{"id":689843,"date":"2026-01-03T09:36:17","date_gmt":"2026-01-03T09:36:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/689843\/"},"modified":"2026-01-03T09:36:17","modified_gmt":"2026-01-03T09:36:17","slug":"bezahlbare-wohnungen-fuer-stuttgart-scharfe-kritik-an-stadt-wohnungsbau-am-killesberg-geraet-zum-desaster","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/689843\/","title":{"rendered":"Bezahlbare Wohnungen f\u00fcr Stuttgart: Scharfe Kritik an Stadt: Wohnungsbau am Killesberg ger\u00e4t zum Desaster"},"content":{"rendered":"<p>Wo Fl\u00fcchtlingbauten standen, sind seit 2014 auf dem Killesberg g\u00fcnstige Mietwohnungen geplant. 2027 sollten sie zur Bauausstellung (IBA) fertig werden. Davon ist keine Rede mehr.<\/p>\n<p>Es sollte ein Vorzeigeprojekt werden: bezahlbare <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Mietwohnungen\" title=\"Mietwohnungen\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mietwohnungen<\/a> auf dem hochpreisigen Stuttgarter <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/H%C3%B6henpark_Killesberg\" title=\"Killesberg\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Killesberg<\/a>. Nur einen Steinwurf vom Empfangsgeb\u00e4ude f\u00fcr die Internationale Bauausstellung 2027 entfernt sollte ein nachhaltiger Mix mit bestem Energiestandard in rund 120 Wohneinheiten entstehen. F\u00fcr <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.stadt-stuttgart-setzt-bei-subvention-grenze-gefoerderter-wohnungsbau-am-killesberg-nicht-machbar.ec7a45a0-f9cc-4867-9e1d-02d61268e089.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">f\u00fcnf sogenannte Wolken- und 17 Stadth\u00e4user <\/a> waren vor Jahren Wohncontainer f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge vom ehemaligen Messeparkplatz Rote Wand ger\u00e4umt worden. Doch statt Baggerfahrern und Bauarbeitern besch\u00e4ftigt die Brachfl\u00e4che am Kochenhof heute Anw\u00e4lte und das <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Verwaltungsgericht\" title=\"Verwaltungsgericht\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Verwaltungsgericht<\/a>.<\/p>\n<p>Die Beteiligten haben sich gigantisch verrechnet. Ihren Traum von den eigenen vier W\u00e4nden konnten auf dem fr\u00fcheren Parkplatz bisher nur Baugemeinschaften umsetzen. Nach aufwendiger Umplanung verwirklichten sie zwei der 2014 aus einem Wettbewerb hervorgegangenen Wolkenh\u00e4user, die Preise beliefen sich in Anzeigen, in denen Mitstreiter gesucht wurden, auf 10.000 Euro pro Quadratmeter, eine Gartenwohnung f\u00fcr 650.000 Euro ist noch frei. Wirklich preisg\u00fcnstiger Wohnraum w\u00e4re <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.iba-projekt-in-stuttgart-gottes-haus-wird-wieder-schoen-stuttgarter-brenzkirche-wird-repariert.6d507649-72b3-4048-b7e0-7f199b1dcf45.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">an diesem Standort<\/a> nur durch massive Subventionen der Stadt m\u00f6glich. 75 Prozent der Wohnungen sollten laut Plan mietpreisgebunden sein.<\/p>\n<p>Kritik an Stadt <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Stuttgart\" title=\"Stuttgart\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stuttgart<\/a>: Bautr\u00e4ger spricht von \u201epolitischer Willk\u00fcr\u201c <\/p>\n<p> Die Stadt hat sich laut dem Investor Archy Nova zur\u00fcckgezogen. Wobei das freundlich formuliert ist. Die beiden Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Projektentwicklungsgesellschaft, Gerd Hansen und Yannik Hansen-Sch\u00fctz, sprechen von \u201epolitischer Willk\u00fcr oder Unf\u00e4higkeit\u201c (Yannik Hansen-Sch\u00fctz) oder \u201eB\u00f6swilligkeit\u201c (Gerd Hansen) aufseiten der Stadt. Mit Stuttgart habe das Unternehmen, das das Projekt am Killesberg nach wie vor auf seiner Homepage f\u00fchrt, abgeschlossen. Den Sitz habe man nach Bietigheim-Bissingen zur\u00fcckverlegt. \u201eWir werden in Stuttgart keine Steuern mehr zahlen\u201c, so Gerd Hansen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Wohnungsbau\" title=\"Wohnungsbau\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wohnungsbau<\/a> auf dem Killesberg: Vier Prozent Verzinsung im Blick <\/p>\n<p>Zuvor war das Unternehmen Mitglied im Stuttgarter \u201eB\u00fcndnis f\u00fcr Wohnen\u201c. Die Idee dahinter: Bautr\u00e4ger, die sich dem sozialen Wohnungsbau verpflichten, sollten Zugriff auf st\u00e4dtische Grundst\u00fccke erhalten. Dazu sollten st\u00e4dtische F\u00f6rderprogramme optimiert und den Unternehmen \u201edurch kommunale Mitfinanzierung\u201c eine Eigenkapitalverzinsung von vier Prozent gew\u00e4hrt werden. Die Marge bezog sich auf ein Berechnungstool der L-Bank. <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.architektur-in-stuttgart-tiny-haeuser-der-stuttgarter-weissenhofsiedlung-sollen-neu-erstrahlen.44074d4c-b22f-417c-ab9f-0220de84a680.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Auf dem Killesberg<\/a> war auch die Filderbaugenossenschaft mit Sitz in Stuttgart-Vaihingen im Boot. Trotz Erm\u00e4\u00dfigung der hohen Grundst\u00fcckspreise um 45 bis 80 Prozent gehe die Rechnung nicht auf, so der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Genossenschaft bereits 2023 gegen\u00fcber unserer Zeitung. Baupreise und Zinsen seien explodiert, zu retten sei das Projekt nur durch einen Zuschuss der Stadt.<\/p>\n<p>In das Vorzeigeviertel auf dem Killesberg sollten laut Archy Nova mit Kalkulationstand Januar 2023 rund 39 Millionen Euro investiert werden. Man sei in Vorleistung gegangen, habe zwei Architekturb\u00fcros, Notare und Anw\u00e4lte und nat\u00fcrlich die eigene Projektleitung besch\u00e4ftigt. F\u00fcr einen Teil der H\u00e4user habe man Kaufinteressenten eingeworben gehabt, darunter eine Stiftung, sagt Hansen. Die Stadt lehnte einen erh\u00f6hten Zuschuss letztlich ab. Wohl auch, um nicht durch eine Lex Killesberg gegen\u00fcber anderen Bautr\u00e4gern in Argumentationsn\u00f6te zu geraten.<\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/media.media.74f8b6dc-cc45-41d8-9b63-8ff9fcd3b10d.original1024.media.jpeg\"\/>     Bereits 2014 war der Architektenwettbewerb zur Bebauung entschieden.    Foto: STZN\/K.Schwarz    Stadt Stuttgart begrenzt Zuschuss f\u00fcr Wohnungsbau am Killesberg <\/p>\n<p>Statt einer Kl\u00e4rung oder der \u00dcbernahme der Planungen und der entsprechenden Vorlaufkosten durch <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.weniger-familienfoerderung-stuttgart-muss-angebot-an-guenstigen-wohnungen-einschraenken.9310cb55-5367-40ee-aa52-ca875440cd01.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">die st\u00e4dtische Wohnungsbautochter SWSG<\/a> werde man hingehalten, klagen die Archy-Nova-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer. Obwohl \u201esehr fr\u00fch sehr konkret \u00fcber die Zusch\u00fcsse verhandelt wurde\u201c, mache die Stadt einen R\u00fcckzieher, setzte eine Kappungsgrenze. Tats\u00e4chlich bot die Stadt dem Ankerinvestor nicht vier, sondern maximal zwei Prozent Verzinsung an. \u201eZudem wird die st\u00e4dtische Mitfinanzierung auf max. 30.000 Euro je Wohneinheit beschr\u00e4nkt\u201c, hei\u00dft es in einen Schreiben aus dem St\u00e4dtebau-Referat.<\/p>\n<p>Investor: Bau der Wohnungen in Stuttgart nicht mehr wirtschaftlich <\/p>\n<p>Der Vorschlag habe \u201everheerende wirtschaftliche Folgen\u201c f\u00fcr das Unternehmen, schreibt dessen Anwalt. Mit dem Angebot sei \u201etats\u00e4chlich wenig anzufangen\u201c, denn damit bliebe man auf einem Fehlbetrag von 14 Millionen Euro sitzen. Erst ein st\u00e4dtischer Zuschuss von 9,9 Millionen Euro (220.000 Euro pro Wohneinheit) mache die Sache wirtschaftlich. Bei der SWSG, so der Vorwurf des Anwalts, seien nach seiner Rechnung zwei Jahre zuvor bei <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.immobilien-award-fuer-stuttgart-anerkennung-fuer-beispielhaften-umbau-des-buergerhospitals.e4429885-c0ed-4c2d-a410-735d55ef872f.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mietwohnungen in der Tunzhofer Stra\u00dfe<\/a> 62.000 Euro st\u00e4dtischer Zuschuss pro Einheit geflossen.<\/p>\n<p> Archy Nova hat Klage gegen die Stadt Stuttgart eingereicht <\/p>\n<p> Mit ihrer Verz\u00f6gerungstaktik hofften die B\u00fcrgermeister wohl, \u201edass wir an der desastr\u00f6sen Entwicklung pleite gehen\u201c, so Hansen-Sch\u00fctz. Diese Strategie werde nicht aufgehen. Man fordere rund 4,8 Millionen Euro von der Stadt, so Gerd Hansen, Zinskosten seien enthalten. Inzwischen hat Archy Nova Klage vor dem Verwaltungsgericht eingereicht. Laut Gericht ist f\u00fcr das Verfahren noch kein Verhandlungstermin angesetzt. Man stehe mit diesem (gemeint ist Archy Nova) \u201eund den weiten Projektbeteiligten im Austausch\u201c. Man wolle \u201eeine f\u00fcr alle Beteiligten tragf\u00e4hige L\u00f6sung finden\u201c, teilte die Stadt auf Anfrage unserer Zeitung mit. <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.reaktionen-auf-einbruch-der-wohnbauzahlen-in-stuttgart-streit-um-rolle-der-stadt-beim-wohnungsbau.c60a6a07-7774-4f88-bddd-107049fe509f.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ziel sei bezahlbarer Wohnraum<\/a> \u201eauch an diesem Standort\u201c. Wegen der Klage k\u00f6nne man sich zu einzelnen Fragen nicht \u00e4u\u00dfern. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wo Fl\u00fcchtlingbauten standen, sind seit 2014 auf dem Killesberg g\u00fcnstige Mietwohnungen geplant. 2027 sollten sie zur Bauausstellung (IBA)&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":689842,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1830],"tags":[8769,159582,1634,159583,159581,3364,29,30,3597,113845,9353,1441,85897,2192],"class_list":{"0":"post-689843","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-stuttgart","8":"tag-verwaltungsgericht","9":"tag-archy-nova","10":"tag-baden-wuerttemberg","11":"tag-bauausstellung","12":"tag-baupaetze","13":"tag-de","14":"tag-deutschland","15":"tag-germany","16":"tag-hoehenpark-killesberg","17":"tag-iba-2027","18":"tag-mietwohnungen","19":"tag-stuttgart","20":"tag-textmanager","21":"tag-wohnungsbau"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115830494707402318","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/689843","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=689843"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/689843\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/689842"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=689843"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=689843"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=689843"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}