{"id":687857,"date":"2026-01-02T14:33:13","date_gmt":"2026-01-02T14:33:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/687857\/"},"modified":"2026-01-02T14:33:13","modified_gmt":"2026-01-02T14:33:13","slug":"gastronomie-in-muenchen-wie-kioskbetreiber-die-kalte-jahreszeit-ueberstehen-muenchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/687857\/","title":{"rendered":"Gastronomie in M\u00fcnchen: Wie Kioskbetreiber die kalte Jahreszeit \u00fcberstehen &#8211; M\u00fcnchen"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vw426e\">Die Sonne geht gerade unter, drau\u00dfen hat es nur etwa ein Grad. Am ersten Weihnachtsfeiertag stehen dennoch Dutzende Menschen um den Kr\u00fcner Kiosk in <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Sendling-Westpark\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sendling-Westpark<\/a>, sie trotzen der K\u00e4lte, umweht vom Duft von Waffeln. Die meisten haben statt Gl\u00fchwein ein Glas wei\u00dfen oder roten Burgunder in der Hand. Wenn Kioskbetreiber Tobias Bauer ruft, so wirkt es, dann kommen sie \u2013 einfach weil sie wissen, dass sie nicht entt\u00e4uscht werden. Selbst bei eisigen Temperaturen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Das von Bauer ausgerufene Motto an diesem Tag, an dem sonst praktisch nichts offen hatte, lautete: \u201eFrohe Kund: nur Burgund\u201c. Es ist bei Weitem nicht das einzige Event, das der Kioskbetreiber in den vergangenen vier Wochen veranstaltet hat: Es gab Leberwurst und Kaviar, Pastrami und Pickles, Waffeln und Champagner und einmal hat Bauer unter dem Motto \u201eShow me yours, I show you mine\u201c dazu eingeladen, eigene Weine mitzubringen, gegen Korkgeld am Kiosk zu verk\u00f6stigen und von anderen zu probieren. Und wie gesagt: Das war nur das Programm im Dezember.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Da l\u00e4sst sich einer also ganz sch\u00f6n was einfallen f\u00fcr seine Kundschaft. Stellt sich nur die Frage: Muss er das, um als Kioskbetreiber durch die kalte Jahreszeit zu kommen \u2013 oder denkt er wom\u00f6glich das Konzept Kiosk ganz neu? F\u00fcr Bauer ist es eine Mischung aus diesen beiden und ein paar weiteren Faktoren: Zuerst einmal f\u00fchlt er sich als Kioskbetreiber aus Leidenschaft. Schon lange, bevor er den Laden am Kr\u00fcner Platz gefunden hatte, ja, sogar lange bevor er \u00fcberhaupt in die Stadt gezogen war, stand f\u00fcr ihn fest: Irgendwann, da habe ich mal einen Kiosk in <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/M%C3%BCnchen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">M\u00fcnchen<\/a>.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Als es dann so weit war, war das kleine gr\u00fcne H\u00e4uschen erst mal ein gew\u00f6hnlicher Kiosk. Bis sich Bauer dachte: Warum nicht ein Bistrokonzept ausprobieren? Er merkte aber recht schnell: Das funktioniert nicht, Aufwand und Ertrag standen in keinem Verh\u00e4ltnis, zum Essen wie im Restaurant kommt niemand an einen Kiosk. Sp\u00e4testens nach einem Krisengespr\u00e4ch mit seinem Steuerberater musste Bauer einsehen, dass es so nicht weitergehen konnte \u2013 auch der Sommer war ja wettertechnisch durchwachsen, und Regen ist f\u00fcr Kioskbetreiber mindestens genauso schwierig wie K\u00e4lte. Von da an gab es wieder \u201emehr auf die Hand\u201c. Denn Bauer kam zu einer Erkenntnis: Was er anbietet, ist sekund\u00e4r \u2013 es geht ums \u201eKioskgef\u00fchl\u201c.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Wobei, so ganz stimmt das nicht. Dienstags gibt es weiterhin Pad Thai, und mit seinen Pop-ups zaubert er kulinarisch ohnehin ganz sch\u00f6n, wenn auch nur noch tageweise. Warum er das macht? \u201eIch mag Menschen\u201c. Wenn er eine Idee hat, fragt er einfach nach, ob die anderen auch Lust drauf haben, und falls ja, dann machen sie das. So kam etwa die Kooperation mit dem \u201eFoodkollektiv\u201c Anfang November zustande, die M\u00fcnchner Foodfluencer servierten bei ihrem ersten Pop-up Maultaschen mit Kartoffelsalat.<\/p>\n<blockquote class=\"css-6kiohq\"><p>Wir machen selten Sachen, die wir davor schon mal gemacht haben<\/p><\/blockquote>\n<p>Tobias Bauer vom Kr\u00fcner Kiosk<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Wenn man Bauer fragt, was alles m\u00f6glich ist in so einer kleinen Bude, dann sagt der: \u201eIm Prinzip alles.\u201c Genau das mag er so daran: Der Kiosk ist seine Spielwiese, dank eines windgesch\u00fctzten Anbaus mit Sitzpl\u00e4tzen im Prinzip das ganze Jahr \u00fcber. Alles kann, nichts muss \u2013 Hauptsache, es wird nicht langweilig. \u201eWir machen selten Sachen, die wir davor schon mal gemacht haben.\u201c Und den G\u00e4sten scheint\u2019s zu gefallen, egal bei welchem Wetter.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Bauer ist allerdings bei Weitem nicht der Einzige mit Ideen und Lust an Kollaborationen. Zwei, die schon seit Jahren sehr regelm\u00e4\u00dfig Gastk\u00f6chinnen und -k\u00f6che an ihren Marktstand\u00a0\u2013 und ein Stand ist ja in vielerlei Hinsicht wie ein Kiosk\u00a0\u2013 einladen, sind Dominik Klier und Theo Lindinger von \u201eCaspar Plautz\u201c. Auch der Rest der jungen Gastroszene, die sich gerade in M\u00fcnchen auftut, kooperiert, vernetzt und schlemmt gerne zusammen. Erst k\u00fcrzlich war zum Beispiel das kulinarische Studio \u201eNuanz\u201c zweimal am Stand von \u201eSuuapinga\u201c am Wiener Platz zu Gast, zum Kaffee gab es d\u00e4nisches Sm\u00f8rrebr\u00f8d.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Und auch der Coucou Food Market von Denis und Marie Leoncelli darf in dieser Aufz\u00e4hlung nicht fehlen. An deren Stand am <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Viktualienmarkt\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Viktualienmarkt<\/a> haben \u2013 ebenfalls erst k\u00fcrzlich \u2013 dick eingepackt Florian Brunner und Nathalie Leblond vom Restaurant \u201eLe Deux\u201c Lobster-Rolls serviert;\u00a0Sternek\u00fcche meets Marktstand k\u00f6nnte man sagen. Und auch hier war das nur ein Event von vielen im Advent.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/5ab2ebb4-d383-4e1f-807f-11c0f124d800.jpg\"   alt=\"Immer wieder laden sie an ihren Stand G\u00e4ste ein, zuletzt unter anderem Sternek\u00f6chin Nathalie Leblond (rechts) und ihren Sous Chef Florian Brunner.\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/>Immer wieder laden sie an ihren Stand G\u00e4ste ein, zuletzt unter anderem Sternek\u00f6chin Nathalie Leblond (rechts) und ihren Sous Chef Florian Brunner. (Foto: Robert Haas)<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/fe8ddb13-165a-4eef-86cc-c837c14a2e57.jpg\"   alt=\"Denis Leoncelli (links) und seine Frau Marie betreiben neben dem Coucou Food Market am Viktualienmarkt weitere Filialen.\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/>Denis Leoncelli (links) und seine Frau Marie betreiben neben dem Coucou Food Market am Viktualienmarkt weitere Filialen. (Foto: Robert Haas)<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Damit, Menschen, die etwas von Kulinarik verstehen, zu sich einzuladen, haben die Leoncellis schon zu Corona-Zeiten begonnen, damals noch ausschlie\u00dflich in ihren ersten Laden an der Nymphenburger Stra\u00dfe \u2013 Not macht bekanntlich erfinderisch. An diesem Standort war es zwischenzeitlich etwas ruhiger, sp\u00e4testens 2026 sollen auch dort aber wieder h\u00e4ufiger Events stattfinden.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Doch warum \u00fcberhaupt Pop-ups? Klar, gerade am Viktualienmarkt, wo in der k\u00e4lteren Jahreszeit wenig zum Verweilen einl\u00e4dt, m\u00fcsse man sich etwas \u00fcberlegen, sagt Denis Leoncelli. Deshalb sind die Events allein aus unternehmerischer Sicht sinnvoll, zumal man dadurch neue Kundschaft erschlie\u00dfen kann. Es geht ihm und seiner Frau aber auch ums Netzwerken und darum, von anderen zu lernen und das eigene Angebot zu erg\u00e4nzen: \u201eMan schafft was Neues, damit\u2019s nicht langweilig wird.\u201c<\/p>\n<p>Auch f\u00fcr 2026 haben Bauer und Leoncelli einige Pl\u00e4ne<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Genau so sieht das Tobias Bauer vom Kr\u00fcner Kiosk: Es sei \u201eganz gro\u00dfartig\u201c, dass \u00fcber die Stadt verteilt immer mehr kulinarische Pop-ups aufk\u00e4men. Sie stillten das Bed\u00fcrfnis nach Gemeinschaft, und f\u00fcr die G\u00e4ste seien sie eine nette Alternative zum klassischen Restaurantbesuch \u2013 und dabei oft g\u00fcnstiger. Im Prinzip sei es also wirklich eine \u201eWin-win-win-Situation\u201c.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">W\u00e4hrend am Coucou Food Market an Silvester zur Abwechslung auch mal ohne G\u00e4ste zu einem kleinen Event bei Bubbles und Austern eingeladen wurde, ging die Spontanit\u00e4t am Kr\u00fcner Kiosk an Neujahr so weit, dass nach ein paar technischen Problemen aus einem Katerfr\u00fchst\u00fcck mit japanischer Suppe von \u201eMonaco Ramen\u201c kurzerhand eins wurde, bei dem zwei K\u00f6chinnen Sandos, sprich japanische Sandwiches, kredenzten. Wo ein Wille, da ein Pop-up, so scheint es zu sein.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Was allerdings erw\u00e4hnt werden muss: Im Januar drehen auch die Leoncellis und Tobias Bauer eine Stufe runter, machen eine Art kreative Pause und verkaufen ganz regul\u00e4r Kaffee, Galettes und Bratwurstsemmeln. Von Ende Januar an soll es dann mit neuen Gastk\u00f6chinnen und -k\u00f6chen und vielen neuen Ideen weitergehen. Langweilig wird\u2019s wohl eher nicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Sonne geht gerade unter, drau\u00dfen hat es nur etwa ein Grad. 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