{"id":689711,"date":"2026-01-03T08:20:17","date_gmt":"2026-01-03T08:20:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/689711\/"},"modified":"2026-01-03T08:20:17","modified_gmt":"2026-01-03T08:20:17","slug":"wie-sich-das-unternehmen-immer-wieder-neu-erfand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/689711\/","title":{"rendered":"wie sich das Unternehmen immer wieder neu erfand"},"content":{"rendered":"<p class=\"mb-2 font-sans text-base font-thin leading-[26px] md:mb-[16px] md:text-xl md:leading-[32px]\">Ford z\u00e4hlt zu den \u00e4ltesten Automarken der Welt. Seine Geschichte ist gepr\u00e4gt von vielen Tiefpunkten \u2013 und einem ungebrochenen Vorw\u00e4rtsdrang. Ein Besuch im K\u00f6lner Werk.<\/p>\n<p>Fabian Hoberg03.01.2026, 05.30 Uhr<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/9d31cb4c-7448-42f2-ba55-2557e617a02a.jpg\" class=\"absolute left-0 top-0 block h-full w-full  \"  width=\"2375\" height=\"1782\" alt=\"1930 verlegte Ford seinen deutschen Hauptsitz von Berlin nach K\u00f6ln-Niehl, mit direktem Zugang zum Rhein.\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1)\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\" \/>1930 verlegte Ford seinen deutschen Hauptsitz von Berlin nach K\u00f6ln-Niehl, mit direktem Zugang zum Rhein.<\/p>\n<p>PD<\/p>\n<p class=\"articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jd5orqd10\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">\u00abUnd trotzdem vorw\u00e4rts\u00bb: Das steht auf dem Eckpfeiler am historischen A-Geb\u00e4ude der Ford-Werke in K\u00f6ln-Niehl. Es ist das Lebensmotto des Firmengr\u00fcnders Henry Ford. Optimismus hat ihm geholfen.<\/p>\n<p>Optimieren Sie Ihre Browsereinstellungen<\/p>\n<p>NZZ.ch ben\u00f6tigt JavaScript f\u00fcr wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.<\/p>\n<p>Bitte passen Sie die Einstellungen an.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jd5otjqh1\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Ford in Deutschland hat viele Herausforderungen \u00fcberstanden: Weltwirtschaftskrise, Weltkrieg, \u00d6lkrise, millionenteurer Grossbrand im wichtigsten Teilelager, Misserfolg des letzten Scorpio-Modells und nun eine Fehlplanung bei der Modellpolitik. Das K\u00f6lner Grundgesetz \u00abEt h\u00e4tt noch immer jot jejange\u00bb musste oft als Durchhalteparole herhalten.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jd5orqd20\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Wenn man die Fertigungshallen in K\u00f6ln-Niehl betritt, ist es kaum zu glauben, dass dieser Ort f\u00fcr eine Industriekultur steht, die vor fast einem Jahrhundert begonnen hat. Moderne Roboterarme ziehen Karossen millimetergenau ins n\u00e4chste Montagewerk, F\u00f6rderb\u00e4nder surren im Takt einer digitalisierten Produktion \u2013 und doch ist alles eng verbunden mit hundert Jahren Geschichte in Deutschland.<\/p>\n<p>Viel freie Fl\u00e4che und der Rhein machten K\u00f6ln attraktiv<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jd5orqd30\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Die Ford Motor Company wurde am 18.\u00a0August 1925 in Deutschland ins Handelsregister eingetragen, zun\u00e4chst in Berlin. Von hier aus machte das Unternehmen aus den USA seinen ersten, grossen Schritt auf den europ\u00e4ischen Kontinent. Am Westhafen in Berlin wurde vor allem das legend\u00e4re Modell T zusammengebaut. Den Standort w\u00e4hlte Ford strategisch: \u00dcber die Wasserwege kamen Teile g\u00fcnstig ins Werk, und Berlin war vor hundert Jahren ein industrielles Zentrum mit Automobilnachfrage. Doch der Platz reichte f\u00fcr die Visionen des Unternehmers nicht aus. Henry Ford dachte gr\u00f6sser.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jd5orqd40\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">1930 verlegte Ford seine Produktion nach K\u00f6ln, in enger Zusammenarbeit mit dem damaligen Oberb\u00fcrgermeister Konrad Adenauer. F\u00fcr den Standort sprachen die freie Fl\u00e4che, die Bahnanschl\u00fcsse und die N\u00e4he zum Ruhrgebiet. Ausserdem konnten \u00fcber den Rhein Teile g\u00fcnstig transportiert werden.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/42adcc55-7df4-4e60-a701-3514469e909d.jpg\" class=\"absolute left-0 top-0 block h-full w-full  \"  width=\"4128\" height=\"6192\" alt=\"Das Motto von Henry Ford deutet auch heute noch darauf hin, dass die Marke in Deutschland keineswegs aufgeben will.\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1)\" loading=\"lazy\" \/>Das Motto von Henry Ford deutet auch heute noch darauf hin, dass die Marke in Deutschland keineswegs aufgeben will.<\/p>\n<p>Fabian Hoberg<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jd5p8h3p1\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Das neue Werk in K\u00f6ln-Niehl mit 170\u00a0000 Quadratmetern direkt am Rhein sollte j\u00e4hrlich 250\u00a0000 Fahrzeuge fertigen \u2013 das Dreifache der damaligen gesamten deutschen Automobilproduktion. Zwar wurde diese Kapazit\u00e4t zun\u00e4chst nicht erreicht, aber Ford stieg rasch zu einem der gr\u00f6ssten Pkw-Hersteller des Landes auf. Das \u00abTin Lizzy\u00bb genannte Modell T machte Ford weltber\u00fchmt. Doch in Deutschland brachte sein Nachfolger, das Modell A, den Durchbruch: Am 4.\u00a0Mai 1931 startete die Ford-Produktion mit 619 Mitarbeitern in der Halle A in K\u00f6ln, die Teile kamen aus den USA.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jd5pe5ev1\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Noch heute f\u00e4hrt das Modell A als Limousine munter, wie ein kleiner Ausflug rund um K\u00f6ln anl\u00e4sslich des runden Jubil\u00e4ums zeigt. Mit kantigen Formen, Speichenr\u00e4dern, viel Chrom und weichen Sitzen verspr\u00fcht der Wagen den Charme der Vorkriegszeit. Der 3,3-Liter-Vierzylinder mit 40 PS tuckert nach ein paar Umdrehungen los. Das Dreiganggetriebe erfordert Fingerspitzengef\u00fchl; beim Schalten sp\u00fcrt man das metallische Einrasten der G\u00e4nge. Die Lenkung ist schwerg\u00e4ngig. Jede Kurve verlangt Muskelkraft, und die Bremsen reagieren tr\u00e4ge, was umsichtiges Fahren n\u00f6tig macht.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jd7r2t251\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Bei knapp \u00fcber 80 km\/h zischt der Wind \u00fcber die Frontscheibe, die weichen Sitze geben kaum Seitenhalt, und die Karosserie schwingt leicht \u00fcber Unebenheiten. Jede Fahrt ist ein sensorisches Erlebnis: der Duft von \u00d6l und Benzin, das Klappern der Ventile, das rhythmische Brummen des Motors.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jd5pgq491\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Mit einem Basispreis von 3750 Reichsmark sollte der Ford A damals Mobilit\u00e4t f\u00fcr viele erschwinglich machen. Weltweit wurden rund 4,8 Millionen Fahrzeuge gebaut, davon entstanden bis 1932 in K\u00f6ln 23\u00a0548 Exemplare.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/b77efe55-cf95-41c9-a0e5-e0a808baaf1b.jpg\" class=\"absolute left-0 top-0 block h-full w-full  \"  width=\"6192\" height=\"4128\" alt=\"Der Ford Modell A liefert auf der Testfahrt ein Fest f\u00fcr alle Sinne.\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1)\" loading=\"lazy\" \/>Der Ford Modell A liefert auf der Testfahrt ein Fest f\u00fcr alle Sinne.<\/p>\n<p>Fabian Hoberg<\/p>\n<p>Der Zweite Weltkrieg brachte auch in K\u00f6ln eine Z\u00e4sur<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jd5orqd60\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Bis Anfang der 1940er Jahre erarbeitete sich das K\u00f6lner Werk einen festen Platz im Automobilmarkt und produzierte Modelle wie den Eifel oder den Taunus mit charakteristischem Buckel in der Karosserie. W\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs entstanden bei Ford haupts\u00e4chlich Lkw f\u00fcr die Wehrmacht. Die Kriegsjahre trafen das Werk hart. 1944 fiel die Produktion auf weniger als 3000 Fahrzeuge im Jahr. Nach der Zerst\u00f6rung des Werks im Krieg ging Ford den Wiederaufbau im v\u00f6llig zerst\u00f6rten K\u00f6ln wieder an.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jd5orqd61\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Nach Kriegsende nahm Ford zun\u00e4chst nur die Fertigung von Motoren und Nutzfahrzeugen wieder auf, Pkw durften auf Geheiss der Alliierten erst ab 1948 produziert werden. Mit dem \u00abBuckel-Taunus\u00bb kehrte Ford zur\u00fcck in die Automobilwelt. Die 1950er Jahre wurden zum Jahrzehnt des Wiederaufbaus: Der Taunus 12M (M f\u00fcr Meisterklasse), die erste vollst\u00e4ndige Nachkriegskonstruktion von Ford Deutschland, galt als selbstbewusstes Statement f\u00fcr neue Technik.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jd5orqd70\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Das Werk in K\u00f6ln wuchs pl\u00f6tzlich rasant: 1958 arbeiteten \u00fcber 10\u00a0000 Menschen dort, und die Jahresproduktion \u00fcberschritt erstmals die Marke von 100\u00a0000 Fahrzeugen. In den 1960er Jahren definierte Ford das moderne Automobil in Deutschland entscheidend mit. Modelle wie der Taunus 17M, wegen seiner runden Form als \u00abBadewanne\u00bb bekannt, gaben der Marke ein neues Designprofil.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/cb1d8e31-cd0d-4abd-887a-f6fe08397c46.jpg\" class=\"absolute left-0 top-0 block h-full w-full  \"  width=\"3120\" height=\"2262\" alt=\"Arbeiterinnen im Ford-Werk w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs.\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1)\" loading=\"lazy\" \/>Arbeiterinnen im Ford-Werk w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs.<\/p>\n<p>National Motor Museum \/ Heritage \/ Getty<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jd5ps1ri1\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">1968 erreichte Ford in Deutschland einen Marktanteil von 18,5 Prozent \u2013 ein H\u00f6hepunkt in der Unternehmensgeschichte. In den folgenden Jahrzehnten brachte Ford Fahrzeuge hervor, die bis heute Kultstatus geniessen: den Capri \u2013 Fords Antwort auf erschwingliche Sportlichkeit \u2013, den Escort, den Granada, den Fiesta, den Mondeo und schliesslich den Focus. Immer wieder setzte Ford technische Akzente, etwa mit dem Scorpio, der zu den ersten Grossserienfahrzeugen mit ABS geh\u00f6rte. Das letzte Scorpio-Modell geriet in den 1990er Jahren allerdings derart zum Flop, dass Ford seine gesamte Strategie umbaute. Weg von der Oberklasse, hin zu Kleinwagen und der Mittelklasse.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jd5orqd81\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">1999 kam das Pick-up-Modell Ranger auf den deutschen Markt, 2001 rollte der zehnmillionste Fiesta in K\u00f6ln vom Band. Insgesamt wurden dort seit 1931 rund 18,3 Millionen Fahrzeuge gebaut.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/ff07e55e-34e9-4083-9eb7-738e206d2b33.jpg\" class=\"absolute left-0 top-0 block h-full w-full  \"  width=\"2382\" height=\"1696\" alt=\"Ausgelegt auf 36 000 Arbeitspl\u00e4tze, beheimatet das K\u00f6lner Ford-Werk heute noch 11 500 Mitarbeiter.\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1)\" loading=\"lazy\" \/>Ausgelegt auf 36\u00a0000 Arbeitspl\u00e4tze, beheimatet das K\u00f6lner Ford-Werk heute noch 11\u00a0500 Mitarbeiter.<\/p>\n<p>PD<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jd5orqd90\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">\u00abFord z\u00e4hlte in den vergangenen Jahrzehnten zu den besonders wichtigen Autoherstellern in Deutschland\u00bb, sagt Stefan Bratzel, Professor f\u00fcr Automobilwirtschaft an der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach. \u00abFord stand jahrzehntelang f\u00fcr solide Autos und eine bezahlbare Mobilit\u00e4t\u00bb, sagt Bratzel. Mit beliebten Modellen wie Taunus, Escort, Fiesta, Ka, Sierra, Mondeo und Focus sei Ford gross und stark geworden. Doch diese Baureihen sind heute allesamt eingestellt.<\/p>\n<p>Grosse Investitionen in die E-Mobilit\u00e4t pr\u00e4gen die Neuzeit<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jd5orqda0\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Mit dem neuen Jahrtausend wandelte sich die Automobilindustrie. Der vielleicht gr\u00f6sste Wandel der letzten Jahrzehnte begann mit der Elektrifizierung. Ford investierte massiv in das Cologne Electric Vehicle Center, ein modernes Werk in der ehemaligen Y-Halle. Hier entstehen elektrische Modelle mit altbekannten Namen: der Explorer und der Capri.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/fad2c756-6b9f-472a-9d48-eb323e032df2.jpg\" class=\"absolute left-0 top-0 block h-full w-full  \"  width=\"6192\" height=\"4128\" alt=\"Der elektrische Ford Capri (rechts) soll an die fr\u00fcheren Erfolge mit dem Modell A ankn\u00fcpfen.\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1)\" loading=\"lazy\" \/>Der elektrische Ford Capri (rechts) soll an die fr\u00fcheren Erfolge mit dem Modell A ankn\u00fcpfen.<\/p>\n<p>PD<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jd5q9dgo1\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Doch der Wandel ist herausfordernd. Der Absatz vollelektrischer Fahrzeuge entwickelt sich auch bei Ford langsamer als erhofft. Der Hersteller befindet sich in einer Phase der Neuorientierung.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jd5qbv181\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Der Marktanteil von Ford lag im Oktober 2025 bei 3,3 Prozent. Von den einst 35\u00a0828 Mitarbeitern 1978 waren 2011 noch 17\u00a0300 Besch\u00e4ftigte in K\u00f6ln \u00fcbrig, derzeit sind es 11\u00a0500 Mitarbeitende. Bis 2027 sollen nach derzeitigen Planungen rund 3000 Stellen in Deutschland abgebaut werden \u2013 ein harter Einschnitt f\u00fcr einen Standort, der einmal als Symbol f\u00fcr stetiges Wachstum galt.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jd5orqdb0\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">\u00abAb 2010 wurde der Wettbewerb durch neue Player in Europa h\u00e4rter, und man hatte das Gef\u00fchl, dass Ford den deutschen Markt immer weniger versteht\u00bb, sagt Bratzel. Dadurch habe Ford enorme Marktanteile eingeb\u00fcsst. Auch eine Aufwertung der Fahrzeuge und h\u00f6here Preise h\u00e4tten nicht die erhoffte Wende gebracht. Derzeit befinde sich Ford in einem Preissegment, das nicht typisch f\u00fcr angestammte Ford-Kunden sei. \u00abIch bin daher skeptisch, ob Ford mit der gegenw\u00e4rtigen Modell- und Preispolitik bei den Pkw erfolgreich sein wird. Ein E-Auto unter 30\u00a0000 Euro w\u00e4re die richtige Positionierung gewesen\u00bb, sagt der Wissenschafter. Eine neue Partnerschaft mit der franz\u00f6sischen Renault-Gruppe soll nun in diesem Bereich rasche Erfolge bringen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/b9762527-620d-438f-af73-638c06711414.jpg\" class=\"absolute left-0 top-0 block h-full w-full  \"  width=\"6192\" height=\"4128\" alt=\"Die Rose im kargen Modell-A-Armaturenbrett k\u00f6nnte f\u00fcr die Hoffnung auf bessere Zeiten f\u00fcr Ford K\u00f6ln stehen.\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1)\" loading=\"lazy\" \/>Die Rose im kargen Modell-A-Armaturenbrett k\u00f6nnte f\u00fcr die Hoffnung auf bessere Zeiten f\u00fcr Ford K\u00f6ln stehen.<\/p>\n<p>Fabian Hoberg<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jd5qe4fp1\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Bratzel sieht aber auch die Diskrepanz zwischen dem Hochlohnland Deutschland und dem Erfordernis f\u00fcr die Produktion eines g\u00fcnstigen und guten Autos. Dass es auch anders gehe, zeige die Nutzfahrzeug-Sparte Ford Pro mit dem Transit und seinen Derivaten: Solide Fahrzeuge mit einer guten Qualit\u00e4t zu einem g\u00fcnstigen Preis sorgen f\u00fcr einen hohen Marktanteil. Die Fahrzeuge entstehen allerdings in der T\u00fcrkei.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jd5orqdb1\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Auf der Nostalgiefahrt im Modell A von 1931 begreift man: Mobilit\u00e4t ist nicht selbstverst\u00e4ndlich. Sie war einmal ein Abenteuer, ein Versprechen. Und sie ist es \u2013 genau genommen \u2013 immer noch. Wenn man nach der Fahrt wieder ins moderne K\u00f6ln zur\u00fcckkehrt und die Zukunftsmodelle im Electric Vehicle Center betrachtet, dann schliesst sich ein Kreis.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jd7qleal1\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Vom Modell T \u00fcber das Modell A, Taunus, Capri, Fiesta und Focus bis hin zu den elektrischen Explorer-SUV \u2013 jedes dieser Fahrzeuge erz\u00e4hlt ein Kapitel aus hundert Jahren deutscher Industriegeschichte. Und jedes zeigt, dass Ford immer dann am st\u00e4rksten war, wenn sich die Marke neu erfinden musste. Ganz nach dem Motto auf dem Werksgel\u00e4nde: \u00abUnd trotzdem vorw\u00e4rts\u00bb.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ford z\u00e4hlt zu den \u00e4ltesten Automarken der Welt. 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