{"id":687050,"date":"2026-01-02T06:47:24","date_gmt":"2026-01-02T06:47:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/687050\/"},"modified":"2026-01-02T06:47:24","modified_gmt":"2026-01-02T06:47:24","slug":"neujahrsansprache-des-bundeskanzlers-kein-wort-ueber-die-wirtschaftlichen-sorgen-der-buerger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/687050\/","title":{"rendered":"Neujahrsansprache des Bundeskanzlers: Kein Wort \u00fcber die wirtschaftlichen Sorgen der B\u00fcr\u00adge\u00adr"},"content":{"rendered":"<p>\nBundeskanzler Friedrich Merz redet in seiner Neujahrsansprache viel \u00fcber Wirtschaft. Er k\u00fcndigt \u201egrundlegende Reformen\u201c an. Das ist eine Drohung.\n<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph first  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-1\" pos=\"1\">F riedrich Merz hat in den ersten Monaten seiner Kanzlerschaft bewiesen, dass er kein Talent f\u00fcrs Treffen des richtigen Tons hat. Und das ist auch in <a href=\"https:\/\/www.ardmediathek.de\/video\/ard-sondersendung\/neujahrsansprache-des-bundeskanzlers\/das-erste\/Y3JpZDovL2FyZC5kZS9wbGFuQVJEXzY2YjFkMzA1LTI1ODctNGFlNy1iMmM1LTJkOWUxNDYyNTJjM19nYW56ZVNlbmR1bmc\" target=\"_blank\" class=\"link in-text-link\" rel=\"noopener\">seiner ersten Neujahrsansprache<\/a> so. Statt wie ein Regierungschef zu den B\u00fcrger:innen, spricht er wie ein Firmenvorstand zu seiner Belegschaft. Diese Ansprache ist nicht dazu angetan, seine schlechten Umfragewerte zu heben. Im Gegenteil.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-2\" pos=\"2\">Merz streift die gro\u00dfen Themen der Gegenwart: den Krieg Russlands <a href=\"https:\/\/taz.de\/Orthodoxe-Kirche-der-Ukraine\/!6141636\/\" class=\"link in-text-link\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">gegen die Ukraine<\/a>, das gewandelte Verh\u00e4ltnis zu den USA, Europa, Migration, die Rente, den Sozialstaat. Die Klimakrise ist f\u00fcr ihn hingegen nicht mehr als eine Fu\u00dfnote. Seine Priorit\u00e4t: Immer wieder kommt er auf die deutsche Wirtschaft zu sprechen, die unter Druck stehe.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-4\" pos=\"3\">Nur an einer einzigen Stelle kommt er auf die Sorgen der Menschen im Land zu sprechen: die Sorge um den Frieden. Die r\u00e4umt er mit <a href=\"https:\/\/taz.de\/Merz-Neujahrsansprache\/!6141980\/\" class=\"link in-text-link\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">dem lapidaren Satz ab<\/a>: \u201eIch sage Ihnen: Wir sorgen f\u00fcr Frieden\u201c \u2013 ohne zu erkl\u00e4ren, wie das denn gehen k\u00f6nnte. Jeden Tag k\u00fcndigen Unternehmen den Abbau von Jobs an, viele Haushalte leiden unter den gestiegenen Preisen. Die anhaltende Rezession macht eben nicht nur Unternehmen zu schaffen. Aber dazu verliert er kein einziges Wort.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-5\" pos=\"4\">Das war nicht nur bei seinen sozialdemokratischen, sondern auch bei seinen christdemokratischen Vor\u00adg\u00e4n\u00adge\u00adr:in\u00adnen Helmut Kohl und Angela Merkel \u2013 erst seit 1970 halten Re\u00adgie\u00adrungs\u00adche\u00adf:in\u00adnen die Neujahrsansprache \u2013 noch anders. Auch ihre Antrittsjahre 1982 und 2005 waren \u00f6konomisch schwierig. Beide benannten in ihren Ansprachen zu Silvester die Furcht der B\u00fcr\u00adge\u00adr:in\u00adnen vor Arbeitsplatzverlust und Betriebspleiten. \u201eIhre Sorgen sind auch meine Sorgen\u201c, sagte Kohl 1982, der wie Merz in viele Fettn\u00e4pfchen tappte, aber anders als der Privatflieger aus dem Sauerland als bodenst\u00e4ndig und volksnah galt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/taz-Logo-1.jpeg\" alt=\"Das Logo der taz: Wei\u00dfer Schriftzung t a z und wei\u00dfe Tatze auf rotem Grund.\" loading=\"lazy\" title=\"Das Logo der taz: Wei\u00dfer Schriftzung t a z und wei\u00dfe Tatze auf rotem Grund.\" height=\"543\" type=\"image\/jpeg\"\/><\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph last  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-7\" pos=\"5\">Die Sorgen von Merz sind nicht die der B\u00fcrger:innen, sondern der Unternehmen, das wird in seiner Ansprache immer wieder deutlich. Etwa wenn er darauf verweist, dass \u201eeinige\u201c Recht h\u00e4tten, wenn ihnen die beschlossenen Reformen wie die \u201eneue Grundsicherung\u201c und die begonnene Debatte \u00fcber die Zukunft des Sozialstaats nicht reichen. \u201eEinige\u201c, das sind die Ver\u00adbands\u00adver\u00adtre\u00adte\u00adr:in\u00adnen und Manager:innen, die am liebsten den Sozialstaat bis zur Unkenntlichkeit schleifen w\u00fcrden. Die anderen, die B\u00fcrger:innen, sollten Merz&#8216; Ank\u00fcndigung, \u201egrundlegende Reformen\u201c angehen zu wollen, als Drohung verstehen. Das sind schlechte Ausichten f\u00fcr 2026.<\/p>\n<p class=\"column  is-8-tablet mgh-auto-tablet headline typo-head-small pv-xsmall mobile-order-1\">Gemeinsam f\u00fcr freie Presse<\/p>\n<p class=\"article column first  is-8-tablet mgh-auto-tablet  mobile-order-2\">\nAls Genossenschaft geh\u00f6ren wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zug\u00e4nglich. 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