{"id":690120,"date":"2026-01-03T12:14:11","date_gmt":"2026-01-03T12:14:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/690120\/"},"modified":"2026-01-03T12:14:11","modified_gmt":"2026-01-03T12:14:11","slug":"moebel-aus-der-ddr-was-hinter-dem-hype-steckt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/690120\/","title":{"rendered":"M\u00f6bel aus der DDR: Was hinter dem Hype steckt"},"content":{"rendered":"<p class=\"text\">\n<a name=\"Nabyteque\">M\u00f6bel<\/a> aus DDR-Produktion haftet ein wenig schmeichelhaftes Image an. Das <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/geschichte\/ddr\/alltag\/konsum\/moebel-design-rudolf-horn-dresden-hellerau-100.html\" title=\"Rudolf Horn und seine M\u00f6bel aus Dresden-Hellerau\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Design<\/a> wird oftmals als langweilig und eint\u00f6nig beschrieben. Und tats\u00e4chlich war die M\u00f6bel-Herstellung in der DDR-Planwirtschaft weitgehend standardisiert. Doch in den vergangenen Jahren wurden sie als <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/sachsen\/dresden\/museum-designer-arbeitszimmer-horn-100.html\" title=\"Staatliche Kunstsammlungen Dresden sichern Arbeitszimmer des DDR-Design-Papst f\u00fcr die Nachwelt\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Vintage-M\u00f6bel<\/a> wiederentdeckt. Gerade unter jungen Leuten ist der Retro-Trend angesagt.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nF\u00fcndig werden die Interessenten bei einer kleinen Firma aus Leipzig: Nabyteque arbeitet Einzelst\u00fccke aus dem fr\u00fcheren Ostblock auf und hat damit einen Nerv getroffen. Zu den Kunden geh\u00f6ren Studierende genauso wie junge Paare, die ihre erste gemeinsame Wohnung beziehen w\u00fcrden.\n<\/p>\n<p><a name=\"Darum\">Darum<\/a> ist Design aus der DDR so zeitlos<\/p>\n<p class=\"text\">\nFirmengr\u00fcnder Kris Sullivan sieht als Grund f\u00fcr die Begeisterung der M\u00f6belk\u00e4ufer, dass es den meisten Leuten darum ginge, &#8222;dieses eine besondere St\u00fcck in ihren Stil integrieren&#8220; zu k\u00f6nnen. Und das k\u00f6nnen diese Teile sehr gut, &#8222;weil sie sehr geradlinig, sehr schlicht, sehr zeitlos sind und auch sehr interessante Materialkombinationen aufweisen, von verchromtem Stahl und massiver Eiche&#8220;, so Sullivan. F\u00fcr ihn seien es &#8222;echte, ehrliche M\u00f6bel&#8220;, die damals zwar f\u00fcr die Massen produziert wurden, auch auf industrielle Art und Weise, aber noch &#8222;mit einem anderen Nachhaltigkeitsanspruch und mit einem anderen \u00e4sthetischen Anspruch&#8220;.\n<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"text\">Das sind echte, ehrliche M\u00f6bel, die zwar auch damals f\u00fcr die Massen produziert wurden, auch auf industrielle Art und Weise, aber noch mit einem anderen Nachhaltigkeitsanspruch und mit einem anderen \u00e4sthetischen Anspruch.<\/p>\n<p>Kris Sullivan, Nabyteque<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Reisen von Leipzig in die DDR und \u010cSSR<\/p>\n<p class=\"text\">\nDer Firmenname &#8222;Nabyteque&#8220; ist inspiriert von dem tschechischen Wort &#8222;N\u00e1bytek&#8220;, das &#8222;M\u00f6bel&#8220; bedeutet. Und das hat seinen Grund: Denn Firmengr\u00fcnder Sullivan ist mit seinem Team oft in dem Nachbarland unterwegs, um geeignete M\u00f6belst\u00fccke zu finden.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nZu Beginn hatte sich Sullivan auf <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/sachsen\/leipzig\/leipzig-leipzig-land\/buch-empfehlung-extremwetterlagen-afd-gesellschaft-kultur-news-100.html\" title=\"Neues Buch: &quot;Extremwetterlagen&quot; bietet eindrucksvolles Stimmungsbild aus Sachsen und Th\u00fcringen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ostdeutschland<\/a> konzentriert, inzwischen f\u00e4hrt er aber h\u00e4ufig nach <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/welt\/osteuropa\/politik\/tschechien-babis-ministerpraesident-ernannt-100.html\" title=\"Babi\u0161 erneut zum Regierungschef in Tschechien ernannt\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Tschechien<\/a>.\u00a0 Dort hat er schnell die Unterschiede in der sozialistischen M\u00f6belproduktion kennengelernt. Die Tschechen seien stilistisch nicht so eingeschr\u00e4nkt gewesen in dem, was sie entwerfen und auf den Markt bringen durften, sagt Sullivan. Dort habe man sich viel mehr noch von den Italienern und den <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/deutschland\/wirtschaft\/ikea-haertefallfonds-sed-opfer-100.html\" title=\"Ikea zahlt wegen H\u00e4ftlingsarbeit in der DDR in H\u00e4rtefallfonds f\u00fcr SED-Opfer ein\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Skandinaviern<\/a> beeinflussen lassen, wohingegen die SED-Parteilinie einschr\u00e4nkender gewesen sei.\n<\/p>\n<p><a name=\"Geschichte\">M\u00f6bel<\/a> mit Geschichte(n)<\/p>\n<p class=\"text\">\nZu den M\u00f6beln werden den Mitarbeitern von Nabyteque h\u00e4ufig noch Geschichten erz\u00e4hlt. So w\u00fcssten die meisten Leute noch genau, wie viel ihre St\u00fccke gekostet haben und was sie sich dabei dachten, als sie sie gekauft haben, sagt Sullivan. Und das sei immer spannend.\n<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"text\">Man redet nat\u00fcrlich nicht nur \u00fcber die M\u00f6bel, sondern auch \u00fcber die Geschichten der Leute und deren Familienmitglieder. Und das ist das, was ich nicht missen m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Kris Sullivan, Nabyteque<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"text\">\nEine seiner Reisen habe Sullivan in die Privatwohnung eines fr\u00fcheren tschechoslowakischen Verteidigungsministers gef\u00fchrt. Den Tipp hatte er von einem Nachlassverwalter bekommen. Bei den M\u00f6beln sei zwar nichts Besonderes dabei gewesen \u2013 aber der begehbare Kleiderschrank sei ihm aufgefallen, versteckt in einer Ecke mit einer Decke dr\u00fcber. Im Schrank seien dann Platten von den Beatles und den Stones gewesen, so Sullivan. Solche Geschichten heben Nabyteque aus der Masse der M\u00f6belh\u00e4ndler heraus.\n<\/p>\n<p>Neue Preise f\u00fcr altes Design<\/p>\n<p class=\"text\">\nGerade arbeitet die Firma Nabyteque ein Schlafzimmer-Ensemble im Bauhausstil auf. Der Kunde erh\u00e4lt f\u00fcr knapp 8.000 Euro zwei Nachtschr\u00e4nke, zwei Betten und einen gro\u00dfen Kleiderschrank. Sie sind in schlichten Formen gehalten, mit viel Stahlrohr. Es sind solche M\u00f6bel, die sich in der Werkstatt stapeln und nur darauf warten, ein neues Leben eingehaucht zu bekommen.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nQuelle: MDR KULTUR (Sven Kochale), Nabyteque, redaktionelle Bearbeitung: op<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"M\u00f6bel aus DDR-Produktion haftet ein wenig schmeichelhaftes Image an. 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