{"id":687968,"date":"2026-01-02T15:36:28","date_gmt":"2026-01-02T15:36:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/687968\/"},"modified":"2026-01-02T15:36:28","modified_gmt":"2026-01-02T15:36:28","slug":"gruen-nah-und-bald-nicht-mehr-da-dawo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/687968\/","title":{"rendered":"Gr\u00fcn, nah &#8211; und bald nicht mehr da? &#8211; DAWO!"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Protestbanner-2-Camposanto-Neuer-Annenfriedhof_Lara-Schink-678x381.jpg\" alt=\"Annenfriedhof\" title=\"Protestbanner 2 Camposanto Neuer Annenfriedhof_Lara Schink\" class=\"lazyload\" style=\"--smush-placeholder-width: 678px; --smush-placeholder-aspect-ratio: 678\/381;\"\/><\/p>\n<p><strong>Annenfriedh\u00f6fe in Dresden bangen um ihren Erhalt und starten eine Petition<\/strong><\/p>\n<p>Vier kommunale Friedh\u00f6fe und ein Krematorium, 49 evangelisch-lutherische, zwei katholische und zwei j\u00fcdische Friedh\u00f6fe \u2013 in Summe gibt es in Dresden 58 Friedh\u00f6fe und damit so viele wie in keiner anderen Stadt au\u00dfer Berlin. Der Heidefriedhof ist einer der gr\u00f6\u00dften Waldfriedh\u00f6fe, der Johannisfriedhof in Tolkewitz mit seinen prunkvollen Grabmalen ist bekannt als \u201eSch\u00f6nster Friedhof Deutschlands\u201c, gleich daneben befindet sich eine einzigartige Urnenhainanlage mit dem 1911 gebauten Krematorium und auf dem Alten Katholischen Friedhof an der Friedrichstra\u00dfe ruhen ber\u00fchmte Pers\u00f6nlichkeiten wie Carl Maria von Weber, Balthasar Permoser, Gerhard von K\u00fcgelgen sowie Johann Baptist Casanova, Bruder des weltber\u00fchmten Frauenverstehers und Herzensbrechers Giacomo Casanova.<\/p>\n<p>Was sind uns unsere Friedh\u00f6fe wert?<\/p>\n<p>Die meisten Dresdner Friedh\u00f6fe sind heute l\u00e4ngst mehr als nur Begr\u00e4bnisst\u00e4tten unserer Vorfahren. Sie sind gr\u00fcne Oasen der Ruhe und Sch\u00f6nheit. Sie sind bedeutende Kulturr\u00e4ume, reich an Kunsthandwerk und stadtgeschichtlich wertvollen Denkmalen. Sie sind nicht zuletzt wertvoll f\u00fcr Artenschutz und Stadtklima mit zahlreichen seltenen Tierarten und uralten B\u00e4umen. Doch was sind uns unsere Friedh\u00f6fe heute noch wert?<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Neuer-Annenfriedhof-mit-eingestuerztem-Denkmalgrab_Lara-Schink-1024x683.jpg\" alt=\"Annenfriedhof\" class=\"wp-image-127017\"  \/>Eingefallenes historisches Grabmal Foto: Schink<\/p>\n<p>Am Beispiel der beiden <a href=\"https:\/\/www.annenfriedhof-dresden.de\/neuer-annenfriedhof\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Dresdner Annenfriedh\u00f6fe<\/a> wird ein Dilemma sichtbar. \u201eEigentlich m\u00fcssten wir Eintritt verlangen\u201c, seufzt Friedhofsleiterin Lara Schink \u00fcber die Situation der beiden Begr\u00e4bnisst\u00e4tten in L\u00f6btau und S\u00fcdvorstadt. Denn die stehen vor enormen finanziellen Problemen. Deshalb sieht sich die Friedhofsverwaltung nun das zweite Jahr in Folge gezwungen die Geb\u00fchren zu erh\u00f6hen \u2013 verbunden mit gro\u00dfem Unwillen die bereits jetzt hohe finanzielle Belastung von Angeh\u00f6rigen im Sterbefall weiter zu erh\u00f6hen. Um auf die Schieflage bei der Finanzierung hinzuweisen und in der Stadtverwaltung ein Umdenken zu erwirken, sind derzeit Banner auf beiden Annenfriedh\u00f6fen zu finden und der Friedhofstr\u00e4ger hat eine Petition gestartet.<\/p>\n<p>\u201eDie vielen Bem\u00fchungen in den vergangenen Jahren mit \u00d6ffentlichkeitsarbeit, zeitgem\u00e4\u00dfen Grabangeboten, Kulturangeboten, Naturschutzma\u00dfnahmen, Extensivierung von Pflege und vielem mehr haben zwar geholfen, die Annenfriedh\u00f6fe zukunftsf\u00e4hig zu machen. Die Herausforderungen sind jedoch uneinholbar gro\u00df geblieben: jahrzehntealter Sanierungsstau, zur\u00fcckgegangene Bestattungszahlen, der Wandel der Bestattungskultur zu immer anonymeren Bestattungsformen. Das alles hat daf\u00fcr gesorgt, dass neben dem Abarbeiten des Sanierungsstaus auch die laufende Unterhaltung f\u00fcr den Friedhofstr\u00e4ger zunehmend nicht mehr aus eigener Kraft zu leisten ist\u201c, so Lara Schink.<\/p>\n<p>So habe zum Beispiel die seit vielen Jahren \u00fcberf\u00e4llige Sanierung der Feierhalle auf dem Neuen Annenfriedhof in Kombination mit einer geringen und viel zu sp\u00e4ten F\u00f6rdermittelfreigabe seitens Freistaat und Kommune den Friedhofstr\u00e4ger finanziell stark belastet. In dem denkmalgesch\u00fctzten Raum l\u00f6sten sich zuvor gro\u00dfe Putzbrocken, gro\u00dfe Risse durchzogen die Decke und die W\u00e4nde und die Halle lie\u00df sich weder heizen, noch l\u00fcften. Im Inneren der W\u00e4nde brannten nach und nach die alten Aluleitungen durch \u2013 der Handlungsbedarf war dringend und gro\u00df, die Halle f\u00fcr die w\u00fcrdige Verabschiedung Verstorbener unverzichtbar.<\/p>\n<p>Friedh\u00f6fe zu erhalten kostet Geld<\/p>\n<p>Gestorben wird immer, die Bestattungsbranche ist eine sichere Branche, sagt man landl\u00e4ufig. Das mag stimmen. Doch die Bestattungskultur hat sich grundlegend gewandelt. Urnenbeisetzungen und anonyme Begr\u00e4bnisse sind hierzulande weit verbreitet. Die zum Teil fl\u00e4chenm\u00e4\u00dfig gro\u00dfen Friedh\u00f6fe sind l\u00e4ngst nicht mehr ausgelastet. Dennoch kosten Erhaltung und Pflege viel Geld.<br \/>Die Friedhofstr\u00e4ger sind deshalb zunehmend auf eine angemessen hohe und vor allem kontinuierliche Unterst\u00fctzung durch die Kommune angewiesen \u2013 nicht nur projektbezogen, sondern auch bezogen auf die Kompensation des sogenannten \u201egr\u00fcnpolitischen Wertes\u201c der Anlagen. Mit dem 2018 beschlossenen Friedhofsentwicklungskonzept hat sich die Stadt Dresden zum Erhalt der Stadtteilfriedh\u00f6fe bekannt und diese gleich im ersten Leitsatz mit Park- und Gr\u00fcnanlagen gleichgestellt: \u201ePrim\u00e4r sind Friedh\u00f6fe w\u00fcrdige Bestattungsorte und werden durch Geb\u00fchren finanziert. Die Friedh\u00f6fe sind in ihrem sekund\u00e4ren Nutzen mit steuerfinanzierten Park- oder Gr\u00fcnanlagen vergleichbar.\u201c<\/p>\n<p>Doch Lara Schink kritisiert: \u201eDiese Konzept ist bis heute nicht mit einer dauerhaft erh\u00f6hten Finanzierung der Friedh\u00f6fe in Dresden verbunden. Derzeit erfolgt allenfalls eine projektbezogene F\u00f6rderung, keine dauerhafte Unterst\u00fctzung bei der Unterhaltung.\u201c F\u00fcr ihren eigenen Erhalt und eine stabilere Finanzierung haben die Annenfriedh\u00f6fe deshalb nun eine Petition initiiert und hoffen, dass die Stadtverwaltung sich daf\u00fcr einsetzt und damit auch indirekt stabile und gerechte Friedhofsgeb\u00fchren f\u00fcr die Menschen in den betroffenen Stadtteilen sicherstellt. \u201eWie stehen hier exemplarisch f\u00fcr eine Reihe von Friedh\u00f6fen, bei denen das bisherige Finanzierungsmodell nicht mehr tragbar ist.\u201c Es brauche dauerhafte L\u00f6sungen , m\u00f6chte man die 2020 als immaterielles Kulturerbe ausgezeichnete Friedhofskultur in Deutschland nicht verlieren, sagt die Leiterin der Annenfriedh\u00f6fe, die auch Sprecherin des Netzwerks Dresdner Stadtteilfriedh\u00f6fe ist.<\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.dresden.de\/de\/leben\/gesellschaft\/buergebeteiligung\/epetition.php?extForwardUrl=https%3A\/\/apps.dresden.de\/ords\/f%3Fp%3D1610%3A3%3A%3A%3ANO%3A%3AP3_P_ID%3A24764\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Hier<\/a> geht\u2019s zur Petition der Annenfriedh\u00f6fe<\/strong><\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n\t\t\t\t Post Views: 116&#13;\n\t\t\t<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Annenfriedh\u00f6fe in Dresden bangen um ihren Erhalt und starten eine Petition Vier kommunale Friedh\u00f6fe und ein Krematorium, 49&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":687969,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1835],"tags":[3364,29,2386,30,859],"class_list":{"0":"post-687968","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-dresden","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-dresden","11":"tag-germany","12":"tag-sachsen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115826248031381865","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/687968","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=687968"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/687968\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/687969"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=687968"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=687968"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=687968"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}