dieser Jungnazis versammeln, auch wenn das nicht ihr \u00fcblicher Organisationsrahmen ist. Bei Demonstrationen und Kundgebungen sehen junge Neonazis durchaus eine Gelegenheit, sichtbar zu werden. Die AfD ist f\u00fcr die organisierte rechte Szene ein wichtiger Bezugspunkt. In der Zivilgesellschaft hat diese Mobilisierung zu viel Verunsicherung gef\u00fchrt.<\/p>\n<p><b>Wie hat sich die Mobilisierung der extremen Rechten \u00fcber das Jahr entwickelt?<br \/>JF:<\/b> \u00dcber dieses Jahr hinweg ist die Dynamik ein\u00a0 bisschen zur\u00fcckgegangen. Wir merken, dass wir aktuell nicht vor der n\u00e4chsten Eskalation stehen. Die Gegenmobilisierungen bei den CSDs waren auf jeden Fall ein H\u00f6hepunkt der Bedrohungslage in diesem Jahr. Diese Aufm\u00e4rsche und Vorf\u00e4lle hatten aber nicht die Strahlkraft wie 2024. Gleichzeitig fokussiert sich diese Szene ganz stark auf das Thema Gender und Queerness. Der letzte CSD des Jahres war im Oktober in Cottbus und in der Woche davor gab es noch einen Brandanschlag auf die Einrichtung, in der das Regenbogenkombinat und die Organisation des CSD sitzen. Gleichzeitig muss man beachten, dass rechte Angriffe im S\u00fcdbrandenburger Raum keineswegs ausschlie\u00dflich durch junge Rechte aus neu entstandenen Gruppen ver\u00fcbt werden, auf denen aktuell ein starker medialer Fokus liegt. \u00a0 So werden viele Taten durch Betroffene der extrem rechten Fanszene des FC Energie Cottbus zugeordnet. Das ist nat\u00fcrlich in keiner Weise eine neue Struktur, sondern altbekannt.<\/p>\n<p><b>Jetzt gibt es mit Jean-Pascal Hohm einen Cottbusser an der Spitze der neuen AfD-Jugendorganisation \u201eGeneration Deutschland\u201c (GD). Als AfD-Landtagsabgeordneter ist er bekannterma\u00dfen sehr gut in Brandenburg und Cottbus vernetzt. Wie seht ihr seine Rolle in der brandenburgischen AfD? Wie anschlussf\u00e4hig kann er die GD dort machen?<\/b><br \/><b>JF: <\/b>Aktuell ist das Ausma\u00df an Mobilisierungs- und Vernetzungseffekten, die GD haben wird, noch nicht absehbar. Ich gehe aber davon aus, dass wir mehr Aktivit\u00e4t sehen werden. Gerade in Cottbus gibt es eine versuchte Raumnahme und das Bestreben, pr\u00e4sent zu sein, zum Beispiel auf Stadtfesten oder bei Semester\u00f6ffnungspartys f\u00fcr Studierende.<\/p>\n<p><b>AB: <\/b>Fabian Jank soll die GD in Brandenburg aufbauen. Er studierte in Halle und wohnte dort auch im Hausprojekt der Identit\u00e4ren Bewegung. In brandenburgischen Gro\u00dfr\u00e4schen hat er ein B\u00fcrgerb\u00fcro im Stil eines gem\u00fctlichen Treffpunktes mit Theke und Getr\u00e4nken namens \u201eHeimatrevier\u201c.<\/p>\n<p><b>JF: <\/b>Trotzdem darf man nicht vergessen, dass die AfD in Brandenburg keine reine Erfolgsgeschichte zu erz\u00e4hlen hat. Es gab diverse Wahlen auf kommunaler und lokaler Ebene, die f\u00fcr die AfD verloren gingen. Sie stellt nach wie vor keinen gew\u00e4hlten B\u00fcrgermeister hier.<\/p>\n<p><b>Hat das auch mit einer aktiven Zivilgesellschaft zu tun?<\/b><br \/><b>AB: <\/b>Unbedingt, h\u00e4ufig formen sich zivilgesellschaftliche Gruppen vor Ort, die diese Arten der AfD-Raumnahme verhindern wollen. Ein Beispiel ist die <a href=\"https:\/\/www.rbb24.de\/politik\/beitrag\/2025\/11\/brandenburg-dahme-spreewald-spende-stadtfest-golssen.html\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">Geldspende <\/a>von AfD-Mann Hans-Christoph Berndt f\u00fcr ein Stadtfest in Gol\u00dfen. Es gr\u00fcndete sich eine Initiative, die die R\u00fcckzahlung der Spende forderte. Dazu gab es einen B\u00fcrgerentscheid, der allerdings erfolglos blieb.<\/p>\n<p><b>JF: <\/b>Es zeigt sich: Lokalpolitiker*innen m\u00fcssen klar Position beziehen. Leute, die sich gegen Rechts engagieren, sollten das Gef\u00fchl haben, dass die Probleme ernst genommen werden und sie den R\u00fccken gest\u00e4rkt bekommen. Ein Beispiel daf\u00fcr ist beispielsweise die<a href=\"https:\/\/www.rbb24.de\/politik\/beitrag\/2025\/07\/spremberg-neonazis-buergermeisterin-warnung-einfluss.html\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\"> Spremberger B\u00fcrgermeisterin<\/a> Christine Herntier (parteilos), die die Raumnahme durch den \u201eIII. Weg\u201c klar angesprochen und problematisiert hat.<\/p>\n<p>In S\u00fcdbrandenburg gr\u00fcndete sich in diesem Jahr au\u00dferdem die Initiative \u201eSichere Orte\u201c zur Vernetzung von Jugend- und Kulturclubs und Wohnprojekten. Dort sind alternative bis \u00f6ffentlich gef\u00f6rderte Projekte Mitglied und stehen solidarisch im Falle eines Angriffs. Es gibt auch ein \u00f6ffentliches Thematisieren der Bedrohungslage und einen Austausch.<\/p>\n<p><b>AB:<\/b> Das traf auf einen sehr gro\u00dfen Resonanzboden. Im Vergleich zu anderen Bundesl\u00e4ndern ist diese gro\u00dfe brandenburgische \u00d6ffentlichkeit etwas Besonderes. H\u00e4ufig gab es Reaktionen und Handlungsschritte aus der lokalen Politik.<\/p>\n<p><b>Zu Beginn sprachen wir von Bedrohungen gegen CSDs. Dienten die gro\u00dfen CSDs in Brandenburg auch zur zivilgesellschaftlichen Mobilisierung?<\/b><br \/><b>AB: <\/b>Bei vielen CSDs und auch queeren Demokratiefesten, wie dem in Bad Freienwalde, gab es eine hohe Beteiligung. Menschen sind teilweise aus Berlin in die kleineren Orte gefahren und haben sich organisiert, insbesondere wenn es im Vorfeld zu \u00f6ffentlichen Bedrohungen kam. Das hat auch dazu beigetragen, dass die Wirksamkeit der Mobilisierung auf der rechten Seite nachgelassen hat. Die CSDs sind mittlerweile auch mit besseren Sicherheitskonzepten ausgestattet, sodass Angriffe abgemildert werden, auch wenn die Polizei nicht vor Ort ist.<\/p>\n<p><b>JF:<\/b> Es gibt die brandenburgische Zivilgesellschaft, es gibt Leute, die sich gegen Rechts engagieren. Trotzdem hatte das Jahr 2024 viele Initiativen bereits unglaublich viel Kraft gekostet. Das st\u00e4ndige Misstrauen, dem diese Initiativen vor allem 2025 ausgesetzt sind und der fortw\u00e4hrende Angriff auf die NGO-Landschaft ist erm\u00fcdend.<\/p>\n<p>Unser Verein Opferperspektive e.V. hier in Brandenburg besteht aus zwei Bereichen. Die Beratungsstelle f\u00fcr Betroffene rechter Gewalt und die allgemeine Antidiskriminierungsberatung. Dieser zweite Bereich der Antidiskriminierungsberatung muss gerade leider enorme finanzielle K\u00fcrzungen hinnehmen. Trotz umfassender Solidarit\u00e4t aus der Zivilgesellschaft konnten nach Bundesf\u00f6rderungsende keine finanziellen Mittel aufgetrieben werden, um diesen wichtigen Teil der Arbeit zu erhalten. Das bedeutet, dass wir voraussichtlich unseren Standort in Cottbus schlie\u00dfen m\u00fcssen und erneut ausschlie\u00dflich bei rassistischer Diskriminierung, aber nicht bei anderen Diskriminierungsmerkmalen wie Behinderung oder Geschlecht Beratung anbieten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><b>AB: <\/b>Es gibt in Brandenburg auch Initiativen, die sehr sehr langfristig sind und einen langen Atem haben. Ein Beispiel daf\u00fcr ist das <a href=\"https:\/\/www.belltower.news\/wir-vergessen-dich-nicht-amadeu-antonio-sein-vermaechtnis-und-der-kampf-von-palanca-163515\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gedenken an Amadeu Antonio<\/a> in Eberswalde. Viele kleine Gruppen vor Ort m\u00f6chten etwa ein eigenes Monitoring der rechtsextremen Szene und Gewalt aufbauen, um Vernetzungsgelegenheiten besser zu erkennen. Es gibt schon einiges, aber es gibt leider auch furchtbar viel zu tun.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Neonazistische CSD-Gegendemo in Cottbus (Quelle: RechercheNetzwerk.Berlin) Inhaltswarnung: explizite rassistische Gewalt Mit Anne Br\u00fcgmann und Joschka Fr\u00f6schner von Opferperspektive&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":687018,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1816],"tags":[1960,1958,1959,1957,1956,1890,29,30],"class_list":{"0":"post-687017","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-brandenburg","8":"tag-aktuelle-nachrichten-aus-berlin-und-brandenburg","9":"tag-aktuelle-nachrichten-aus-brandenburg","10":"tag-aktuelle-news-aus-berlin-und-brandenburg","11":"tag-aktuelle-news-aus-brandenburg","12":"tag-berlin-und-brandenburg","13":"tag-brandenburg","14":"tag-deutschland","15":"tag-germany"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115824092977987301","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/687017","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=687017"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/687017\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/687018"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=687017"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=687017"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=687017"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}