{"id":687982,"date":"2026-01-02T15:44:14","date_gmt":"2026-01-02T15:44:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/687982\/"},"modified":"2026-01-02T15:44:14","modified_gmt":"2026-01-02T15:44:14","slug":"mit-queeren-geschichten-ins-neue-jahr-kreuzer-online","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/687982\/","title":{"rendered":"Mit queeren Geschichten ins neue Jahr \u2014 kreuzer online"},"content":{"rendered":"<p><strong>Film der Woche:<\/strong> Queere Geschichten, viele davon mit\u00a0Coming-out-Thema, wurden im Kino inzwischen einige erz\u00e4hlt. Nur selten\u00a0stehen dabei jedoch Charaktere mit muslimischen Wurzeln im Mittelpunkt\u00a0und insbesondere f\u00fcr homosexuelle Frauen aus diesem Kulturkreis fehlen\u00a0filmische Identifikationsfiguren sowie ganz generell fiktionalisierte\u00a0Einblicke f\u00fcr ein interessiertes Publikum. Basierend auf dem\u00a0autobiografischen Roman \u00bbDie j\u00fcngste Tochter\u00ab von Fatima Daas, deren\u00a0Eltern aus Algerien stammen, inszenierte Regisseurin Hafsia\u00a0Herzi nun\u00a0einen starken Film, der einer gl\u00e4ubigen lesbischen Muslima eine Stimme\u00a0verleiht. Wir lernen die Protagonistin als solide Sch\u00fclerin aus der\u00a0Pariser Banlieue kurz vor dem Abitur kennen, die gerne Fu\u00dfball spielt,\u00a0sich burschikos kleidet und sich\u00a0\u00fcberwiegend mit prahlerischen\u00a0m\u00e4nnlichen Schulfreunden umgibt. Fatima ist der Islam wichtig und sie\u00a0versucht, sich an dessen Regeln zu halten. Das gelingt ihr aber\u00a0sp\u00e4testens mit Antritt ihres Philosophiestudiums immer schlechter, als\u00a0sie sich hadernd\u00a0eingestehen muss, dass sie ausschlie\u00dflich auf Frauen\u00a0steht. Aus dem \u00fcberwiegend mit Laien besetzten Schauspielensemble sticht\u00a0Nadia Melliti als echte Entdeckung heraus \u2013 in Cannes wurde sie f\u00fcr ihr\u00a0Deb\u00fct prompt mit dem Preis f\u00fcr die beste weibliche\u00a0Hauptrolle\u00a0ausgezeichnet. Sie ist die Seele von Herzis Film, der sich mit viel\u00a0Fingerspitzengef\u00fchl einer nicht immer sympathischen, aber stets\u00a0glaubw\u00fcrdigen Heldin widmet.\u00a0PETER HOCH<\/p>\n<p>\u00bbDie j\u00fcngste Tochter\u00ab: u.a. Passage-Kinos<\/p>\n<\/p>\n<p>Fran\u00e7ois Ozon hat schon origin\u00e4re eigene\u00a0Stoffe verfilmt, etliche B\u00fchnenst\u00fccke und immer wieder Romane (\u00bbSommer\u00a085\u00ab, \u00bbAlles ist gutgegangen\u00ab). Nun hat er sich erstmals an einen\u00a0Jahrhundertroman gewagt, den 1942 erschienenen \u00bbDer Fremde\u00ab von Albert\u00a0Camus. Darin geht es um den jungen Franzosen Meursault, der in den\u00a0drei\u00dfiger Jahren im von Frankreich besetzten Algerien unter Mordanklage\u00a0ger\u00e4t. Er soll einen Araber erschossen haben. Vom Auftakt im Gef\u00e4ngnis\u00a0springt der Film zur\u00fcck zur Beerdigung\u00a0von Meursaults Mutter, der dieser\u00a0seltsam teilnahmslos beiwohnt, und zeigt schlie\u00dflich auch dessen\u00a0Freundschaft mit dem Zuh\u00e4lter Raymond, die in einem Mord am Strand\u00a0gipfelt. Es ist erstaunlich, wie wortkarg die erste H\u00e4lfte von \u00bbDer\u00a0Fremde\u00ab angelegt ist,\u00a0gerade weil sie auf einer so eloquenten\u00a0Romanvorlage basiert. Aber gemeinsam mit seinem Chefkameramann Manuel\u00a0Dacosse hat Fran\u00e7ois Ozon hier ganz wundervolle Schwarz-Wei\u00df-Bilder\u00a0gefunden, in denen die Stimmung und die Themen des Buches auch\u00a0ohne\u00a0viele Dialoge vorz\u00fcglich transportiert werden. In der finalen\u00a0Gerichtsverhandlung wird das gesprochene Wort dann deutlich wichtiger,\u00a0und auch hier gelingt es dem vielseitigen Filmemacher, die von Albert\u00a0Camus angesprochenen Motive deutlich zu machen.\u00a0Zugeh\u00f6rigkeitsfragen,\u00a0Rassenkonflikte und der Komplex um Glaube und Religion sind nach wie vor\u00a0sehr aktuell.\u00a0FRANK BRENNER<\/p>\n<p>\u00bbDer Fremde\u00ab:\u00a0Passage-Kinos, Schauburg<\/p>\n<\/p>\n<p>Weitere Filmtermine der Woche<\/p>\n<p><strong>Die Theorie von Allem<\/strong><br \/>D\/A\/CH 2023, R: Timm Kr\u00f6ger, D: Jan B\u00fclow, Hanns Zischler, Olivia Ross, 118 min<\/p>\n<p>Selbstbewusst inszenierter, hochspannender und atmosph\u00e4rischer Mystery-Thriller im Stil des deutschen expressionistischen Films der Kino-Fr\u00fchzeit.<\/p>\n<p>\u200bCin\u00e9math\u00e8que,\u00a004.01.\u00a020:15 (OmeU, Tatorte)<br \/>\u200b<\/p>\n<p><strong>Ich will nicht wissen, wer ich\u00a0bin<\/strong><br \/>D 2009, Dok, R: Christoph R\u00fcter, 60 min<\/p>\n<p>Eine dokumentarische Recherche anhand der Texte von Heiner M\u00fcller.<\/p>\n<p>\u200bSchaub\u00fchne Lindenfels,\u00a009.01.\u00a018:00 (mit Regiegespr\u00e4ch, 30. Todestag Heiner M\u00fcller)<br \/>\u200b<\/p>\n<p><strong>John Wick<\/strong><br \/>USA 2014, R: Chad Stahelski, D: Keanu Reeves, Michael Nyqvist, Alfie Allen, 101 min<\/p>\n<p>Ein Ex\u00ad-Auftragskiller sinnt auf Rache f\u00fcr die Ermordung seines ge\u00adliebten Hundes. Actionfest mit Keanu Reeves.<\/p>\n<p>\u200bCineplex,\u00a006.01.\u00a020:00 (Best of Cinema)<br \/>\u200b<\/p>\n<p><strong>Kurzfilmrolle: Radical Action! Now! Queer in\u00a0the 90s<\/strong><\/p>\n<p>Drei kurze und mittellange Dokumentarfilme \u00fcber queere Subkulturen in den Neunzigern.<\/p>\n<p>\u200bUT Connewitz,\u00a009.01.\u00a019:00 (Queere Filmwoche)<br \/>\u200b<\/p>\n<p><strong>The Shining<\/strong><br \/>GB\/USA 1980, R: Stanley Kubrick, D: Jack Nicholson, Shelley Duvall, Danny Lloyd, 146 min<\/p>\n<p>Stanley Kubricks kongeniale Adaption des Romans von Stephen King hat etliche ikonische Momente der Horrorgeschichte gepr\u00e4gt.<\/p>\n<p>\u200bPassage-Kinos,\u00a005.01.\u00a020:30 (Literatur trifft Film, OmU)\u200b<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Film der Woche: Queere Geschichten, viele davon mit\u00a0Coming-out-Thema, wurden im Kino inzwischen einige erz\u00e4hlt. 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