{"id":688562,"date":"2026-01-02T20:58:13","date_gmt":"2026-01-02T20:58:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/688562\/"},"modified":"2026-01-02T20:58:13","modified_gmt":"2026-01-02T20:58:13","slug":"saechsische-staatskapelle-im-silvesterkonzert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/688562\/","title":{"rendered":"S\u00e4chsische Staatskapelle im Silvesterkonzert"},"content":{"rendered":"<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Dresden. Silvesterkonzerte der S\u00e4chsischen Staatskapelle im Fernsehformat gelingen mittlerweile gl\u00fccklicher als vor einigen Jahren, greifen die eigene Tradition auf und finden an den R\u00e4ndern des Repertoires Zugewinne. Und nicht nur dort \u2013 auch im Publikum fielen am Silvestertag viele neue Besucher auf. Allerdings war zwischen den vielen Selfies war kaum ein Durchkommen im Foyer.<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Um so sch\u00f6ner, dass trotz Rahmenbedingungen wie einer Einweisung f\u00fcr die Fernsehaufzeichnung das musikalische Programm \u00fcberzeugen konnte. Als Dirigenten hatte die Staatskapelle Andr\u00e9s Orozco-Estrada eingeladen, sehnlichst erwartet wurde aber von vielen Sopranistin Pretty Yende. Im April noch hatte sie ihr Hausdeb\u00fct an der Semperoper (Lucia di Lammermoor) abgesagt, im Konzert gab es nun einen kleinen \u2013 Vorgeschmack? Denn nach diesem Auftritt kann man sich nur w\u00fcnschen, dass die S\u00fcdafrikanerin einmal f\u00fcr mehr als nur ein paar Arien und Duetten nach Dresden kommt.<\/p>\n<blockquote><p>Pretty Yende trat als erste schwarze Frau w\u00e4hrend der Apartheidjahre in S\u00fcdafrika auf Opernb\u00fchnen auf.<\/p><\/blockquote>\n<p class=\"Quotestyled__Author-sc-q277fq-1 iQZobn\">von der Webseite der Berliner Staatsoper Unter den Linden<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Neben einer Lockerheit im Spiel kann Pretty Yende mit einem Attribut punkten, das sie in die Reihe jener S\u00e4ngerinnen und S\u00e4nger einordnen l\u00e4sst, von denen man sagt, sie seien \u201eeine Stimme\u201c. Also eine Stimme, die nicht nur von hoher Wiedererkennbarkeit ist, sondern die mit ihrer Ausdruckskraft einnimmt und begeistert. Yendes Sopran hat einen goldenen Boden, an dessen Grund sie m\u00fchelos und weich an Mezzo- oder Altlagen anschlie\u00dft, wie gleich \u201eUna voce poco fa\u201c aus Gioachino Rossinis \u201eIl barbiere di Siviglia\u201c bewies. \u201eEine Stimme h\u00f6rt ich eben\u201c singt Rosina in ihrer Arie ausgerechnet \u2013 und schwang sich m\u00fchelos in Koloraturen, dass jede Lerche oder Nachtigall ernsthaft die Konkurrenz f\u00fcrchten m\u00fcsste. Doch Pretty Yende verband diese Spitzen nicht nur mit Charme, sondern einem geschmeidigen, vibrierenden Timbre ohne Br\u00fcche in den H\u00f6henstufen \u2013 sagenhaft! Ausschnitte aus Victor Herberts \u201eThe Enchantress\u201c oder Duette wie Frederick Loewes \u201eOn the street where you live\u201c (aus \u201eMy fair Lady\u201c) unterstrichen dies noch.<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Pretty Yendes Duettpartner Benjamin Appl konnte in Sachen Stimmsch\u00f6nheit m\u00fchelos mithalten, auch wenn der Bariton ein wenig von der Kollegin \u00fcberstrahlt wurde. Zudem war bei ihm die Rollenauswahl nicht so stimmig wie bei Yende. Obwohl Dr. Malatesta (\u201eBella siccome un angelo\u201c aus \u201eDon Pasquale\u201c, Gaetano Donizetti) durchaus ein jugendlicher Freund des Titelhelden sein kann. Aber als Vater Germont (\u201eAh! Dite alla giovine\u201c aus Giuseppe Verdis \u201eLa traviata\u201c) war Benjamin Appl \u2013 so sch\u00f6n er klang \u2013 weniger authentisch.<\/p>\n<p>Trio fand zusammen<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Neben den beiden S\u00e4ngern war Capell-Virtuos Gautier Capu\u00e7on zu Gast. Am Ende fanden die sie noch zum Trio zusammen, davor hatte Capu\u00e7on einen Soloauftritt mit Joseph Haydn erstem Violoncellokonzert. Die Staatskapelle einmal ganz in ihrem (klassischen) Element, doch zeigten sich ausgerechnet hier die Grenzen des Unterhaltungsformats. F\u00fcr eine intime, sinnliche Atmosph\u00e4re im Adagio fehlte die Ruhe, so wirkte es eher entr\u00fcckt, mit einem sehr vordergr\u00fcndigen Cellisten, die Spannung zwischen ihm und dem Orchester wollte sich nicht einstellen. Auch Gautier Capu\u00e7ons \u201eNachschlag\u201c in der zweiten Konzerth\u00e4lfte, Nacio Herb Brown \u201eSingin\u2019 in the Rain\u201c (mit abgedrucktem Text im Programmheft), schien wenig cellogerecht und setzte das Instrument nicht wirklich passend in Szene.<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Andr\u00e9s Orozco-Estrada f\u00fchrte die S\u00e4chsische Staatskapelle gewohnt energisch und energiegeladen, punktgenau. Dass er ein Showtalent ist und manchmal eher wie ein T\u00e4nzer wirkt, sind Qualit\u00e4ten, die beim Silvesterkonzert erlaubt sind. Insgesamt konnte das Orchester mit seiner Flexibilit\u00e4t in den sehr unterschiedlichen St\u00fccken und dem Klang \u00fcberzeugen. Trotzdem oder gerade machte das Vergleichen interessant: Richard Strauss\u2018 \u201eTill Eulenspiegels lustige Streiche\u201c war eben im Dezember kurzfristig schon einmal ins Konzertprogramm gerutscht. Andr\u00e9s Orozco-Estrada erwies sich als der eindeutig mitrei\u00dfendere, schwungvollere Dirigent, Marie Jacquots Auslegung hatte dagegen mit ihrer Differenziertheit \u00fcberzeugt, welche Soli noch st\u00e4rker hervortreten lie\u00df. Was einem besser gef\u00e4llt, ist letztlich Geschmackssache.<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Das Silvesterkonzert der S\u00e4chsischen Staatskapelle wurde vom ZDF \u00fcbertragen und ist in der Mediathek abrufbar.<\/p>\n<p class=\"Editorialstyled__Editorial-sc-1bfvh9l-0 cSmjnJ\">DNN<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Dresden. 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