{"id":688175,"date":"2026-01-02T17:31:10","date_gmt":"2026-01-02T17:31:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/688175\/"},"modified":"2026-01-02T17:31:10","modified_gmt":"2026-01-02T17:31:10","slug":"warum-wir-im-urlaub-oft-krank-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/688175\/","title":{"rendered":"Warum wir im Urlaub oft krank werden"},"content":{"rendered":"<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Sydney. Die Weihnachts- und Neujahrsfeiertage liegen hinter uns, es bleibt noch ein wenig Zeit, um im Kurzurlaub Energie zu tanken. Doch statt Erholung liegen viele Menschen mit Erk\u00e4ltungen, Kopfschmerzen oder Ersch\u00f6pfung zu Hause. Zufall? Eher nicht. Wissenschaftler bezeichnen dieses Ph\u00e4nomen als sogenannte Freizeitkrankheit \u2013 und es gibt tats\u00e4chlich Erkl\u00e4rungen daf\u00fcr, warum wir ausgerechnet dann erkranken, wenn wir uns endlich entspannen wollen.<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">\u201eSie haben sich auf eine Pause gefreut und die gesch\u00e4ftigen letzten Wochen bei der Arbeit durchgestanden. Sie sind endlich bereit, sich zu entspannen. Und dann setzt M\u00fcdigkeit ein, Sie sp\u00fcren das Kratzen im Hals und merken, dass Sie krank werden\u201c, beschreibt Thea van de Mortel, emeritierte Professorin f\u00fcr Krankenpflege an der australischen Griffith University, die frustrierende Situation in einer <a href=\"https:\/\/theconversation.com\/why-do-i-seem-to-get-sick-as-soon-as-i-take-time-off-270673\" rel=\"noopener\" data-vars-event-category=\"intext_link\" data-vars-event-action=\"click\" data-vars-event-label=\"https:\/\/theconversation.com\/why-do-i-seem-to-get-sick-as-soon-as-i-take-time-off-270673\" target=\"_blank\">Analyse<\/a>.<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Der Begriff Freizeitkrankheit wurde bereits 2002 von niederl\u00e4ndischen Forschern gepr\u00e4gt. In ihrer <a href=\"https:\/\/karger.com\/pps\/article-abstract\/71\/6\/311\/282019\/Leisure-Sickness-A-Pilot-Study-on-Its-Prevalence?redirectedFrom=fulltext\" rel=\"noopener\" data-vars-event-category=\"intext_link\" data-vars-event-action=\"click\" data-vars-event-label=\"https:\/\/karger.com\/pps\/article-abstract\/71\/6\/311\/282019\/Leisure-Sickness-A-Pilot-Study-on-Its-Prevalence?redirectedFrom=fulltext\" target=\"_blank\">Studie<\/a> befragten sie 1893 Menschen und stellten fest, dass etwa drei Prozent angaben, w\u00e4hrend der Arbeitswoche selten krank zu sein, an Wochenenden oder im Urlaub jedoch relativ oft zu erkranken. Die typischen Symptome umfassten Kopfschmerzen, M\u00fcdigkeit, Erk\u00e4ltungen, Muskelschmerzen und \u00dcbelkeit \u2013 genau das, was viele gerade jetzt w\u00e4hrend der Feiertage erlebten.<\/p>\n<p>Was die aktuelle Forschung zeigt<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Dass es sich dabei keineswegs um ein Randph\u00e4nomen handelt, zeigen auch neuere Daten: In einer repr\u00e4sentativen <a href=\"https:\/\/www.iu.de\/en\/research\/studies\/leisure-sickness\/\" rel=\"noopener\" data-vars-event-category=\"intext_link\" data-vars-event-action=\"click\" data-vars-event-label=\"https:\/\/www.iu.de\/en\/research\/studies\/leisure-sickness\/\" target=\"_blank\">Studie<\/a> aus Deutschland (2025) gaben rund 72 Prozent der Besch\u00e4ftigten an, zumindest gelegentlich das Gef\u00fchl gehabt zu haben, an freien Tagen oder im Urlaub krank zu werden oder sich ersch\u00f6pft zu f\u00fchlen. Etwa 19 Prozent berichteten sogar, dieses Muster trete bei ihnen immer oder h\u00e4ufig auf. \u201eDie Ergebnisse zeigen, dass die Erreichbarkeit au\u00dferhalb der Arbeitszeiten, hohe Arbeitsbelastungen sowie ein Mangel an Erholung und Entspannung klare Risikofaktoren f\u00fcr Krankheitssymptome an freien Tagen sind\u201c, erkl\u00e4rt Stefanie Andr\u00e9, Professorin f\u00fcr Gesundheitsmanagement an der IU International University of Applied Sciences und Expertin f\u00fcr Gesundheit am Arbeitsplatz, in der Studie.<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"\" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/DMGOZCVWFNFMJBUMXEZCJBR5CM.jpg\" \/>Das Leben und wir<\/p>\n<p class=\"CallToActionBasestyled__Text-sc-1k69918-5 fbjGwD\">Der Ratgeber f\u00fcr Gesundheit, Wohlbefinden und die ganze Familie \u2013 jeden zweiten Donnerstag.<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Zugleich weisen Forschende auf methodische Grenzen hin. Viele Untersuchungen zur Freizeitkrankheit st\u00fctzen sich auf Selbstausk\u00fcnfte und Erinnerungen der Befragten, die unzuverl\u00e4ssig sein k\u00f6nnen. Dennoch gibt es weitere Hinweise auf zugrunde liegende Mechanismen: Eine <a href=\"https:\/\/www.neurology.org\/doi\/10.1212\/WNL.0000000000000332\" rel=\"noopener\" data-vars-event-category=\"intext_link\" data-vars-event-action=\"click\" data-vars-event-label=\"https:\/\/www.neurology.org\/doi\/10.1212\/WNL.0000000000000332\" target=\"_blank\">Studie<\/a> aus dem Jahr 2014 untersuchte \u201eEntspannungskopfschmerzen\u201c bei Migr\u00e4nepatienten. Das \u00fcberraschende Ergebnis: \u201eWenn sie an einem Tag eine Stressreduktion aufzeichneten, entwickelten sie typischerweise innerhalb der n\u00e4chsten 24 Stunden eine Migr\u00e4ne\u201c, erkl\u00e4rt van de Mortel. Gerade nach stressigen Vorweihnachtswochen k\u00f6nnte dieser Mechanismus viele Menschen treffen.<\/p>\n<p>Ist das \u201enur Kopfsache\u201c?<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Die Befunde deuten darauf hin, dass weder reine Einbildung noch \u201eschwache Abwehr\u201c das Ph\u00e4nomen erkl\u00e4ren. Vielmehr liegt die Erkl\u00e4rung in der komplexen Beziehung zwischen Stress und Immunsystem. Chronischer Stress kann bedeuten, dass unser Cortisolspiegel dauerhaft auf hohem Niveau gehalten wird \u2013 langfristig schw\u00e4che dies die Immunabwehr, so die australische Expertin. Kurzfristig jedoch funktioniere Stress wie ein Aufputschmittel: Das Stresshormon Cortisol hat entz\u00fcndungshemmende Eigenschaften, kann Schmerzen lindern und unsere Infektionsresistenz vor\u00fcbergehend verbessern.<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Der kritische Moment kommt, wenn dieser Mechanismus wegf\u00e4llt. Zugleich spielt Psychologie eine Rolle: W\u00e4hrend stressiger Phasen ist die Aufmerksamkeit stark auf Aufgaben und Termine fokussiert. Fallen diese weg, r\u00fcckt der eigene K\u00f6rper wieder in den Fokus \u2013 Beschwerden, die zuvor \u201emitliefen\u201c, werden pl\u00f6tzlich als Krankheit wahrgenommen. Genau dieser \u00dcbergang von der stressigen Vorweihnachtszeit in die ruhigen Feiertage k\u00f6nnte bei vielen Menschen die Krankheitssymptome ausl\u00f6sen.<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weitere Risikofaktoren<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Hinzu kommen praktische Faktoren: W\u00e4hrend der Feiertage reisen Menschen h\u00e4ufiger und sitzen in geschlossenen, \u00fcberf\u00fcllten R\u00e4umen wie Flugzeugen oder Z\u00fcgen, wo sie Keimen erh\u00f6ht ausgesetzt sind. Auch der erh\u00f6hte Alkoholkonsum \u00fcber die Feiertage kann laut der australischen Forscherin die Immunfunktion verringern. Feiertage bedeuten zudem oft l\u00e4nger schlafen und sp\u00e4ter essen. Der biologische Rhythmus ger\u00e4t durcheinander. Wer \u00fcber Wochen fr\u00fch aufsteht und dann abrupt in einen anderen Rhythmus wechselt, setzt den K\u00f6rper zus\u00e4tzlich unter Stress.<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Van de Mortels Rat: \u201eAktiv zu bleiben, genug Schlaf zu bekommen und sich gesund und ausgewogen zu ern\u00e4hren \u2013 auch wenn man besch\u00e4ftigt ist \u2013 kann helfen, das Immunsystem zu st\u00e4rken.\u201c Eine finnische <a href=\"https:\/\/linkinghub.elsevier.com\/retrieve\/pii\/S009174351200480X\" rel=\"noopener\" data-vars-event-category=\"intext_link\" data-vars-event-action=\"click\" data-vars-event-label=\"https:\/\/linkinghub.elsevier.com\/retrieve\/pii\/S009174351200480X\" target=\"_blank\">Studie<\/a> mit \u00fcber 4000 Probanden zeigte, dass regelm\u00e4\u00dfige Bewegung, besonders intensive, die Krankheitsanf\u00e4lligkeit deutlich reduziere. Auch Stressmanagement sei wichtig: Es gebe gute Belege daf\u00fcr, dass Meditation, Achtsamkeit und Entspannungstechniken helfen k\u00f6nnten, Stress zu reduzieren, so die Expertin. F\u00fcr k\u00fcnftige Reisezeiten empfiehlt sie zudem, Impfungen aufzufrischen und auf Fl\u00fcgen Masken zu tragen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Sydney. 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