{"id":688616,"date":"2026-01-02T21:32:14","date_gmt":"2026-01-02T21:32:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/688616\/"},"modified":"2026-01-02T21:32:14","modified_gmt":"2026-01-02T21:32:14","slug":"beton-als-leinwand-so-wurde-eine-tiefgarage-in-muenchen-zum-kunst-spektakel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/688616\/","title":{"rendered":"Beton als Leinwand: So wurde eine Tiefgarage in M\u00fcnchen zum Kunst-Spektakel"},"content":{"rendered":"<p><strong>Tiefgaragen sind kahle R\u00e4ume ohne Licht und Farbe? Der K\u00fcnstler Christoph Niemann schuf in M\u00fcnchen, Bogenhausen ein Raumspektakel mit optischen Illusionen im Siebzigerjahre-Stil.<\/strong><\/p>\n<p>\u201eWie die Sprache ist Beton ein universelles Medium.\u201c Das Zitat, das den Charakter dieses Baumaterials treffend beschreibt, stammt von dem britischen Architektur\u00adhistoriker Adrian Forty und ist aus dem Jahr 2012. Bis heute ziehen uns der <a href=\"https:\/\/www.ad-magazin.de\/artikel\/familie-muenchner-umland-wohnung-blick-auf-zugspitze\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Beton<\/a> und die baulichen Strukturen, die sich mit ihm erschaffen lassen, in ihren Bann. Vielleicht war es diese Faszination, die den K\u00fcnst\u00adler Christoph Niemann dazu bewog, eine Tief\u00adgarage im\u00a0M\u00fcnchner Stadtteil Bogenhausen mit einer ganz \u00adeigenen grafischen Strategie in einen echten M\u00f6glich\u00adkeitsraum zu transformieren.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Christoph Niemann sitzt in der Tiefgarage voller Farben und Formen\" loading=\"lazy\" class=\"ResponsiveImageContainer-eNxvmU cfBbTk responsive-image__image\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/OK_C7A2078.jpg\"\/><\/p>\n<p>Der K\u00fcnstler auf einem illusionistischen \u201ePodest\u201c.<\/p>\n<p>Markus BurkeT\u00e4uschungen schaffen neue Sichtweisen<\/p>\n<p>Niemann nahm die quadratische Strenge der unterirdischen Architektur an und entwickelt daraus nicht nur eine Komposition von <a href=\"https:\/\/www.ad-magazin.de\/article\/trendfarben-trendtoene-nuancen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Farben<\/a> und Formen. Sondern eine ganz neue, spannende, r\u00e4umlich entgrenzte Welt. Beschr\u00e4nkun\u00adgen durch H\u00f6he, Breite, L\u00e4nge verschwinden. \u201eIch \u00adwollte diesen quadratischen Raum aufbrechen, ihm \u00adeine neue Dimension von Dynamik und Weite geben\u201c, sagt der K\u00fcnstler. Dabei bediente er sich auch spielerischer Augen\u00adt\u00e4uschungen. Das dreidimensionale Sehen ver\u00e4ndert sich: Manchmal hat man den Eindruck, nicht auf dem Boden, sondern vermeintlich auf Podesten zu stehen. Bei alldem arbeitete Niemann nicht gegen den Baustoff Beton an, er arbeitete mit ihm. Durch seine Gestaltung merkt man, wie viel Optimis\u00admus, wie viel Zukunftsfreude dieser unterirdischen Architektur \u00adinnewohnt. Zugleich geht man in dem \u00adhypermedialen Keller auf Zeitreise. Hier wird massiv mit den <a href=\"https:\/\/www.ad-magazin.de\/galerie\/renovierung-70er-jahre-spage-age-look\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Siebziger\u00adjahren<\/a> geflirtet \u2013 und das in einer Villa, die das Archi\u00adtek\u00adturb\u00fcro Meier-Scupin aus M\u00fcnchen erst nach 2000 entworfen hat, in enger cokreativer Zusammen\u00adarbeit mit den Bauherren.<\/p>\n<p>Der Beton als Leinwand<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.ad-magazin.de\/artikel\/kleine-rote-cabin-im-gruenen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Farbenfrohe<\/a>, fast grelle Impressionen spannen ein Netz an Verbindungs-Icons. Wir sehen Rampen, wir sehen Stra\u00dfen \u2013 oder sind es Rollfelder? Die Idee idealer Mobilit\u00e4t entsteht \u2013 nicht unkritisch, aber doch in einer Weise, die die moralistische Stagnations\u00adbegeisterung unserer Tage mit einer anderen Perspektive konfrontiert. Auf einmal ist sie auch Ver\u00adhei\u00dfung, nicht nur Problem. Das passt zur Nutzung, denn in der Tiefgarage sollen k\u00fcnftig Sammlerst\u00fccke aus dem Fuhrpark der Bauherren Platz finden. Da zeichnen sich Konflikte ab: Herrliche Oldtimer wie ein Fiat 500 oder ein alter Mercedes Kombi werden im Dialog mit Niemanns Kunst ihre eigene stilistische Extravaganz behaupten m\u00fcssen. Sie werden aber auch ganz neu in Szene gesetzt. So wird dieser Raum zum <a href=\"https:\/\/www.ad-magazin.de\/artikel\/yorck-passage-kino-berlin-neukoelln-batek-architekten\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kinosaal<\/a>, der Beton zur Leinwand. Niemann schafft im Sinn Adrian Fortys mediale Landschaften. Die Gl\u00e4tte der Betonw\u00e4nde hilft dabei, ebenso wie das unterirdische Setting. \u201eDadurch, dass wir unter der Erde sind, haben wir ein ganz anderes Licht\u201c, sagt Niemann.<\/p>\n<p>\u201eBoden, Wand und Decke flie\u00dfen ineinander. So entsteht ein endloser Raum. Das greife ich in meiner Malerei auf.\u201c<\/p>\n<p>Christoph Niemann<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Optische Illusionen Durch Formen und Farben werden R\u00e4ume geschaffen die es nicht gibt.\" loading=\"lazy\" class=\"ResponsiveImageContainer-eNxvmU cfBbTk responsive-image__image\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/OK_C7A1961.jpg\"\/><\/p>\n<p>Optische Illusionen: Durch Formen und Farben werden R\u00e4ume geschaffen, die es nicht gibt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Tiefgaragen sind kahle R\u00e4ume ohne Licht und Farbe? 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