{"id":687795,"date":"2026-01-02T13:58:12","date_gmt":"2026-01-02T13:58:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/687795\/"},"modified":"2026-01-02T13:58:12","modified_gmt":"2026-01-02T13:58:12","slug":"proteste-den-sechsten-tag-in-folge-trump-droht-dem-iran-politik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/687795\/","title":{"rendered":"Proteste den sechsten Tag in Folge &#8211; Trump droht dem Iran &#8211; Politik"},"content":{"rendered":"<p class=\"rhp-dpa-teaser\"><b>Bei den Protesten im Iran seit Sonntag kamen bereits mehrere Demonstranten ums Leben. Nun meldet sich der US-Pr\u00e4sident zu Wort und droht der F\u00fchrung in Teheran.<\/b><\/p>\n<p>Teheran (dpa) &#8211; US-Pr\u00e4sident <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Donald Trump\" data-rtr-id=\"4c2d461052e4493568027a1f701a31d1ee4b8779\" data-rtr-score=\"119.15462427745665\" data-rtr-etype=\"person\" data-rtr-index=\"4\" href=\"https:\/\/www.rheinpfalz.de\/themen\/donald-trump?utm_source=rheinpfalz.de&amp;utm_medium=tms&amp;utm_campaign=intext\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Donald Trump<\/a> hat sich in die seit mehreren Tagen laufenden Proteste im <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Iran\" data-rtr-id=\"66ffc9e7d1b955b3c7ec205bf03553a97198118a\" data-rtr-score=\"225.2300397398844\" data-rtr-etype=\"location\" data-rtr-index=\"16\" href=\"https:\/\/www.rheinpfalz.de\/themen\/iran?utm_source=rheinpfalz.de&amp;utm_medium=tms&amp;utm_campaign=intext\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Iran<\/a> eingeschaltet und mit einem Eingreifen gedroht. Wenn der Iran friedliche Demonstranten t\u00f6te, \u00abwerden die <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Vereinigte Staaten von Amerika\" data-rtr-id=\"69f2d55ab3ff00f8ed91c3d58a9262fa7e193a34\" data-rtr-score=\"7.211434248554913\" data-rtr-etype=\"location\" data-rtr-index=\"0\" href=\"https:\/\/www.rheinpfalz.de\/themen\/usa?utm_source=rheinpfalz.de&amp;utm_medium=tms&amp;utm_campaign=intext\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Vereinigten Staaten von Amerika<\/a> ihnen zu Hilfe kommen\u00bb, schrieb der Republikaner auf seiner Online-Plattform Truth Social. Was er konkret vorhat, lie\u00df der US-Pr\u00e4sident offen.<\/p>\n<p>Eine harsche Reaktion aus dem Iran folgte prompt. \u00abTrump sollte wissen, dass eine Einmischung der <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"USA\" data-rtr-id=\"5e61066c54a9df7162329159c04819b77ad9b596\" data-rtr-score=\"20.5003612716763\" data-rtr-etype=\"location\" data-rtr-index=\"22\" href=\"https:\/\/www.rheinpfalz.de\/themen\/usa?utm_source=rheinpfalz.de&amp;utm_medium=tms&amp;utm_campaign=intext\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">USA<\/a> in diese innere Angelegenheit die gesamte Region destabilisieren w\u00fcrde\u00bb, schrieb Ali Laridschani, Generalsekret\u00e4r des iranischen Sicherheitsrats, auf der Plattform X. Ali Schamchani, ein ranghoher Berater der Staatsf\u00fchrung, warnte ebenfalls auf X mit drastischen Worten: Jede eingreifende Hand, die sich unter dem Vorwand der Sicherheit n\u00e4here, werde abgeschnitten.<\/p>\n<p>Den sechsten Tag in Folge gehen im Iran wieder Menschen auf die Stra\u00dfe. Es ist die gr\u00f6\u00dfte Protestwelle seit den landesweiten Aufst\u00e4nden unter dem Motto \u00abFrau, Leben, Freiheit\u00bb vor rund drei Jahren. Noch ist offen, wie sich die Proteste weiter entwickeln und wie viele Menschen sich den Demonstrationen in dem Land mit knapp 90 Millionen Einwohnern anschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Mehrere Tote bei Ausschreitungen in den Provinzen<\/p>\n<p>Ausgel\u00f6st wurden die aktuellen Proteste durch einen pl\u00f6tzlichen Einbruch der Devisenkurse am vergangenen Sonntag. Spontan zogen vor allem H\u00e4ndler in der Hauptstadt Teheran auf die Stra\u00dfe. Inzwischen erfassen die Demonstrationen auch andere Landesteile und Bev\u00f6lkerungsschichten. Die Unzufriedenheit im Land w\u00e4chst seit Jahren, befeuert durch fehlende Perspektiven, wirtschaftliche Not, Klimakrise und politische Repression.<\/p>\n<p>Augenzeugen berichteten \u00fcber ein massives Aufgebot von Sicherheitskr\u00e4ften, die in den Metropolen einr\u00fcckten und an wichtigen Verkehrsknoten Stellung bezogen. W\u00e4hrenddessen ging der Staat vor allem in den Provinzen mit absoluter H\u00e4rte gegen die Proteste vor. Vor allem in den l\u00e4ndlichen Regionen kam es seit Mittwochabend zu dramatischen Szenen und Stra\u00dfenschlachten zwischen Demonstranten und Sicherheitskr\u00e4ften. Mindestens sieben Menschen kamen bei den Konfrontationen ums Leben.<\/p>\n<p>Aktuelle Proteste wie \u00abFeuer unter der Asche\u00bb<\/p>\n<p>Wie sich die Proteste weiterentwickeln, ist Beobachtern zufolge weitgehend unklar. \u00abUnabh\u00e4ngig von ihrer politischen Ausrichtung ist es keiner der Oppositionsfraktionen bislang gelungen, schlagkr\u00e4ftige Organisationen oder dauerhafte Netzwerke aufzubauen, die die Proteste lenken k\u00f6nnten\u00bb, schreibt der Historiker Arash Azizi in einem Gastbeitrag f\u00fcr das US-Magazin \u00abThe Atlantic\u00bb. \u00abOhne eine solche Ausrichtung d\u00fcrften die aktuellen Proteste an Schwung verlieren und im Sande verlaufen\u00bb.<\/p>\n<p>Sollten sie jedoch anhalten, sei es deutlich wahrscheinlicher, \u00abdass Akteure aus den Reihen des Regimes selbst die Initiative ergreifen\u00bb und dem obersten F\u00fchrer Ajatollah Ali Chamenei die Macht entrei\u00dfen, schreibt Azizi.<\/p>\n<p>Die aktuellen Unruhen seien \u00abwie Feuer unter der Asche\u00bb, sagt ein iranischer Professor, der anonym bleiben m\u00f6chte. \u00abEs war nur eine Frage der Zeit, bis sie ausbrechen.\u00bb Seiner Ansicht nach handelt es sich l\u00e4ngst nicht mehr um reine Wirtschaftsproteste. Es gehe um eine grundlegende Kritik an der Politik der Staatsf\u00fchrung und deren au\u00dfenpolitischen Entscheidungen. \u00abDaher ist es nur nat\u00fcrlich, dass die Proteste schnell politisch werden.\u00bb<\/p>\n<p>Zukunftssorgen und Hoffnungslosigkeit in der Hauptstadt<\/p>\n<p>In der wuseligen Hauptstadt Teheran, dem politischen und wirtschaftlichen Zentrum des Landes, sorgen sich viele Bewohner seit Jahren um ihre Zukunft. \u00abIch selbst habe die Proteste aus n\u00e4chster N\u00e4he gesehen. Viele waren Menschen aus der Generation Z \u2013 junge Leute, die weder Hoffnung noch Motivation haben\u00bb, sagt Mortesa (37), ein Fitnesstrainer. \u00abDas Land hat eigentlich gen\u00fcgend Einnahmen, aber sie kommen nicht bei den Menschen an.\u00bb<\/p>\n<p>Auch Mila (36), Lehrerin, sp\u00fcrt die Hoffnungslosigkeit. \u00abWie bei meinen Freunden und Kollegen ist meine Lage schlecht. Der Alltag ist schwer zu ertragen, Freizeit und Reisen sind kaum m\u00f6glich\u00bb, sagt sie. \u00abDas Recht auf Protest muss den Menschen bleiben\u00bb, fordert sie.<\/p>\n<p>Selbst eigentlich wohlhabende H\u00e4ndler klagen inzwischen. Mohammad-Dschawad (43), der im gro\u00dfen Basar von Teheran einen Schmuckladen betreibt, hat sein Gesch\u00e4ft am vergangenen Sonntag geschlossen. \u00abWir wissen einfach nicht mehr, welche Preise wir festlegen sollen.\u00bb Bei den Schwankungen am Devisenmarkt m\u00fcsse er st\u00fcndlich Korrekturen vornehmen. \u00abWie sollen wir das den Kunden erkl\u00e4ren? So kann es nicht weitergehen. So einfach ist das.\u00bb<\/p>\n<p>Auch Kriegssorgen beeinflussen W\u00e4hrungskurs<\/p>\n<p>Auch die Sorgen vor einem neuen Krieg haben Unruhen am Devisenmarkt ausgel\u00f6st. Anfang der Woche sagte Trump, er unterst\u00fctze israelische Angriffe auf den Iran, sollte das Land sein Atomprogramm wieder instand setzen und weiter ballistische Raketen bauen. Irans Pr\u00e4sident Massud Peseschkian entgegnete auf X, jede Antwort der Islamischen Republik auf einen ungerechten Angriff werde hart sein und Reue erzeugen.<\/p>\n<p>Israel hatte im Juni zw\u00f6lf Tage lang Krieg gegen den Iran gef\u00fchrt und gemeinsam mit den USA zentrale Atomanlagen bombardiert. Der Grundkonflikt der Erzfeinde besteht trotz einer Waffenruhe fort \u2013 eine diplomatische L\u00f6sung ist nicht in Sicht. Die USA und auch Israel gelten seit der Islamischen Revolution von 1979 als Erzfeinde der iranischen Staatsf\u00fchrung. Diplomatische Beziehungen unterhalten die L\u00e4nder nicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Bei den Protesten im Iran seit Sonntag kamen bereits mehrere Demonstranten ums Leben. 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