{"id":687431,"date":"2026-01-02T10:31:11","date_gmt":"2026-01-02T10:31:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/687431\/"},"modified":"2026-01-02T10:31:11","modified_gmt":"2026-01-02T10:31:11","slug":"ausbildungsnachwuchs-hamburgs-bus-und-bahnfahrer-reichen-noch-doch-im-oepnv-droht-allgemein-ein-ausbildungs-engpass","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/687431\/","title":{"rendered":"Ausbildungsnachwuchs: Hamburgs Bus- und Bahnfahrer reichen noch \u2013 doch im \u00d6PNV droht allgemein ein Ausbildungs-Engpass"},"content":{"rendered":"<p>Einen Fahrermangel gibt es nach \u00fcbereinstimmender Einsch\u00e4tzung von Hochbahn, S-Bahn und den Verkehrsbetrieben Hamburg-Holstein nicht. Nach Personal suchen manche Unternehmen dennoch.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Hamburger Verkehrsunternehmen verf\u00fcgen nach eigenen Angaben \u00fcber ausreichend Bus- und Bahnfahrer. Hochbahn, S-Bahn Hamburg und Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein teilten mit, dass derzeit keine Fahrerinnen und Fahrer fehlten. Das st\u00e4dtische Unternehmen Hochbahn begr\u00fcndete die gesicherte Personallage mit intensivem Marketing.<\/p>\n<p>Obwohl gen\u00fcgend Personal vorhanden sei, planen die S-Bahn Hamburg wie auch die Hochbahn Neueinstellungen. Damit werde auf \u00fcbliche Fluktuation reagiert, sagte der Leiter der S-Bahn Hamburg, Jan Schr\u00f6der. Dieses Jahr bietet die S-Bahn Hamburg 50 Ausbildungsstellen an \u2013 viele davon im Bahnbetrieb. Zudem sollen monatlich zehn Quereinsteiger als Fahrzeugf\u00fchrer eingestellt werden. Die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein rechnen damit, altersbedingt ausscheidende Busfahrer mit Nachwuchskr\u00e4ften ersetzen zu k\u00f6nnen, die dieses Jahr ihre Ausbildung abschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Der F\u00e4hrlinienbetreiber Hadag, der zuletzt unter Personalmangel litt, plant, seinen Stellenaufbau fortzusetzen. Zehn Schiffsf\u00fchrer sollen dieses Jahr hinzukommen, sagte Personalvorst\u00e4ndin Tanja Cohrt. Sie verneinte, dass es aufgrund der Personalsituation zu Einschr\u00e4nkungen im Betrieb komme. Die Hochbahn-Tochtergesellschaft Hadag bildet selbst Schiffsf\u00fchrer aus, auch weil extern nur begrenzt rekrutiert werden k\u00f6nne. \u201eDer Pool an Schiffsf\u00fchrern ist leer im Hafen\u201c, sagte Cohrt. Vergangenes Jahr begannen bei der Hadag acht Nachwuchskr\u00e4fte die Ausbildung zum Schiffsf\u00fchrer.  \ufffc<\/p>\n<p>Wenig Nachwuchs trotz wachsender Nachfrage<\/p>\n<p>Trotz der lokalen Entspannung in Hamburg steht der \u00f6ffentliche Personennahverkehr (\u00d6PNV) bundesweit vor langfristigen Herausforderungen bei der Fachkr\u00e4ftesicherung. Laut dem Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) fehlen im \u00d6PNV bereits heute sch\u00e4tzungsweise rund 20.000 Busfahrerinnen und -fahrer sowie etwa 3000 Triebfahrzeugf\u00fchrer, also Lok- oder Fahrzeugf\u00fchrer \u2013 ein Drittel davon im Busbereich allein. Viele Unternehmen gaben an, aus personellen Gr\u00fcnden den Betrieb zumindest zeitweise eingeschr\u00e4nkt zu haben.<\/p>\n<p>Die Lage ergibt sich nicht aus akut fehlenden Kr\u00e4ften in einzelnen St\u00e4dten, sondern aus strukturellen Problemen in der Ausbildung und Personalgewinnung: In Deutschland sind die Stellen f\u00fcr Fachkr\u00e4fte im Fahrbetrieb trotz hoher Nachfrage nur relativ schwach besetzt. Laut einer Analyse der Hans-B\u00f6ckler-Stiftung sind immer mehr Stellen im Bus- und Bahnverkehr unbesetzt, weil sich nicht gen\u00fcgend Bewerber f\u00fcr die entsprechenden Ausbildungen finden lassen. Gleichzeitig ist ein hoher Anteil des bestehenden Fahrpersonals bereits \u00fcber 55 Jahre alt \u2013 was f\u00fcr die kommenden Jahre einen massiven altersbedingten Ausstieg bedeutet.  \ufffc<\/p>\n<p>Ausbildung und Rekrutierung: Bremskl\u00f6tze im System<\/p>\n<p>Der Beruf der \u201eFachkraft im Fahrbetrieb\u201c ist eine dreij\u00e4hrige duale Ausbildung, die Fahrerkompetenz, Kundenservice und technische Kenntnisse vermittelt. Dennoch ist die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsvertr\u00e4ge in diesem Bereich vergleichsweise gering \u2013 trotz anhaltender Nachfrage. Nach Daten zur beruflichen Bildung geh\u00f6ren Ausbildungen im dualen System insgesamt zu den wichtigsten Wegen zur Fachkr\u00e4ftesicherung, aber viele Verkehrsunternehmen berichten \u00fcber Schwierigkeiten, geeignete Kandidaten f\u00fcr Ausbildungspl\u00e4tze zu finden.<\/p>\n<p>Auch auf dem gesamten deutschen Ausbildungsmarkt ist die Lage angespannt: Eine aktuelle ifo-Umfrage zeigt, dass rund die H\u00e4lfte aller Unternehmen in Deutschland die Knappheit an Bewerbern mit abgeschlossener Berufsausbildung als gr\u00f6\u00dftes Problem in der Personalplanung benennt. Gerade Fachkr\u00e4fte mit dualer Ausbildung sind stark nachgefragt \u2013 und oft Mangelware.  \ufffc<\/p>\n<p>Demografischer Druck und Zukunftsbedarf<\/p>\n<p>Die demografische Entwicklung verst\u00e4rkt diese strukturelle Herausforderung: Schon heute sind laut Branchenanalysen viele Bus- und Bahnfahrer \u00e4lter, und es zeichnet sich ab, dass in den n\u00e4chsten Jahren viele in Rente gehen werden. Ohne substanzielle Steigerung der Ausbildung und effektivere Rekrutierungsstrategien d\u00fcrfte der Fachkr\u00e4ftebedarf im \u00d6PNV weiter steigen.  \ufffc<\/p>\n<p>Um dieser Entwicklung zu begegnen, setzen Verkehrsunternehmen auf intensiveres Marketing, Ausbildungsprogramme und Quereinsteiger-Offensiven \u2013 wie etwa in Hamburg. Gleichwohl warnen Branchenexperten, dass ohne zus\u00e4tzliche strukturelle Ma\u00dfnahmen, etwa attraktivere Arbeitsbedingungen, bessere Ausbildungswege und gezielte Nachwuchsf\u00f6rderung, langfristig Engp\u00e4sse drohen k\u00f6nnten, selbst wenn lokale Personalst\u00e4nde aktuell stabil erscheinen. <\/p>\n<p>dfe, dpa<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Einen Fahrermangel gibt es nach \u00fcbereinstimmender Einsch\u00e4tzung von Hochbahn, S-Bahn und den Verkehrsbetrieben Hamburg-Holstein nicht. 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